Startseite Naturschutz Allgemeines Umweltschutz

 

Umweltschutz

BUND
Naturschutz Ebern

Windkraft

Windkraft und Naturschutz auf dem Gebiet der Stadt Ebern

22.10.2016
Dr. Klaus Mandery hat gegenüber der Presse eine Stellungnahme zu den aktuellen Diskussionen um die Errichtung von Windkraftanlagen bei Ebern abgegeben.
Siehe hierzu den Bericht in der NEUEN PRESSE vom 22.10.2016

 

29.09.2016
Nachstehend ein Auszug aus der Stellungnahme vom 29.09.2016 des BUND Naturschutz Haßberge zur geplanten Herausnahme von Flächen aus der Schutzzone des Naturparks Haßberge für die Errichtung von Windkraftanlagen bei Ebern:

Begründung bezüglich der Ablehnung der Herausnahme der Flächen im Haßwald-Süd:

Der BUND Naturschutz Haßberge bemüht sich seit 2004, der Landesverband seit 1984, um die Wildkatze. Bereits vor vielen Jahren waren in Zeil-Bischofsheim Wildkatzen durch den BN ausgewildert worden – ohne dauerhaften Erfolg. Es gingen aber auch noch etliche Jahre ins Land, bis erste Exemplare dieser scheuen Waldbewohnerin nachgewiesen werden konnten. Ob Wildkatzen versteckt überlebt hatten oder aus Thüringen oder der Rhön zugewandert sind, lässt sich auch heute noch nicht sagen. Der Haßwald-Süd scheint ihren Ansprüchen in jeglicher Hinsicht zu entsprechen. Sie konnten sich fortpflanzen und eine Population aufbauen, die im weiten Umkreis einmalig ist. Die Wildkatzenpopulation in den Haßbergen ist landesweit neben dem Spessart die individuenreichste und stabilste in Bayern. Dieser Bestand hat damit eine wichtige überregionale Bedeutung. Der BN sieht daher den Landkreis in der Verantwortung für die Wildkatze. Es ist heute noch nicht bekannt, inwieweit die Population durch den Bau von Windkraftanlagen beeinträchtigt wird oder werden würde. Es gibt nur einige, wenig belastbare Daten. Der Mangel an Fachstudien zur Wildkatze, vor allem im Bereich der Haßberge, fordert heute Vorsicht. Da eine mögliche Gefährdung durch die Erschließung, den Bau und den Betrieb der Windkraftanlagen nicht ausgeschlossen werden kann, muss das Vorsorgeprinzip gelten. Der Lebensraum muss von den beabsichtigten Planungen freigehalten werden, damit sich die Wildkatze wie bisher entwickeln kann.

 

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

FT 23.04.2011 Sonnige Zeiten für Windkraft in der Region

Stromversorgung   Nach der Regierung in Berlin vollzieht jetzt auch der Regionale Planungsverband eine Energiewende. Selbst die Naturparke sind für Kraftwerke nicht mehr tabu.

VON UNSEREM REDAKTIONSMITGLIED
Günter Flegel

Kreis Haßberge - Am Montag, 25. Juli, wird die Karte der Region Main-Rhön neu gezeichnet: Dann kann der Planungsausschuss einen ersten Blick auf ein Werk werfen, das derzeit noch wie ein Staatsgeheimnis gehütet wird: die Windkraftkarte für die Region Main-Rhön.
Mit der Tagung des Planungsausschusses im Landratsamt in Schweinfurt wird die Diskussion um die Nutzung der Windenergie in der Region aber keineswegs enden, sondern erst beginnen. „Konfliktstoff und Diskussionsbedarf in erheblichem Umfang“ sieht Rainer Kern, der Beauftragte der Regierung von Unterfranken für die Regionalplanung, in dem Entwurf eines Masterplanes für den Bau von Windrädern, mit dem die Region einen Wildwuchs verhindern will. Nach der derzeitigen Rechtslage können Windräder, weil privilegiert, theoretisch überall gebaut werden. Die Windkraft-Planung soll Vorrang- und Vorbehaltsflächen ausweisen. Nur noch in diesen Gebieten darf künftig ein Windrad stehen.
So eine Planung gab es schon einmal. Im Herbst 2010, lange vor Fukushima, wurde sie im Planungsverband diskutiert und schon vor der Atomkatastrophe in Japan für ungeeignet gehalten, die Region fit für die Energiezukunft zu machen. Politiker wie der Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell von den Grünen kritisierten die „restriktive Planung“, die eine Energiewende eher verhindere als fördere.
Nach Fukushima ist alles anders und nach der von der Bundesregierung beschlossenen und von der Staatsregierung in München verschärften Energiewende sowieso: Wind und Sonne sollen künftig den Strombedarf in Deutschland zum großen Teil decken. Deswegen, so viel sagt Rainer Kern, wurde die neue „Windkarte“ für die Region weitaus großzügiger gemalt.
Rechnerisch ist es einfach: Ein konventionelles Windrad mit 130 Metern Nabenhöhe liefert den Strom für 1000 Vier-Personen-Haushalte. Wollte man also im Landkreis Haßberge mit seinen 85 000 Einwohnern den privaten Stromverbrauch komplett aus dem Wind decken, bräuchte man 21 Windräder. Vier stehen schon (zwei in Theres/Buch, zwei bei Untermerzbach), 17 neue müssten gebaut werden.

17 Flächen im Plan
Die Rechnung könnte aufgehen. Landrat Rudolf Handwerker (CSU), der Vorsitzende des Regionalen Planungsverbandes, will zwar mit Blick auf die Sitzung am 25. Juli ebenfalls keine Details nennen, er spricht aber von „17 Vorrangflächen“ für Windkraftanlagen, die im Landkreis ausgewiesen werden sollen. Wo sie liegen werden, sagt er nicht, man kann es sich aber ausmalen: Da Naturschutzgebiete für Windräder tabu sind und damit große Teile der Naturparke Steigerwald und Haßberge, bleiben vor allem die Windkorridore im Westen und Nordosten des Landkreises übrig.

Zwischen einem und sechs Windräder werden auf diesen 17 Flächen Platz haben. Nimmt man den Mittelwert, dann böte der Landkreis also künftig den Baugrund für 60 Windräder; der Landkreis würde zum Stromexporteur, zumal die Solarenergie, Wasserkraftwerke und Biogasanlagen weitere grüne Energie ins Leitungsnetz schicken.

Schutz ohne Schutz
Aber auch Handwerker geht davon aus, dass der Entwurf, der am 25. Juli den Gemeinden der Region vorgestellt wird, nicht nur grüne, sondern auch rote Lichter angehen lassen wird. „Die Energiewende verändert unsere Region“, ist sich der Politiker sicher. Rudolf Handwerker kämpfte lange dafür, die Wälder und die Naturparke als windkraftfreie Zonen zu bewahren.

Den Kampf hat er aufgegeben. Wälder sind nicht mehr tabu, und auch die Schutzzonen der Naturparke bieten keinen dauerhaften Schutz: Deren Zuschnitt kann der Kreistag jederzeit per Beschluss ändern. Und so die Karte der Region immer wieder neu zeichnen.

„Mit diesem Thema müssen sich die Gemeinden jetzt sehr intensiv auseinandersetzen“
Stefan Paulus, Bürgermeister Knetzgau

„Die Bürger müssen bei der Energiedebatte ganz schnell ins Boot geholt werden“
Kilian Hartmann Bürgermeister Schonungen

Grüne Energie im Landkreis Haßberge

Wind Die zwei ältesten Windräder im Landkreis stehen auf dem Bretzenstein bei Untermerzbach. Vorstöße, den Windpark zu erweitern, sind gescheitert. Zuwachs bekommen dagegen die beiden Windräder bei Theres/Buch: Der Windpark wächst auf vier Kraftwerke. In direkter Nachbarschaft, bei Waldsachsen (Schonungen/Kreis Schweinfurt) stehen zwei Windräder, sechs weitere werden noch heuer gebaut.

Wasser
Einen rechnerisch großen Anteil zur Stromversorgung in der Region liefern die Wasserkraftwerke in den Main-Staustufen. Allerdings wird der Strom nicht regional „verbraten“, er fließt ins Eon-Netz. Limbach leistet 3,7, Knetzgau 2,9 und Ottendorf 6,3 Megawatt. Sie liefern Strom für 25 000 Menschen.

Sonne Neben einigen großen Photovoltaikanlagen macht im Landkreis vor allem „Kleinvieh Mist“. Die Zahl der Dächer, die nicht mehr ziegelrot, sondern solarschwarz sind, nimmt stetig zu und damit auch die installierte Sonnenstromleistung.

KWK Grünen Strom liefern Anlagen, die Wärme und elektrischen Strom erzeugen (Kraft-Wärme-Kopplung). Solche Kraftwerke kann man sowohl im häuslichen Maßstab als auch großindustriell mit nachwachsenden Rohstoffen befeuern. Ein Beispiel ist die Biogasanlage, die in Haßfurt gebaut und mit Mais und Getreide gefüttert wird.

 

NP 21.03.2005 WINDRÄDER AUF DEM „BRETZENSTEIN“
„Wir werden von der Bürokratie gegeißelt“
SESSLACH/RECHELDORF - Der Wind weht gut auf dem „Bretzenstein“. Die Betreiber der Windräder zwischen Fierst und Recheldorf sind mit dem Ergebnis der Ausbeute insgesamt zufrieden. Allerdings weht ihnen von Seiten der Behörden der „Wind kräftig ins Gesicht“, wenn es darum geht, im Landkreis Haßberge neue Windräder zu bauen.
Behördlicher Stursinn und Trägheit verzögere geplante Maßnahmen. Darüber herrschte allgemein Unverständnis bei der Versammlung der Kommanditisten der beiden Windräder auf dem „Bretzenstein“ am Freitagabend in der Gaststätte „Altstadthof“ in Seßlach. Für die Anteilsinhaber vom Windrad I (Enercon) und Windrad II (Südwind) wurde je eine getrennte Versammlung durchgeführt.
Erich Grell (Recheldorf) hieß die Anteilseigner willkommen und beklagte sich, dass seitens des Landratsamtes Haßberge den Investoren zu viele Schwierigkeiten bereitet würden. „Im Vorfeld wird schön geredet, aber wenn es drauf ankommt, werden Rückzieher gemacht“, beklagte Erich Grell. Die Geschäftsführer der Windenergieanlagen, so versicherte er, sind bemüht, das Bestmögliche für die Anleger heraus zu holen. „Durch ihre Einlagen haben sie Vertrauen in uns gesetzt und das wollen wir nicht enttäuschen. Wir freuen uns, wenn wir ihnen etwas zurück gegeben können.“
In diesem Zusammenhang bedankte sich Erich Grell bei Geschäftsführer Johann Prell, der viel Zeit, Kraft und Wissen einbringe und dessen Bestreben es sei, erfolgreich für die Kommanditisten zu arbeiten. Hinsichtlich der Funktions- und Ertragsfähigkeit der Windräder sagte Grell, dass bei einer Geschwindigkeit von etwa 14 Metern pro Sekunde alles bestens laufe. Bei starken Windstößen falle das Windrad von Südwind manchmal aus. „Es wirkt auf Windböen etwas zu träge, was bei dem Windrad von Enercon nicht der Fall ist.“
Erich Grell bedauerte, dass ein drittes Windrad auf dem Bretzenstein abgelehnt wurde. Der Ablehnungsbescheid kam mit Kosten von 3700 Euro. Im Wege einer Klage konnte man sich dann doch noch vernünftig einigen. „Unser Landrat Rudolf Handwerker ist strickt gegen Windräder. Er meint, bei uns würde zu wenig Wind wehen. Wenn er sich besser informieren würde, wüsste er, dass beide Anlagen auf dem ,Bretzenstein‘ bisher 17 Millionen Kilowatt Strom in das öffentliche Netz lieferten. Seit dem 1. Januar bis zum 18. März 2005 lieferte jede Anlage 500 000 Kilowatt Strom, also insgesamt eine Million Kilowatt ins öffentliche Netz – und das ohne jegliche Belastung für die Umwelt“, sagte Grell.
Auf die bei Neuses in der Gemeinde Bundorf geplante Windkraftanlage eingehend der Geschäftsführer, dass das Genehmigungsverfahren mittlerweile ins dritte Jahr geht. „Das gibt das derzeitige Bild in Deutschland wieder, wir werden von der Bürokratie gegeißelt“, so Grell. Die Frage, ob es bei solchen Voraussetzungen verwunderlich sei, wenn potentielle Anleger im Ausland investieren, ließ er unbeantwortet. In diesem Zusammenhang nannte er Forderungen des Landratsamtes für den Bau der Windkraftanlage in Neuses, die völlig überzogen und teilweise unsinnig seien. Erich Grell versicherte, dass die Geschäftsführer sich auch weiterhin mit aller Kraft für die Durchsetzung ihrer Ziele und zum Wohle der Kommanditisten einsetzen werden.
Ein Zukunftsmarkt
„Erneuerbare Energien haben Zukunft, der Energiemarkt ist eine Zukunftsmarkt“
, unter dieses Motto hatte Geschäftsführer Johann Prell seinen Geschäftsbericht gestellt. In Deutschland gebe es zurzeit 16 500 Windkraftanlagen, davon 272 in Bayern, mit einer Nennleistung von 16 629 Megawatt. Im Jahr 2004 gab es einen Zubau von 1200 Anlagen mit einer Nennleistung von 2037 Megawatt. „Der Boom des Zubaues ist verflacht, was mit den Standortproblemen zusammenhängt“, sagte Prell. Im Landkreis Haßberge wären drei neue Anlagen geplant, zwei in Theres-Buch und eine in Bundorf-Neuses. Marktführer seien die Firmen Enercon, aber auch Nordtex, die Südwind übernommen habe, sei wieder im Kommen. 2004 wurden in Windenergie 2,4 Milliarden Euro investiert, in erneuerbaren Energie insgesamt 6,5 Milliarden.
Ein Boom sei gegenwärtig bei Biogasanlagen festzustellen, wobei eine solche Anlage mit 600 000 bis 700 000 Euro zu Buche schlage. Die Wertschöpfung 2004 aus Windkraft belaufe sich auf 2,3 Milliarden Euro, insgesamt auf fünf Milliarden Euro. „Das ist ein erheblicher Markt mit Zukunft, weil auch die EU die Erhöhung erneuerbarer Energien verlangt. Wenn durch erneuerbare Energien 2004 insgesamt 70 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid, davon 21,5 Milliarden Tonnen durch Windenergie verhindert wurden, kann sich das sehen lassen“, sagte Johann Prell.
Erneuerbare Energien schaffen Arbeitsplätze. Nach den Worten von Prell sind es bei Windenergieanlagen 50 000, bei allen erneuerbaren Energien 130 000. „Da wir in Deutschland auf diesem Sektor einen Wissensvorsprung haben, gestalten sich erneuerbare Energieanlagen auch zum Exportschlager“, sagte der Geschäftsführer. Leider würden Konzerne den Strommarkt beherrschen. Die Liberalisierung habe in diesem Zusammenhang nicht viel gebracht. In diesem Zusammenhang kritisierte Johann Prell, dass E.ON einen Gewinn von 6,8 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr machte, was eine Steigerung von 23 Prozent bedeute. Trotzdem wurde eine deutliche Strompreiserhöhung durchgesetzt.
Prell ging auf die Probleme der Genehmigungspraxis von Windanlagen ein. Die Argumente würden umgedreht und die Verfahrensdauer unzumutbar hinaus gezögert. Johann Prell erläuterte mittels einer Powerpointpräsentation den Anteilseignern exakt die Kosten auf der Einnahmen- und Ausgabenseite. Er sprach verschiedene Probleme an, die sich beim Betrieb der Windenergieanlagen ergeben haben und versicherte, dass alles im „grünen Bereich“ wäre. Er schlug der Versammlung für die Windkraftanlage I eine Ausschüttung von drei Prozent der Einlage und für die Windkraftanlage II eine Ausschüttung von sechs Prozent der Einlage vor. Dieser Vorschlag wurde von der Versammlung angenommen. Zusätzlich gebe es noch eine Verlustzuweisung, was sich steuerlich günstig auswirke.
Dem Anschein nach waren die Anleger mit dem Ergebnis der Versammlung bzw. den Vorträgen der Geschäftsführer zufrieden. Kritik gab es keine, sondern lediglich einige Fragen, die zur Zufriedenheit aller beantwortet wurden. hw

FT 28.07.2004 OBERTHERES - Gemeinderat tagte
........
Und noch ein Informationsvortrag stand in dieser Sitzung an. Willi Hellenschmitt von der HWH Energieering GmbH aus Großlanheim stellte den Bauantrag auf Errichtung und Betrieb von zwei Windkraftanlagen für die Flurnummern 267 und 267/2 in der Gemarkung Buch. Aufgestellt werden die Windkraftanlagen, die denen in Waldsachsen von der Technik her ähnlich sind, etwa 150 Meter von der Straße zwischen Buch und Waldsachsen entfernt. Z ur nächstmögliche Bebauung laut Flächennutzungsplan wird ein Abstand von 800 Metern eingehalten. Mit ihren 99 Metern Masthöhe und 36 Metern langen Flügeln werden die Anlagen geringfügig größer sein als die im benachbarten Waldsachsen und jährlich zwischen 2,5 und 2,7 Kilowattstunden Strom erzeugen.
Da die Errichtung solcher Anlagen ein privilegiertes Vorhaben ist, informierte Bürgermeister Reis, dass die Gemeinde diesen Bauantrag nicht ablehnen könne ........

NP 07.10.2003
Technischer Defekt am Windrad
RECHELDORF/FIERST
- Ein technischer Defekt ist die Ursache dafür, dass das Windrad II auf dem “Bretzenstein” zwischen Recheldorf und Fierst seit dem 30. September steht. Das teilte Erich Grell, Gesellschafter der Windenergie Bretzenstein, der Neuen Prese am Montag auf Anfrage mit. Nach Worten von Grell ist an dem Windrad offenbar ein sogenannter Umrichter defekt. Der Firma Südwind als Hersteller der Anlage sei es bislang nicht gelungen, Ersatz für das defekte Teil herbei zuschaffen, sagte Grell, obwohl der technische Fehler umgehend nach Bekanntwerden in der letzten Woche gemeldet worden sei. Für die “Windmüller” ist der Ausfall des Windrades zur jetzigen Zeit besonders ärgerlich, schließlich waren die vergangenen Tage doch recht windreich. “Uns sind da mehrere Tausend Kilowattstunden Strom entgangen”, sagte Grell. Er rechnet aber damit, dass das technische Betriebsteil in den nächsten Tagen ausgetauscht werden kann und sich die Anlage dann wieder dreht.

Leserbrief zur Diskussion um das geplante Windrad bei Neuses
(FT 31.07.2003 und NP 01.08.2003):

In den letzten zehn Jahren ist die Windstromproduktion in Deutschland um das 65-fache gestiegen: von 0,2 auf 13 Milli­arden Kilowattstunden.
Die Atomenergie hat heute einen Anteil von 33 Prozent an der deutschen Stromprodukti­on. Schon 2002 ersetzte die Windkraft ein Zehntel des Atomstroms. Das Deutsche Windenergie-Institut ermittel­te in einer Studie für das Bundeswirtschaftsministerium bis 2030 einen Windstromanteil von 21 Prozent.
Im Rahmen dieser Entwick­lung (in Deutschland stehen 11 500 Windräder - Stand Fe­bruar 2002) sind die Befürch­tungen, wie sie auch in Neuses laut geworden sind, schon häu­fig diskutiert worden. Bezüg­lich der entstehenden Geräu­sche empfehle ich den Einwoh­nern von Neuses, eine ver­gleichbare Windkraftanlage einmal aufzusuchen, um in der Praxis wahrzunehmen, wie laut oder leise ein Windrad in entsprechender Entfernung tatsächlich ist.
Im übrigen dürften sich die Ängste diesbezüglich entspan­nen, wenn die Aussage des Herrn Gunter Häckner aus Nie­derwerrn stimmt, dass am ge­planten Standort der haupt­sächlich zu erwartende Wind aus Süd-Süd-West das Ge­räusch der Rotorblätter zwi­schen Neuses und Serrfeld in die freie Flur hinausträgt.
Bezüglich der Rentabilität kann sicherlich auf die Angaben im Windatlas bzw. auf die ­Ertragsergebnisse der Windräder am Bretzenstein bei Untermerzbach vertraut werden.
Zudem wird eine Betreibergesellschaft wohl kaum eine Investition in dieser Höhe tätigen, wenn das finanzielle Risiko zu groß ist.
Die Befürchtungen hinsichtlich der Beeinträchtigung durch ,,Schlagschatten" können ebenfalls ausgeräumt werden. Zum einen werden im Genehmi­gungsverfahren die Mindestab­stände zu bebauten Gebieten ge­prüft und zum anderen kom­men für die beiden Anwesen au­ßerhalb von Neuses, wenn über­haupt nur an sonnigen Tagen und aufgrund des Sonnenstan­des allenfalls nur bei tiefstehen­der Sonne für wenige Minuten in den Schlagschattenbereich.
Was die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes betrifft, wäre es mit Sicherheit sinnvoller ge­wesen, am Bretzenstein ein drittes Windrad zu bauen, als jetzt an einem neuen Standort ein einzelnes. Insofern ist die be­hördliche Entscheidung nicht gut zu heißen.
Bei dieser Frage muss aller­dings klar abgewogen werden zwischen grundsätzlichem Nut­zen und/oder Nachteil eines Windrades. Abgesehen davon, wie oft bzw. selten die Einwoh­ner von Neuses in ihrem norma­len Tagesablauf in Richtung ,,Steinernes Kreuz", dem vorgesehenen Standort, schauen, überwiegt doch die Tatsache, dass die Windkraft einen wichtigen und umweltverträglichen Beitrag zur Energieerzeugung leistet. Im Vergleich zu 190.000 Strommasten, den Atom- und Kohlekraftwerken und nicht zuletzt den vielen Fabriken und Industrieanlagen, die schon lange die deutsche Landschaft prägen, sind die künftigen Windräder eine vertretbare Alternative.
Schon heute beschäftigt die deutsche Windbranche in Deutschland 36.000 Menschen. Die Windindustrie ist nach der Automobilindustrie der zweitgrößte Auftraggeber für die Stahlindustrie.
Nicht nur über Windenergie, sondern über alle erneuerbaren Energien wird Deutschland künftig unabhängiger von Öl-, Gas- und Uran-Importen. Um Öl und Gas wurden und werden Kriege geführt; um Sonne, Windkraft, Wasser, Erdwärme, Strömungsenergie und Biogas nicht. Die große politische Frage des 21. Jahrhunderts heißt neben dem Treibhauseffekt: Krieg um Öl – oder Frieden durch Sonne und Wind?
Es ist genauso wenig konsequent, einerseits die Atomkraft zu befürworten, den Strahlenmüll aber nicht vor seiner Haustür haben zu wollen, wie andererseits zu sagen: Windenergie ist ja sinnvoll, aber bitte nicht bei uns!
Klemens Albert
Ecke 5
96176 Kraisdorf

FT 30.07.2003
„Bürgerwindpark" in Unterfranken geplant
Fünf Windkraftwerke sollen in den Steigerwald
WÜRZBURG. Die Regierung von Unterfranken leitet für 5 Windkraftwerke im Ilmbacher Wald zwischen den Orten Ebersbrunn, Gräfenneuses (beides Markt Geiselwind), Altenschönbach  und  Kirchschönbach (beide Stadt Prichsenstadt) ein Raumordnungsverfahren ein. Nach den Planungen des Projektträgers erreichen die Windkraftwerke eine Gesamthöhe von 170 m.
Rotoren mit bis zu 90 m Durchmesser sollen die fünf Generatoren mit voraussichtlich je 1,5 Megawatt antreiben und damit pro Jahr 13 Gigawattstunden Strom erzeugen. Diese Strommenge entspricht nach den Angaben des Projektträgers dem Verbrauch von etwa 5000 durchschnittlichen   Privathaushalten. Der geplante ,,Bürgerwindpark" liegt auf einer Höhe von etwa 470 m über Normalnull im Naturpark Steigerwald.
Aus diesem Grunde geht der Projektträger in seinen Antragsunterlagen detailliert auf die Sichtbarkeit der Windkraftanlagen ein.
Rund 30 beteiligte Kommunen, Behörden und Institutionen haben bis zum 22. September 2003 die Möglichkeit zur Stellungnahme.

NP 30.07.2003
Leserbrief zum Artikel ,,Windrad verschandelt filigrane Haßberg­Landschaft"
Politik des Landrats rückwärts gewandt
Es ist hinlänglich bekannt, dass Landrat Rudolf Handwerker ein Gegner der erneuerbaren Energien ist. Erinnert sei nur an die Winkelzüge, die er veranstaltet hat, um die Windräder auf dem Bretzenstein bei Untermerzbach zu verhindern. Damals war es die „Naturoptik", die er gestört sah. Diesmal wird er deutlicher und spricht von der ,,Verschandelung der filigranen Haßberglandschaft".
I ch empfehle einen Blick ins Maintal. Dort hat er Verantwortung getragen, zunächst als Bürgermeister von Haßfurt, dann als Landrat des Landkreises Haßberge. Der objektive Betrachter mag sich ein Urteil bilden, wer die Landschaft verschandelt hat und weiterhin verschandelt und wer in Verantwortung für Natur und Umwelt handelt.
Richtig gestellt werden muss an den Aussagen von Landrat Rudolf Handwerker anlässlich der Verbandssitzung des Naturparks Haßberge unter anderem folgendes:
1. Es trifft nicht zu, dass die Rotorblätter in einer Blinklichtanlage kenntlich gemacht werden müssen. Es ist lediglich ein rotes Licht auf dem Turm erforderlich, das nach oben abstrahlt.
2. Dass die Anlage auch im Landkreis Rhön-Grabfeld gesehen werden kann, wird nicht bestritten, ist die Landkreisgrenze doch weniger als ein Kilometer vom Standort entfernt. Bestritten wird allerdings eine Fernwirkung, weil die Anlage entweder durch einen Höhenzug oder durch Wald verdeckt wird.
3. Die Anlage soll auf einem intensiv genutzten Ackerstandort errichtet werden.
4. Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit der Anlage braucht sich Landrat Handwerker keine Gedanken zu machen. Die Wirtschaftlichkeit ist längst bewiesen.
Fehlt der Mut?
Die Verbandssitzung des Naturparks Haßberge hatte nicht den Mut zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen, stattdessen hat sich Landrat Handwerker mit seiner rückwärts gewandten Politik durchgesetzt. Einziges Ergebnis der Sitzung, eine neue Hochglanzbroschüre über den Naturpark Haßberge. Da freuen wir uns aber! Letztendlich wird sie die gleiche Wirkung haben, wie die Broschüren davor. Es ist Zeit für einen Wechsel!
ALBRECHTSCHMITT
NEUSES-BUNDORF

NP 21.02.2003
Neues Windrad bei Bundorf?
Bundorf
Ein ungewöhnlicher Bauantrag stand auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Bundorfer Gemeinderates: Albrecht Schmitt aus Neuses möchte auf der Anhöhe zwischen Bundorf und Neuses ein 2,5 Megawatt starkes Windrad des Herstellers Enercon errichten lassen. Dies werde ein ungewöhnlicher Anblick sein, meldeten sich Stimmen aus dem Gemeinderat. Herbert Braunreuther wies darauf hin, dass erneuerbare Energie und die alternative Gewinnung von Energie für die Zukunft eine große Bedeutung haben werde. Kernkraft und Ölverbrennungskraftwerke würden sicherlich immer mehr zurück gefahren. Den Argumenten Braunreuthers schloss sich der Gemeinderat an. Einstimmig sprach man das gemeindliche Einvernehmen für das Windrad-Projekt aus. Es werden jetzt die Träger der öffentlichen Belange gehört, die ebenfalls ihr Einverständnis bekunden müssen. bra

FT 21.02.2003
Privatmann plant Windrad
BUNDORF
Wenn es nach dem Willen von ALbrecht Schmitt aus Neuses geht, steht künftig ein Windrad im oberen Haßgau. Nach dem Bauantrag dreht sich dann auf einer Höhe zwischen Neuses und Bundorf eine 2,5 Megwatt starke Anlage von der Firma Enercon.
Ohne Einwände stimmte der Gemeinderat in der vergangenen Sitzung dem Anliegen zu. ....

NP 02.01.2003 Leserbrief zur Ablehnung der 3. Windkraftanlage bei Fierst
Die Betreiber der Windkraftwerke auf dem Bretzenstein sind der Meinung, dass die Ablehnung des Bauantrages zur Windkraftanlage III nach Gutsherren-Art erfolgt ist. Die Ablehnung wird auch als undemokratisch empfunden und zwar aus folgenden Gründen:
1. Der Gemeinderat in Untermerzbach stimmt geschlossen dem Bauantrag III zu, mit der plausiblen Begründung, dass dort, wo zwei Anlagen bereits bestehen und mit gutem Erfolg betrieben werden, auch eine dritte Anlage genehmigt werden kann! 2. Das Landratsamt verlangt von uns den Bauantrag 15-fach. Dieses Ansinnen wird von uns auch erfüllt, damit alle Träger öffentlicher Belange gehört werden können: Von den 15 Trägern öffentlicher Belange votieren zwölf für unsere Anlage Nr. III. Drei Bedenkenträger votieren dagegen. Auch hier ist eine übergroße Mehrheit zu unseren Gunsten auszumachen.
Keine Einwendungen gegen unser Projekt erheben: der Gemeinderat Untermerzbach, der Stadtrat Ebern, die Bayerische Staatsforstverwaltung, das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in Würzburg, Landratsamt – Immissionsschutzabteilung («...bestehen aus immissionsschutzfachlicher Sicht gegen das Vorhaben keine Bedenken...»), Wehrbereichsverwaltung Süd – Flugsicherung, Direktion für ländliche Entwicklung, Landratsamt: Fachkundige Stelle für Wasserwirtschaft, Regierung von Mittelfranken – luftrechtliche Zustimmung, Landesverband für Vogelschutz in Bayern, Regierung von Unterfranken, Naturpark Haßberge (stimmt unter Auflagen zu). Ablehnung bzw. Bedenken melden nur drei Einrichtungen an: Regionaler Planungsverband, Untere Naturschutzbehörde, Landratsamt Haßberge (die beiden letzten sind natürlich weisungsgebunden durch den Landrat), Bayerisches Landesamt für Denkmalspflege Seehof (sind unserer Einschätzung nach gar nicht zuständig, da der Bretzenstein in das Hoheitsgebiet der Würzburger Denkmalpfleger gehört. Die Würzburger hingegen haben keine Bedenken!)
Wie aus der Auflistung zu ersehen ist, stimmen drei Viertel der Behörden unserem Projekt zu. Sogar die Naturparkversammlung stimmte unter Auflagen zu und überstimmte somit den eigenen Landrat! Die Ablehnung der Anlage III ist ein schwerer Schlag in das Gesicht der leistungsbereiten Bürger, die sich hier wieder beteiligen wollten. Es ist außerdem ein Schlag gegen die Politik aus Berlin und München, die der regenerativen Energiegewinnung auch im Binnenland zum Durchbruch verhelfen soll. In der Bayerischen Staatszeitung vom 13. Dezember 2002 ist nachzulesen, dass sich die bayerische Politik durchaus in Bayern bis zu 2000 Anlagen vorstellen kann. Somit würden auf den Bezirk Unterfranken knapp 300 Anlagen entfallen.
Der Bauplatz am Bretzenstein befindet sich am äußersten Rand des Naturparkes Haßberge. Bis vor einigen Jahren gehörte das Areal noch nicht zu diesem Park. Die Grundbesitzer in besagtem Park haben dadurch nur Nachteile. Die Gemeinde Untermerzbach wäre gut beraten, wenn sie die Ausgliederung ihres Gemeindegebietes aus der Naturparkzone betriebe. Bei den seinerzeitigen Verhandlungen wurde den Gemeinderäten versichert, dass keine Nachteile durch den Naturpark auf die Bürger zukommen werden.
Auch die Kreisräte im Landkreis Haßberge müssen sich fragen lassen, wo ihre demokratische Stimme denn abgeblieben ist, wenn der Landkreischef zwar überstimmt wird, aber dann doch vom Landratsamt etwas anderes entschieden wird. Demokratisch ist das sicher nicht!
Mit dem Ablehnungsbescheid hat man viele hundert Bürger verprellt, die Verwaltungsgesellschaft Bretzenstein wirtschaftlich auch geschädigt. Nebenbei sei noch erwähnt, dass zwei große Firmen in Schweinfurt die Drehkränze und sonstiges technische Know-how geliefert hätten. Ein heimischer Bauunternehmer hätte liebend gerne für uns das Fundament errichtet, die Wege gebaut, die Kabel verlegt und damit über viele Wochen die eigenen Arbeitsplätze gesichert.
Kleinliche Naturschutzbelange und falsch verstandener Denkmalschutz werden hier zur Begründung einer Ablehnung vorgeschoben. Der steuerzahlende Bürger mag das so nicht hinnehmen. In der derzeitigen wirtschaftlichen Krise sollte auch mal das Landratsamt zu Kompromissen bereit sein. Die nachwachsende Generation wird es danken. Der Bretzenstein verträgt von der Aufnahmefähigkeit des Kabels sowieso nur noch die Anlage III. Weitere Anlagen können schon aus diesem Grunde nicht errichtet werden. Optisch und ästhetisch wäre die Anlage III eine gelungene Vervollständigung auf dem Bretzenstein.
Erich Grell
Geschäftsführer der Betreibergesellschaft

FT 14.12.2002 Keine Windräder im Naturpark
Landratsamt begründet Ablehnung für dritte Anlage auf dem Bretzenstein
Untermerzbach Landrat Rudolf Handwerker wird im Zusammenhang mit dem ablehnenden Bescheid für die dritte Windkraftanlage auf dem Bretzenstein bei Ebern eine Genehmigungspraxis „nach Gutsherren-Art“ vorgeworfen. Das ist laut einer Erwiderung des Landratsamtes „ziemlicher Unsinn“. Der Entscheidung der Verwaltung im Landratsamt sei eine ausführliche und umfängliche, sachliche und rechtliche Prüfung vorausgegangen.
Das Landratsamt habe bei seiner Entscheidung keineswegs verkannt, dass der Bundesgesetzgeber Windkraftanlagen ausdrücklich wollte und deshalb unter die sogenannten „ privilegierten Vorhaben“ eingereiht hat.
Die „Privilegierung“ eines Bauvorhabens bedeute aber nicht, dass es an jedem Standort genehmigt  werden muss. „Privilegierung“ bedeute vielmehr, dass ein Vorhaben im Außenbereich nur dann abgelehnt werden kann – aber auch abgelehnt werden muss – wenn ihm öffentliche Gründe entgegenstehen.
Im Fall des dritten Windrades auf dem Bretzenstein waren dies im wesentlichen Belange der Regionalplanung, des Landschaftsbildes und der Denkmalpflege.
Mit einer dritten Anlage hätte das Landratsamt außerdem eine sogenannte Windfarm genehmigen müssen. „Es war also ein viel umfangreicheres immissionsschutzrechtliches Verfahren durchzuführen, das noch mehr Aspekte in die Güterabwägung einbezieht“, heißt es in der Landratsamts-Stellungnahme.
Das Ergebnis war, dass gegen die Errichtung eines Windparks am beantragten Standort im Naturpark Haßberge gravierende Bedenken mehrerer Träger öffentlicher Belange bestehen, die eine Genehmigung unmöglich machen.
Wäre dieses dritte Windrad genehmigt worden, so hätte jede weitere Anlage nicht mehr verhindert werden können, so lange bis der ganze Standort ausgereizt gewesen wäre. Außerdem wäre ein Bezugsfall für weitere Windkraftanlagen oder sogar Windfarmen innerhalb der Schutzzone des Naturparks geschaffen worden.
Weitere Anträge an anderen landschaftsgeschützten Standorten hätten dann nur sehr viel schwerer abgelehnt werden können.
Das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung habe die Genehmigungsbehörden aber mit Schreiben vom 18. Dezember 2001 angewiesen, Schutzzonen von Naturparks generell von Windkraftanlagen frei zu halten.
In der Folge habe auch die Regierung von Unterfranken „Hinweise“ an die Landratsämter herausgegeben, nach denen Windkraftanlagen in den Schutzzonen von Naturparks anzulehnen sind.
Bei der Genehmigung des ersten und des zweiten Windrades auf dem Bretzenstein habe es diese Weisungen noch nicht gegeben.
Damals sei im Baugenehmigungsverfahren auch berücksichtigt worden, dass bereits eine Reihe von Investoren Geld eingelegt hatten.
Es wurde aber damals bereits in der Naturparkversammlung die eindeutige Aussage getroffen, dass es bei diesen zwei Anlagen bleiben müsse und dass einer weiteren Anlage nicht mehr zugestimmt werde.
Die Betreiber der Anlagen hatten damals auch schriftlich erklärt, dass sie die Errichtung einer dritten Anlage definitiv nicht weiterverfolgen werden. Das habe die Initiatoren der Betreibergesellschaften aber nicht daran gehindert, fleißig weiter Kapital zu akquirieren, um erneut Vertrauensschutz reklamieren zu können – obwohl sie mit einer Ablehnung rechnen mussten, so der Landrat.
Falsch sei außerdem die Behauptung, die Naturpark-Mitgliederversammlung habe bei dem Vorhaben bereits zugestimmt. Richtig sei, dass die Naturpark-Versammlung die beantragte Anlage mit 135 Metern Höhe wegen der befürchteten landschaftsoptischen Beeinträchtigung (Tages- und Nachtkennzeichnung mit Blinklicht und Signalfarben) einstimmig abgelehnt hat; lediglich für eine kleinere Anlage (unter 100 m) wurde Zustimmung signalisiert.
Landrat Handwerkers Einstellung zu den Windrädern auf dem Bretzenstein ist hinlänglich bekannt: „ Ich habe anfangs die Wirkung der sich drehenden Windmühlenflügel auf das Landschaftsbild an diesem weithin sichtbaren Standort unterschätzt“, so das Kreisoberhaupt.
Er hätte sich auch bei den ersten beiden Anlagen nicht für die Genehmigung stark gemacht, wenn er damals bereist die massiven Beeinträchtigungen der Landschaft durch diese Anlagen erkannt hätte.
Auf den Ausgang des immissionsschutzrechtlichen Verfahrens für die Genehmigung des dritten Windrades hat der Landrat nach eigenen Angaben keinen Einfluss genommen. Es wurde von der Verwaltung nach den rechtlichen Vorgaben durchgeführt.
Handwerker schätzt, dass es im Landkreis außerhalb der Naturparks auch noch andere vielversprechende Standorte für eine Windkraftanlage gibt.
Möglicherweise seien die von der Windausbeute her sogar noch besser geeignet als der Bretzenstein, was zu prüfen wäre.
Die Ablehnung des dritten Windrades auf dem Bretzenstein sei als Signal zu sehen, in den Schutzzonen des Naturparks im Landkreis Haßberge keine Windkraftanlagen mehr zu planen.
Sie sei aber weder aus Sicht des Landratsamtes noch nach seiner persönlichen Meinung als Votum gegen Windkraft im allgemeinen zu verstehen, schreibt der Landrat in seiner Erwiderung an den Grünen-MdB Hans-Josef Fell.

T 11.12.2002 Rechtlich fragwürdig und umweltpolitisch rückwärts
MdB Fell kritisiert “Nein” zum dritten Windrad
Ebern.
Die Ablehnung einer dritten Windkraftanlage auf dem Bretzenstein durch Landrat Rudolf Handwerker will der unterfränkische MdB Hans-Josef Fell nicht widerstandslos akzeptieren.
Der forschungs- und technologiepolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen spricht in einer Pressemitteilung von einer „Windkraft-Ablehnung nach Gutsherrenart“. MdB Fell fordert Landrat Handwerker auf, die Ablehnung des dritten Windrads auf dem Bretzenstein noch einmal zu überprüfen.
Kürzlich hatte Landrat Handwerker die Genehmigung eines dritten Windrades auf dem Bretzenstein bei Ebern abgelehnt, obwohl selbst der Trägerverein des Naturparks Haßberge seine Zustimmung signalisiert hatte.
„Ich fordere Landrat Handwerker auf, den Ablehnungsbescheid des dritten Windrads auf dem Bretzenstein noch einmal zu überprüfen," so Fell.
Es sei offenkundig, dass bei der Abwägung nicht hinreichend berücksichtigt wurde, dass der Bundesgesetzgeber Windkraftanlagen ausdrücklich will. Fell: „Deshalb gehören Windkraftanlagen zu den im Baugesetzbuch besonders bevorzugten Bauvorhaben." Eine „Genehmigungspraxis nach Gutsherrenart“ widerspreche dem Geist der Bundesgesetze, die aus Gründen des Klimaschutzes den Ausbau der Windenergie vorsehen.
Handwerker habe die Genehmigung aus Landschaftsschutz-Gründen verweigert, wo doch bereits an gleicher Stelle zwei Windräder stehen, die bisher ohne Proteste und mit hoher Bürgerakzeptanz viel Kohlendioxid-freien Strom erzeugen. Landrat Handwerker werde damit seiner Verantwortung für den weltweiten Klimaschutz nicht gerecht.
Fell: „Wenn Herrn Handwerkers Vorgehensweise Schule macht, so ist nicht nur der Klimaschutz, sondern auch viele Arbeitsplätze in der Region in Gefahr."
So hängen Fell zufolge allein rund 40 Arbeitsplätze in Schweinfurt (Kugellager bei SKF und FAG) als Zulieferer unmittelbar vom größten deutschen Windkraftanlagenbauer Enercon ab. Enercon investierte im Jahr 2001 über 50 Millionen Euro in die bayerische Zuliefererindustrie.
Fell: „Landrat Handwerkers Ablehnung ist rechtlich fragwürdig, ökologisch rückwärts gewandt und arbeitsmarktpolitisch falsch."

NP 02.12.2002 KOMMENTAR
Michael Will
ÜBER WINDRÄDER AM BRETZENSTEIN
Amtsschimmel
Tja, mit den Windrädern auf dem „Bretzenstein“ bei Recheldorf ist das so eine Sache. Für die einen sind sie Schandflecken in der ach so unberührten Natur, für die anderen Zeugnis für umweltfreundliche Energiegewinnung und ein Anziehungspunkt für Touristen zugleich.
Man mag die Windräder hübsch finden oder nicht. Das ist Geschmackssache. Aber welche Argumente beispielsweise das Landratsamt Haßberge und die Denkmalpfleger aus Schloss Seehof bei Bamberg gegen die Errichtung eines dritten Windrades auf dem Oberen Berg ins Feld führen, grenzt schon beinahe an eine Komödie aus dem Ohnsorg-Theater.
Das Landesamt für Denkmalpflege erhebt „schwerste Bedenken“ gegen ein drittes Windrad; es könnte zusammen mit den beiden bereits bestehenden negative Auswirkungen unter anderem auf die Pfarrkirche Lahm sowie die Schlösser in Lahm, Untermerzbach und Gleusdorf haben. Letzteres werde aus Sicht der viel befahrenen Ortsverbindungsstraße Busendorf–Gleusdorf quasi von den Windrädern „eingerahmt“. Solche Stellungnahmen bedürfen keines Kommentars mehr.
Und auch das Landratsamt führt für seine Ablehnung seltsame Argumente an. Zwei Windräder hätte man noch tolerieren können, mit einem dritten sei die Grenze der Toleranz aus naturoptischen Gesichtspunkten aber überschritten. Zu groß seien die negativen Einwirkungen auf das Landschaftsbild, ein drittes Windrad der Umgebung „grob unangemessen“.
Mag einer das Argument verstehen, warum ein drittes Windrad mehr stören sollte als die beiden bestehenden. Wenn man jetzt dafür die Optik ins Feld führt, hätte man beim Landratsamt so konsequent sein müssen, weder das erste noch das zweite Windrad zu genehmigen. Das hätte man verstehen können, alles andere ist unglaubwürdig und ein Willkürakt.

Leserbrief vom 02.07.2002
zu den Aussagen des Bürgermeisters Robert Herrmann von der Stadt Ebern zum ökologischen Nutzen der Windkraft.
Die bei der letzten Bauausschusssitzung gemachten Aussagen von Bürgermeister Herrmann zum ökologischen Nutzen von Windkrafträdern können nicht unwidersprochen bleiben. Strom aus Windkraft bringt sehr wohl ökologische Vorteile.
Dass bei uns in Franken der Wind weniger als an der Nordsee weht, weiß jedes Kind und dass dann weniger Betriebsstunden auf dem Bretzenstein zusammenkommen ist von vornherein klar. Entscheidend für den bezweifelten ökonomischen Nutzen ist aber schließlich die erzeugte Jahresmenge und diese liegt nach Angaben der Betreiber im vorberechneten Rahmen. Die Jahresmenge für die beiden bestehenden Windräder und das geplante 3. Windrad decken zusammen immerhin 70 % (!) des Jahresverbrauchs aller Eberner Haushalte ab!
 Im übrigen wird Strom aus Windkraftanlagen nicht „staatlich“ subventioniert. Der Europäische Gerichtshof hat erst im März diesen Jahres entschieden, dass die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) keine Beihilfe darstellt.
Die Einspeisevergütung erhöht den Strompreis je Kilowattstunde nur um 0,0011 Euro (!). Mit dieser geringfügigen Erhöhung wird den Erzeugern einer zukunftsfähigen erneuerbaren Energie wie Strom aus Sonne, Wind oder Biomasse eine nahe an der Wirtschaftlichkeit liegende Vergütung gewährt.
Bürgermeister Herrmann hat sich nach Zeitungsberichten „Daten und Fakten zu Gemüte gezogen“ und sich dadurch vom Befürworter von Windkraftanlagen zu einem Gegner derselben aus „ökologischen“ Gründen gewandelt.
Die angeführten Gründe, dass Heizkraftwerke immer wieder hochgefahren werden müssen, wenn die Windräder still stehen, werden von Windkraftgegnern behauptet. Diese gleichen Personen behaupten auch, dass es keine weltweite Klimaerwärmung gibt. Nicht jedoch die Windanlagen sind Schuld, wenn konventionelle Kraftwerke vorgeheizt bereitstehen müssen. Mit Windenergie hat das überhaupt nichts zu tun, und schon immer, lange vor dem Bau der ersten Windkonverter, mussten konventionelle Kraftwerke vorgeheizt bereitstehen. Der Grund: Jederzeit können Schwankungen im Strombedarf auftreten und müssen durch Zuschalten oder Wegschalten von Kraftwerken ausgeglichen werden. Bekannt ist z.B. die Mittags-Last-Spitze, die dadurch entsteht, dass während der Hauptarbeitszeit von Industrie und Gewerbe gleichzeitig auch noch in Millionen von Haushalten die elektrische Zubereitung des Mittagessens erfolgt. Doch die alltägliche Mittagsspitze ist relativ harmlos, denn sie ist vorhersehbar. Es gibt aber auch unvorhersehbare Fälle, in denen nicht der Stromverbrauch schwankt, sondern die Stromerzeugung, so dass andere Kraftwerke bereitstehen müssen, um dann „einspringen“ zu können. Gefürchtet sind in der Stromwirtschaft extreme Fälle, z.B. wenn ein ganzes Atomkraftwerk aufgrund eines technischen Defekts vom Netz gehen muss. In einem solchen Fall muss innerhalb von wenigen Sekunden elektrische Leistung der Größenordnung mehrerer Gigawatt aus den in Reserve stehenden Kraftwerken eingeschaltet werden können, sonst gehen die Lichter aus. Dagegen ist der Ausfall einzelner Windräder oder eines ganzen Windparks ein harmloses Ereignis. Und selbst wenn in ganz Deutschland Windstille sich ausbreitet, dann bleiben nicht alle Windräder auf einmal stehen, sondern es vergehen darüber mehrere Stunden. Die Stromwirtschaft hat Zeit, auf diese Mindererzeugung zu reagieren. Und schließlich kann die Energiewirtschaft sich bereits aufgrund des Wetterberichts auf Mindererzeugung einstellen!
Ich würde mir wünschen, dass ein Bürgermeister diese Thematik auch innerhalb des Agenda-Beirates berät, bevor er eine Aussage trifft, dass das 3. Windrad auf dem Bretzenstein nicht im Sinne der Agenda 21 ist.
Inwieweit ein oder mehrere Windräder das Landschaftsbild der Hassberge beinträchtigen, ist ein ganz andere Frage. Ich persönlich wohne an der östlichsten Seite von Ebern, also in unmittelbarer Nähe der bestehenden Windräder. Ich sehe beim Frühstück die beiden bestehenden Windräder sich meistens drehen und freue mich schon auf das 3. Windrad. Mir ist der Anblick der Windräder jedenfalls lieber als die Aussicht auf das Atomkraftwerk, wenn man auf der Straße nach Haßfurt fährt.
Kurt Langer
Thüringer Straße 7
96106 Ebern

NP 2002 06 28 WINDPARK BRETZENSTEIN
Weder ökologisch, noch ökonomisch sehr sinnvoll
Herrmann äußerte persönliche Meinung
E
in drittes Windrad soll auf dem Bretzenstein entstehen. Dieses Vorhaben ist für Bürgermeister Herrmann weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll.

EBERN – Errichtung und Betrieb einer Windfarm durch die Windenergie Bretzenstein Verwaltungsgesellschaft mbH, Recheldorf, war Thema bei der Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses am Mittwochabend im VG-Sitzungssaal. Dazu sei die Stadt Ebern als Träger öffentlicher Belange zu einer Stellungnahme aufgefordert worden, erklärte Bauamtsleiter Helmut Pschirrer.
„Dazu gibt es verschiedene Meinungen“, sagte Bürgermeister Robert Herrmann und tat seine persönliche kund. Er habe zur Kenntnis genommen, dass sich Landrat Rudolf Handwerker zu dem Vorhaben „ziemlich kritisch“ geäußert habe. „Ich bin ein Befürworter der beiden Anlagen, die schon stehen“, sagte Herrmann. Für ihn persönlich sei es jedoch nicht sinnvoll, weitere Windräder zu errichten, „das ist eine Frage der Landschaftsoptik“, würde der Windpark doch das Landschaftsbild des Naturparks Haßberge verändern; das sehe man auch von Ebern aus.
Der Windpark würde von den Betreibern vor allem ökologisch begründet. Wenn man sich aber „Daten und Fakten zu Gemüte zieht“, würde man feststellen, dass dem nicht so sei. Die ganze Energie, die so ein Windrad erzeuge, müsse doppelt durch fossile Brennstoffe erzeugt werden, weil ein Kraftwerk nicht ständig rauf- und runtergefahren werden könne, wenn sich die Windräder drehen oder nicht. Dann würde nämlich noch mehr Energie verbraucht.

Die Windräder in Deutschland würden durchschnittlich 1800 Betriebsstunden im Jahr laufen, bei uns nur 1200“
(Anmerkung laut Wikipedia: Windräder laufen im Jahr bis zu 8.000 Betriebsstunden - Die dabei insgesamt erzeugte Strommenge entspricht dabei beispielsweise 2000 Volllaststunden).
Dies bedeute, dass nur zu 13,5 Prozent der Jahreszeit „das Ding in Betrieb ist und für den Rest dann Kraftwerke eingesetzt werden“. Das würde nicht der Agenda 21 entsprechen. „Ich komme zu der Auffassung, dass das für die Umwelt nicht so positiv ist, wie es sein soll“, sagte der Bürgermeister.

„Ein drittes Windrad würde die Sache noch mehr verdichten, weil das dann schon eine Art Windpark wird und man nicht weiß, wie das weitergeht. Das wird zu einem gewissen Problem, weil die Landschaft schon verändert wird“, gab Herrmann zu bedenken, „ich komme zu dem Ergebnis, dass ich das nicht mittragen kann.“ 10.000 Windräder habe es am Jahresende 2001 in Deutschland gegeben, die 2,6 Prozent des Gesamtstrombedarfs erzeugt hätten. Wolle man über die Windenergie nur 20 Prozent des Gesamtstrombedarfs erwirtschaften, würde das eine Anzahl von rund 83.000 Windrädern bedeuten: „Das ist insgesamt vielleicht nicht der richtige Weg“.

Stadträtin Brunhilde Giegold (beteiligt an den ersten beiden Windrädern) hielt es in ihrer Stellungnahme „nach wie vor unschädlich, dass dieses Windrad entsteht; es stört auch vom Anblick her nicht“. Sicher sei die Windausbeute auf dem Bretzenstein nicht so hoch wie an der Küste, aber deshalb gebe es ja auch eine höhere Förderung. „Ich glaube, dass das dritte Windrad mit hinein passt“, sagte sie. Nachdem der Naturpark auch die Höhe des geplanten Windrades „gekürzt“ habe, glaube sie nicht, dass das vom Anblick her ein Problem sei. Von der Stromausbeute könne immerhin ein Ort wie Untermerzbach versorgt werden. Giegold meinte ferner, dass das auch das letzte Windrad sei, weil die Fläche auf dem Bretzenstein begrenzt sei.

Bürgermeister Herrmann machte in seiner Antwort deutlich, dass Windräder nur über einen staatlich garantierten Energiepreis rentabel seien, im freien Wettbewerb wäre das schon nicht mehr der Fall. Im Übrigen erinnerte er daran, dass keiner gesagt habe, dass ein zweites Windrad käme, als das erste gestanden habe, und bei zweiten habe keiner von einem dritten gesprochen. „Für mich sind die Interessen der Stadt Ebern mehr gewahrt, wenn man es bei den beiden belässt“, sagte er.

Nachdem Stadtrat Ottmar Schmitt noch deutlich machte, dass er zwar dem dritten Windrad zustimmen könne, aber einem vierten aber nicht, gab der Ausschuss mit 4:2 Stimmen seine Zustimmung zu dem Bau des Windrades.

NP 19.06.2002
Meldungen zur Windkraft
FAG sieht Boom bei Windkraftanlagen

Schweinfurt - Der Wälzlagerkonzern FAG Kugelfischer rechnet mit einem anhaltenden Boom bei Windkraftanlagen. Der Bedarf an Wälzlagern für Windräder steige bis 2010 von derzeit rund 200 Millionen Euro auf das Doppelte an, sagte ein Sprecher der FAG Kugelfischer Georg Schäfer AG bei einer Tagung in Schweinfurt.
Wegen steigender Widerstände bei Genehmigungen gehe der Trend zwar zu weniger, aber leistungsstärkeren Anlagen, hieß es beim Mutterkonzern INA-Holding Schaeffer KG (Herzogenaurach).

FT 29.04.2002
Ringen mit Behörden geht in die dritte Runde
Windenergie auf dem "Bretzenstein" produziert Erfolgsmeldungen - Weitere Anlage geplant

EBERN/SESSLACH. Auf einem guten Weg fand sich die "Zweite Windenergie Bretzenstein GmbH&Co KG" anlässlich ihrer Hauptversammlung am Freitag im Seßlacher Altstadthof. Der Kampf um die Baugenehmigung für das dritte Windrad ist noch im Gange. Die Träger öffentlicher Belange fordern derzeit pausenlos Unterlagen.
Das Jahr 2001 war geprägt mit dem Behördenhickhack um die Errichtung der Windanlage II. Einfach war der Weg, Kommanditisten zu finden. Nach dem 88. Investor wurde der Fond geschlossen. Aus dem Landkreis Coburg stammen 25 und aus dem Landkreis Haßberge 35, davon allein aus der Stadt Ebern und der Gemeinde Untermerzbach 25. Die Landkreise Lichtenfels und Bamberg sind mit 17 Kommanditisten vertreten.
Eingesammelt wurden 1073713 Euro an Einlagen und nur ein Darlehen von rund 460000 Euro aufgenommen. zehn-jährige Zinsfestschreibung ist ein sicheres Polster für die auf 20 Jahre Lebensdauer prognostizierte Anlage. Herausragende Ereignisse im abgelaufenen Geschäftsjahr waren die Hauptversammlung, die Baustellenbesichtigung nach Fertigstellung des Fundamentes und die Einweihung Ende September. Festredner war der Bundestagsabgeordnete und Architekt des Gesetzes zu den erneuerbaren Energien, Hans-Josef Fell.
Bis zum Jahresende 2001 hat die am 10. August ans Netz gegangene Anlage 581300 Kilowattstunden Strom erzeugt. Dies entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 130 Privathaushalten. Der Probebetrieb verlief ohne Beanstandungen. Dennoch war das Windjahr eher schwach.
Ein besonderer Aktivposten ist die Vergütung des Stromversorgers von 9,1 Cent über die Dauer von 20 Jahren. Die technische Verfügbarkeit lag trotz Anfangsproblemen bei 99 Prozent.
Obwohl der Februar 2002 nur 28 Tage hatte, wurde ein Rekordergebnis von 372300 Kilowattstunden erzielt. Die Schwankungsbreite ist an den Monatsergebnissen (Januar 2002: 183000 Kilowattstunden, März 2002: 140000 Kilowattstunden) zu erkennen.
Immer wieder verwundert es aufmerksame Beobachter, dass die neue Anlage still steht und die Erste sich noch scheinbar munter dreht. Unter drei Metern Windgeschwindigkeit spiele sich laut den Geschäftsführern Erich Grell und Johann Lorenz Prell jedoch nichts ab und damit müsse gelebt werden. Das spätere Anspringen des zweiten Windrades sei technisch bedingt.
Bisher wurde der Windradbetrieb per Funk überwacht. Nun soll sie via Kabel erfolgen. Zu diesem Zweck muss ein Erdkabel verlegt werden.
Als Ausgleichsfläche, die der Naturschutz fordert hat man eine Fläche in der Nähe von Recheldorf erworben. Sie soll als Biotop angelegt werden.
Eine Vorwegausschüttung von fünf Prozent der Einlage wurde von der Geschäftsleitung vorgeschlagen. Begründet wurde dies mit der Unterschreitung der kalkulierten Investitionssumme, keiner Rücklagenbildung über die geforderten Abbruchkosten hinaus und der hervorragenden Liquidität durch die Windmonate 2002.
Der Jahresfehlbetrag von 50889 Euro entstand durch die Wahl der degressiven Abschreibungsmethode. Dies bringt als Sahnehäubchen für Steuergeplagte eine Verlustzuweisung von fünf Prozent der Einlage. Je nach Steuersatz konnte mit der Kapitaleinlage eine Rendite von bis zu 7,5 Prozent erzielt werden. Dies nahmen die über 70 Teilnehmer bei der Versammlung am Freitag gern zur Kenntnis.
Getrommelt wird derzeit für das dritte Windrad. Die Bürger sind aufgerufen, mit Absichtserklärungen das Projekt zu unterstützen. Als Mitunternehmer mit einer Mindestbeteiligung von 5000 Euro sollen sie, so das Grundanliegen, anteilig Strom aus regenerativen Energien erzeugen.
schm

NP 22.02.2002
Regierungspräsident: Umweltschonende Energiegewinnung
Grünes Licht für zwei weitere Windkraftanlagen

WÜRZBURG/EBERN -
Mit weiteren landesplanerischen Überprüfungen für Vorhaben zur Nutzung der Windkraft im Regierungsbezirk hat die Regierung von Unterfranken nun schon für 20 Windenergievorhaben Raumordnungsverfahren durchgeführt, mit denen insgesamt 37 Windkraftkonverter die  Raumverträglichkeit bescheinigt wurde.
,,Die Windkraft leistet als regenerative Energiequelle einen begrüßenswerten umweltscho­nenden Beitrag zu unserer Ener­gieversorgung", erklärt Regie­rungspräsident Dr. Paul Beinho­fer in einer am Donnerstagnach­mittag verbreiteten Pressemit­teilung. An den positiv raumge­ordneten Standorten sind bis­lang sechs Windräder in Betrieb; ein weiteres soll noch in diesem Monat fertig gestellt werden.
Zu den beiden zuletzt positiv abgeschlossenen Verfahren im Einzelnen: Bei Guggenberg, ei­nem Ortsteil von Eichenbühl (Landkreis Miltenberg) sind drei Windkonverter mit jeweils einer Nennleistung von 1,5 Megawatt und einer Gesamthöhe von 138,5 Meter (Nabenhöhe 100 Meter, Rotordurchmesser 77 Meter) geplant. Der Projektträ­ger erwartet, dass in diesem Windpark jährlich 7,9 Millio­nen Kilowattstunden an elektri­scher Energie produziert werden können, was dem Jahresverbrauch von etwa 4500 Personen entspräche.
Damit das Raumordnungsver­fahren für dieses Projekt positiv abgeschlossen werden konnte, mussten vor allem die Standorte der drei Windkraftanlagen ver­ändert werden, was im Einver­nehmen mit dem Projektträger erfolgt ist. Derzeit läuft für die­ses Vorhaben bereits das weiter­gehende   immissionsschutz-rechtliche  Genehmigungsver­fahren. Zuständig hierfür ist das Landratsamt Miltenberg.
Ebenfalls positiv ging das lan­desplanerische Abstimmungs­verfahren    (vereinfachtes Raumordnungsverfahren)  für ein Vorhaben nördlich von Kirchheim im Landkreis Würz­burg aus. In diesem Fall sind zwei Windräder mit einer instal­lierten Leistung von je 0,6 Mega­watt vorgesehen. Sie erreichen eine Gesamthöhe von je 99,8 Meter (Nabenhöhe 78 Meter, Rotordurchmesser 44 Meter).
Als besondere Probleme erwiesen sich bei diesem Projekt seine Lage in einem Vorrangge­biet für den Abbau von Mu­schelkalk, die Nähe zu bebau­tem Bereich und die Interessen der Flugsicherheit. In langwieri­gen Verhandlungen und nach Verschiebung der  Windrad­standorte konnte aber schließ­lich doch die Zustimmung aller Fachstellen erreicht werden. Im direkten Zusammenhang mit dem Raumordnungsabschluss reichte der Projektträger kürz­lich auch schon den Bauantrag bei der Gemeinde Kirchheim ein. Ein Bauvorbescheid ist be­reits ergangen.
Über die genannten 20 Projek­te hinaus liegen der Regierung noch weitere 20 Vorhaben in unterschiedlichen Planungs­ständen mit insgesamt über 60 zusätzlichen Windrädern vor, die in näherer Zukunft landes­planerisch zu prüfen sind.
Dabei wird die Regierung - wie bisher - der umweltfreundlichen und Ressourcen schonenden Energiegewinnung das ihr zukommende Gewicht einräu­men, heißt es in der Pressemit­teilung. Sie wird aber in jedem Einzelfall wie schon in der Ver­gangenheit darauf achten, dass nicht andere Belange, etwa der Lärmschutz oder das Land­schaftsbild unzulässig beeinträchtigt werden.
So vertritt die Regierung die Auffassung, dass Windkraftanla­gen in unmittelbarer Nähe von Ortslagen oder in den Schutzzo­nen der unterfränkischen Natur-Parke grundsätzlich nicht in Be­tracht kommen. Die Praxis zeige schon jetzt, dass auch auf Seiten der Windkraftplaner hierfür durchaus Verständnis bestehe. Sie zeige aber auch, dass bereits in naher Zukunft mit einer deut­lich wachsenden Zahl von Windkraftanlagen in Unterfran­ken gerechnet werden könne.
Von Interesse dürfte in diesem Zusammenhang auch das Vor­haben der Betreibergesellschaft ,,Windenergie  Bretzenstein" sein, die auf dem ,,Oberen Berg" zwischen Ebern und Fierst Im Landkreis Haßberge nun ein drittes Windrad errichten will (die Neue Presse berichtete). Ein entsprechender Bauantrag wur­de bei der zuständigen Gemein­de Untermerzbach eingereicht, die bereits ihre Zustimmung für den Bau der Windkraftanlage in der Schutzzone des Naturparks Haßberge gegeben hat. Auf dem ,,Bretzenstein" wurden in den vergangenen Jahren bereits zwei Windräder gebaut.
Während die Anlagen beim überwiegenden Teil der Bevölke­rung auf Zustimmung stoßen, hat sich Landrat Rudolf Hand­werker, gleichzeitig auch Vorsit­zender des Naturparks Haßber­ge, als entschiedener Gegner von Windkraftanlagen im Na­turpark Haßberge entpuppt. Als Argument für seine Ablehnung gegen das dritte Windrad führt er vor allem die negative Beein­trächtigung des Landschaftsbil­des der Haßberge ins Feld. Ge­genüber der Neuen Presse sagte Handwerker unlängst, ein weite­res Windrad auf dem ,,Bretzen­stein" sei unter allen Umstän­den zu verhindern.  ruf/mic

FT 11.08.2001
Betreibergesellschaft sagt eine Dividende von sechs Prozent zu

SASSENDORF.Das "Bürgerwindrad" Sassendorf hat sich zu einem beliebten Ausflugsziel in der Region entwickelt. Das zeigt sich oft bei einem Wochenendbesuch der Anlage. Selten ist man allein da oben - Wanderer, Radfahrer, Spaziergänger legen hier eine Rast ein.
Zum Glück ist der Andrang nicht mehr so groß wie vor drei Jahren beim Bau und nach Inbetriebnahme der Windkraftanlage am 30. Juni 1998, erklärt der Geschäftsführer der Betreiberfirma "Aerius Windkraftanlagen Beteiligungsgesellschaft" mbH, Roland Ebitsch.
Damals gab es immer wieder Beschwerden von Sassendorfer Bürgern wegen des gestiegenen Verkehrsaufkommens und Klagen von Landwirten über zugeparkte Wirtschaftswege. Auch hat die Nachfrage von Gruppen deutlich nachgelassen, die sich die "Windmühle" vor Ort erklären lassen wollen.
So wurden in der Anfangszeit zeitweise bis zu zwei Führungen pro Woche angeboten. Von Kindergartenkindern bis Seniorenclubs, von Pfadfindern bis Berufsschullehrern reichte die Spanne der Interessenten.
Dass das Thema "Windkraft" nach wie vor aktuell ist, zeigt die besorgte Reaktion etlicher Beteiligter auf einen Bericht über den geplanten Bau von Windrädern in Wattendorf im FT vom 28. Juli 2001.
Darin hieß es, dass die Anlage in dem Zapfendorfer Gemeindeteil nicht so optimal laufe. Das Bürgerwindrad Sassendorf, so Ebitsch, komme sehr gut "über die Runden".
Davon konnten sich die beteiligten Gesellschafter der "Aerius Windkraftanlagen" bei der Versammlung in Zapfendorf überzeugen. Geschäftsführer Dipl.-Ing. Wolfgang Kropp wies zwar in seinen Ausführung auf ein geringeres Windangebot im Jahr 2000 hin.
Zum anderen informierte er darüber, dass die "Kinderkrankheiten" der Windkraftanlage überstanden sind, d.h. die störungsbedingten Ausfälle deutlich weniger wurden, "ja sogar die Vorgaben der Herstellerfirma Enercon übertrafen".
Über die wirtschaftliche Situation der "Aerius" informierte Steuerberater Ziegler aus Staffelstein. Dank der positiven Finanzlage der Gesellschaft habe man eine außerplanmäßige Kredittilgung vornehmen können und der für nächstes Jahr vereinbarten Ausschüttung der Dividende von sechs Prozent stehe nichts im Wege.
Die Betreiber des "Bürgerwindrades" betonen, dass ein großer Teil der etwa 300 Gesellschafter und Darlehensgeber umweltbewusste Bürger seien, die durch ihre Mitfinanzierung von ca. zwei Millionen Mark ihren aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten wollen. Dass sich dies auch finanziell auszahle, sei ein angenehmer Nebeneffekt.
Bei einem derzeitigen Zählerstand von rund 4,7 Millionen KWh erzeugten Strom seit Inbetriebnahme vor drei Jahren seien der Umwelt u.a. über 37000 kg Schwefeldioxid, 6000 kg Stickoxid und 3,5 Millionen kg Kohlendioxid erspart worden.
Dies spreche für sich und bestätige auch die beiden Geschäftsführer der "Aerius", die neue Standorte für Windkraftanlagen suchen. Das Windrad in Sassendorf werde nicht das einzige bleiben.

FT 07.07.2001
UNTERMERZBACH. Zu einer Baustellenbesichtung fanden sich am Freitag die Anteilseigner des zweiten Windrads auf dem Bretzenstein ein, um letztmalig die filigrane Stahlkonstruktion des Fundaments zu begutachten, bevor sie von 320 Kubikmeter Brückenbaubeton ummantelt wird.
Gleichzeitig wurden die Kommanditisten über den neuesten Stand des Bauvorhabens durch die Geschäftsführer Erich Grell und Johann Lorenz Prell unterrichtet. Der vorübergehende Baustopp ist überwunden und die Bauarbeiten liegen im Zeitplan. Verschoben wurde der Windradstandort unter Einhaltung der Grenzabstände um 70 Meter und dabei Höhenmeter gewonnen sowie die Abschattung der Hauptwindrichtung für das schon laufende Windrad I vermieden.
Zeit bedeutet auch für die Windmüller Geld. Der bevorzugte Windradhersteller Enercon hätte frühestens zum Anfang des Jahres 2003 liefern können.
Dies hätte jedoch finanzielle Verluste nach sich gezogen, denn die Einspeisungsvergütung sinkt jährlich degressiv. Heuer können noch 17,8 Pfennige je Kilowattstunde realisiert werden und das auf 20 Jahre garantiert.
Die Bedeutung regenerativer Energieerzeugung wird am Beispiel des derzeitig sich drehenden Windrads deutlich. Sieben Monate benötigte es, um die Energie zu erzeugen, die zu seiner Herstellung notwendig war.
Für beide Windräder wurde kein Wartungsvertrag abgeschlossen. Aus heutiger Sicht genüge eine Ausfallrisikoversicherung. Das neue Windrad unterliegt einer zweijährigen Herstellergewährleistung bei 97 Prozent technischer Verfügbarkeit.
Herausgehandelt wurde eine vierjährige kostenlose Wartung, wobei das Getriebeöl erst gewechselt wird, wenn eine Ölprobe den Wechselzeitpunkt betätigt. Insgesamt 81 Kommanditisten zeichneten bisher 1,965 Millionen Mark. Bei zwei Millionen Mark Zeichnungskapital wird für Kapitalanleger geschlossen und bei Gesamtkosten von 2,9 Millionen Mark der Rest über die Deutsche Ausgleichank finanziert.
Interessant ist die Struktur der Anleger. 17 von ihnen sind Frauen; 23 Anleger stammen aus dem Raum Coburg und der überwiegende Teil aus den Haßbergen. Bei einer Mindesteinlage von 5000 Mark erreichte die maximale Einlage 200000 Mark.
"Derzeit herrscht eine regelrechte Euphorie unter den Kapitalanlegern", stöhnte Prell, die ihm immer wieder neue Windradstandorte vorschlagen. Noch nicht vergessen sind die Auflagen des Landratsamtes, die darin gipfelten, dass die Untere Naturschutzbehörde die Farbe des Turmes zu bestimmen habe.
Aufgerüstet wird das bestehende Windrad in 30 Metern Höhe mit einem Spannring, der Antennen für Mobil- und Richtfunk tragen wird.
Offen sind die Windradbetreiber für eventuelle Wünsche der Feuerwehr, die Funkverständigung im Itzgrund zu verbessern. Schotterrasen wird das neue Windrad umgeben. Ein Parkplatz ist nicht vorgesehen. Genutzt werden solle die Infrastruktur am Windrad I, die um einen Spielplatz ergänzt wird.
Gespannt lauschten die Investoren auf der Baustelle den Ausführungen eines Vertreters der Baufirma Streng-Uhl aus Mürsbach, die zwölf Tonnen Baustahl in den Stärken 10 bis 28 Millimeter in das Fundament einbaute und letztendlich dank einer optimierten Statik 10 Tonnen Stahl weniger brauchte als beim Fundament des Windrad I.
Die Mauer als verlorene Schalung sei nicht teurer als eine konventionelle Schalung und bringe zusätzliches Gewicht. Insgesamt wiegt das Fundament 1150 Tonnen.
"Haarnadeln" mit 28 Millimetern Durchmesser halten rund um den Turmfuß den Beton zusammen. Hunderte von Metern Erdungsband schützen vor Blitzeinschlag.
Am Rande erwähnt wurde, dass sich eine flankierende Dienstleistungsindustrie aufbaut, die sich darauf spezialisiert hat, Rotoren und Türme zu waschen und zudem die Flügel einzuwachsen. Ermöglicht wird dies durch Teleskope, die sich bei Windstille bis auf einhundert Meter Höhe ausfahren lassen.
schm

FT 22.06.2001
Dicke Luft wie weggeblasen
Baugenehmigung für Windrad II auf Bretzenstein ist da - Noch im Zeitplan
RECHELDORF. Noch ganz frisch ist die Baugenehmigung für das zweite Windrad auf dem Bretzenstein. Am Mittwochnachmittag war Geschäftsführer Erich Grell nach Haßfurt gefahren, um das begehrte Dokument abzuholen.

Diskutiert wurde nicht der wegen einer Standortverschiebung erneut erforderliche Bauantrag, sondern dessen Kostenfrage. 1400 Mark kostete die erste Baugenehmigung. Bestenfalls weitere 200 Mark wollen die Windradbetreiber an Gebühren springen lassen.
Noch liegen die Bautermine im Plan. Dank der Initiative der für den Fundamentbau beauftragten Firma, die Stahlflechtarbeiten mit Duldung des Landratsamtes weiter durchführen zu dürfen, können die Betonarbeiten am 30.Juni beginnen.
Für die Anteileigner wird am 29.Juni ab 16 Uhr letztmalig die Möglichkeit geboten, das 19 Tonnen schwere Stahlgeflecht zu begutachten, bevor es von Beton ummantelt wird.
Treffpunkt ist am bestehenden Windrad. Sollte wider Erwarten schlechtes Wetter sein, wird die Veranstaltung ins Recheldorfer Gemeindehaus verlegt.
Aktuell werden die Versorgungs-, Einspeisungs- und Telefonkabel zum Trafohäuschen des Windrads I verlegt. Mit eingeklinkt hat sich der Mobilfunkversorger E-plus. Das neue Windrad dient auch als Mobilfunkantenne. Zusätzliche Richtfunkspiegel ermöglichen die Überwachung der Windkraftanlagen zu Festnetzkosten. Als das kleinere Übel bezeichneten die genehmigenden Behörden das Ansinnen der Mobilfunkbetreiber.

Aufbau im August
84 Kommanditisten zeichneten bisher 1,98 Millionen Mark. 1600 Quadratmeter Grundstücksfläche wurden für das Projekt erworben. 3500 Mark mussten von den Windradbetreibern für ein Gutachten der EVO bezahlt werden, das die uneingeschränkte Netzeinspeisung der beiden 1,5 Megawattanlagen bestätigte. Bezahlt wurde die erste Rate in Höhe von 450000 Mark an den Windradhersteller, der die Anlage in der ersten Augustwoche aufbauen will.
Ausgenutzt wurde die derzeitige Bauflaute bei den Ausschreibungen. Maßstab waren die Preise von vor zwei Jahren, denen eine maximale Teuerungsrate von fünf Prozent zugebilligt wurde. Alle notwendigen Verträge sind inzwischen unter Dach und Fach.
Aus den Erfahrungen der laufenden Windkraftanlage müssen sich die Betreiber darauf einstellen, dass die Stromproduktion erheblichen Schwankungen unterliegt.
Dieses Jahr lag der Mai mit 50000 Kilowatt über dem Wert des Vorjahres. Der Wert zwischen Januar und März rutschte jedoch unter die Vorjahreswerte.
Sicherheitshalber wurde in der Rentabilitätsberechnung für die neue Windkraftanlage ein Abschlag von zehn Prozent gegenüber dem Windgutachten vorgenommen.
Die technische Verfügbarkeit des derzeit betriebenen Windrads bezeichnete Geschäftsführer Johann Lorenz Prell als außerordentlich gut. Wenn das Windrad sich manchmal wegen Böen aus Sicherheitsgründen abschalte, dreht es sich meist nach fünf Minuten wieder.
schm

FT 02.06.2001
Baustopp am Windrad
Landratsamt moniert verschobenen Bauplatz

Das Fundament ist zwar bereits fertiggestellt, doch das Landratsamt Haßberge hat jetzt die Bauarbeiten für das zweite Windrad auf dem Bretzenstein einstellen lassen. Der Grund: Die Betreibergemeinschaft hat das nach längerer Anlaufzeit genehmigte Bauvorhaben eigenmächtig um einige Meter verschoben. So kommen sich die beiden Windräder etwas näher. Dem Bauausschuss der Stadt Ebern wurde am Donnerstag ein Tekturantrag vorgelegt, um die Rechtsgrundlage zu schaffen und einen Weiterbau sicherzustellen.
Aus Sicht der Stadt habe sich nichts verändert, kommentierte BürgermeisterRobert Herrmann. Stadtrat Ernst Suhl dagegen frotzelte: “Eigentlich sollte man ablehnen, dann haben die ihr Fundament umsonst gebaut.” Den Betreibern ist daran gelegen, die Bauarbeiten möglichst rasch wieder aufzunehmen. Der Bauausschuss stimmte dem Tekturantrag zu.
eki

Gemauerter Fuß am Windrad
Das neue Windrad auf dem Bretzenstein bringt auch neue Techniken beim Fundamentbau. Wurde beim ersten Windrad noch aufändig geschalt, genügt jetzt eine Hohlblockmauer, die mit Erde angefüllt, dem Druck des noch einzubringenden Betons stand hält.

FT 14.05.2001
Grundstein für zweites Windrad auf dem Bretzenstein gelegt

EBERN. Nach elf Monaten eines angeblich vereinfachten Raumordnungsverfahren konnte der Grundstein für das zweite Windrad auf dem Bretzenstein gelegt werden. Mit 66 Prozent Eigenkapital startet die zweite Windenergie Bretzenstein GmbH & Co.KG in eine durch Fakten belegte Zukunft.
Auf dem Bretzenstein treffen sich die Gemarkungsgrenzen von Ebern und Untermerzbach. Das bereits in Betrieb befindliche Windrad rotiert auf Untermerzbacher Gebiet, die etwa 300 Meter entfernte zweite Windkraftanlage produziert voraussichtlich ab Ende Juli dieses Jahres umweltfreundlichen Strom in den Fluren Eberns. Probleme aus dieser Konstellation waren bisher nicht zu erkennen.
72 Kommanditisten zeichneten bereits 1860000 Mark. Bei geschätzten Gesamtkosten von 2860000 Mark fehlt noch eine Million. Bis zur Darlehenszusage steht Zeichnern noch die Möglichkeit offen, sich mit einer Einlage ab 5000 Mark zu beteiligen. Je nach steuerlicher Veranlagung kann mit einer durchschnittlichen Rendite von zehn Prozent pro Jahr gerechnet werden.
"Andere reden über die Agenda 21 - wir handeln" ist das Motto der Initiatoren Erich Grell aus Recheldorf und Johann Lorenz Prell aus Staffelstein.

Für die Umwelt
Nicht schwer fiel es, Investoren aus den Haßbergen, Coburg und Lichtenfels zu finden. Ihr Vertrauen bewiesen die Kapitalanleger des ersten Windrads und engagierten sich auch bei der zweiten Windmühle. Wie aus deren letzter Jahreshauptversammlung im Hemmendorfer Brauhaus hervorging, stehe nicht die Rendite, sondern der Umweltschutz im Vordergrund.
Nachdem die Baugenehmigung am 21. April 2001 einging, krempelten die Bauherren die Ärmel hoch und nutzten das schöne Wetter. Flugs wurde ein kreisförmiges Loch von etwa 30 Metern Durchmesser ausgehoben und eine solide 25 Zentimeter dicke Betonbodenplatte eingebracht.
Der weitere Aufbau des Fundaments unterscheidet sich in einigen Punkten von dem des bisher bestens stehenden ersten Windrads. 80 Zentimeter misst das zukünftige Fundament an der Außenkante und steigt nach innen bis auf eine Höhe von 140 Zentimetern. Als Auflast werden 70 Zentimeter Erde aufgefüllt. Auch hier werden 25 Tonnen Stahl und etwa 400 Kubikmeter Beton unsichtbar verbaut.

Ausgleichsfläche
Schon im letzten Jahr erwarben die Windradbetreiber ein 1600 Quadratmeter großes Grundstück von Landwirt Giebfried aus Fierst. Dafür sind 50000 Mark für den Eingriff in die Natur der Schutzzone des Naturparks Haßberge zusätzlich an das Landratsamt zu entrichten. Die Zahlung wird jedoch entfallen, da geeignete Flächen in unmittelbarer Nähe angekauft und für Maßnahmen des Naturschutzes zur Verfügung gestellt werden.
Gestaltet werden die Flächen nach den Vorgaben der Unteren Naturschutzbehörde und müssen während der Laufzeit der Anlage durch die Windradbetreiber gepflegt werden. Das Umfeld des Windrads ist als Schotterrasen ohne Parkplatz geplant.
Die in Franken obligatorische temporäre Bratwurstbude findet in unmittelbarer Nähe genügend Platz. Mit 20 Jahren Laufzeit wird kalkuliert. Für die Stilllegung der Anlage sind 80000 Mark als Sicherheitsleistung zu hinterlegen. Vielleicht tritt dieser Fall nicht ein und der "Spargel" fristet sein zukünftiges Dasein als Industriedenkmal.
Verträge mit der Bayernwerk Netz GmbH zur zusätzlichen Stromeinspeisung sind in Vorbereitung. Aus der Not haben die Windmüller bei der Auswahl des Windrad-Herstellers eine Tugend gemacht. Lieferengpässe beim Lieferanten des ersten Windrads Enercon (früheste Lieferung Anfang 2003) warfen alle Vorurteile gegenüber Getriebeanlagen über Bord. Eine Anlage der Firma Nordex Typ "Südwind S-70" mit einer Leistung von 1,5 MW wird den Technologiepark Bretzenstein bereichern und interessante Vergleiche ermöglichen, welche der technisch unterschiedlichen, aber in der Nennleistung gleichen Anlagen die besten Ergebnisse liefert.
Bekanntlich wurde von den Genehmigungsbehörden die ursprünglich beantragte über 100 Meter hohe Anlage nicht genehmigt. Dies bedeutet für die Gesellschaft einen zehnprozentigen Verlust. Als Störfaktor galt die rote Sicherheitsbeleuchtung für den Flugverkehr.
In allernächster Zeit wird ein weiterer 65 Meter hoher Stahlturm stehen, der einem Rotor mit 70 Metern Durchmesser mit einem Gewicht von 32000 Kilogramm eine Basis gibt. Mit einer Flügellänge von 34 Metern bringt das GfK-Material noch einmal rund 6000 Kilogramm auf die Waage. Das Getriebe läuft in etwa 300 Litern Öl wie geschmiert und schützt durch Schalldämm- und Trümmerauffangschalen für Sicherheit und garantierte 40 Dezibel Schallbelastung. Spannend wird der nach Bedarf erforderliche Ölwechsel in luftiger Höhe.
Vier Jahre Ruhe haben die Windradbetreiber vor den Wartungskosten. Für Technikfans sei verraten, dass der Generator doppelgespeist und asynchron luftgekühlt arbeitet und das Lager der Hauptwelle in zweireihigen Pendelrollenlagern aufgehoben ist. Die Windrichtungsnachführung erfolgt hydraulisch mit Scheibenbremsen, die zehn Bremszangen umklammern. Drei getrennte Bremssysteme sorgen für Sicherheit. Die technische Verfügbarkeit wird vom Hersteller mit 97 Prozent garantiert. Noch ist die Farbgestaltung des Turmes offen. Zwischen Weiß-Blau, Weiß-Rot oder Schwarz-Gelb bestehen Optionen.
Das vor Jahren erstellte Windgutachten traf bisher in seinen Prognosen zu. Gegenüber einem Kohlekraftwerk werden der Umwelt rund 2800 Tonnen Kohlendioxyd, 17 Tonnen Schwefeldioxyd, sieben Tonnen Stickoxyd, zwei Tonnen Kohlenmonoxyd und eine halbe Tonne Staub erspart. 2500 Tonnen Braunkohle wären in einem vergleichbaren Kraftwerk erforderlich. Keine Schadstoffe werden bei der Stromerzeugung durch Wind freigesetzt.

Investition in die Zukunft
Investitionen in erneuerbare Energien sind nach Aussage der Betreiber Investitionen in die Zukunft. Die vom Landratsamt unterschwellige Ablehnung eines weiteren Windrads auf dem gleichen Standort bedürfe nach Meinung der Windradbetreiber eines eindeutigen Bescheides. Fest stehe, dass die für das Binnenland modifizierten Rotoren durchaus wirtschaftlich arbeiten. Der Landkreis stehe an der Wand, da er nicht rechtzeitig Vorranggebiete für Windräder auswies.
Für eine Konzentration von Windenergieanlagen setzen sich die Untermerzbacher Windradbetreiber ein und möchten einen Windquirl auf jedem Hügel vermeiden. Ähnlich ist die Strategie der Windradhersteller. Wer eine Einzelanlage wünscht, wird bestenfalls als Lückenfüller behandelt.
schm

Fränkischer Tag 01. Mai 2001
EBERN.
Die Regierung von Unterfranken hat für das zweite Windradprokjekt auf der Anhöhe zwischen Ebern und dem Untermerzbacher Gemeindeteil Recheldorf die Genehmigung erteilt.

Auf dem "Oberen Berg", wie die Flurbezeichnung amtlich heißt, arbeitet bereits seit Oktober 1999 ein 100 Meter hohes Windrad mit einer Nennleistung von 1,5 MW. Die Planer, die sich zur Windradbetreibergesellschaft "Bretzenstein" zusammengeschlossen haben, wollten daneben zwei weitere Anlagen errichten, jeweils mit 120 Metern Höhe und 1,8 MW Leistung.

Weil aber bei dieser Gesamthöhe aus Gründen der Sicherheit des Luftverkehrs eine so genannte Tages- und Nachtkennzeichnung erforderlich gewesen wäre, hätten sich die neuen Anlagen noch deutlicher als die bereits vorhandene in der Landschaft dargestellt. Bei der Beurteilung erwiesen sich die Lage der geplanten Windräder in der Schutzzone des Naturparks Haßberge und die Auswirkkungen auf die als besonders wertvoll eingestufte Kulturlandschaft als Hauptproblem.

Zurückgesteckt
Im Lauf des Verfahrens hatten die Betreiber ihre Planung auf ein neues Windrad mit 100 Meter Höhe beschränkt. Nachdem der Verein "Naturpark Haßberge" zugestimmt hatte, konnte auch die Regierung ihr Plazet aus landesplanerischer Sicht geben.

Der Naturpark-Verein hat weiteren Windkraftplanungen im Bereich des Bretzensteins aber eine eindeutige Absage erteilt. Mit dem Bau darf erst begonnen werden, wenn die Baugenehmigung des Landratsamtes Haßberge vorliegt

 

  • Artikel zum Aufbau des Windkraftwerkes Bretzenstein bei Ebern (© FT, 17.9.1999):

    Windrad-Aufbau auf Bretzenstein ein sehenswertes Spektakel

    UNTERMERZBACH. Reger Betrieb herrschte am Mittwoch auf dem Bretzenstein bei Recheldorf, wo die Teile des Windrades zusammengefügt wurden. Die neue Landmarke steht bereits zu wesentlichen Teilen.

    Kaum waren die vier Tieflader mit den Turmteilen angekommen begann der Aufbau. Ein Turmteil wog rund 30 Tonnen, das der Autokran scheinbar mühelos hochhob und passgenau setzte.
     Windrad Bretzenstein Der fünfte Tieflader mit den Rotorblättern hatte es gerade noch bis Breitengüßbach geschafft; Schertransporte über 50 Tonnen dürfen nur nachts zwischen 22 und 6 Uhr fahren. Zwei Nächte hatte die Fahrt von Magdeburg zum Recheldorfer Berg.
    Die Gewichte der Trumteile sind gewaltig. Einige Zahlen: Mastgewicht 120 Tonnen; Gondel und Rotorblätter 113 Tonnen; das Fundament stemmt sich mit rund 1000 Tonnen dagegen.
    Gesellschafter Klaus Hellgoth hatte es sich in seinem provisorischen Büro gemütlich gemacht und überwachte die Aufbauarbeiten. Großes Lob erhielt er von den Arbeitern des Windradherstellers Enercon, die ihm eine hundertprozentige Waagerechte des Turmußes bescheinigten.

    Als die Turmteile aufeinandergestellt waren, fing es an zu knacken. Das Geräusch rührte von den hydraulischen Schraubern, welche die Schrauben auf minus 10 Prozent anzogen.  Erst dann konnte das Maschinenhaus um 20 Uhr fast bei Dunkelheit hochgehievt werden. (siehe Bild)  Weiter geht es wahrscheinlich erst am Mittwoch,  22. September, mit der Montage der Rotorflügel und des Stators, weil Teile  fehlen. Die EVO war ebenfalls vor Ort und wird den Anschluss an die Freileitung am Donnerstag herstellen.
    Die Aufbauarbeiten fanden beachtliches Interesse in der Bevölkerung. Sogar  ein Imbisswagen stand zu deren Verpflegung bereit und machte ein gutes Geschäft.
    Ist das Windrad endlich montiert, beginnt der Probebetrieb, der  maximal vier Wochen in Anspruch nimmt.  Dann wird das Windrad in Fernüberwachung des Herstellers integriert, der Messungen  bis in die Flügelspitze überwachen kann.  Die offizielle Einweihung soll am Sonntag, 17. Oktober, um 10 Uhr erfolgen.

Artikel zu den geplanten Windrädern Bretzenstein (Untermerzbach) und Hollstadt (LK Rhön-Grabfeld) (© FT, 17.7.1998):

Regierung schiebt Windkraft an

Bei Raumordnung positives Urteil aus Würzburg für Anlage oberhalb von Hemmendorf

HEMMENDORF. Zwei weitere Windkraftprojekte haben die Hürde der Raumordnung bei der Regierung von Unterfranken genommen. Standorte der jeweils in privater Trägerschaft geplanten Anlagen sind einmal der “Obere Berg” bei Untermerzbach im Landkreis Haßberge und zum anderen Hollstadt im Landkreis Rhön-Grabfeld. In Betrieb gehen können sie allerdings erst, wenn die zuständigen Landratsämter eine entsprechende Baugenehmigung erteilt haben.

Die Anlage in Hemmendorf bei Untermerzbach gehört mit einer Nennleistung von 1500 kW und einer Gesamthöhe von ca. 100 m (Nabenhöhe 67 m, Rotordurchmesser 66 m) zu den derzeit größten auf dem Markt befindlichen Windkonvertern. Die Lage in der Schutzzone des Naturparks Haßberge stellte sich als Hauptproblem im Rahmen der landesplanerischen Überprüfung dar. Letztlich entscheidend dafür, daß die Bedenken im Hinblick auf die Beeinträchtigung des Landschaftsbilds der Haßberge überwunden werden konnten, war die Zustimmung des Vereins Naturpark Haßberge zu dem Vorhaben. Deshalb sah die Regierung keinen Anlaß, von dem positiven Votum des Naturparkvereins abzuweichen.

Bei der zweiten Anlage, die nordöstlich von Hollstadt im Landkreis Rhön-Grabfeld geplant ist, war das Gewicht der Beeinträchtigung, die von dem Windkonventer auf das Landschaftsbild ausgeht, vergleichsweise niedrig anzusetzen. Es handelt sich dabei um einen Standort in einer ackerbaulich intensiv genutzten Gegend, die überdies in unmittelbarer Nachbarschaft des Windkraftstandorts durch landwirtschaftliche Wohn- und Betriebsgebäude zweier Aussiedlerhöfe erheblich vorbelastet ist. Möglicherweise auftretende Lärmschutzprobleme der 500-kW-Anlage (Nabenhöhe 65 m, Rotordurchmesser 40 m, Gesamthöhe ca. 85 m) werden im Baugenehmigungsverfahren am Landratsamt Rhön-Grabfeld entschieden.

Somit wurden in Unterfranken nun schon insgesamt neun Windkraftvorhaben der landesplanerischen Überprüfung unterzogen. Davon endete bisher nur ein einziges Verfahren negativ; in zwei Fällen wurden die Verfahren mit Zustimmung der Projektträger eingestellt bzw. ausgesetzt. Positive Raumordnungsergebnisse liegen für immerhin sechs Windkraftvorhaben vor. Dennoch ist zur Zeit noch keine einzige Anlage im Bau. Nach wie vor sieht die Regierung von Unterfranken mit Interesse dem Zeitpunkt entgegen, an dem sich das erste großtechnische Windrad in Unterfranken drehen wird.

Artikel zum geplanten Windrad Bretzenstein (© FT, 19.2.1998):

Entsteht erstes Windrad Unterfrankens nahe Bezirksgrenze?

Pläne für Projekt im Itzgrund an Nahtstelle zu Oberfranken nehmen Formen an. Nächste Genehmigungshürden stehen in April-Sitzungen bevor.

UNTERMERZBACH. Über 40 Interessenten nahmen an einer Aufklärungs- und Informationsveranstaltung der im Aufbau befindlichen "Betreibergemeinschaft Windrad Bretzenstein" teil. Der Referent des Windrad-Herstellers "Enercon", Joachim Keuerleber, lieferte auch bei schwierigsten technischen Fragen kompetente Antworten. Ebenso wurde die betriebswirtschaftliche Seite anhand eines Musterbeispiels dargestellt.

Initiator Erich Grell aus Recheldorf skizzierte seine bisherigen Bemühungen bei der Einholung von Genehmigungen seitens der zuständigen Behörden. "Hier heißt es Ausdauer mitbringen", sagte er als ehemaliges Gemeinderatsmitglied und aktiver Landwirt in Ruhe. "Bisher hat mich der Mut nicht verlassen. Ich bin bereit zu kämpfen, solange es sinnvoll ist!" Alle bisherigen Aufwendungen wurden von ihm privat getragen.

Energieeinsparung als Ziel
"Vor der Erzeugung regenerativer Energie ist es sinnvoll, elektrische Energie zu sparen. Dadurch erhöht sich der Beitrag der regenerativen Energieerzeugung an der Gesamterzeugung", leitete Joachim Keuerleber ein und ging auf den prinzipiellen technischen Aufbau der geplanten Anlage ein. Als Langsamläufer mit 8—22 Umdrehungen pro Minute würden Optik und Akustik weitgehend geschont und der Verschleiß, obwohl schon getriebelos, minimiert. Durch ausgeklügelte Steuerungen und Stellmotoren (die einen geringen Teil der erzeugten Energie verbrauchen), können die drei Rotorblätter jeweils einzeln um 90 Grad gedreht und somit aus dem Wind genommen werden; Bremsen und damit Verschleißteile entfallen bei diesem Konzept. In den Rotorblättern ist ein Blitzschutz enthalten.

Zum Standort Bretzenstein
Ausführlich diskutiert wurde die Glaubwürdigkeit des Windgutachtens des Büros aus Dresden. Hier konnte Keuerleber darauf verweisen, daß die von diesem Büro für andere Standorte erstellten Gutachten in der Realität positiv übertroffen wurden. Grell ergänzte, daß das gleiche Büro für den Standort Memmelsdorf ein negatives Gutachten erstellte. "Prinzipiell sind Bewuchs und Rauhigkeiten des Geländes durch die Masthöhe ausgleichbar", sagte Keuerleber, "aber der Bretzenstein ist und bleibt ein Schwachwindstandort und ist nicht mit unseren Küstenregionen vergleichbar."

Betriebswirtschaft für Windmüller
Das Investitionsvolumen beträgt ca. 3,5 Mio. DM. 75 Prozent des Kapitals können durch zinsgünstige, aber auch relativ schnell rückzahlbare Darlehen unter der Federführung der Deutschen Ausgleichsbank aufgebracht werden. Die restlichen 25 Prozent sollen idealerweise durch Eigenkapital eingebracht werden. Inwieweit sich die Öko-Bank engagieren möchte, wird noch von Grell geklärt. Eine Landesförderung in 1998 tendiert gegen Null, Förderprogramme des Bundes gibt es nicht mehr. Wenn man allerdings sehe, wie die Betreibergemeinschaft Sassendorf im nahen Kreis Bamberg jetzt durch ehemals zugesagte Fördermittel des Bundes in die Enge getrieben und sogar in die Gesellschaftsform hineingeredet werde, seien private Kapitalgeber (seien es Gesellschafter oder stille Beteiligungen) aus der Region vorzuziehen. Wenn in der Region nicht genügend Kapitalgeber gefunden werden, "kann man immer noch in die Ferne gehen", meinte Grell und wunderte sich über das Verhalten der Banken, die mit drei bis vier Prozent Eigenkapital Geschäfte machen, während sie von Kunden 25 Prozent Eigenkapital verlangen. "Mit dem geplanten Windrad ist voraussichtlich nicht das große Geld zu machen", meinte Keuerleber, "aber eine angemessene Verzinsung von vier Prozent ist in Abhängigkeit vom Ausschüttungs- und Rücklagenkonzept der Betreibergesellschaft allemal drin." Gewisse Unsicherheiten bestünden noch bei der Entwicklung des Energieeinspeisungsgesetzes. Zunächst bis nach den Bundestagswahlen zurückgestellt lauten die Prognosen von "der Energiepreis fällt" bis zu "der Energiepreis steigt". Hierin liege ein unternehmerisches Risiko der Betreibergesellschaft. Auch die Fünf-Prozent-Deckelung für regenerative Energien im Rahmen des Energiewirtschaftsgesetzes hänge noch im Vermittlungsausschuß und berge Risiken. Für Steuergeplagte gebe es jedoch auch gute Nachrichten: nach den bisherigen Finanzierungsmodellen seien Verlustzuweisungen für die ersten 6 Jahre wahrscheinlich.

Regionalpolitiker gefordert
Die überwiegend positiven Aussagen der betroffenen Behörden wird den Fortgang des Genehmigungsverfahrens durch das bisherige "Nein" der Unteren Naturschutzbehörde bremsen. Der Naturpark Haßberge sowie der Umweltausschuß des Kreistags haben sich das Windrand auf ihre April-Sitzug gesetzt. Kreisrat Ekkehart Koser wird sich dafür einsetzen, "daß als Ergebnis schleunigst offizielle Stellungnahmen abgegeben werden". Letztendlich muß das Windrad von der Regierung Unterfranken genehmigt werden.

Hoffnungsvoller Anfang
23 Interessenten haben sich spontan in die Liste der im Aufbau befindlichen Betreibergemeinschaft eingetragen. In diesem Kreis sollen Details wie z. B. Angebotsvergleiche und Gesellschaftsformen vorgetragen werden, die sich nicht für öffentliche Veranstaltungen eignen. Erich Grell schloß mit den Worten: "Jedes Unternehmen hat ein Risiko. Geht es schief, dann habe ich mein Geld in den Wind gesetzt!"

FT 18.02.1998
Aktion "Bürgerwindrad" erhofft weiteren Aufwind

Nach Informationsabend am Montag gibt es schon potentielle Geldgeber für 500 000 DM. Suche nach Investoren geht weiter.

Die Zahl der Bürger, die ihr Scherflein dazu beitragen wollen, daß in Kürze ein Windkraftrad bei Sassendorf (Lkrs. Bamberg) gebaut werden kann, ist auf 105 gestiegen. Am Ende der Informationsveranstaltung, zu der die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz und der Verein "Vierether Kuckucksei" am Montagabend in das Gemeindehaus St. Josef im Hain eingeladen hatten, unterzeichneten 46 Teilnehmer eine sogenannte Reservierung. Sie erklären damit ihre Absicht, sich mit einer bestimmten Summe an dem Projekt zur Gewinnung umweltfreundlicher Energie zu beteiligen und Gesellschafter der Aerius Windkraftanlagen Beteiligungsgesellschaft mbH zu werden. Damit haben Bürger insgesamt schon 500 000 DM für die umweltfreundliche Investition in Aussicht gestellt.

Zwei Beteiligungsmöglichkeiten am "Bürgerwindrad" Sassendorf stellten die Referenten des Abends dem — überwiegend männlichen — Publikum vor: Eine stille Beteiligung von 1000 DM ohne jede steuerlichen Vorteile, oder eine Mindesteinlage von 5000 DM mit der Möglichkeit der Verlustabschreibung. Nach oben sind der Investition der einzelnen Gesellschafter keine Grenzen gesetzt, machte BN-Kreisvorsitzender Dr. Ludwig Trautmann-Popp gleich zu Beginn deutlich. Als Rendite für die Geldgeber wurden über die gesamte Laufzeit von 18 bis 20 Jahren vier Prozent angesetzt — "sehr vorsichtig gerechnet", so Trautmann-Popp.
Vielzahl und Art der Fragen aus dem Publikum zeigten, daß viele Zuhörer sich schon mit der Energiegewinnung aus Windkraft beschäftigt haben und bereit sind, eine vergleichsweise niedrige Gewinnspanne in Kauf zu nehmen, um ein Zeichen zu setzen. Als "Pionierarbeit im Landkreis Bamberg" bezeichnete es denn auch Trautmann-Popp, was Bund Naturschutz und Vierether Kuckucksei gemeinsam mit umweltbewußten Bürgern schaffen wollen. Immerhin: Der Strom, den der Wind bei Sassendorf schadstoffarm erzeugen könnte, deckt den durchschnittlichen Strombedarf von 600 Drei-Personen-Haushalten.
Deutlich machte die Diskussion auch, daß keine Zeit bleibt, umdie bestehende Planung zu optimieren. Entweder wird sie so verwirklicht, oder das Vorhaben ist auf lange Sicht "gestorben". Alle jetzt in Aussicht stehenden Fördermöglichkeiten durch den Bund und die Europäische Gemeinschaft gehen verloren, wenn die Finanzierung des Projekts nicht bis Ende März "steht".
Technische Details stellte Wolfgang Kropf vor, dessen Zapfendorfer Büro auch Sitz der Aerius Windkraftanlagen Beteiligungsgesellschaft mbH ist. Was am meisten interessierte: Der durch die Windkraft erzeugte Strom wird ganz in der Nähe des Sassendorfer Standorts in eine bestehende 20-KV-Leitung der Energieversorgung Oberfranken eingespeist. Der Vertrag mit der EVO sei in Arbeit und sehe die Abnahme von 1,1 Megawatt Leistung vor. Knapp 17 Pfennige je Kilowattstunde werden laut Trautmann-Popp zur Zeit gezahlt.
Auf dieser Rechengrundlage sind jährliche Einnahmen von rund 270 000 DM für die Gesellschaft angesetzt, basierend auf der durch Windmessungen errechneten Jahresleistung der Sassendorfer Anlage von 1,65 Millionen kWh. Spätestens im 18. Jahr wird die Einlagenhöhe der Investoren nach den am Montag vorgelegten Wirtschaftlichkeitsberechnungen überschritten sein. Die Bereitschaft von Bürgern, für eine umweltfreundliche Kapitalanlage vor der Haustür auf manche Mark zu verzichten, die sie bei anderen Investitionen, insbesondere im Ausland, erzielen könnten, sei größer als mancher vielleicht erwarte , berichtete Wolfgang Degelmann von der BN-Kreisgruppe Hof. Sie ist seit mehreren Jahren an einer Betreibergesellschaft für eine Windkraftanlage bei Selbitz beteiligt. Weil potentielle Investoren quasi Schlange standen bzw. stehen, wurde jetzt ein zweites Projekt in Thüringen verwirklicht. Inzwischen sucht, so Degelmann, die in Norddeutschland ansässige Hersteller-Firma der Windkraftanlagen (Enercon) bereits Mitarbeiter in Nordbayern; die Investition in diese Art der Stromgewinnung schaffe sogar neue Arbeitsplätze in der Region.
Am 10. März wird sich entscheiden, ob die Windkraftanlage bei Sassendorf Wirklichkeit wird oder nicht. Dann soll die Gründungsversammlung der Beteiligungsgesellschaft im Grünen Saal der Harmonie (19 Uhr) stattfinden. Sollte der Aufwind nicht anhalten und sich abzeichnen, daß die erforderliche Summe von 1,7 Millionen DM nicht zusammenkommt, werde man das Projekt abblasen, sagte Trautmann-Popp am Montagabend. Bis dahin werde man aber nichts unversucht lassen, für das Vorhaben zu werben und Geldgeber zu finden - auch wenn manche andere Arbeit bei den beiden Vereinen zur Zeit liegen bleibe.
 

Windkraftanlagen auf dem Bretzenstein
Investitionen in die Zukunft
Die Windkraftanlagen auf dem Bretzenstein wurden im September 1999 und im August 2001 errichtet. 

Technische Daten:

ENERCON E 66

Südwind S 70

Nabenhöhe

66m

65m

Flügellänge

30,8m

34m

Startwind

2,5m/s

3,0m/s

Nennleistung

1500kWh/h

1500kWh/h

Nennleistung bei

13,0m/s

11,6m/s

Drehzahl (Flügel)

10,0-20,3 U/min

10,6-19,0 U/min

Sonstiges

Pitch/kein Getriebe

Pitch/Getriebe

 

 

 

(Pitch bedeutet, dass der Anstellwinkel der Rotorblätter verändert werden kann)

Eine technische Verfügbarkeit von 97 % wird von den Herstellern über einen langen Zeitraum garantiert.
Nach dem erstellten Windgutachten kann an diesem Standort mit ei­nem Ertrag von 1,76 Millionen -Kilowattstunden pro Windkraftanlage und Jahr gerechnet werden. Damit erzeugt eine Anlage pro Jahr mehr Strom als alle privaten Haushalte der Gemeinde Untermerzbach im gleichen Zeitraum verbrauchen (Die Gemeinde Untermerzbach hat ca. 2.000 Einwohner)
Gegenüber einem Kohlekraftwerk erspart eine Windkraftanlage der Umwelt im Jahr: 

2.787 t

Kohlendoxid

7,00 t

Stickoxid

2,30 t

Kohlenmonoxid

0,50t

Staub

Da sich die Windkraft selbständig erneuert, wird niemandem etwas weggenommen, wertvolle Ressourcen wie Erdöl und Kohle werden geschont und Windkraftanlagen stellen --auch kein unkalkulierbares Risiko dar, wie z. B. die Atomenergie.
Das Gesetz über die -Erneuerbaren Energien (EEG) garantiert für diesen Standort über die gesamte Laufzeit der Anlage (ca. 20 Jahre) eine Vergütung von 9,10 Ct pro kWh, zuzüglich 16 % MwSt.

 

BN-Linde_klein