Startseite Naturschutz Allgemeines Umweltschutz

 

Umweltschutz

BUND
Naturschutz Ebern

 

Informationen rund um unser Trinkwasser

Härtegrade: Ebern Pfarrweisach Rentweinsdorf

Auf die richtige Dosierung achten!

06.08.2008 Ebern - Uran im Trinkwasser

27.01.2007 Ebern - Im Klärschlamm lauern Gefahren

04.06.2004 Unterfranken - Trinkwasser nach Sommer 2003 kritisch

20.05.2004 HOFHEIM - Wasser knapp - Gießen und Autowaschen untersagt

12.05.2004 Coburg - Zeitbomben aus der Spritze durch Bauhöfe und Gartenbesitzer

12.03.2004 Burgpreppach: Zu viel Nitrat im Trinkwasser

03.10.2003 HOFHEIM - Wasser knapp - Verbot bleibt bestehen

20.09.2003 Minister Sinner - Atrazin - Trinkwasserverordnung

08.08.2003 Haßberge: Wesentlich mehr Abwasser im Landkreis

05.08.2003 Eltmann will Wasser sparen

04.08.2003 Landkreis Haßberge - Wasserverbrauch sinkt

24.05.2003 Ebern Winterdienst: weniger Streusalz und weniger Arbeit

22.05.2003 LRA Haßberge - Kontrolle Sickerwässer bei Siloanlagen

13.02.2003 Klärschlammausbringung auf Felder im Landkreis Haßberge

27.01.2003 Bund Naturschutz - Schilfkläranlage Rabelsdorf

13.06.2002 Regenwassernutzung f√ľr Garten und Haushalt

31.01.2002 Burgpreppach - Zisternen und Wassergeb√ľhr

21.09.2001 Untermerzbach   Widerrechtliche Auff√ľllung eines Feldweges

08.09.2001 Haßberge: Trinkwasserschutz und Atrazin

04.09.2001 Wasserwirtschaftsamt Schweinfurt:
                      Farbe geh√∂rt nicht in den Ausguss

08.08.2001 Ha√überge: Jeder B√ľrger verbraucht 126 Liter im Jahr

 

 

 

FT 27.01.2007 Im Klärschlamm lauern Gefahren
Untersuchung: Das Landesamt f√ľr Umwelt hat f√ľr Ebern Werte ermittelt, die beim B√ľrgermeister die Alarmglocken schrillen lie√üen. Das Ausbringen auf Feldern wird gestoppt.

von Ralf Kestel

Ebern РEinen sofortigen Ausstieg aus der Klärschlammverwertung auf landwirtschaftlichen Flächen hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag eingeleitet.
Grund daf√ľr war ein Untersuchungsbericht des LfU. Darin aufgelistet sind allerlei teils gef√§hrliche Stoffe – vor allem Schwermetalle, Dioxine, PCB, Furane und andere – die im Kl√§rschlamm mehrerer Orte im Landkreis entdeckt wurden, wobei die Werte f√ľr Ebern besonders hoch lagen.
“Was wir da geh√∂rt haben, hat uns so √ľberrascht, dass es nicht mehr zu vertreten ist, Kl√§rschlamm auf √Ącker auszubringen“, lie√ü B√ľrgermeister Robert Herrmann die Alarmglocken schrillen.
“Es sind Gefahren vorhanden, und wenn wir ernsthaft an den Bodenschutz herangehen wollen, darf kein Kl√§rschlamm mehr auf Feldern ausgebracht werden. Das sind wir unseren Nachkommen schuldig“, umriss das Stadtoberhaupt die Tragweite. Ganz so schnell sollte Werner Freibott nicht handeln: Erst sollte man alternative Entsorgungsm√∂glichkeiten suchen und die bestehenden Vertr√§ge mit den Landwirten einhalten. Freibott war auch f√ľr einen Ausstieg, wollte dies aber ‚Äěnicht vom Zaun brechen“.
Anders sah es Franz Geu√ü. ‚ÄěWir sollten nicht abwarten, bis die Verwertung √ľber die Landwirtschaft vom Gesetzgeber verboten wird. Es ist richtig, dass aus dem Gebot ein Verbot wird. Aber die Fakten sprechen eine andere Sprache“. Thomas Wagner erinnerte daran, dass der Bauernverband schon vor Jahren vor dem Ausbringen auf den Feldern gewarnt habe, da ‚Äědas ganz gef√§hrlich werden kann“. Wagner: ‚ÄěWir sollten jetzt schnell aussteigen und Vorreiter sein.“
Zweiter B√ľrgermeister fragte nach den Ursachen. ‚ÄěWo kommen die Eintr√§ge denn her?. Er fand es besser, den Kl√§rschlamm zu verbrennen, als die Landschaft zu vergiften.
Als gefragt wurde, ob die Stadt zur Abgabe an Landwirte vertraglich gebunden sei, meinte der B√ľrgermeister, dass es eine m√ľndliche Zusage f√ľr drei Jahre gebe; er wollte nun aber ‚Äěkein Rumgeeiere“, weil ‚Äěuns in M√ľnchen so schockierende Erkenntnisse“ vorgestellt wurden: ‚ÄěDeshalb m√ľssen wir das sofort stoppen, um den Schaden zu minimieren.“
Bauamtsleiter Pschirrer verwies darauf, dass es Entsorger gebe, mit denen man schon zusammengearbeitet habe und die dann die Verbrennung des Kl√§rschlamms samt Entsorgungsnachweis √ľbernehmen. Der Beschluss des Stadtrates verf√ľgt einen sofortigen Stopp der Abgabe des Kl√§rschlammes an Landwirte. Auch sollen s√§mtliche Pachtvertr√§ge dahingehend ge√§ndert werden, dass auf st√§dtischen Fl√§chen kein Kl√§rschlamm mehr ausgebracht werden darf

FT  04.06.2004 Versorgung bald im Eimer? 
Trinkwassersituation nach heißem Sommer 2003 kritisch РAktion

KREIS HASSBERGE. Unterfrankens Grundwassersituation ist im Vergleich zum restlichen Bayern besonders sensibel. Deshalb rief Regierungspr√§sident Dr. Paul Beinhofer im Mai 2001 die Aktion ‚ÄěGrundwasserschutz“ ins Leben.
Das Ziel: neue Wege gehen, um Unterfrankens Trinkwasser langfristig zu sichern. Nach drei Jahren wird nun im festlichen Rahmen Zwischenbilanz gezogen Рund zwar mit prominenter Besetzung: Staatsminister Dr. Werner Schappauf und der Leiter der UN-Umweltbehörde UNEP in Nairobi, Prof. Dr. Klaus Töpfer, sind dabei.
Regierungspr√§sident Dr. Paul Beinhofer wird am Freitag, 11. Juni, ab 10 Uhr, im F√ľrstensaal der W√ľrzburger Residenz die Veranstaltung er√∂ffnen. Staatsminister Dr. Werner Schnappauf wird die Vorreiterrolle Bayerns im Grundwasserschutz am Beispiel Unterfranken erl√§utern. Den Festvortrag h√§lt Prof. Dr. Klaus T√∂pfer zum Thema: ‚ÄěWeltwasserwirtschaft – die globale Herausforderung“.
Zu Beginn werden rund 40 Kinder der UNESCO-Grundschule Heuchelhof gegen 10 Uhr am Brunnen vor der Residenz Luftballons steigen lassen und anschlie√üend auf einer Kinderkonferenz W√ľnsche f√ľr ein Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser formulieren.
Ausf√ľhrliche Informationen zum Grundwasserschutz k√∂nnen im Internet unter www.aktiongrundwasserschutz.de abgerufen werden.
Einige Ausz√ľge aus dem Datenwerk: W√§hrend in S√ľdbayern durchschnittlich 1030 Millimeter Niederschl√§ge im Jahr fallen, im bayerischen Alpenraum zum Teil mehr als 2000, sind es in Unterfranken nur 770 Millimeter in manchen Regionen sogar nur 450. Das hei√üt, Unterfranken geh√∂rt zu den trockensten Gebieten Bayerns, und entsprechend wenig Grundwasser kann sich bilden.
Die meist d√ľnnen Bodenauflagen bieten nur wenig Schutz vor Verunreinigungen (vor allem gegen Nitrat und Pflanzenschutzmittel), die ins Grundwasser einsickern. Dabei √ľberwiegen Festgesteine, die relativ wenig Grundwasser speichern.
Der Wasserverbrauch in Unterfranken liegt bei durchschnittlich 120 Litern pro Einwohner und Tag (Vergleich Bayern: 136 Liter); das hei√üt, dass die Unterfranken relativ sparsam mit dem Wasser umgehen. Insgesamt wurden in Unterfranken in den letzten Jahren jeweils rund 87 Millionen Kubikmeter Wasser genutzt; im Jahr 2003 mit seinem hei√üen Sommer waren es 88 Millionen Kubikmeter. Diese Menge kann man sich bildlich vorstellen, indem man an ein w√ľrfelf√∂rmiges Aquarium mit 450 Metern Seitenl√§nge denkt.
230 Wasserversorgungsunternehmen (meist Kommunen oder Zweckverb√§nde) f√∂rdern in 580 Gewinnungsanlagen rund 83 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr (2000). Sie nutzen 960 Quellen und Brunnen. Das Defizit an Wasser wird √ľber den Zweckverband Fernwasserversorgung Franken durch Beileitung aus dem Lechm√ľndungsgebiet ausgeglichen.
512 Wasserschutzgebiete mit rund 510 Quadratkilometern Fl√§che sind festgesetzt; das entspricht sechs Prozent der Fl√§che Unterfrankens und liegt damit √ľber dem bayerischen Durchschnitt von rund 3,5 Prozent. Aufgrund der besonders schwierigen Situation m√ľssen einige Schutzgebiete vergr√∂√üert werden, so die Regierung.
28 Prozent des in Unterfranken gewonnenen Rohwassers k√∂nnen ohne Aufbereitung direkt als Trinkwasser ins Leitungsnetz abgegeben werden; im restlichen Bayern sind es 75 Prozent.  Bei 16 Prozent des Wassers liegt der Nitratgehalt √ľber dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung (50 Milligramm pro Liter). Dieser Anteil wird mit nitratarmem Wasser gemischt oder aufbereitet.
20 Prozent des Wassers m√ľssen vor der Verwendung aufgrund festgestellter Belastungen desinfiziert werden; weitere 40 Prozent werden vorsorglich entkeimt, da Belastungen nicht sicher ausgeschlossen werden k√∂nnen.
Kostbares Nass
Wie rar das kostbare Nass ist, zeigt der Blick auf die globale Situation: Weltweit sind nur 0,3 Prozent des gesamten Wassers als Trinkwasser nutzbar. 69 Prozent des S√ľ√üwassers weltweit werden f√ľr die Landwirtschaft verbraucht, in Europa 33 Prozent. Derzeit fehlt 1,2 Milliarden Menschen – das entspricht einem Sechstel der Weltbev√∂lkerung – der Zugang zu sauberem Trinkwasser. T√§glich sterben weltweit 6000 Menschen, haupts√§chlich Kinder, an den Folgen verschmutzten Trinkwassers oder unzureichender Abwasserentsorgung. Diese Faktoren sind die Ursache f√ľr 80 Prozent aller Krankheiten in den Entwicklungsl√§ndern.
Im Landkreis Ha√überge ist insbesondere f√ľr die Bewohner der Ha√überge und des Steigerwaldes die Situation zum Teil kritisch. In Rauhenebrach gab es im Sommer 2003 Engp√§sse, und in Hofheim wurde heuer bereits im Mai das Wasser ‚Äěrationiert“: Gartengie√üen und Autowaschen sind verboten.

FT 20.05.2004 In Hofheim wird Wasser knapp  
Gießen und Autowaschen ab heute untersagt РHitzige Stadtratssitzung
HOFHEIM. ..............
B√ľrgermeister Eiring teilte mit, dass ab dem heutigen Donnerstag in der Stadt ein allgemeines Gie√ü- und Autowaschverbot wegen Wassermangels besteht. .....
 

NP 12.05.2004 Zeitbomben direkt aus der Spritze
Kommunen wurden gewarnt
Fachleute bef√ľrchten falsche Anwendung von Unkrautvernichtern durch Bauh√∂fe und Gartenbesitzer
Bestimmte Unkrautvernichtungsmittel, die von Gartenbesitzern und Gemeinden unsachgem√§√ü und verbotenerweise auf befestigte Fl√§chen gespr√ľht werden, reichern sich in den Gew√§ssern, im Grundwasser und im Trinkwasser an. Besorgt ist man nicht nur im Coburger Landwirtschaftsamt, sondern sogar im Amt in Bayreuth, weil immer mehr Kommunen um Ausnahmegenehmigungen f√ľr genau diesen Einsatz ersuchen.
COBURG - Fr√ľher fiel das nicht so auf, weil die Sondergenehmigung von den Landrats√§mtern erteilt wurde, aber seit das Landwirtschaftsamt Bayreuth zust√§ndig ist, sind die Spezialisten hellh√∂rig geworden. Dagegen fragen Gartenbesitzer gar nicht erst nach einer Genehmigung, sondern spritzen ihre gepflasterte Einfahrt oder ihren W√§scheplatz einfach ab, und das, obwohl die Verk√§ufer dieser Mittel gehalten sind, sie nur nach gr√ľndlicher Aufkl√§rung abzugeben.
Teure Arbeitskraft
F√ľr die Kommunen geht es um teure menschliche Arbeitskraft. Um einen Sportplatz oder einen gepflasterten Weg ohne Chemie unkrautfrei zu halten w√§ren viele Stunden Handarbeit erforderlich. Friedrich Ernst vom Landwirtschaftsamt Bayreuth reiste deshalb bei der B√ľrgermeisterdienstbesprechung am Montag extra an, um dringend vor den Folgen einer leichtsinnigen Anwendung der Radikalmittel zu warnen. Die Warnung gilt allerdings nicht f√ľr die Anwendung √ľber offenenem Boden. √úber den Boden wirken diese Mittel nach Auskunft des Umweltbundesamtes n√§mlich nicht, so dass alle Pflanzen, die erst danach keimen, unbehelligt wachsen k√∂nnen.
Das macht sich die Landwirtschaft zunutze, wo die Chemikalien nach Aussage von Rolf Porsch vom Coburger Landwirtschaftsamt, dringend gebraucht werden. Wenn die Bauern n√§mlich, wie √∂kologisch gewollt und inzwischen vom Amt empfohlen, im Herbst eine Zwischenfrucht (Senf oder Phacelia) auss√§en, die nach dem Abfrieren als sch√ľtzende Mulchdecke liegen bleibt, entwickeln sich darunter viele Unkr√§uter. Will der Landwirt dann im n√§chsten Fr√ľhjahr seinen Mais direkt in diese Mulchdecke hineins√§en, dann spritzt er vorher das inzwischen gewachsene Unkraut mit einem Totalherbizid weg. Das gilt laut Professor Albert Klein, dem Leiter der ,,Einvernehmensstelle Pflanzenschutzgesetze" im Umweltbundesamt Berlin als unbedenklich, weil der Ackerboden die Mittel v√∂llig abbaut. Sie gelangen nicht ins Grundwasser.
Ganz anders ist es aber, wenn ein Kleing√§rtner oder auch eine Gemeinde diese Totalherbizide auf  eine  befestigte Fl√§che spr√ľht. Das kann ein Stra√üenrand sein, oder im privaten Bereich zum Beispiel eine Zufahrt. Das Mittel t√∂tet dort zwar die unerw√ľnschte Begr√ľnung ab, bleibt aber auf der festen Oberfl√§che haften, bis es vom n√§chsten Regen in die Kanalisation oder die Oberfl√§chengew√§sser gesp√ľlt wird. Von hier aus, so hie√ü es im Umweltbundesamt, gelangt es schlie√ülich auch in das Grundwasser und damit in das Trinkwasser. Das Problem:
Aus dem Wasser lassen sich die pflanzentötenden Stoffe nicht wieder herausfiltern. Auch die Kläranlagen schaffen das nicht.
Anreicherung
Nun wird im Umweltbundesamt zwar einger√§umt, dass √ľber die toxische Wirkung der Stoffe (Glyphosat und Diuron) auf den Menschen bei geringer Konzentration bisher keine Erkenntnisse vorliegen, dass diese Mittel aber auf jeden Fall nichts im Grund- und Trinkwasser zu suchen haben, wo sie sich bei falschem Einsatz: immer mehr anreichern. stw

Totalherbizide
“Totalherbizid“ bedeutet, dass es sich um ein chemisches Mittel handelt, das s√§mtliche Pflanzen t√∂tet. Zwei der g√§ngigsten Fabrikate sind Round up und Vorox. Sie werden in Wasser aufgel√∂st bzw. mit Wasser verd√ľnnt und auf die Pflanzen gespr√ľht. Nach ein paar Stunden wirkt die Chemikalie √ľber die Bl√§tter und die Pflanzen werden im Laufe der n√§chsten Tage gelb und sterben ab.
Die wichtigsten Wirkstoffe heißen Glyphosat und Diuron. Bevorzugt verwendet werden die Mittel inzwischen von den Kommunen und von den Gartenbesitzern die ihre Verkehrsflächen unkrautfrei halten wollen. Wenn sie ins Oberflächen- und Grundwasser gelangen, lassen sie sich nicht mehr herausfiltern.

NP 12.03.2004
Burgpreppach: Zu hoher Nitratgehalt im Trinkwasser vorhanden 
Auflagen sorgen f√ľr Ver√§rgerung
BURGPREPPACH - Was das Landratsamt Haßberge im Bescheid zur Ausnahmegenehmigung wegen des zu hohen Nitratgehalts im Trinkwasser der Gemeinde Burgpreppach als Auflagen erteilte, beurteilten etliche Marktgemeinderäte bei ihrer Sitzung am Mittwochabend als Erpressung.
Da die Brunnen F und H eine Nitrat√ľberschreitung bis 55 mg/l aufweisen, braucht die Gemeinde erneut eine Ausnahmegenehmigung, die nun auf maximal 70 mg/l Nitrat erteilt wird und bis zum 31. Dezember 2005 gilt, wie das Gesundheitsamt am 27. Januar diesen Jahres mitteilte.
So sehr man in Burgpreppach √ľber die erteilte Ausnahmegenehmigung erfreut ist, so verbittert reagierten aber auch die Gemeinder√§te auf die Auflagen, die beim Bescheid der Wasserversorgung Hohnhausen der Gemeinde auferlegt wurden. Die bisherige Versorgung muss sp√§testens zum 1. September 2004 eingestellt werden. Eine Ausnahmegenehmigung f√ľr mikrobiologische Grenzwert√ľberschreitungen wurde nicht erteilt. Die bisherigen Bem√ľhungen, einwandfreies Trinkwasser im Ortsnetz von Hohnhausen zur Verf√ľgung zu stellen, waren erfolglos geblieben. Deshalb wird der Anschluss an die Trinkwasserversorgung von Burgpreppach gefordert.
Wie B√ľrgermeister Karlheinz Denninger erkl√§rte, ist der Antrag auf vorzeitigen Baubeginn bereits gestellt. F√ľr den Leiter der VG Hofheim, Gerhard Schmidt, hat das Landratsamt den Sack nun zugebunden und die Gemeinde mit den Auflagen in den W√ľrgegriff genommen. Er verwies darauf, dass das Wasser von Hohnhausen schon seit Jahren akut f√ľr den Menschen nicht geeignet ist. ‚ÄěUnd das schon 70 Jahre“, f√ľgte 2. B√ľrgermeister Winfried Elting an.
Wie Gerhard Schmidt ausf√ľhrte, ist ihm in seinem Berufsleben so eine Situation noch nicht begegnet. Die Gemeinder√§te √§rgerten die Auflagen nicht so sehr, aber die damit verbundene Forderung, f√ľr 60 000 Euro Pegelbohrungen niederzubringen, um festzustellen, woher das Burgpreppacher Wasser flie√üt. Heinrich Rottenberg erkl√§rte, dass f√ľr solche Untersuchungen kosteng√ľnstige Bohrungen auch ausreichen w√ľrden. Seiner Meinung nach widersprechen sich die Beh√∂rden.
Horst Vollert, der auch die Burgpreppacher Wasserversorgung betreut, war sehr erregt und ver√§rgert. Er meinte, dass es andere Gemeinden gibt, wo ‚Äěgeschlampert“ wird und dort niemand in so einer Art eingreift. F√ľr Vollert bedeuten die Auflagen in dieser Form eine Schikane des Wasserwirtschaftsamtes. Er forderte nachdr√ľcklich, erst einmal die bereits vorhandenen Bohrungen auszubauen, um Wasseruntersuchungen bez√ľglich des Schutzgebietes vornehmen zu k√∂nnen. F√ľr G√ľnter Braterschofsky sind die geplanten Pegelbohrungen f√ľr 60 000 Euro f√ľr die Katz. Dieses Geld sollte lieber in den Einbau einer Umkehrosmoseanlage gesteckt werden.
3. B√ľrgermeister Elmar Appel forderte vehement eine eigene Sitzung, um die weitere Vorgehensweise bei der Trinkwasserversorgung abzusprechen. Das Ingenieurb√ľro Consult aus Ha√üfurt hat vorgeschlagen, die Planung f√ľr eine Aufbereitungsanlage bis 30. September 2004 vorzulegen und den Bau dann 2005 zu realisieren. Von den Planern wird auch eine rasche Durchf√ľhrung der Pegelbohrungen empfohlen, um anschlie√üend das Wasserschutzgebiet sanieren zu k√∂nnen. Nach ausgereizter Diskussion wurde man sich einig, in K√ľrze eine Gemeinderatssitzung einzuberufen, um mit den Fachleuten und den Beh√∂rden nochmals alles durchzusprechen.
Im Rahmen der Wasserbesprechung informierte B√ľrgermeister Karlheinz Denninger und Horst Vollert das Gremium, dass in Hohnhausen Wasserverluste aufgetreten sind und bisher die Ursache noch nicht festgestellt werden konnte. Ein Wasserrohrbruch, aber damit nicht das Problem, wurde beseitigt. S√§mtliche Leitungen wurden mit elektronischer Technik sowie mit Gas √ľberpr√ľft und trotzdem konnte der Fehler nicht ermittelt werden. Bei einer F√∂rderung von 38,5 Kubikmeter Wasser t√§glich, bleibt nur ein gewisser Pegelstand von 1,3 Meter im Hochbeh√§lter stehen. Nun besteht der Verdacht, dass der Hochbeh√§lter undicht ist. Dies soll nun noch untersucht werden. gsch

NP 03.10.2003
Wasser knapp: Verbot bleibt bestehen
HOFHEIM - Wassernot herrscht zwar nicht im stadtgebiet von Hofheim, doch knapp ist das Wasser trotzdem noch. Wie B√ľrgermeister Hubert Eiring dazu mitteilt, waren die bisherigen Regenf√§lle gerade mal ein Tropfen auf den ber√ľhmten hei√üen Stein. Damit der Regen die Quellen und das Grundwasser einschneidend beeinflusst, m√ľsste es laut dem Stadtoberhaupt zirka 100 bis 120 Liter pro qm in feinen Formen regnen. Deshalb ist weiterhin Sparsamkeit angesagt. Im Klartext hei√üt dies: Das Gie√ü- und Autowaschverbot in Hofheim und den Stadtteilen bleibt weiterhin bestehen. Der B√ľrgermeister hofft auf einen niederschlagsreichen Winter. Die B√ľrger werden also auch weiterhin gebeten, sorgsam mit dem Wasser umzugehen und es nicht unn√∂tig zu verschwenden.
ger

NP 20.09.2003
B√ľrgermeister sch√ľtteten Herz aus
Große Sorge um Wasserqualität
HOFHEIM - Wasser ist ein kostbares Gut. F√ľr manche Gemeinden wird es fast unerschwinglich. B√ľrgermeister aus verschiedenen Gemeinden sch√ľtteten bei Staatsminister Eberhard Sinner ihr Herz aus.
Der Auftakt war noch rein und klar. Voller Stolz f√ľhrte B√ľrgermeister Hubert Eiring den Gast aus M√ľnchen durch das neue Wasserwerk. Vor dem Gel√§nde hatte er extra f√ľr den bayerischen Minister Staatsbeflaggung aufziehen lassen. Im Rathaus bei der Diskussion war es dann vorbei mit reinen Worten.
Die Problematik sprach Dr. J√ľrgen Reimann an: Nitrat, Pflanzenschutzmittel, Tr√ľbung, Quantit√§t, neue Trinkwasserverordnung. Andreas Baur, Chef von Baur-Consult, nahm zu den Eintr√ľbungen  Stellung. Die Chlorbehandlung, mit der das Wasser rein gemacht wurde, ist zuk√ľnftig nicht mehr erlaubt. Die Partikel m√ľssen durch Ultra¬≠Filtration herausgefiltert werden.
Doch es herrscht Unsicherheit, manche Gesundheitsämter verlangen dies bereits, andere noch nicht. Der Minister, auch kein Alleswisser, konnte sich diesen Punkt nur notieren.
Nöte mit dem Wasser haben auch die Gemeinden Burgpreppach und Ermershausen. Dabei geht es hauptsächlich um Nitratwerte und Übergangsfristen. Bei den Gemeinden besteht Unsicherheit, ob in den verbleibenden Jahren der Übergangsfrist das Nitrat verschwindet oder sie lieber gleich in andere Systeme investieren sollten.Hier konnte der Minister schon mal aufklären. Nach der Ablauffrist von 15 Jahren (solange braucht Nitrat, um sich abzubauen) gibt es nunmehr sechs weitere Jahre Frist, sowie in Ausnahmefällen, wenn Perspektiven erkennbar sind wie in Burg­preppach, nochmals drei Jahre.
Im Klartext bedeutet dies f√ľr die Gemeinden Zeitgewinn, der Nitratwert k√∂nnte zur√ľckgehen und damit w√§re die Sache erledigt. W√§re diese Nachfrist nicht, m√ľssten  unter  Umst√§nden 70000 Euro f√ľr eine Erkundungsma√ünahme  ausgegeben werden, die jedoch keine Sicherheit auf die Reduzierung des Nitrats geben w√ľrde.
Mit diesem neuen Zeitpolster, so die B√ľrgermeister Karlheinz Denninger (Burgpreppach) und Werner D√∂hler (Ermershausen), k√∂nne man leben. Peter Kirchner aus Kirchlauter ist in seiner Gemeinde einen anderen Weg gegangen. Entsch√§digungen an Landwirte gab es bei ihm nicht, um die Obhut √ľber die Grundst√ľcke zu haben, wurde die Wiesen und √Ącker im betroffenen Wasserschutzgebiet von der Gemeinde gekauft.
Allerdings ein Modell, das f√ľr Burgpreppach nicht angewandt werden kann. Dazu Andreas Baur: ,,Das Wasser kommt aus einem Gebiet, das 40 mal 20 Kilometer gro√ü ist". Deutlich formulierte Staatsminister Sinner die Ziele der Staatsregierung: ,,Die Gemeinden sollen selbst f√ľr ihr Wasser sorgen, die Trinkwasserverordnung soll eingehalten werden. Es ist wichtig Ursachenforschung hinsichtlich Verunreinigungen zu betreiben".
B√ľrgermeister Hubert Eiring brachte das Thema  Kl√§rschlamm auf die Tagesordnung. Dabei kommt im Landkreis Ha√überge mehr als die H√§lfte des Kl√§rschlamms, der auf die √Ącker zur D√ľngung aufgebracht wird, von ausw√§rts. Der Verbraucherminister war im Gegensatz zu manchem B√ľrgermeister der Meinung, dass die Aufbringung von Kl√§rschlamm ganz unterlassen werden sollte. Was dagegen spricht, ist sei teure Entsorgung durch Verbrennung.       ger

NP 15.08.2003
TROTZ DER LANGEN TROCKENHEIT: 
Kein Wassermangel im Eberner Stadtgebiet
EBERN
- Im gesamten Eberner Stadtgebiet besteht trotz der seit Wochen andauernden Hitze und Trockenheit kein Wassermangel. ¬ęDie Wasserversorgung im gesamten Stadtgebiet ist sichergestellt¬Ľ, teilte 2. B√ľrgermeister J√ľrgen Hennemann am Mittwoch im Bauausschuss mit. Seine Aussage wurde von Bauamtsleiter Helmut Pschirrer uneingeschr√§nkt best√§tigt.
Ein Grund f√ľr diese positive Situation sei, dass die Stadt mit dem Neubau der Brunnen an der P√∂ppelsm√ľhle rechtzeitig Vorsorge getroffen habe, betonte Pschirrer. Zwar w√ľrden von diesen Brunnen aus derzeit nur einige Stadtteile mit Wasser versorgt, aber immerhin k√§men da auch zwischen 300 und 400 Kubikmeter t√§glich zusammen.
Der Bauamtsleiter erinnerte an die Zeit vor etwa zw√∂lf Jahren, als die Stadtverwaltung die Bev√∂lkerung bitten musste, m√∂glichst Wasser zu sparen. ¬ęDerzeit ist das nicht der Fall¬Ľ, versicherte er und nannte Vergleichszahlen. Danach h√§tte der Wasserverbrauch bei den Eberner Brunnen am 7. August 2002 beim 870 Kubikmeter gelegen, am 7. August 2003 seien es 1250 Kubikmeter gewesen. In fr√ľheren Jahren habe der Verbrauch zu diesem Stichtag zwischen 1700 und 1800 Kubikmeter betragen. ¬ęDie Leute sparen von sich aus¬Ľ, lobte Helmut Pschirrer das Verhalten der B√ľrgerschaft, ¬ęund zwar in allen Stadtteilen.¬Ľ
Und ein Weiteres versicherte der Bauamtsleiter: ¬ęDie Wasserqualit√§t in Ebern ist nach wie vor ausgezeichnet.¬Ľ ky

FT 08.08.2003 Nach Oben
Wesentlich mehr Abwasser 

Statistik-Landesamt untersuchte Kanalisationswerte im Landkreis  Ha√überge

KREIS HASSBERGE. Ob durch Regen, den Gang auf die Toilette oder durch duschen und baden Рunterm Strich bleibt jede Menge Abwasser. Rund 13,83 Millionen Kubikmeter mussten im Landkreis Haßberge im Jahr 2001 in Kläranlagen aufbereitet werden. Das waren 2,446 Millionen Kubikmeter mehr als noch im Jahr 1998.
Alle drei Jahre k√ľmmert sich das Landesamt f√ľr Statistik und Datenverarbeitung um die Abwasserbehandlung im Freistaat bis auf die Ebene der Landkreise und kreisfreien St√§dte. Die j√ľngste Auswertung f√ľr das Jahr 2001 wurde jetzt vorgelegt. Eine der Kernaussagen dabei: die Abwassermenge im Landkreis Ha√überge ist von 1998 bis 2001 um 21,49 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Bayernweit nahm die Abwassermenge, die in entsprechenden Anlagen aufbereitet wurde, um 15,38 Prozent zu.
Aufgeteilt in die verschiedenen Abwasserarten wurden im Kreis Haßberge allerdings große Unterschiede festgestellt. So wurden beim Schmutzwasser im Jahr 1998 rund 4,847 Millionen Kubikmeter registriert, im Jahr 2001 rund 6,343 Millionen Kubikmeter.
Viel mehr Fremdwasser
Beim so genannten Fremdwasser wurde im Landkreis ein Anstieg von 1,856 Millionen Kubikmeter im Jahr 1998 auf 3,266 Millionen Kubikmeter im Jahr 2001 festgestellt. Nach unten zeigte die Kurve allerdings beim Niederschlagswasser: von 4,681 Millionen Kubikmeter im Jahr 1998 auf 4,221 Millionen Kubikmeter im Jahr 2001.

Als Niederschlagswasser gilt ‚Äědas von Niederschl√§gen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Fl√§chen abflie√üende und gesammelte Wasser (Regenwasser)“. Als Fremdwasser bezeichnet das Landesamt f√ľr Statistik und Datenverarbeitung das ‚Äě√ľber Kanalundichtigkeiten in die Kanalisation eindringende Grundwasser, unerlaubt √ľber Fehlanschl√ľsse eingeleitetes Wasser (zum Beispiel Dr√§nwasser und Regenwasser) sowie einem Schmutzwasserkanal zuflie√üendes Wasser (zum Beispiel √ľber Schachtabdeckungen)“. In den Angaben √ľber das Fremdwasser ist kein Niederschlagswasser enthalten.
Beim Schmutzwasser handelt es sich um Wasser, das ‚Äědurch h√§uslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften ver√§ndert (verunreinigt)“ wurde. Dieses Wasser stammt aus K√ľchen, Waschk√ľchen, Waschr√§umen, Bader√§umen, Toiletten, aber auch aus den Betrieben.
mar

FT 05.08.2003 Eltmann will Wasser sparen
Nach Oben

ELTMANN. Die Stadt Eltmann hat ihre B√ľrger zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen.

Aufgrund der geringen Niederschl√§ge und der anhaltenden Hitzewelle besteht f√ľr das. Stadtgebiet Eltmann die Besorgnis, dass die verf√ľgbaren Grundwasser-Ressourcen  bei anhaltender Trockenheit nicht mehr zur Deckung des Wasserbedarfs ausreichen und mit Versorgungsengp√§ssen gerechnet werden muss. Die Quellsch√ľttungen sind nach den Angaben der Stadt auf Werte deutlich unter dem Durchschnitt zur√ľckgegangen. Der Wasserverbrauch lag in den letzten Wochen so hoch, dass die vorhandenen Wasservorkommen √ľber das vertretbare Ma√ü hinaus beansprucht wurden. Bei der Stadt Eltmann herrscht zwar keine akute Wassernot, jedoch befinden sich die Werte bereits im kritischen Bereich. Somit gibt die Stadtverwaltung die Devise heraus: ,,Trinkwasser sparen soweit m√∂glich!".

FT 04.08.2003  Nach Oben
Sparsamer Umgang mit dem teuren Nass

Die Landkreis-B√ľrger verbrauchen weniger Wasser als im bayerischen Durchschnitt

KREIS HASSBERGE. Wie viel Trinkwasser (ver)braucht ein Mensch? Im Landkreis Haßberge waren es im Jahresdurchschnitt 2001 pro Tag und Einwohner in den Haushalten rund 124,4 Liter Рund damit 1,4 Liter weniger als im Jahre 1998. Am meisten Wasser floss durch die Toilette sowie in die Badewanne und Dusche.
Berechnet hat den Wasserverbrauch im Landkreis das Landesamt f√ľr Statistik und Datenverarbeitung. Der Pro-Kopf-Verbrauch von 124,4 Litern je Tag und Einwohner bezieht sich auf die Haushalte (einschlie√ülich Kleingewerbe), die an das √∂ffentliche ‚ÄěWassernetz“ angeschlossen sind. Im Landkreis Ha√überge waren dies im Jahr 2001 rund 99,8 Prozent der Bev√∂lkerung.
Vergleiche zeigen auch, wo der Landkreis Haßberge mit den rund 124,4 Litern pro Tag und Haushaltsmitglied im Jahr 2001 steht.

149,3 Oberbayern
134,0 Bayern gesamt
133,5 Schwaben
130,5 Oberfranken
126,5 Oberpfalz
124,4 Landkreis Haßberge
123,6 Mittelfranken
122,9 Unterfranken
117,5 Niederbayern

In einer umfangreichen Untersuchung sch√§tzt das Bayerische Landesamt f√ľr Wasserwirtschaft, dass durchschnittlich rund

70 % f√ľr Toilettensp√ľlung, Bad und Dusche
15 % f√ľr Geschirr und W√§sche
11 % f√ľr Haushalt, Garten und Auto
2 % f√ľr Essen und Trinken

verwendet werden.

Insgesamt wurde die öffentliche Wasserversorgung in Bayern im Jahr 2001 von 2060 Versorgungsunternehmen sichergestellt, deren 3570 Wassergewinnungsanlagen 902 Millionen Kubikmeter Trinkwasser förderten. Das Wasser stammte zu knapp 95 % aus dem Grund- und Quellwasserreservoir, der Rest war Talsperrenwasser, Uferfiltrat sowie angereichertes Grundwasser.
Nach Abzug von Wasserverlusten (haupts√§chlich durch defekte Leitungen) und des Eigenverbrauchs der Wasserwerke (knapp 2 %) standen den bayerischen Endverbrauchern rund 782 Millionen Kubikmeter Trinkwasser zur Verf√ľgung, davon 5,2 Millionen Kubikmeter im Landkreis Ha√überge.
Von diesen wurden 2002 rund 4 Millionen Kubikmeter an Haushalte und 1,2 Millionen Kubikmeter an gewerbliche und sonstige Abnehmer abgegeben. Damit entfielen auf die Haushalte rund 77,7 % der gesamten öffentlichen Wasserabgabe, auf die gewerblichen Abnehmer 22,3 %.
Wenn die gesamte abgegebene Trinkwassermenge (einschlie√ülich des Verbrauchs der gewerblichen Abnehmer) auf die Einwohnerzahl im Landkreis umgerechnet wird, ergab sich f√ľr das Jahr 2001 ein Pro-Kopf-Verbrauch von 160 Litern pro Tag. Bayernweit lag dieser Wert bei 176 Litern.
mar

NP 24.05.2003                                                                                           
 

EINGESCHR√ĄNKTER WINTERDIENST Nach Oben

Rund 11500 Euro Kosten eingespart
EBERN
- Die Reduzierung des Winterdienstes in der Stadt Ebern hat in diesem Winter Kosteneinsparungen in H√∂he von rund 11 500 Euro erbracht. Das teilte Werner Grell, Leiter des st√§dtischen Bauhofs, bei der Stadtratssitzung am Donnerstagabend in Ebern mit. Dadurch, dass die Stadt haupts√§chlich nur noch Hauptverkehrswege r√§umt und Anliegerstra√üen gro√üteils ausspart, habe nicht nur eine gro√üe Reduzierung von Arbeitsstunden der Bauhofmitarbeiter verzeichnet werden k√∂nnen, gleichzeitig sei auch erheblich Streusalz eingespart worden. Schlie√ülich sei neben der Kosteneinsparung auch der √∂kologische Gedanke ein Grund f√ľr die Entscheidung gewesen.
Den Kommunen geht es so schlecht, wie seit dem Krieg nicht mehr, betonte B√ľrgermeister Robert Herrmann. Die Schere zwischen Anforderungen an die Stadt und den daf√ľr bereit stehenden Finanzmitteln gehe immer weiter auseinander. Deshalb sei man mehr und mehr zum Sparen gezwungen.
Bis zu 320 000 Euro habe die Stadt versucht, im laufenden Betrieb einzusparen, sagte der B√ľrgermeister. Ein Baustein, wenn auch ein kleiner, sei dabei der Winterdienst. Erstmals hatte die Stadt in der kalten Jahreszeit den Winterdienst auf das Notwendigste reduziert, Anliegerstra√üen in Siedlungsgebieten und Nebenstra√üen in Ortschaften wurden nahezu nicht mehr ger√§umt und gestreut. Bei den B√ľrgern habe das zum Teil Protest ausgel√∂st, sagte Herrmann. Viele B√ľrger h√§tten bei der Stadtverwaltung angerufen oder Briefe geschrieben. Dennoch will die Stadt an ihrem Beschluss festhalten, k√ľnftig nur noch eingeschr√§nkten Winterdienst durchzuf√ľhren. Die B√ľrger werden um Verst√§ndnis gebeten.
Wo es in diesem Winter gr√∂√üere Probleme gegeben habe, will die Stadt beim Winterdienst im kommenden Winter eventuell ‚Äěnachsteuern“, k√ľndigte der B√ľrgermeister an. Kompromisse m√ľssten eingegangen werden.
Bauhofchef Werner Grell war der Auffassung, dass ‚Äějede Einschr√§nkung einer guten Gewohnheit“ weh tut. Nat√ľrlich habe es wegen des eingeschr√§nkten Winterdienstes √Ąrger gegeben; der √ľberwiegende Teil der Bev√∂lkerung habe die Entscheidung der Stadt aber akzeptiert, wusste Grell aus Erfahrung zu berichten.
Letztlich habe der reduzierte Winterdienst Kosteneinsparungen von rund 30 Prozent gebracht, rechnete Grell vor. Pro gefahrenem Winterdiensteinsatz Рim Durchschnitt rund 24 pro Winter Рhätten sich Einsparungen von 286,5 Euro ergeben.
Nat√ľrlich sei der vergangene Winter zeitweise sehr streng gewesen. Die Stra√üen seien bis zu drei Wochen teilweise vereist gewesen. Trotzdem, so bilanzierte Werner Grell, sei der Winterdienst relativ gut verlaufen.
B√ľrgermeister Herrmann war sicher, dass sich der reduzierte Winterdienst bew√§hrt habe. ‚ÄěWas notwendig ist, haben wir gemacht; Luxus k√∂nnen wir uns nicht mehr leisten.“
Auch Stadtr√§tin Irmgard Ruhhammer war der √úberzeugung, dass man mit der Entscheidung zum eingeschr√§nkten Winterdienst auf dem richtigen Weg sei. Haupts√§chlich h√§tten die B√ľrger daf√ľr Verst√§ndnis gezeigt.
Ruhhammer wollte wissen, ob im kommenden Winter wieder die Verkehrsschilder aufgestellt werden, die die Verkehrsteilnehmer auf den eingeschr√§nkten Winterdienst in der Stadt Ebern aufmerksam machen. Das Landratsamt hatte die Schilder im Winter abmontieren lassen, weil sie rechtlich nicht zul√§ssig seien, hie√ü es damals zur Begr√ľndung. Die Stadt m√∂chte die Schilder wieder aufstellen, zumal derartige Hinweistafeln in anderen Landkreises gang und g√§be seien. B√ľrgermeister Herrmann allerdings formulierte vorsichtig: ‚ÄěWir wollen pragmatisch an die Sache rangehen und keine Emotionen sch√ľren.“ Der Schild(a)-Streit h√§lt also an.
Michael Will
 

     FT 22.05.2003                                                                                     Nach Oben
Eine Gefahr f√ľr das Grundwasser
Landratsamt erinnert Landwirte an die Pflicht, bei Silo-Anlagen Sickerwässer zu kontrollieren

KREIS HASSBERGE. Die Sickerw√§sser, die bei G√§rfutterzubereitung entstehen, d√ľrfen nicht in oberfl√§chliche Gew√§sser oder ins Grundwasser gelangen. Das teilt das Referat Wasserrecht am Landratsamt mit. Denn dann w√ľrden sie die Gew√§sser stark belasten und k√∂nnen sie sogar zum Kippen bringen. Zu Beginn der Silagesaison weist deshalb das Referat Wasserrecht am Landratsamt Ha√überge in Ha√üfurt auf die Notwendigkeit zu einer Sickersaftminimierung hin. Und das kann besonders dadurch geschehen, dass das Regenwasser ferngehalten wird.
Wenn das Futter gärt ...
G√§rsaft entsteht beim Herstellen von G√§rfutterbereitung, umgangssprachlich als ‚ÄěSilage“ bezeichnet. Dieser Saft weist im Vergleich zu h√§uslichem Abwasser eine 250- bis 400-fach h√∂here Sauerstoffzehrung auf, was bei Einleitung in Gew√§sser zu einem explosionsartig verlaufenden Verbrauch von Sauerstoff im Wasser und zu F√§ulnisbildung f√ľhrt.
Wie kann solcher G√§rsaft in die Gew√§sser gelangen? Durch √ľberlaufende Auffanggruben oder punktuelle Versickerung an den Anlagen sind Gew√§sserverunreinigungen zu bef√ľrchten. Besonders an den Betrieb von befestigten Fahrsilos werden Anforderungen in Hinsicht auf den Umgang mit dem Silosaft gestellt. Das Hauptproblem liegt hier bei √ľberlaufenden Silosaftbeh√§ltern, besonders in Regenzeiten. Es ist nur mit einem erheblichen Aufwand m√∂glich, den F√ľllstand der Beh√§lter in dieser Zeit durch h√§ufiges Leeren unter dem zul√§ssigen Maximum von zwei Dritteln der Gesamtf√ľllmenge zu halten, da st√§ndig Regenwasser nachflie√üt.
Reines Regenwasser an sich ist kein Problem. Das Regenwasser aber, das √ľber den ungen√ľgend abgedeckten Silostock oder √ľber Siloreste auf der Silofl√§che flie√üt, ist bereits stark mit Sickers√§ften belastet und kann nicht unbedenklich durch Versickerung dem Grundwasser oder direkt in Oberfl√§chengew√§sser eingeleitet werden. Derartiges Regenwasser entspricht aufgrund seiner Chemie dem Sickersaft und ist auch so zu behandeln, darauf weist das Landratsamt besonders hin.
Eine gangbare Möglichkeit zum Verringern der anfallenden Menge von Sickersaft ist also die bauliche Trennung von reinem Sickersaft und Regenwasser. Bereits beim Bau von Silos sollten deshalb Möglichkeiten bedacht werden, den Sickersaft und das Regenwasser zu trennen, um so die Sickersaftmenge so gering wie möglich zu halten.
Auf diese M√∂glichkeiten wird im Arbeitsblatt ‚ÄěLandwirtschaftliches Bauwesen“ des bayerischen Umweltministeriums vom 10. September 2001 hingewiesen, und entsprechende L√∂sungen werden darin aufgezeigt. Das Arbeitsblatt kann bei verschiedenen Beh√∂rden angefordert werden, so auch im Landratsamt (Referat Wasserrecht).
Regenwassertrennung
Auch bei bereits bestehenden Fahrsilo-Anlagen lohnt die √úberlegung, eine Regenwassertrennung oder -fernhaltung einzubauen, um die G√§rfl√ľssigkeit, die im Silo entsteht, auf ein √ľbersichtliches Ma√ü zu reduzieren. Der Abstand, in dem eine √úberwachung und Entleerung des Sammelbeh√§lters n√∂tig sind, kann dadurch wesentlich verl√§ngert werden, was folglich zu einer erheblichen Arbeitsersparnis beim Landwirt f√ľhrt. Weiterhin w√§re dies ein wesentlicher Beitrag f√ľr den Gew√§sserschutz, da hierdurch die Gefahr des √ľberlaufenden Sickersaftbeh√§lters und einer eventuellen Gew√§sserverunreinigung deutlich eingeschr√§nkt werden kann.
Informationen hierzu können beim Landratsamt Haßberge bei Erich Buchner (Telefon 09521/27336), bei Manuela Stecher (Telefon 09521/27337) oder bei Franz Lindner (Telefon 09521/27225) erfragt werden.
 

FT 13.02.2003                                                                                                     Nach Oben

KREIS HASSBERGE. Wird in naher Zukunft kein Kl√§rschlamm mehr auf den √Ąckern des Kreises Ha√überge ausgebracht? Das ist zu erwarten. Offenbar ist eine Versch√§rfung der Auflagen vorgesehen, die nur noch einen Entsorgungsweg √ľbrig l√§sst: die Verbrennung.
von Klaus Schmitt

Im Landkreis Ha√überge werden derzeit rund 38 000 Kubikmeter Kl√§rschlamm auf landwirtschaftlichen Fl√§chen j√§hrlich ausgebracht. Diese Zahl nannte Edwin Oppelt dem FT, der im Landratsamt Ha√überge in Ha√üfurt f√ľr das Thema Kl√§rschlamm zust√§ndig ist.
Von dieser Art der Entsorgung profitieren Bauern und Kommunen: St√§dte und Gemeinden werden das ‚ÄěRestprodukt“ aus ihren Kl√§rwerken relativ g√ľnstig los, und einige Landwirte haben eine lukrative Verdienstm√∂glichkeit.
Das k√∂nnte sich √§ndern. Im Bayerischen Staatsministerium f√ľr Landesentwicklung und Umweltfragen gibt es offenbar Bestrebungen, die Grenzwerte f√ľr Inhaltsstoffe des Kl√§rschlamms, etwa f√ľr Blei, Kupfer, Chrom und Zink sowie weitere Parameter, erheblich zu reduzieren. Um das Zehn- bis 15fache sollen die Werte gesenkt werden, wie der FT in Erfahrung bringen konnte.
Das Ziel dieser Versch√§rfung ist offensichtlich, dass kein Kl√§rschlamm mehr auf landwirtschaftlichen Fl√§chen entsorgt werden kann. Die Folge: Der Kl√§rschlamm muss verbrannt werden, beispielsweise im Gemeinschaftskraftwerk in Schweinfurt; dort wird schon seit Jahren der Restm√ľll aus dem Landkreis Ha√überge und anderen Gebietsk√∂rperschaften thermisch verwertet.
F√ľr die Kommunen bedeutet das, dass sie tiefer in die Tasche greifen m√ľssten, und zwar erheblich. Die Verbrennung ist wesentlich teurer als die Ausbringung auf landwirtschaftlichen Fl√§chen.
Von den rund 38 000 Kubikmetern Kl√§rschlamm, die j√§hrlich im Landkreis auf √Ącker gebracht werden sollen, werden laut Edwin Oppelt derzeit zwei Prozent f√ľr diese Art der Entsorgung nicht zugelassen, weil die Grenzwerte einzelner Inhaltsstoffe zu hoch sind. Dieser belastete Kl√§rschlamm kann auf die ehemalige M√ľlldeponie nach Wonfurt transportiert werden, und dort wird er auf dem ‚ÄěAbfallberg“ eingebaut. Allerdings: Das ist nur noch bis zum Jahr 2005 m√∂glich. Danach m√ľsste der belastete Kl√§rschlamm ohnehin verbrannt werden.
Der Bauernverband sieht die zu erwartende Versch√§rfung der Auflagen bei der Kl√§rschlamm-Verwertung mit einem zwiesp√§ltigen Gef√ľhl. ‚ÄěIm Prinzip“ h√§lt Gerhard Eller, der Kreisgesch√§ftsf√ľhrer des Bauernverbandes, die Ausbrinung auf landwirtschaftlichen Fl√§chen im Sinne eines geschlossenen Wirtschaftskreislaufes f√ľr ‚Äěin Ordnung“. Aber, und dann macht er ein gro√ües Ausrufezeichen: Jeder Bauer sollte sich genau √ľberlegen, womit er seine √Ącker d√ľngt.
Die offizielle Linie des Bauernverbandes beschreibt Eller so: Die Landwirte werden intensiv aufgekl√§rt und informiert; Empfehlungen in eine Richtung gibt der Verband jedoch nicht. Jeder Landwirt ‚Äěmuss f√ľr sich entscheiden“, ob er Kl√§rschlamm auf seinen Feldern haben will oder nicht.

Lebensmittelbranche macht Vorgaben

Die Frage, ob sie Kl√§rschlamm akzeptieren oder nicht, wird den Landwirten immer h√§ufiger abgenommen, und zwar von der Lebensmittel verarbeitenden Industrie. Immer √∂fter, wei√ü Eller zu berichten, w√ľrden Bauern dazu verpflichtet, dass sie ihre landwirtschaftlichen Produkte auf Fl√§chen anbauen, die nicht mit Kl√§rschlamm ged√ľngt worden sind. Sonst w√ľrden sie nicht abgenommen, beschreibt Eller das Risiko f√ľr die Landwirte.
In der Diskussion einer erneuten Versch√§rfung der Auflagen bei der Kl√§rschlamm-Entsorgung dr√§ngt sich der Eindruck auf, dass der Staat eine eindeutige Regelung meidet. Einfach verboten werden soll die Ausbringung auf landwirtschaftlichen Fl√§chen offenbar nicht, aber durch die drastische Absenkung einzelner Grenzwerte wird sie faktisch unm√∂glich gemacht. Ein Verbot durch die Hintert√ľr?
Bei der Neufestlegung der Grenzwerte werden alle Kommunen √ľber einen Kamm geschoren. Den Vorgaben m√ľssen sich l√§ndlich gepr√§gte Gemeinden ohne Industriebetriebe ebenso unterwerfen wie die St√§dte, in denen Betriebe das Abwasser mit den unterschiedlichsten Chemikalien belasten

FT 27.01.2003                                                                                                   Nach Oben
F√ľr Kl√§rung des Wasser “durchs Feuer” gegangen
Bei Seminar des Bund Naturschutz in Pfarrweisach wurde Rabelsdorfer Anlage als Modellprojekt vorgestellt
Pfarrweisach. Rund 70 bayerische B√ľrgermeister, Stadt- und Gemeinder√§te, die Interessengemeinschaft zur Erhaltung der kommunalen Trinkwasserversorgung (IKT) sowie Vertreter des Bildungswerks des Bund Naturschutz diskutierten am Samstag alternative Wege zur Abwasserentsorgung im l√§ndlichen Raum. Als Musterbeispiel diente die Rabelsdorfer Schilfkl√§ranlage, die besichtigt wurde.

Seminarleiter Sebastian Schönauer, stellvertretender Vorsitzender des Bundes Naturschutz in Bayern und Vorsitzender der ITK, hat als Fachberater in Wasserfragen deutschlandweite Erfahrungen. Wasser ist nach seinen Worten nicht nur zu einer fachlichen, sondern auch politischen Dimension geworden.
In Bayern gelte es durchzusetzen, was der Landtag beschlossen habe. Wahrnehmen sollten die Gemeinden ihre Planungshoheit. Einheitliche Entscheidungen sollten in geschlossenen Regionen getroffen werden.
Menschen h√§tten weltweit ein Recht auf gesundes Wasser, das nicht zwingend von Konzernen geliefert werden m√ľsse.
Europaweit sei das Thema Wasser noch umstritten. √Ąu√üerst negativ beurteilten Fachbeh√∂rden wie beispielsweise die Wasserwirtschafts√§mter wider besseren Wissens.
Großes Einsparpotenzial
Vieles spreche f√ľr den Bau von Kleinkl√§ranlagen im l√§ndlichen Bereich. Bei leeren √∂ffentlichen Kassen k√∂nnten hierbei Milliarden gespart werden.
Die derzeitige Zuschusspolitik des Landes f√∂rdere jedoch Gro√üprojekte. Dezentrale Kl√§ranlagen st√§rkten das Gemeinschaftsgef√ľhl und die Verantwortung.
Nur mit M√ľhe sei es auf der Expo 2000 gelungen, eine Kleinkl√§ranlage zu installieren. ‚ÄěUnd pl√∂tzlich ging es“, war Sch√∂nauer erleichtert. Die Lobby sei m√§chtig und es gehe um viel Geld. Mut solle gegen√ľber Fachbeh√∂rden gezeigt werden, die gegen√ľber Kleinkl√§ranlagen negativ eingestellt seien und diese nur als Behelf einstuften.
DIN-Normen seien nach Belieben der Planer in eine bestimmte Richtung geändert worden. Lange Kanalverbindungen seien ökologisch wenig sinnvoll und Abwasser gehöre vor Ort geklärt.
Die Ehre des Landesamtes f√ľr Wasserwirtschaft in M√ľnchen versuchte Dr. Tanja Gsch√∂√ül zu retten. Sie empfahl allen Antragstellern, sich gr√ľndlich zu informieren und dann erst zu argumentieren.
Beamten w√ľrden an der Gr√∂√üe einer Kl√§ranlage keinerlei Vorteile erwachsen. ‚ÄěWenn sie k√§mpfen m√ľssen, dann stimmt etwas nicht“, argumentierte Gsch√∂√ül.
Ein Biotop k√∂nne nicht vom Menschen, sondern nur von der Natur und deren Sch√∂pfer geschaffen werden. Es k√∂nne nur gedeihen, wenn es wie ein Blumenbeet gepflegt und Verantwortung daf√ľr √ľbernommen werde.
Forschungsgelder fehlen
Derzeit fehlten Forschungsgelder f√ľr die Entwicklung von Pflanzenkl√§ranlagen. Das Wissen der B√ľrger solle zu den Fachleuten getragen werden, die nach √úberpr√ľfung gesicherte Erkenntnisse in die technischen Regeln einpassten. Derzeit f√ľhrend sei die Universit√§t Hannover. Energien sollten geb√ľndelt anstatt Krieg gef√ľhrt werden.
Bayern sei als Fl√§chenland zu 93 Prozent an Kl√§ranlagen angeschlossen. Bei den restlichen sieben Prozent sei es Realit√§t, dass √ľber Kleinkl√§ranlagen von Planungsb√ľros und Gemeinder√§ten beraten w√ľrde.
Die mit einer Kleinkl√§ranlage verbundenen technischen Regeln verlangten B√ľrgerverantwortung und Eigenkontrolle. Sie seien keine Schikane, sondern aus Erkenntnissen der Planungsb√ľros entwickelt worden.
Derzeitige Tendenzen favorisierten weniger Einsatz von Trinkwasser bei der Beseitigung des Abwassers. Bisher sei die bei Altanlagen festgestellte vergleichsweise schlechte Reinigungskraft ein ‚ÄěTotschlagargument“ gewesen.
Dank Eigenkontrolle und fachgerechter Wartung stimme dies jedoch heute nicht mehr. Verringert werden solle die Schmutzfracht durch biologische Stufen. Mit Essensresten und Haaren im Abwasser m√ľsse zuk√ľnftig anders umgegangen werden. Wichtig sei es, Wasser vor Ort wieder dem Wasserkreislauf zuzuf√ľhren.
Gschößl verdeutlichte, dass nicht die Pflanzen, sondern an den Wurzeln angesiedelte Bakterien Abwasser reinigten. Bei der Standortwahl einer Kleinkläranlage solle auf die klimatischen Verhältnisse besonders geachtet werden.
Die technischen Regeln seien nicht wie das Amen in der Kirche. Sollte es bei einer Genehmigung Schwierigkeiten geben, k√∂nne ein Pilotprojekt beantragt werden. Hingenommen werden m√ľsse dabei eine k√ľrzere Genehmigungszeit. Der falsche Weg sei es, das Wasserrecht zu umgehen und sich vorbeizumogeln. Jahrelange Verantwortung m√ľsse √ľbernommen werden.
In der anschlie√üenden Diskussion sch√§lte sich heraus, dass zunehmend Firmen Wartungsvertr√§ge in H√∂he von rund 300 Euro j√§hrlich pro Einzelanlage anb√∂ten. Gemeindliche Kl√§rw√§rter d√ľrften Einzelanlagen angeblich nicht warten.
Gsch√∂√ül best√§tigte dies, empfahl jedoch einen Zusammenschluss und dann gelte die Regelung nicht mehr. Derzeit w√ľrde sich bei Planungen mit Wartungskosten totgerechnet. Jeder, der m√∂chte, k√∂nne eine Eignungspr√ľfung ablegen. Entscheidend f√ľr den B√ľrger seien die letztendlichen Abwassergeb√ľhren.
Auf Unverst√§ndnis in der Diskussion stie√ü die Forderung des Wasserwirtschaftsamtes, dass die Anlagen 15 Jahre nachweislich funktionieren m√ľssten. Gsch√∂√ül empfahl, notfalls private Institute als Argumentationshilfen einzusetzen.
Beratungsdefizit
Als ‚Äěteilweisen Krampf“ wurde von den Diskussionsteilnehmern die Beratung durch die Wasserwirtschafts√§mter bezeichnet. Gsch√∂√ül schloss ein Umsetzungsdefizit trotz zahlreicher internen Schulungen nicht aus.
Gunter Zepter, Landesvorsitzender der ITK, widmete sich in seinem Vortrag den Gewohnheiten staatlicher F√∂rderung und deren Auswirkungen auf die Planung dezentraler Abwasserbehandlung. Grunds√§tzlich k√∂nne eine Gemeinde Dritten die Abwasserentsorgung √ľbertragen. Die Verantwortung bliebe jedoch bei der Kommune.
Das Cross-Border-Leasing lehnte er aus rechtlichen Gr√ľnden ab, da das Risiko einer Gemeinde mehrfach h√∂her sei als der Verkaufserl√∂s. Als teilweise √ľberzogen empfand er die Anforderungen an Kleinkl√§ranlagen. Zepter warnte vor der Konzeption technischer Anlagen, welche hohe Wartungskosten nach sich z√∂gen.
Zweiter Experte
Gef√∂rdert werde der erstmalige Bau oder die Erneuerung einer Kl√§ranlage, die vor 1960 gebaut wurde, mit maximal 70 Prozent aus Landesmitteln. ‚ÄěSozialisiert“ w√ľrden derzeit die Kosten, die an der Gemeinde h√§ngen blieben, mit unrealistischen Abschreibungszeitr√§umen und Kostenans√§tzen.
Segensreich k√∂nne sich ein zweiter Planer erweisen, der mit zus√§tzlichen 1,5 Prozent gef√∂rdert werde. Pauschale Aussagen sollen nicht akzeptiert, sondern Details vorgerechnet werden lassen. Geforderte Schmutzwasserkan√§le im Abflussbereich von Kleinkl√§ranlagen seien ‚Äěhirnrissig“.
Das beabsichtigte oder unbeabsichtigte Weglassen von Baukosten bewertete Zepter als grob fahrl√§ssig. Stadt- und Gemeinder√§te w√ľrden bei diesem Thema regelm√§√üig √ľber den Tisch gezogen.
B√ľrgermeister Hermann Martin stellte anhand der Rabelsdorfer Schilfkl√§ranlage den Abwasserentwicklungsprozess der Gemeinde dar. Eine starke Dorfgemeinschaft habe sich nicht einsch√ľchtern lassen und langj√§hrige Auseinandersetzungen in Kauf genommen.
Alle Auflagen der Gemeinde und Fachbeh√∂rden seien erf√ľllt worden. Belegen konnte Martin, ‚Äědass die Schilfkl√§ranlage vom Wasserwirtschaftsamt und Teilen des Gemeinderates nicht gewollt war“.
Hervorragender Planer
Hervorragend sei die Beratung durch den Erbauer der Schilfkl√§ranlage, Hermann Gugel, gewesen. Fachbeh√∂rden h√§tten ohne einleuchtende Begr√ľndungen behauptet, dass die Anlage nicht funktionieren k√∂nne.
Das durchgef√ľhrte Messprogramm der Beh√∂rden habe jedoch einen Durchbruch bewirkt. Eine noch bessere Reinigungsleistung werde erwartet, wenn die Verwurzelung zunehme.
Auch die Einstellung der Bauma√ünahme nach 40 angeschlossenen Einwohnereinheiten sei verkraftet worden. Lediglich ein B√ľrger sei aus der Solidargemeinschaft ausgeschert. Noch bereiteten die Wartungssatzung und die Kl√§rschlammbeseitigung Sorgen.
Bei dem Bau der Schilfkl√§ranlage sei auf Landeszusch√ľsse verzichtet worden, weil auf eigene Kappe gebaut wurde. Nachdem die Beh√∂rden einsichtig geworden seien und von den Erbauern der Schilfkl√§ranlage festgestellt wurde, dass ein Trennsystem vorteilhafter sei, will sich das Land beim Bau von rund 980 Metern Kanal und Baukosten von 282 900 Euro beteiligen.
Eigenleistungen w√ľrden noch Sparpotenziale bergen. ‚ÄěEs war nicht leicht, durch dieses Feuer zu gehen“, res√ľmierte Martin.
Beantragt worden sei die wasserrechtliche Erlaubnis, die f√ľr f√ľnf Jahre in Aussicht gestellt wurde.
Der Bescheid zum Antrag auf Einleitung in den Vorfluter Schellenbach stehe noch aus. Möglichkeiten zur Vergrößerung der Schilfkläranlage seien gegeben.
Angetan waren die Seminarteilnehmer von der harmonischen Einf√ľgung der Anlage in die Landschaft. Nicht gekl√§rt werden konnte, ob der Inhalt des Sch√∂nungsteichs zu Feuerl√∂schzwecken verwendet werden kann. schm


  Kein Tropfen Regenwasser flie√üt in die Kanalisation                        Nach Oben
Verst√§rkte Nutzung f√ľr Garten und Haushalt

FT 13.06.2002 KRONACH.  Zu verst√§rkter Nutzung von Regenwasser f√ľr Gartenbew√§sserung und f√ľr den Haushalt riefen am Mitt¬≠woch Experten beim ,,Forum gr√ľnes Bauen Bayern" auf. Anl√§sslich der Landesgarten¬≠schau informierten sich 111 B√ľrgermeister, Gesch√§ftslei¬≠tende  Beamte und Landschaftsarchitekten aus ganz Bayern, haupts√§chlich aber aus dem fr√§nkischen Raum, √ľber die vielf√§ltigen M√∂glich¬≠keiten, das Einleiten von Re¬≠genwasser in die Kanalisation zu vermeiden.
Die Referenten zeigten vor allem die Nachteile gro√üer ver¬≠siegelter Fl√§chen - zum Bei¬≠spiel Parkpl√§tze, Stra√üen oder Grundst√ľckseinfahrten - auf. Besonders nach einem starken Regenguss wie am vergange¬≠nen Donnerstag sei die Kanalisation hoffnungslos √ľberlas¬≠tet, weil das Wasser schwall-artig abflie√üe. Werde das Re¬≠genwasser jedoch auf dem Grundst√ľck belassen und so¬≠mit nicht den Entw√§sserungs¬≠leitungen zugef√ľhrt, k√∂nne man die Kanalisation entlas¬≠ten.
Walter Kolb von der Bayeri¬≠schen Landesanstalt f√ľr Wein und Gartenbau, Veitsh√∂ch¬≠heim, schlug eine Kombinati¬≠on aus Dachbegr√ľnung, Fl√§chenentsiegelung und Ver¬≠sickerung als optimale L√∂sung vor. An einem 1.10-Modell ei¬≠nes normalen Einfamilien¬≠hauses auf einem nur 600 Quadratmeter gro√üen Grundst√ľck, bei dem Dachbegr√ľ¬≠nung, Entsiegelung und Versickerung optimal ber√ľcksich¬≠tigt seien, habe man nachge¬≠wiesen, dass selbst eine so extreme  Niederschlagsmenge wie  die des vergangenen Donnerstags in einer halben Stunde auf dem Grundst√ľck verschwunden sei, ohne dass ein. einziger Liter in das Ab¬≠wassersystem gelange.
Optimale Lösung
Entsiegelung ist nach der Ex¬≠pertenansicht eine L√∂sung, Versiegelung gar nicht erst entstehen zu lassen, das Opti¬≠mum. Dies f√ľhrten B√ľrger¬≠meister Dieter Schaar und Ge¬≠sch√§ftsleitender Beamter Rai¬≠ner Schimpf aus Neudrossen¬≠feld, Kreis Kulmbach, an¬≠schaulich vor Augen. Seit Jah¬≠ren baut die stark anwachsen¬≠de Gemeinde auf √∂kologisch sinnvolle   Regenwassernut¬≠zung, bestraft die Fl√§chenver¬≠siegelnden und belohnt dieje¬≠nigen, die dazu beitragen, we¬≠niger. Regenwasser in die Ka¬≠nalisation zu leiten. Die Neudrossenfelder haben es bei einem neuen Baugebiet sogar geschafft, dass kein Tropfen Regenwasser mehr in die Ka¬≠nalisation l√§uft.

NP 31.01.2002 u.a. Thema Zisternen und Geb√ľhren                              Nach Oben
Burgpreppach - Marktgemeinderatssitzung - Auszug
....
Nach der neuen Satzung darf jetzt ganz offiziell Regenwasser in Zisternen f√ľr die Gartenbew√§sserung und zur Toilettensp√ľlung gesammelt und verwendet werden. Bisher war die Praxis schneller als die Satzung es erlaubte und damit rechtswidrig. Durch die neue Satzung wurde nun der Zustand legalisiert.
Wie Oberamtsrat Schmidt von der VG Hofheim ausf√ľhrte, hat die Verabschiedung der neuen Satzung keinen Einfluss auf die Geb√ľhren. Abschweifend vom Tagesordnungspunkt erl√§uterte der VG-Leiter die M√∂glichkeiten, die es einmal geben kann, wenn nun die satzungsm√§√üige Voraussetzung f√ľr die √∂ffentliche Wasserversorgungseinrichtung geschaffen ist.
Elmar Appel hatte nichts gegen die Verabschiedung der neuen Satzung, machte aber darauf aufmerksam, dass k√ľnftig an Geb√ľhren f√ľr Zisternenbenutzer bez√ľglich der Abwassergeb√ľhren gedacht werden muss, wenn es zu finanziellen Ausf√§llen f√ľr die Gemeinde kommen sollte, die auch durch Wassereinsparungen auftreten k√∂nnten. Nach Meinung des Gemeinderates Appel m√ľssen auch bei weniger Verbrauch die Anlagen aufrecht erhalten werden.
Gerhard Schmidt erklärte dazu, dass die Gemeinde eingreifen kann, wenn durch Zisternennutzung mindestens 12,5 % weniger Wasserabnahme erfolgt. Davon sei Burgpreppach aber noch weit entfernt. Ohne Gegenstimme wurde der neuen Satzung zugestimmt. ....

Zu viele Kolibakterien in den drei Hohnh√§user Quellen und zu viel Nitrat in den zwei Burgpreppacher Trinkwasserquellen bereiten der Gemeinde Sorgen. ,,In √úschersdorf m√ľssen wir uns am wenigsten den Kopf zerbre¬≠chen", meinte B√ľrgermeister El¬≠ting. Irgendwann wird zwar eine Sanierung f√§llig, aber im Mo¬≠ment gibt es dort keine Proble¬≠me.
Durch 17 Untersuchungen im Jahr wurde in Hohnhausen fest¬≠gestellt, dass Keime in den Quel¬≠len auftreten. In Burgpreppach stieg der Nitratwert im Jahr 1990 von durchschnittlich 45 mg/l Nitrat auf √ľber 50 mg/l 1999. Wurden 2000 noch Werte um die 53 mg/l gemessen, so musste ein Jahr sp√§ter schon 1,3 mg/l Nitratsteigerung zur Kenntnis genommen werden.
B√ľrgermeister Elting ist sich sicher, dass ohne einen weiteren Eingriff von selbst die Werte in den n√§chsten Jahren nicht sin¬≠ken, obwohl seit Jahren an die Landwirte Entsch√§digungen we¬≠gen D√ľngeeinschr√§nkungen ge¬≠zahlt  werden. Oberamtsrat Schmidt meinte dazu, dass ohne die eingeleiteten Gegenma√ü¬≠nahmen gar keine Ausnahmege¬≠nehmigung mehr ausgespro¬≠chen worden w√§re.
F√ľr B√ľrgermeister Elting ist es unverst√§ndlich, dass verschie¬≠dene B√ľrger die Grenz√ľberschreitungen als nicht sch√§dlich bezeichnen, w√§hrend gegen Sendemastanlagen  protestiert wird, obwohl dort die vorge¬≠schriebenen Grenzwerte einge¬≠halten werden.
Gemeinderat Heinrich Rot¬≠tenberg berichtete von einer Be¬≠sichtigung von Osmoseanlagen und UV-Bestrahlungsanlagen, die seiner Meinung kosteng√ľns¬≠tig auch in Burgpreppach und Hohnhausen gegen das Nitrat und der Verkeimung eingesetzt werden k√∂nnten.
B√ľrgermeister Elting stimmte den Ausf√ľhrungen zu, dass mit technischen Mitteln die Proble¬≠me in den Griff zu bekommen sind, es frage sich nur, zu wel¬≠chem Preis. Norbert Ott wies da¬≠raufhin, dass die Probleme schon l√§nger best√ľnden.
Dem widersprach B√ľrgermeis¬≠ter Elting und erkl√§rte, dass man 1998 noch unter der Nitratgrenze lag und erst durch monatliche Messungen den h√∂heren Durch¬≠schnittswert  feststellte. Ott dr√§ngte darauf, noch in dieser Wahlperiode die Probleme an¬≠zupacken.

NP 21.09.2001 Widerrechtliche Auff√ľllung eines Feldweges         Nach Oben
Untermerzbach: So geht es nicht - der Bauausschuss der Gemeinde Untermerzbach will eine widerechtliche Verf√ľllung eines √∂ffentlichen Feld- und Waldwegs in der Gemarkung Gleusdorf nicht dulden. Bei einer Ortseinsicht kritisierte das Gremium die nicht fachgerechten Arbeiten.
Der √∂ffentliche Feld- und Waldweg befindet sich rechts neben der Verbindungsstra√üe zwischen Gleusdorf und M√ľrsbach und f√ľhrt in Richtung Wald. Ein Anlieger aus M√ľrsbach hat den Weg in der zur√ľckliegenden Zeit mit Bitumen, Beton, Steinen, Gittersteinen und Boden aufgef√ľllt. Und das, ohne die Gemeinde, in deren Besitz der Weg ist, vorher zu informieren, sagte B√ľrgermeister Eichhorn. Es k√∂nne schlie√ülich nicht jeder machen, was er will.
Auch Gemeinderat Hubertus Fromm sah das so. Zudem ist die Auff√ľllung des Weges nicht fachgerecht gemacht worden, urteilte er. Schon aus diesem Grund bestehe Handlungsbedarf. “Wenn man was macht, dann muss es gut sein und nicht dillettantisch”, so Fromm.
Bei Regen bestehe die Gefahr, dass der in den Weg gef√ľllte Boden weggeschwemmt wird.
Der Ausschuss stellte fest, dass die Auff√ľllungen widerrechtlich sind. Durch die nicht fachgerechte Ausf√ľhrung seien nunmehr Sch√§den an Fahrzeugen und Grundst√ľcken zu bef√ľrchten. Dem Verursacher wird nun auferlegt, den Weg wieder in seinen urspr√ľnglichen Zustand zu versetzen oder die Wegearbeiten fachgerecht auszuf√ľhren. Zudem muss der M√ľrsbacher nachweisen, dass das eingebaute Material nicht umweltgef√§hrdend ist.
 

FT 08.09.2001                                                                                                Nach Oben
Trinkwasserschutz muss auf die Tagesordnung
SPD-Kreistagsfraktion will Klarheit √ľber Atrazin

KREIS HASSBERGE. Berichte √ľber eine Pressekonferenz am Schweinfurter Wasserwirt¬≠schaftsamt (siehe FT vom 13. September) greift der Vorsit¬≠zende der SPD-Fraktion im Kreistag, G√ľnther Geiling, auf, um Aufkl√§rung √ľber die Belas¬≠tung mit dem Herbizid Atrazin im Kreis zu fordern.
Er sehe Widerspr√ľche zu Aussagen  im  Umweltaus¬≠schuss des Kreistages vom 26. Juli, schreibt Geiling in dem Brief an Landrat Rudolf Hand¬≠werker, in dem er beantragt, das Thema Atrazin in der n√§chsten Sitzung des Kreis¬≠tags-Umweltausschusses  zu behandeln.
Im 6. Umweitschutzbericht, der in der Sitzung vom 26. Juli vorgestellt und erl√§utert wor¬≠den sei, stehe auf Seite 36 un¬≠ter 5.6 ,, Nitrat und Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser" die Feststellung, dass trotz des seit 1990 g√ľltigen Einsatzver¬≠bots des Pflanzenschutzmit¬≠tels Atrazin im Maisanbau noch immer Grenzwert√ľber¬≠schreitungen dieses Herbizids festgestellt werden m√ľssten.
Auf die Nachfrage Geilings zu den Gr√ľnden sei ihm mit¬≠geteilt worden, dass die ge√§nderten Vorgaben der D√ľnge¬≠verordnung erst mittelfristig greifen w√ľrden und von ei¬≠nem langwierigen Abbaupro¬≠zess auszugehen sei. Dass auch heute noch Atrazin verbotswidrig ausgebracht w√ľrde, h√§tten auch die anwesenden Landwirte zur√ľckgewiesen. Das Vorhandensein des Ab¬≠bauprodukts Desethylatrazin sei als deutlicher Hinweis auf den lang  zur√ľckliegenden Herbizideintrag  beschrieben worden, schreibt Geiling.
Die Leiterin der Technischen Gew√§sseraufsicht am Schweinfurter Wasserwirt¬≠schaftsamt, Dr. Dagmar Mu√ühoff, sei zitiert worden: ,,Ich gehe davon aus, dass Atrazin weiterhin verwendet wird." Als besonders auff√§lligen Be¬≠reich nenne sie den Einzugs¬≠bereich der Nassach. Als Be¬≠gr√ľndung f√ľhre sie an, dass dort das Ausgangsprodukt Atrazin das Abbauprodukt De¬≠sethylatrazin weit √ľbertreffe. Dr. Mu√ühoff habe in der Pres¬≠sekonferenz mitgeteilt, dass es mit gezielten Bodenproben¬≠entnahmen m√∂glich sei, die ,,Umwelts√ľnder" festzustel¬≠len. Dr. Mu√ühoff k√∂nne die Situation erhellen.

FT 04.09.2001                                                                                                       Nach Oben
Farbe gehört nicht in den Ausguss
Wasserwirtschaftsamt Schweinfurt r√ľckte nat√ľrlichen Kreislauf in den Blickpunkt

HASSFURT/SCHWEINFURT. Die Flie√ügew√§sser in der Region Main/Rh√∂n sind in den letzten Jahren zwar ,,sauberer" geworden, aber es bleibt doch einiges zutun, insbesondere was Aufkl√§rung √ľber die Wasserwirtschaft allgemein und den Umgang mit dem Lebenselixier Wasser betrifft. von Jochen Bopp
Dies ist das Fazit eines Presse-Gespr√§chs mit den Fachbereichsleitern am Wasserwirtschaftsamt Schweinfurt, das f√ľr die Region Main/Rh√∂n - und damit den Landkreis Ha√überge - die Zust√§ndigkeitsbeh√∂rde in Sachen Trinkwasser, Grundwasserschutz, Abwasser (Kl√§ranlagen) oder Hochwasserschutz ist. Die Gew√§sserg√ľte des Mains hat sich in den letzten Jahren durch kontinuierlich versch√§rfte Anforderungen und den Ausbau von Kl√§ranlagen deutlich verbessert. Obwohl sich der Abwasseranfall seit 1964 mehr als verdoppelt hat, sind der Main und mit ihm die meisten anderen Gew√§sser relativ sauber, es kommt kaum noch zu Fischsterben.
,,Rund 80 Prozent aller Einwohnerwerte (der Rechenbegriff Einwohnerwerte f√ľr Kl√§ranlagen beinhaltet auch Gewerbebetriebe, d. Red.) sind inzwischen an Kl√§ranlagen mit N√§hrstoffelimination angeschlossen", stellte  Gerhard Ganzinger, zust√§ndig f√ľr Oberfl√§chengew√§sserschutz und Abwasserentsorgung, fest.
Die Phosphoreintr√§ge sind durch phosphatfreie Waschmittel, durch die verbesserten Kl√§ranlagen und weniger Erosion aus der Landwirtschaft um gut 45 Prozent zur√ľckgegangen. Ebenso manche Problemstoffe wie Pflanzenschutzmittel. Obwohl seit 1991 verboten, ist das Unkrautvernichtungsmittel Atrazin, das im Boden und Wasser nur langsam abgebaut wird, zwar um fast die H√§lfte reduziert, jedoch noch vorhanden. Noch nicht komplett aufbereitet ist zwar eine Studie mit mehr als zehn Messstellen f√ľr die Nassach im Landkreis Ha√überge, jedoch kommt es auch hier punktuell zu einem Atrazin-Restmengeneintrag, insbesondere aus Kl√§ranlagen. Dies l√§sst f√ľr die Bereichsleiterin der Technischen Gew√§sseraufsicht Dr. Dagmar Mu√ühoff den Schluss zu, dass es sich um einen nicht sachgem√§√üen Umgang mit Spritzger√§ten (auf dem Bauernhof beispielsweise) handelt und so Pflanzenschutzmittel √ľber die Abwasserkan√§le in die Kl√§ranlagen gelangen. W√§hrend Dr. Mu√ühoff Atrazin in der Nassach im Gegensatz zur Werm als ,,geringeres Problem" ansieht; k√∂nne man aber auch hier wegen anderer Herbizide ,,eine Verkaufsstatistik nach den Messergebnissen erstellen".
Gefahren gehen heute auch von Verbindungen aus, die bereits als Spuren das Erbgut sch√§digen oder als Hormone wirken k√∂nnen. Sie sind in vielen Alltagsprodukten wie Kosmetika, Badezus√§tzen, Arzneien, Farben oder Lebensmittelzus√§tzen enthalten. Alles, was in einer Kl√§ranlage nicht entfernt werden kann, landet im Main, in der Nordsee und √ľber die Fische wieder auf dem Teller. Deshalb d√ľrfen Medikamente oder Farben in keinem Fall in Ausguss oder Toilette gekippt werden.
Höhere Abwasserabgabe
Irritationen bei Gemeinden hervorgerufen hat die erh√∂hte Abwasserabgabe (eine Art Strafe) bei zu viel Fremdwassereintrag in die Kl√§ranlagen. Wurde fr√ľher die Parole ausgegeben ,je d√ľnner die Br√ľhe, desto besser", so lautet heute das Credo ,,Je d√ľnner, desto schlechter l√§sst es sich reinigen". Man wolle die Schmutzmenge reduzieren, erkl√§rte Ganzinger.
Nur schwer sei den H√§uslebauern beizubringen, dass man heutzutage keine Dr√§nagen legen m√ľsse, um einen Keller trocken zu halten. Wasserdichte Keller seien ,,so viel teurer nicht". Trotzdem w√ľrden - von der Bauleitplanung auch schwer zu √ľberwachen - Hausdr√§nagen gelegt, die fl√§chenm√§√üig das Grundwasser absenken und es in die Kan√§le ableiten. Diesen ,,Entw√§sserungskomfort" m√ľsste √ľber die Abwasserabgabe der Gemeinde jeder B√ľrger bezahlen.
Hinsichtlich der Wasserversorgung erkl√§rte Heinz Perzlmeier, dass es gelte, vor allem √∂rtliche und ortsnahe Versorgungseinheiten zu sch√ľtzen. Obwohl Unterfranken relativ niederschlagsarm sei, d√ľrfte der Grundwasserstand nach Auffassung des Geologen Bernhard Pitschka zu halten sein, zumal die Industrie heute erheblich verbesserte technische M√∂glichkeiten f√ľr ihren Wasserbedarf habe. 
Perzlmeier: ,,Von der Menge her wird's noch ein paar Jahre reichen, wenn wir uns nicht kaputtmachen". Mit ,,ein paar Jahre" meinte er die Vorschau auf 30 bis 40 Jahre. Gef√§hrdungspotenziale gebe es, einen absoluten Schutz nicht. Gewerbeansiedlungen in ein Wasserschutzgebiet zu stellen, nur weil die Autobahnanbindung in der N√§he sei, davon sollten St√§dte und Gemeinde tunlichst abkommen. F√ľr das Wasserwirtschaftsamt jedenfalls stelle die Fernwasserversorgung nur die letzte Alternative zur Trinkwasserversorgung dar.

Jeder B√ľrger im Landkreis Ha√überge verbraucht 126 Liter  Nach Oben
FT 08.08.2001 Das Statistik-Landesamt untersuchte die Wasserversorgung im Landkreis
KREIS HASSBERGE. Wie viel Wasser (ver)braucht ein Mensch? Im Landkreis Ha√überge waren es im Jahresdurchschnitt 1998 pro Tag und Einwohner in den Haushalten rund 126 Liter. Am meisten davon wurde f√ľr die Toilettensp√ľlung sowie f√ľr Bad und Dusche verwendet.
Berechnet hat den Wasserverbrauch im Landkreis das Landesamt f√ľr Statistik und Datenverarbeitung in seinem dieser Tage fertig gestellten Bericht √ľber die √∂ffentliche Wasserversorgung. Demnach bezieht sich der Pro-Kopf-Verbrauch von 126 Litern je Tag und Einwohner lediglich auf die Haushalte (einschlie√ülich Kleingewerbe), die an das √∂ffentliche Wassernetz angeschlossen sind. Im Landkreis Ha√überge waren dies im Jahr 1998 rund 99,7 Prozent der Bev√∂lkerung. Zum Vergleich: Bayernweit waren 98,4 Prozent der Einwohner an die √∂ffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Im Regierungsbezirk Unterfranken lag dieser Wert bei 99,7 Prozent.
Vergleiche zeigen auch, wo der Landkreis Ha√überge mit den rund 126 Litern pro Tag und Haushaltsmitglied steht. In Unterfranken lag der Mittelwert bei 124 Litern, und im gesamten Freistaat verbrauchte jeder Einwohner pro Tag durchschnittlich 136 Liter. Dabei reichte die Spanne von 105 Litern je Einwohner im Landkreis Schweinfurt bis hin zu 196 Litern in der Landeshauptstadt M√ľnchen.
In einer umfangreichen Auswertung hat das Landesamt f√ľr Statistik und Datenverarbeitung zum einen festgestellt, dass sich in Bayern der Wasserverbrauch in den vergangenen Jahren verringert hat: um neun Liter je Einwohner und Tag im Jahr 1998 seit dem verbrauchsreichsten Erhebungsjahr 1991. Zum anderen sch√§tzt das Bayerische Landesamt f√ľr Wasserwirtschaft, dass durchschnittlich rund 70 Prozent des Leitungswassers f√ľr Toilettensp√ľlung, Bad und Dusche, 15 Prozent f√ľr Geschirr und W√§sche, elf Prozent f√ľr Haushalt, Garten und Auto und lediglich rund zwei Prozent f√ľr Essen und Trinken verwendet werden.
Insgesamt haben 1998 die √ľber 2500 Wasserversorgungsunternehmen im Freistaat rund 919 Millionen Kubikmeter Wasser gef√∂rdert, darunter 5,853 Millionen Kubikmeter im Landkreis Ha√überge (die regionale Zuordnung erfolgte dabei nach dem Standort der Wassergewinnungsanlagen). Die Wasserf√∂rderung und die Wasserabgabe an Letztverbraucher sind allerdings nicht identisch.
Im Landkreis Haßberge wurden im Jahr 1998 insgesamt 5,266 Millionen Kubikmeter Wasser an Letztverbraucher abgegeben, darunter 4,034 Millionen Kubikmeter an Haushalte (einschließlich des Kleingewerbes) und 1,232 Millionen Kubikmeter an gewerbliche und sonstige Abnehmer.
Damit entfielen auf die Haushalte rund 76,6 Prozent der gesamten öffentlichen Wasserabgabe, auf die gewerblichen Abnehmer 23,4 Prozent. Bayernweit verbrauchten die Haushalte 75,4 Prozent des Trinkwassers, und das Gewerbe nahm 24,6 Prozent des Trinkwassers ab.
mar

 

 

BN-Linde_klein