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Naturschutz

Info zu Störchen im Landkreis Haßberge

“Life-Natur”-Projekt Mainaue
von Haßfurt bis Eltmann

BUND Naturschutz Ebern

BN-Eigenbericht vom 03.06.2005
F√ľhrung durch das Natur-Life-Projekt Mainaue
Haßfurt Mitglieder des Bund Naturschutz Ebern besichtigten das europaweit bedeutsame LIFE-Natur-Projekt im Maintal bei Haßfurt.
Unter der sachkundigen F√ľhrung des Diplom-Biologen Dietmar Will, welcher als Projektmanager f√ľr die zoologische Seite des Projekts zust√§ndig ist, konnten die Teilnehmer eine Vielzahl von seltenen Vogelarten h√∂ren und teilweise auch sehen. Fast w√§hrend der gesamten dreist√ľndigen Wanderung konnte man den Gesang der Nachtigall bewundern.
An den Ufern der Gew√§sser zeigten sich u.a. Rohrammern, Teichrohrs√§nger, Blessh√ľhner, Beutelmeisen und das seltene Blaukehlchen. Kiebitze, Rohrweihe und einen Kuckuck im Flug sieht man in unserer Gegend auch nicht alle Tage.
Ein Teil des Weges f√ľhrte auch an den Informationstafeln des vom Bund Naturschutz vor einigen Jahren geschaffenen Bienenlehrpfades entlang.
Dietmar Will erl√§uterte w√§hrend des Rundganges die Entstehung und die bisherige, sowie die bis zum Jahre 2007 geplante Entwicklung des Projektes. S o werden mit den F√∂rdermitteln u.a. Fl√§chen angekauft und zielgerichtet bewirtschaftet. Geplant sind am Rande des Gebietes auch zwei Beobachtungst√ľrme mit einem Info-Bereich. Die bei Anfang des Projektes bestandenen Konflikte mit anderen Nutzungen (Angler, Freizeitaktivit√§ten usw.) sind in der Zwischenzeit durch verschiedene Ma√ünahmen verringert worden. F√ľr die Angler wurden bestimmte Uferstreifen ausgewiesen und f√ľr die Freizeitaktivit√§ten kann der Augsfelder Baggersee genutzt werden. Im √ľbrigen wurden durch das Projekt selbst keine neuen Verordnungen geschaffen, sondern die vor Beginn des Projekts bereits bestehenden Regelungen f√ľr Landschafts- und Naturschutzgebiete werden angewandt.
So können interessierte Besucher das Projektgebiet auf den bestehenden Wegen jederzeit betreten und die reiche Vielfalt der Natur bewundern.
Dabei k√∂nnen sie z.B. auch die Entwicklung der Einzel-Projekte wie die geschaffenen Flachwasserzonen am Gro√üen W√∂rthsee und die Beweidung der Wiesen mit Schafen beobachten. Empfehlenswert ist die Besichtigung des Gebietes vor allem im Fr√ľhjahr und im Herbst, wenn die auf dem Durchzug befindlichen √ľber 150 Vogelarten das Gebiet als Rastplatz nutzen. Zu diesen Jahreszeiten haben sich schon Seeadler und Kraniche eingefunden.
Ergänzende Informationen zu diesem Projekt können im Internet unter Adresse www.mainaue.de entnommen werden.
Der 1. Vorsitzende des BN Ebern Harald Amon bedankte sich zum Abschluss der F√ľhrung bei Dietmar Will mit einem kleinen Pr√§sent und w√ľnschte ihm und dem ganzen Projekt eine erfolgreiche Zukunft.

Hassberg-Echo 28.05.2005 Gro√üe Nachfrage nach F√ľhrungen
Das Maintal im Landkreis ist eine ‚ÄěBird Area“ von europ√§ischem Rang
HASSBERGKREIS.
Zwischen dem Gro√üen W√∂rth, einem fr√ľheren Baggersee mit Altmainarm, und dem Ha√üfurter Flugplatz, dort, wo ein paar alte, knorrige B√§ume aus dem R√∂hricht ragen, ist eben ein Greifvogel aufgestiegen und dreht mit seinen seltsam abgewinkelten Fl√ľgeln eine Runde. ‚ÄěDas ist die Rohrweihe“, sagt Dietmar Will mit sicherem Kennerblick auch aus 200 Meter Entfernung. Das Weibchen dazu d√ľrfte im Nest sitzen und br√ľten. Eine St√∂rung w√ľrde das Aus f√ľr die Brut bedeuten. ‚ÄěWenn es die Rohrweihe bei uns nicht mehr gibt, ist diese Art v√∂llig ausgestorben“, erkl√§rt der Biologe.
Das allein ist nur einer von vielen Gr√ľnden, warum das Maintal im Landkreis Ha√überge eine so wichtige ‚ÄěBird Area“ (Vogelgebiet) von europ√§ischem Rang ist. Die Europ√§ische Union hat im Herbst 2003 die Mainaue zwischen der Altach bei Wonfurt und der Graureiher-Kolonie bei Eltmann-Dippach als eines von nur sieben Gebieten in Deutschland in ihr ehrgeiziges Projekt  ‚ÄěNatur-Life“ aufgenommen und pumpt bis zum Jahr 2007/08 knapp eine Million Euro in den Landkreis. Dann soll es abgeschlossen sein und ‚Äěfunktionieren“  - als kontinentales Zug-, Rast- und Brutgebiet f√ľr r√∂hricht- und feuchtwiesengebundene Vogelarten. Dazu m√ľssen in dem Gebiet die entsprechenden, nur noch ansatzweise vorhandenen Lebensr√§ume geschaffen werden, wie die Flachwasserzonen f√ľr die Watv√∂gel, Schilf und Feuchtwiesen. Auf 1,87 Millionen Euro ist das Projekt angelegt. Die Gelder kommen neben der EU noch zu 30 Prozent vom bayerischen Freistaat und zu je 10 Prozent sind der Landkreis und, je nach Gebietsanteil, die Kommunen Ha√üfurt, Knetzgau, Sand, Zeil und Eltmann beteiligt.
Natur pur am Kleidersee. ‚ÄěDer gr√∂√üte L√§rm kommt von oben“, meinte der Gew√§sseraufseher von Seeinhaber Erich Schmidt gegen√ľber Otto Elsner und Dietmar Will

Seit November 2003 sind die Biologen Dietmar Will (f√ľr die zoologische Seite zust√§ndig) und Otto Elsner (f√ľr die botanische Seite) sowie der Geograf Bernhard Reiser (Bodenkunde) mit der Umsetzung besch√§ftigt. Otto Elsner vom Institut f√ľr Vegetationskunde und Landschafts√∂kologie hat von der Arbeitsgemeinschaft (Landkreis und Kommunen) einen Werkvertrag, Will als sein ‚ÄěSubunternehmer“ wurde von der Stadt Ha√üfurt f√ľr einige Stunden in der Woche dazu freigestellt.
1120 Hektar betr√§gt die Fl√§che f√ľr Natur-Life, in der nat√ľrlich auch schon die bisherigen Natur- und Vogelschutzgebiete liegen. Wie ein Fleckerlteppich, mal breit, mal schmal, f√ľhrt das avisierte Gebiet auf der Landkarte kettenartig am Main entlang von Dippach bis Wonfurt, nur unterbrochen durch die Papierfabrik Palm bei Eltmann. Die Erhebung von Will hat gezeigt, dass es i m Fr√ľhjahr hier 104 Vogelarten gibt und √ľber das Jahr gesehen √ľber 200 – ‚Äěein breites Spektrum und im internationalen Vergleich sehr viele“, sagt Will. Erfreulicherweise sei die Populationsdichte vor allem bei Blaukehlchen und Nachtigall schon sehr stark.
Mit fast der H√§lfte der Gelder werden Grundst√ľcke angekauft. Bisher sind es bereits 46 Hektar, darunter mit 42 Hektar der gesamte Hochreinsee zwischen dem Sander Baggersee und Knetzgau. Hier werden voraussichtlich im Herbst riesige Erdbewegungen stattfinden, weil zwei Hektar in Flachwasserzone umgewandelt werden soll. Am Gro√üen W√∂rth ist das am Westufer, allerdings auf nur einem halben Hektar Fl√§che, bereits unter Mithilfe eines √∂rtlichen Bauunternehmens geschehen. Auch am Kleidersee bei Augsfeld wird es Weger√ľckbau und Ufergestaltung geben, insbesondere im √∂stlichen und s√ľdlichen Teil. In der N√§he des Autobahnzubringers soll ein kleiner, urw√ľchsiger Auwald entstehen. Der westliche Teil des Kleidersees und ein n√∂rdlicher verbleibt der Naherholung (Campen, Angeln, Baden). Die Natur, so zeigt das Beispiel des Kleidersees, hat sich vieles schon selbst geholt. Die Insel, die der Sand- und Kies-Unternehmer Ernst Kleider seinerzeit mit gro√üem Aufwand und aus eigenem Naturverst√§ndnis inmitten des Baggersees geschoben hat, ist inzwischen schon ein kleiner Urwald mit riesigen B√§umen geworden. ‚ÄěNatur-Life“ braucht seine Hilfe nicht...
Ein St√ľck Arbeit zu Natur-Life ist schon geschafft. Dietmar Will (links) und Otto Elsner, die Biologen, vor dem Gro√üen W√∂rth, wo eine Flachwasserzone von 5000 Quadratmetern im vergangenen Herbst geschoben wurde. ‚ÄěWir hatten Gl√ľck, dass der Unternehmer Degel, der auch der Jagdp√§chter ist, eine Trockenperiode erwischt hat, sonst w√§ren die Ger√§te versunken“, schilderte Will.

√úberhaupt r√§umt Otto Elsner mit Bef√ľrchtungen auf, der Bev√∂lkerung w√ľrde ein St√ľck Natur entzogen. Neue Reglementierungen f√ľr Landwirte, J√§ger oder Angler gibt es wegen Natur-Life nicht. Und im Gegenteil geh√∂rt zu den vordringlichen Aufgaben der Biologen bei der Umsetzung von Natur-Life gerade die √Ėffentlichkeitsarbeit und die Besucherlenkung. ‚ÄěDie Leute sollen reingucken k√∂nnen“, erkl√§rt Elsner, aber sie sollen eben nicht in der Natur rumstolpern und zerst√∂ren. Deshalb wird ein umfassendes Wegesystem erarbeitet, das die Besucher lenkt. So ist unter anderem an einen Rundwanderweg vom Sander Campingplatz am Hochreinsee vorbei gedacht. An Aussichtst√ľrme am Gro√üen W√∂rth und an der Graureiher-Kolonie bei Dippach. Infotafeln sollen aufkl√§ren dar√ľber, was zu sehen sein k√∂nnte bei genauer Beobachtung. Und vom Mainradwanderweg, einer der frequentiertesten Fernradwege in Deutschland inzwischen, sollen Hinweisschilder und Extra-Wege zu Abstechern in das Natur-Life -Gebiet verf√ľhren. Die Besucher d√ľrften dann eines Tages wahrscheinlich auch richtige ‚ÄěUrviecher“ betrachten k√∂nnen. Denn da sich der Gr√ľnlandanteil erh√∂ht, muss auch um die Nachpflege Sorge getragen werden. Angedacht ist, wie Dietmar Will schildert, die Rinderbeweidung mit Heckrindern, die dem Wisent oder gar dem Bison √§hneln.
Die Attraktivit√§t des Landkreises erh√∂hen und sich – auch – als Vogelparadies, wom√∂glich sogar einmal mit dem Wei√üstorch, zu positionieren, das war und ist das Ziel von Landrat Rudolf Handwerker mit diesem Projekt. Es ist vielfach auf Skepsis und Widerstand gesto√üen. Den gibt es auch heute noch, wie Elsner und Will feststellen, aber die T√∂ne sind leiser geworden. Und viele helfen mit, wie der Gew√§sseraufseher am Kleidersee, um st√∂rendes ‚ÄěKlientel“ zu vertreiben. Ein ‚ÄěSt√ľck Arbeit“ erwarten die Biologen, √ľbrigens im Gleichklang mit den J√§gern, allerdings noch mit den Hundehaltern. Denn ‚ÄěWastl“ und ‚ÄěRambo“ sollen nicht √ľberall frei rumschn√ľffeln d√ľrfen – wegen der Wiesenbr√ľter. Aber vielleicht lassen sich auch f√ľr diese Vierbeiner noch zwei, drei spezielle ‚ÄěHundemeilen“ einrichten.
Handwerkers Ziel scheint jedenfalls eineinhalb Jahre nach Beginn der Ma√ünahmen bereits in der Ferne aufzublitzen: Schon jetzt, wo noch kaum was ‚Äělos“ ist, ist die Nachfrage nach F√ľhrungen erstaunlich. ‚Äě24 gab es in elf Monaten“, sagt Will. Sogar ‚ÄěBayern 2“ berichtete und das BR-Fernsehen wird folgen.
Siehe auch www.mainaue.de.

NP 23.04.2004

EU-KOMMISSION AUS BR√úSSEL WAR ZU GAST
Der Zeitpunkt f√ľr das Projekt Mainaue war goldrichtig

HASSFURT - Eine Delegation der zust√§ndigen EU-Kommission in Br√ľssel sowie Mitarbeiter des Bundesumweltministeriums, des Bayerischen Umweltministeriums sowie der Regierung von Unterfranken statteten am vergangenen Dienstag dem LIFE-Natur-Projekt einen ganzt√§gigen Besuch ab.
Nicht von ungef√§hr wehte am Dienstag an der Ha√üfurter Stadthalle die Fahne der Europ√§ischen Union im Wind. Zu einem Arbeitstreffen im Rahmen des LIFE-Natur-Projekts ‚ÄěMainaue zwischen Ha√üfurt und Eltmann“ hatte sich Besuch aus Br√ľssel sowie aus Bonn und M√ľnchen angek√ľndigt.
Im Beisein der B√ľrgermeister der vier am Projekt beteiligten Kommunen, Michael Ziegler (Eltmann), Christoph Winkler (Zeil), Werner Schneider (Knetzgau) und Rudi Eck (Ha√üfurt) konnte Landrat Rudolf Handwerker zusammen mit Regierungsvizepr√§sidentin Heidrun Piwernetz zahlreiche G√§ste im gro√üen Sitzungssaal des Landratsamtes begr√ľ√üen. Aus Br√ľssel waren Roswitha Eibl-Winter und Federico Nogara von der EU-Kommission sowie Herrn Fritz von der EU-Consulting-Firma International Nature Link angereist.
Begleitet wurde die Delegation von Holger Galas vom Bundesministerium f√ľr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU, Bonn) und von Harald Lippert vom Bayerischen Staatsministerium f√ľr Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (StMUGV, M√ľnchen). Neben Regierungsvizepr√§sidentin Piwernetz vertraten Sachgebietsleiter J√∂rg Steinhoff und Martin Heidler die Regierung von Unterfranken.
Vom Landratsamt Haßberge nahmen Abteilungsleiter Dr. Gerhard Weinmann, Sachgebietsleiter Bernd Janik und Fachkraft Robert Lauer an der Veranstaltung teil. Das Projektmanagement mit Otto Elsner, Dietmar Will und Bernhard Reiser vervollständigte die Runde.
In seiner Begr√ľ√üung gab Landrat Handwerker seiner Freude √ľber den ersten Besuch einer EU-Kommission in seinem Landkreis Ausdruck. Er stellte die besondere Naturausstattung des Landkreises heraus. Insgesamt 13 Naturschutzgebiete gebe es im Landkreis, die eine Fl√§che von rund 2600 Hektar umfassten.
Der Anteil der Natura 2000-Gebiete sei im Vergleich zu anderen Landkreisen √ľberdurchschnittlich hoch. Aufgrund der zahlreichen Naturschutzfl√§chen sei der Landkreis, so Handwerker, besonders von F√∂rdermitteln abh√§ngig, denn Naturschutz sei kein Selbstl√§ufer. Vielmehr seien immer wieder Lenkungsma√ünahmen notwendig. Bei der Finanzierung des Naturschutzes sehe er angesichts der katastrophalen Lage bei L√§ndern und Gemeinden gewaltige Probleme.
Die zugesicherten finanziellen EU-Mittel f√ľr das LIFE-Natur-Projekt und die daran gekoppelten Mittel des Bayerischen Naturschutzfonds wiegten in Zeiten massivster K√ľrzungen umso mehr. So betrachtet sei der Zeitpunkt f√ľr das LIFE-Natur-Projekt in der Mainaue ‚Äěgoldrichtig“ gewesen. Heute sei etwas derartiges nicht mehr machbar.
Regierungsvizepr√§sidentin Piwernetz dankte der EU-Kommission f√ľr ihr Kommen. Sie berichtete, dass das LIFE-Natur-Projekt in der Mainaue nach Projekten in der Rh√∂n und bei Volkach das dritte dieser Art in Unterfranken sei.
Die Antragstellung sei in enger Absprache zwischen Regierung und Landratsamt erfolgt. Sie w√ľrdigte ausdr√ľcklich das pers√∂nliche Engagement von Landrat Handwerker. Ein derartiges Projekt verlange Mut, so Piwernetz, den auch die B√ľrgermeister der beteiligten Kommunen bewiesen h√§tten, wof√ľr sie ihren Dank aussprach.
Projektmanager Otto Elsner stellte anschlie√üend kurz das Projektgebiet vor, er√∂rterte den ‚ÄěFahrplan“ f√ľr 2004 und Ma√ünahmen zur √Ėffentlichkeitsarbeit. Sein Kollege Bernhard Reiser ging auf den aktuellen Stand in Sachen Fl√§chenank√§ufe ein und zeigte M√∂glichkeiten des Fl√§chentausch auf. Projektmanager Dietmar Will stellte die aktuelle Homepage des LIFE-Natur-Projekts vor, die er zusammen mit Mitarbeitern des Landratsamts erstellt hat und die derzeit √ľber die Internet-Seite des Landkreises (www.hassberge.de) zu erreichen ist.
Nach dem ersten offiziellen Teil ging es in kleinerer Runde ins Gelände. An verschiedenen Punkten des Projektgebiets wurden Chancen und Schwierigkeiten der Planungen diskutiert. Dabei wurden die Altach zwischen Haßfurt und Wonfurt, das Niedermoor bei Augsfeld, Sichelsee und Großer Wörth bei Haßfurt, der Kleidersee bei Augsfeld und schließlich der Mainbogen bei Limbach besucht und geplante Maßnahmen vorgestellt.
Bei einer Abschlussbesprechung im Landratsamt wurden vor allem finanztechnische Themen er√∂rtert. Dabei konnten die mit den EU-Formalit√§ten vertrauten Mitglieder der Kommission wertvolle Tipps und Erl√§uterungen geben, die gerade jetzt zu Beginn des Projekts au√üerordentlich wichtig sein d√ľrften. lra

FT 27.03.2004

Projekt lernt jetzt das ‚ÄěLaufen“ 
Life-Natur in den Mainauen wird konkret: Erste Schritte gemacht

KREIS HASSBERGE. Das Besprechungszimmer im Spitzboden des Landratsamtsgeb√§udes in Ha√üfurt platzte fast aus allen N√§hten, als erstmals die so genannte projektbegleitende Arbeitsgruppe zum Life-Natur-Projekt ‚ÄěMainaue zwischen Ha√üfurt und Eltmann“ tagte.
Zahlreiche eingeladene Vertreter von Fachbeh√∂rden und Interessensverb√§nden fanden sich ein, um sich dar√ľber informieren zu lassen, in welcher Form sie sich in die Projektarbeit einbringen k√∂nnen. Auch die an der Finanzierung des Projektes beteiligten Kommunen waren mit ihren B√ľrgermeistern oder eigens abgestellten Mitarbeitern vertreten.
Dr. Gerhard Weinmann, der f√ľr den Naturschutz zust√§ndige Abteilungsleiter am Landratsamt, f√ľhrte eingangs aus, dass ein gewisser Rahmen durch den Antrag, der an die EU gestellt worden war, vorgegeben ist, innerhalb dessen sich aber Spielr√§ume befinden.
Ins Detail gingen die Projektmanager Otto Elsner, Dietmar Will und Bernhard Reiser. Dabei betonte Elsner, dass es sich bei dem Projekt nicht um die Ausweisung neuer Schutzgebiete handele, sondern um ein F√∂rderinstrument der EU, um bestehende Schutzgebiete zu optimieren und um diese zu dem europaweiten Schutzgebietsnetz ‚ÄěNatura 2000“ zu verkn√ľpfen. Er erl√§uterte die Gebietskulisse und den organisatorischen Aufbau des Projekts.
Der Biologe Dietmar Will stellte kurz die F√ľlle von Tierarten und Lebensr√§umen vor, die die EU offenbar motiviert hat, das Projekt in dem vorgesehenen Ma√üe zu f√∂rdern.
Der Geograph Bernhard Reiser nannte erste konkrete Projektziele f√ľr 2004 im Rahmen der √∂kologischen Umwandlung von intensiv genutzten Fl√§chen, der √Ėffentlichkeitsarbeit und der Besucherlenkung. Hierbei konnte ein erst kurz zuvor fertiggestelltes Info-Faltblatt vorgestellt werden.
In Anschluss an die Präsentation kamen die Anwesenden der Aufforderung von Weinmann nach und stellten zahlreiche Fragen, so dass sich eine lebhafte und konstruktive Diskussion entwickelte. Dabei wurden Ansätze zur Zusammenarbeit gerade mit der Wasserwirtschaft und der Fischerei deutlich. Den Gesprächen im großen Kreis werden in nächster Zeit kleinere Gesprächsrunden und Einzelgespräche folgen, um konkrete Projektziele in Angriff zu nehmen.
Informationen zu dem Projekt gibt es bei diesen Stellen:
Projektmanagement Life-Natur-Projekt ‚ÄěMainaue zwischen Ha√üfurt und Eltmann“
Institut f√ľr Vegetationskunde und Landschafts√∂kologie
Forsthausstrasse 8
97491 Aidhausen-Rottenstein
life-mainaue@hassberge.de
Diplom-Biologe Dietmar Will
IVL Unterfranken
Telefon: 09521/688134
Mobil: 0171/4247214
e-Mail: dietmar.will@sin.de

FT 11.11.2003 

Mit Erfahrung f√ľr √∂kologische Belange 
Life-Natur-Arbeitsgemeinschaft hat Projektmanager f√ľr das Vorhaben im Maintal eingesetzt 

KREIS HASSBERGE. Die Arbeitsgemeinschaft der Kommunen, auf deren Gebiet das Life-Natur-Projekt der EU im Maintal realisiert wird, hat jetzt die Stelle des Projektmanagers besetzt. Das geht aus einer Mitteilung des Landratsamtes hervor. Ergebnis: Es ist das Institut f√ľr Vegetationskunde und Landschafts√∂kologie unter Leitung des Biologen Otto Elsner (Aidhausen-Rottenstein) mit den Mitarbeitern Bernhard Reiser (Geograph, Zeil) und Dietmar Will (Biologe, Ebelsbach).
Der Arbeitsgemeinschaft (Arge Life) der Maintal-Kommunen f√ľr das Life-Natur-Projekt geh√∂ren au√üer dem Landkreis Ha√überge die St√§dte Eltmann, Ha√üfurt, Zeil und die Gemeinde Knetzgau an. Die Arge entschied sich nicht von ungef√§hr f√ľr Otto Elsners Institut. Bei seinem Team handelt es sich um die besten Ortskenner des Life-Projektgebietes, die sich seit vielen Jahren intensiv mit der Flora, Fauna und Bodenkunde in diesem Raum besch√§ftigt haben. Ebenso hat die Projektgruppe Erfahrung mit der Pflege und Entwicklung, die im Vorfeld des Life-Projektes stattgefunden haben, wie das Landratsamt gestern mitteilte.
Otto Elsner hat schon viel im Landkreis Ha√überge gearbeitet. So war er auch an der ersten Biotopkartierung f√ľr den Landkreis 1988 bis '95 und an den botanischen und vegetationskundlichen Voruntersuchungen f√ľr das Naturschutzgebiet Mainaue bei Augsfeld beteiligt. Vielen naturkundlich interessierten Menschen ist er durch seine fachkundigen F√ľhrungen im Maintal bekannt.
Bernhard Reiser war ebenfalls an den wissenschaftlichen Voruntersuchungen f√ľr das Naturschutzgebiet Mainaue bei Augsfeld beteiligt. Ferner ist er am Gew√§sserentwicklungsplan Main–Stauhaltung Ottendorf und an der Gew√§sserstrukturkartierung ‚ÄěNassach“ beteiligt. Er hat den ‚ÄěGEO-Tag der Artenvielfalt 2002“ in Zeil mitorganisiert und leitet ebenfalls naturkundliche F√ľhrungen in dem Naturschutzgebiet Mainaue bei Augsfeld.
Dietmar Will ist in der Bau- und Umweltverwaltung der Stadt Ha√üfurt t√§tig. Daneben besch√§ftigt er sich besonders mit Vogelkunde und hat auch f√ľr den Landkreis schon ornithologische Fachgutachten erstellt. Aber auch f√ľr die Tiergruppen der Libellen, der Wildbienen und der Flederm√§use ist er Fachmann und hat schon Gutachten erarbeitet. Will ist ehrenamtlich f√ľr die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Unterfranken und im ganzen nordbayerischen Raum t√§tig, so das Landratsamt weiter.
Das Institut f√ľr Vegetationskunde und Landschafts√∂kologie ist unter folgender Mail-Adresse erreichbar: life-mainaue@landratsamt-hassberge.de  

FT  09.10.2003 
Landwirte sind mit im Boot 
Umweltausschuss des Kreistages bringt das Life-Natur-Projekt voran 
KREIS HASSBERGE
. Zur Umsetzung des von der EU geförderten Life-Natur-Projektes im Maintal hat der Umwelt- und Werkausschuss des Kreistages am Mittwoch der Bildung einer Arbeitsgemeinschaft (Arge) von Landkreis und den betroffenen Kommunen Haßfurt, Zeil, Eltmann und Knetzgau zugestimmt.

von Jochen Bopp
Teilweise lief dieser Beschluss einschlie√ülich der dazugeh√∂rigen Satzung schon bei den Kommunen mit Zustimmung √ľber die Ratstische.   Das Life-Natur-Projekt, das ein Kostenvolumen von zwei Millionen Euro hat, von denen 81 Prozent aus EU- und Staatsmitteln gef√∂rdert werden, soll – wie im FT bereits mehrfach berichtet – die Flusslandschaft Main zwischen Eltmann und Ha√üfurt in einen Ur-Zustand mit Auw√§ldern, reicher Vogelwelt und Flora versetzen. Bestimmte Wege und Aussichtspunkte sollen Besucher gezielt in das neu entstehende Naturparadies f√ľhren und an den Natursch√∂nheiten Anteil nehmen lassen.
Erster Schritt getan
Mit der Bildung der Arge wird ein erster Schritt getan. Mitglieder werden der Landrat und die B√ľrgermeister der Kommunen sein oder deren Vertreter. Als zweiter Schritt ist vorgesehen, einen Werkvertrag mit einem Projektmanager (B√ľro) abzuschlie√üen. Die Ausschreibung dazu sei bereits angelaufen, berichtete Landrat Rudolf Handwerker im Umweltausschuss.
Noch heuer wolle man, so der Landrat weiter, auch in die Grundst√ľcksverhandlung eintreten, um die notwendigen und geeigneten Fl√§chen, die bereits in Naturschutzgebieten l√§gen, in den Besitz zu bekommen. Die Grundst√ľcke, die auch im Tausch den Eigent√ľmer wechseln k√∂nnen, gehen in das Eigentum der jeweiligen Gemeinde √ľber.
Wenn dann, so Bernd Janik von der Unteren Naturschutzbeh√∂rde am Landratsamt, ‚Äěgr√∂√üere Brocken“ vorhanden seien, k√∂nne man mit der Umsetzung des Projektes beginnen. Die Zeit dr√§nge, denn der gesetzte Zeitrahmen zur Umsetzung von Life-Natur l√§uft im Juni 2007 aus.
Kreisrat Reinhold Giebfried, zugleich Kreisobmann des Bauernverbandes, wollte gewährleistet sehen, dass auch die Landwirte im betroffenen Gebiet bei den Umsetzungen entsprechend eingebunden und informiert werden. Dies sei im eigenen Interesse, meinte der Landrat Rudolf Handwerker.
Am Rande der Natur-Projekt-Er√∂rterung fragte Kreisrat Rainer Marquardt an, was denn mit dem so genannten Feilsbachsee in der Gemarkung Limbach sei. Dort verendeten Jahr f√ľr Jahr Massen von Fischen, weil der See keinen Zufluss zum Main hat, wie es fr√ľher einmal gewesen sein soll.
Hier, so Bernd Janik, gebe es unterschiedliche Interessen. Das Gebiet sei in der Trinkwasserschutzzone der Knetzgau-Sand-Wonfurt-Gruppe. Fachleute schl√∂ssen eine Qualit√§tsverschlechterung des gef√∂rderten Grundwassers nicht aus, wenn eine √Ėffnung zum Main geschaffen w√ľrde. ‚ÄěWenn j√§hrlich 3500 Kilogramm stinkender Fisch da herumliegen, ist das wahrscheinlich auch nicht qualit√§tsf√∂rdernd“, argumentierte Rainer Marquardt, worauf niemand eine Antwort gab.

NP 06.09.2003
Life-Natur-Antrag des Landkreises √ľberzeugte Br√ľssel

Landkreis Ha√überge. Am gestrigen Freitag erhielt das Landratsamt frohe Botschaft von der Europ√§ischen Union in Br√ľssel: Der Life-Natur Antrag des Freistaates Bayern f√ľr das Projekt ‚ÄěMainaue zwischen Hassfurt und Eltmann“ hat Erfolg gehabt. Dies ist eine gro√üe Auszeichnung f√ľr das Landratsamt Ha√überge, das den Antrag vorbereitet hat (Federf√ľhrung Robert Lauter von der unteren Naturschutzbeh√∂rde). In Bayern wurden zwei Antr√§ge genehmigt, in ganz Deutschland sieben.
Nunmehr kann ab sofort in einem Zeitraum von vier Jahren daran gegangen werden, die natursch√ľtzerische Wertigkeit der verschiedenen Biotope in den Naturschutzgebieten ‚ÄěMainaue bei Augsfeld“, ‚ÄěVogelfreist√§tte Graureiherkolonie bei Dippach“ und ‚ÄěAltmain und Sandmagerrasen bei Limbach“ systematisch mit einem Investitionsvolumen von 1,9 Mio. Euro zu verbessern und die Reste von Niedermooren, Auw√§ldern und Sandmagerrasen in diesem Gebiet zum Wohl der Natur zu vergr√∂√üern.
Dazu soll eine Steuerungsgruppe der betroffenen Kommunen eingesetzt werden, neben dem Landkreis die St√§dte Hassfurt, Zeil und Eltmann sowie die Gemeinde Knetzgau, die sich auch mit Eigenmitteln an den Ma√ünahmen beteiligen werden. In der Planung sind auch Ma√ünahmen, um Schulklassen, Touristen und allen interessierten Bev√∂lkerungskreisen das Naturerlebnis zu erleichtern, beispielsweise Vogelbobachtungst√ľrme, Lehrpfade und Erlebniswege.

FT 28.05.2003
K√ĖNIGSBERG. Gute Chancen hat der Landkreis Ha√überge, in das ‚ÄěLife-Natur"-Projekt der Eu¬≠rop√§ischen Union aufgenom¬≠men zu werden. Rund eine Million Euro k√∂nnten aus diesem ,,gr√ľnen" Topf in den Landkreis Ha√überge flie√üen.
Oberregierungsrat Dr. Ger¬≠hard Weinmann gab dem Umweltausschuss des Kreistags' der gestern Nachmittag in der K√∂nigsberger Stadthalle tagte, einen Bericht zum Stand des Verfahrens. Der Landkreis hat sich mit einem Areal von 2000 Hektar f√ľr das innovative Naturschutzprojekt beworben, f√ľr das in Br√ľssel Millionengelder mobilisiert werden. ,,Es ist sehr kompliziert und sehr an¬≠spruchsvoll", sagte Dr. Weinmann, so dass der Landkreis die Projektbetreuung per Werkver¬≠trag an einen externen Fach¬≠mann vergeben hat.
Fr√ľchte getragen
Das scheint Fr√ľchte zu tra¬≠gen. Nach vielen Nachfragen aus Br√ľssel und einer umfas¬≠senden Umarbeitung des Kon¬≠zeptes ist der Landkreis jetzt in die engere Wahl von urspr√ľng¬≠lich 300 Bewerbern gekom¬≠men. 70 sind jetzt noch im ,,Rennen", und rund 50 werden am Ende wohl in den Genuss des warmen EU-Geldregens kommen. Anfang Juli f√§llt die Entscheidung in Br√ľssel.
Dann k√∂nnte es recht schnell gehen: Bei einer positiven Ent¬≠scheidung rechnet Dr. Weinmann damit, dass noch heuer im August mit der Umsetzung des ,,Life-Natur"-Projektes be¬≠gonnen wird, das keine neuen Schutzma√ünahmen vorsieht. Vielmehr sollen die vorhande¬≠nen Schutzgebiete im Maintal zwischen den St√§dten und Ge¬≠meinden Ha√üfurt, Knetzgau, Sand, Zeil und Eltmann besser vernetzt und zu einem einzig¬≠artigen Naturraum f√ľr (Zug)-V√∂gel gemacht werden.
Anziehungskraft
Anziehungskraft soll das Ge¬≠biet aber auch f√ľr Naturliebha¬≠ber bekommen. Mit dem Geld aus dem EU-Projekt soll das Ge¬≠biet in den Mainauen durch Wege und Beobachtungspunkte sensibel erschlossen werden. ,,Eine Riesenchance f√ľr uns", meinte Landrat Rudolf Hand¬≠werker, der Einw√§nden etwa aus dem Kreis der Landwirte vorbeugte: Der Pflegeaufwand werde eher geringer und weni¬≠ger kostenintensiv, da das Pro¬≠jekt unter anderem auch darauf abzielt, Teilbereiche durch die Schaffung von Auw√§ldern der Natur ,,zur√ľckzugeben".
Finanziert wird das Projekt zur H√§lfte von der EU. Weitere 30 Prozent steuert der Freistaat bei, und den Rest teilen sich je zur H√§lfte der Landkreis und die sechs Gemeinden.     gf

FT 30.04.2002
Kreis bewirbt sich um "Natur-Life"
Kreistag Haßberge fasste gestern einstimmigen Beschluss zu Projekt
von Jochen Bopp
KREIS HASSBERGE. Nach dem "Donnergrollen" (so die SPD-Kreisr√§te G√ľnther Geiling und Bernhard Ru√ü) von Landrat Rudolf Handwerker in der letzten Kreisausschusssitzung wegen einer versp√§tet eingegangenen und scharf fordernden Stellungnahme des Bauernverbandes hat am gestrigen Montag der Kreistag den Beschluss zur Bewerbung um das "Natur-Life-"Projekt im Maintal einstimmig gefasst.
Die Vorbehalte der Bauern wurden durch eine Stellungnahme des Landratsamtes "im Wesentlichen ausger√§umt", stellte Landrat Rudolf Handwerker befriedigt fest. Die landwirtschaftliche Interessensvertretung hatte ihre Bedenken artikuliert, dass weitere wertvolle Ackergrundst√ľcke verloren gingen, bei anderen Naturschutzausweisungen der Vergangenheit das Vertrauen in Zusicherungen "mehr als √ľberbeansprucht" worden sei, sprach von "schleichender Enteignung" und "preistreibend" f√ľr den verbleibenden Grundst√ľcks- und Pachtmarkt und stellte eine Reihe von Forderungen. Die Ortsverb√§nde Steinbach und Ebelsbach lehnten das Vorhaben g√§nzlich ab, wie der Kreistag Ha√überge erfuhr.
Die Untere Naturschutzbeh√∂rde am Landratsamt stellte jedoch fest, dass im Bereich Steinbach-Ebelsbach gar keine Ma√ünahmen geplant seien, die f√ľr das Projekt von entscheidender Wichtigkeit w√§ren. Aus nicht nachvollziehbaren Gr√ľnden kursierten teilweise auch v√∂llig irreale Preisvorstellungen bei den Grundst√ľcksk√§ufen. Fl√§chen w√ľrden, so das Landratsamt, nur "zu markt√ľblichen Preisen" erworben. Kein Eigent√ľmer k√∂nne gezwungen werden, sein Grundst√ľck zu verkaufen. Andererseits k√∂nne die R√ľcksichtnahme nicht so weit gehen, dass ein P√§chter eine Art Veto-Recht gegen einen Verkauf einlegen k√∂nne, teilte die Beh√∂rde mit. Der Kreisobmann des Bauernverbandes und Kreisrat Reinhold Giebfried stellte den Antrag, dass das Schreiben des Bauernverbandes zu Protokoll genommen wird.
Mit dem Projekt, √ľber das von der EU erst im kommenden Jahr entschieden wird, k√∂nnte die in weitem Umfang bereits unter Naturschutz und in die FFH-Zone aufgenommene Mainaue zwischen Ha√üfurt und Eltmann strukturell f√ľr die Tier- und Pflanzenwelt verbessert werden (der FT berichtete bereits mehrfach). 1,62 Millionen Euro F√∂rdermittel k√∂nnten in den Kreis gezogen werden, der Kreis und die beteiligten Kommunen m√ľssten nochmals 380000 Euro an Eigenmitteln dazu geben. Das Geld ist vorgesehen f√ľr die Biotopschaffung, Pflege sowie infrastrukturelle Ma√ünahmen (Freizeit und Besucherlenkung) und f√ľr Grundst√ľcksankauf (knapp 700000 Euro).
Schwerpunkte des Projekts sind, wie Projektmanager Dieter Lauer erläuterte, die Niedermoorflächen bei Zeil, das Große Wörth, der Kleidersee, der Landwehrgraben mit Elfensee (alle bei Augsfeld), die Altach in Haßfurt, der Hochreinsee Knetzgau, der Altmain in Sand, der Limbacher Bogen und die Graureiherkolonie bei Dippach (Stadt Eltmann).

FT 16.04.2002
Streit um das "Natur-Life"-Projekt
am Montag in Sitzung des Kreis-Umweltausschusse
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HASSFURT. Eigentlich war es nach den vielen Vorgesprächen, Versammlungen und sachlichen Diskussionen nur ein formaler Beschluss, den der Umwelt- und Werkausschuss des Kreistages am Montag fassen und dem Kreistag als Empfehlung ans Herz legen sollte: Es ging um das "Natur-Life"-Projekt.

von Jochen Bopp
Der Landkreis soll zusammen mit den im Projektgebiet beteiligten St√§dten und Gemeinden die Tr√§gerschaft f√ľr das "Natur- Life-Projekt Mainaue von Ha√üfurt bis Eltmann" √ľbernehmen. Weiter stand gestern zur Diskussion, dass von den 380000 Euro Eigenkosten, die der Landkreis und die Kommunen aufzubringen haben, die H√§lfte der Kreis √ľbernimmt.
Wie bereits mehrfach berichtet, k√∂nnten bei Aufnahme in das "Natur-Life"-Projekt rund 1,6 Millionen Euro europ√§ischer und staatlicher F√∂rdermittel in den Landkreis gezogen werden. Mit den Geldern sollen weitgehend in den bereits jetzt schon unter Naturschutz gestellten oder als FFH- Zonen ausgewiesenen Gebieten im Maintal weitere strukturelle Verbesserungen f√ľr die Tier- und Pflanzenwelt, aber auch f√ľr Freizeit- und Erholungszwecke erzielt werden.
Nicht damit verbunden sein sollen weitere Unterschutzstellungen mit Verboten oder Auflagen. Gleichwohl soll ein Teil der Gelder auch f√ľr Fl√§chenank√§ufe herangezogen werden. In der gesamten Gebietskulisse von etwa 1350 Hektar handelt es sich dabei aber mit etwa 20 Hektar um eine verschwindend geringe Gr√∂√üe. Diese Fl√§chen sollen deshalb ins Eigentum der Kommunen √ľberf√ľhrt werden, um darauf tats√§chlich auch Ver√§nderungen im Sinne der Strukturverbesserung (Wiesen, Auwald, Sumpflandschaft) herbeif√ľhren zu k√∂nnen.
Sturm im Wasserglas
In der Sitzung am gestrigen Montag sorgten die Kreisr√§te und Vertreter des Bauernstandes f√ľr einen "Sturm im Wasserglas". Bauernverband-Kreisobmann Reinhold Giebfried und Gesch√§ftsf√ľhrer Gerhard Eller monierten, dass in dem Beschlussvorschlag und in den Erl√§uterungen des Landrates die Bedenken und Forderungen des Bauernverbandes, BBV, nicht aufgenommen wurden, obwohl sie schriftlich formuliert und dem Landratsamt vorgelegt wurden. Landrat Rudolf Handwerker reagierte ungehalten. Das Schreiben sei erst am Freitag im Landratsamt eingegangen und bei ihm "heute Vormittag (Montag) auf dem Tisch gelandet".
Darin werde eine Reihe von Forderungen erhoben, und die k√∂nnten nicht einfach in einen Beschluss aufgenommen werden. "So kann das nicht laufen", sagte er, denn die Tagesordnung der Kreis-Umweltausschusssitzung liege schlie√ülich schon seit zehn Tagen vor. Man m√ľsse √ľber die Forderungen des BBV erst diskutieren und der Verwaltung Zeit lassen zu reagieren. Auch Christoph Winkler und G√ľnther Geiling (Breitbrunn) meinten, der Beschlussvorschlag habe gar nichts mit der sp√§teren Ausf√ľhrung zu tun, weshalb die BBV- Forderungen auch sp√§ter noch behandelt werden k√∂nnten.
Der BBV forderte in dem Schreiben unter anderem, dass eine Fl√§che auch ohne Zustimmung der Nutzer (P√§chter) nicht aufgekauft beziehungsweise ver√§ndert werden d√ľrfe. Oder: Im zu bildenden Zweckverband m√ľssten Eigent√ľmer und Nutzer in ausreichender Zahl vertreten sein. "So ein Junktim k√∂nnen wir nicht annehmen", erkl√§rte Handwerker. "Der P√§chter kann doch kein Veto-Recht besitzen." Und es k√∂nne auch nicht sein, dass in einem Zweckverband die sitzen, die ihren eigenen Verkaufspreis bestimmen.
Giebfried und Eller beharrten jedoch darauf, nur zustimmen zu k√∂nnen, wenn die Forderungen aufgenommen und festgeschrieben seien. "F√ľr mich z√§hlt nur, was geschrieben ist", sagte Giebfried. Zu oft habe man da in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen machen m√ľssen. "Dann m√ľssen Sie eben dagegen stimmen", meinte Handwerker kurzum.
Oberregierungsrat Dr. Gerhard Weinmann widersprach der Behauptung von Eller, m√ľndlich zugesagt zu haben, dass nur dann Fl√§chen aufgekauft w√ľrden, wenn auch der P√§chter zugestimmt habe. "Das wurde nie gesagt. Wir werden das ber√ľcksichtigen und versuchen, Kompromisse zu finden", erkl√§rte er. Im √úbrigen habe es bisher einen einzigen P√§chter gegeben, der Probleme habe und mit dem gesprochen worden sei. Es gebe √ľberhaupt kein Problem, Fl√§chen zu bekommen, eher das Problem, dass zu viele Fl√§chen angeboten werden. "Und bisher gab es keinen einzigen Eigent√ľmer, der aus der Gebietskulisse heraus will", sagte Weinmann.
Letztendlich wurde ein von Hubert Eiring gestellter Antrag, in den n√§chsten zwei Wochen eine Ausschusssitzung mit dem gleichen Thema, aber inklusive der BBV-Forderungen, abzuhalten, mit f√ľnf zu zehn Stimmen abgelehnt. Anschlie√üend wurde der oben zitierte Beschluss mit gleichfalls zehn zu f√ľnf Stimmen angenommen. Der Kreistag werde sich, so Rudolf Handwerker abschlie√üend vers√∂hnlich, noch mit den Problemen der Landwirte befassen
.

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