Naturschutz

BN Ebern

Thema: Fl├Ąchenverbrauch, Bebauungspl├Ąne und Ausgleichsfl├Ąchenregelung

FT 12.01.2008 Alte Bausubstanz soll zu neuem Leben erwachen
Strukturpolitik 
In Ha├čfurt diskutierten Fachleute ├╝ber ein modernes Fl├Ąchenmanagement in den Kommunen.
VON UNSEREM MITARBEITER Manfred Wagner

Ha├čfurt - T├Ąglich werden in Bayern ├╝ber 20 Hektar (ha) wertvoller Boden f├╝r H├Ąuser und Stra├čen verbraucht. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt das eine Fl├Ąche so gro├č wie die Stadt Bamberg.
Dabei sei der Fl├Ąchenschutz als Umweltziel genau so wichtig wie saubere Luft, klares Wasser und gesunde B├Âden
, betonte Claus Hensold vom Bayerischen Landesamt f├╝r Umweltschutz bei einer gut besuchten Informationsveranstaltung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Ha├čberge im Landratsamt der Kreisstadt Ha├čfurt. Ein breites B├╝ndnis, darunter Ministerien, Umweltschutzverb├Ąnde, Universit├Ąten und Bauernverband, will eine Trendwende erreichen. Ziel: den Fl├Ąchenverbrauch dauerhaft reduzieren und die Ortkerne attraktiv und funktionsf├Ąhig machen.
F├╝r eine lebenswerte Heimat
Landrat Rudolf Handwerker sprach die demografische Entwicklung an. Seit 2002 gebe es im Landkreis eine leichte Tendenz zum Bev├Âlkerungsr├╝ckgang. Mit attraktiven St├Ądten und D├Ârfern sowie lebendigen Dorfkernen k├Ânnten Planer und Kommunalpolitiker gegensteuern und eine lebenswerte Heimat erhalten.
Hensold pl├Ądierte f├╝r das ÔÇ×Bauen im Bestand“. Die Vorteile l├Ągen auf der Hand: Einsparung von Erschlie├čungskosten, Auslastung vorhandener Infrastruktur wie Gesch├Ąfte oder Kinderg├Ąrten und inner├Ârtliche Belebung. Durch solche Baul├╝cken-Aktivierungen lie├čen sich unn├Âtige Versiegelungen im privaten und ├Âffentlichen Bereich vermeiden. Das Problem dabei: Die Grundst├╝cke und Brachfl├Ąchen seien in privater Hand. Viel ├ťberzeugungsarbeit, Einzelberatung und ein langer Atem seien notwendig.
Von positiven Erfahrungen mit dem Fl├Ąchenressourcenmanagement berichtete der B├╝rgermeister von Baiersdorf, Andreas Galster. Vor f├╝nf Jahren habe der Stadtrat eine Selbstverpflichtung proklamiert. N├Ąmlich vor der Ausweisung von Baugebieten im Au├čenbereich alle M├Âglichkeiten innerhalb des schon bebauten Gebietes zu nutzen. Immerhin acht Hektar an Alt- und Brachfl├Ąchen konnten im Stadtgebiet wieder aktiviert werden, wie er schilderte.
Baudirektor Manfred Gr├╝ner von der Regierung von Unterfranken referierte anschlie├čend ├╝ber M├Âglichkeiten, im Rahmen der St├Ądtebauf├Ârderung Ortskerne wiederzubeleben. Die H├╝rde dabei: Gef├Ârdert werden grunds├Ątzlich nur kommunale Ma├čnahmen wie beispielsweise die Restaurierung des alten Schulhauses in Mechenried, w├Ąhrend es f├╝r die Sanierung eines privaten Wohnhauses keine Zusch├╝sse gibt.
Dieses Stichwort nahmen der Landrat und der Oberauracher B├╝rgermeister Siegmund Kerker zum Anlass, neue F├Ârderinstrumente oder neue F├Ârderrichtlinien zu fordern. Es sei ein Unding, meinte das Gemeindeoberhaupt aus dem Steigerwald, wenn mit ├Âffentlichen Mitteln ein Dorfplatz mit teuerstem Pflaster und historischem Brunnen gestaltet werde, aber ÔÇ×drumherum laufen nur noch Ratten und M├Ąuse“.
Kerker berichtete, dass die Gemeinde Oberaurach mit gro├čem Engagement in Dankenfeld und Unterschleichach aktiv geworden sei. So habe die Kommune leer stehende, marode und bauf├Ąllige Anwesen k├Ąuflich erworben, abgerissen und an Familien mit Kindern abgegeben. Mit einem Zuschuss der Gemeinde h├Ątten diese dann gebaut und so zur Belebung des Ortskerns beigetragen. Als Kommune sei es besser, ein inner├Ârtliches Grundst├╝ck zur Bebauung zu verschenken, als langfristig die Unterhaltungs- und Folgekosten zu tragen.
Damit diese positiven Beispiele keine Einzelf├Ąlle bleiben, k├╝ndigte er eine ÔÇ×Baufibel“ als Leitfaden an. Damit soll anhand gelungener Beispiele aufgezeigt werden, welche Wege m├Âglich sind. mw

FT 24.11.2005 Ein Tummelplatz f├╝r Discounter 
Im Landkreis ist der Kampf um den Kunden unter den Lebensmittelm├Ąrkten entbrannt
HASSFURT. Beobachter der Szene sch├╝tteln den Kopf. ÔÇ×Noch ein Markt? Wo sollen denn die Leute alle herkommen, die das Zeug kaufen?“ von Jochen Bopp
Die Frage eines r├╝stigen 80-J├Ąhrigen am Stammtisch ist nicht unberechtigt. Ganz augenf├Ąllig tobt im Landkreis Ha├čberge der Kampf um Kunden unter den Lebensmittelm├Ąrkten, ob nun Vollsortimenter oder Discounter. Am Montag, 28. November, er├Âffnet Lidl mit rund 1000 Quadratmetern Verkaufsfl├Ąche einen neuen Markt in der Hofheimer Stra├če in Ha├čfurt. Nach Zeil ist es der zweite des Discount-Riesen im Landkreis. Und der Hunger ist noch nicht gestillt.
ÔÇ×Die ├ťberlegungen und Planungen f├╝r einen weiteren Markt in den Ha├čbergen sind vorhanden, aber wo kann man noch nicht sagen“, lie├č Claudia Kersting, die Immobilien-Leiterin der Lidl-Zentrale Nordbayern in Eggolsheim bei Forchheim verlauten. Erst vor einem Jahr scheiterte ein Lidl-Projekt in Ebern (verbunden mit einer kleinen Stadthalle) nach einer B├╝rgerbefragung am Standort.
Eine ÔÇ×geballte Ladung“an Anbietern
Nur zwei Wochen nach der Lidl-Er├Âffnung in Ha├čfurt wird am Montag, 12. Dezember, der Plus-Markt (geh├Ârt zur Tengelmann-Gruppe) an der Zeiler Stra├če, wo im Fr├╝hjahr noch die Gehles-M├Âbelwerkstatt stand, die T├╝ren ├Âffnen und Kundenscharen auf 650 Quadratmetern Verkaufsfl├Ąche (ver)locken. Mit acht Einkaufsm├Ąrkten – neben den genannten noch Aldi, Edeka (E-Center), Kupsch-Edeka, Norma, Rewe I und II (ÔÇ×Mee-Center“ und ÔÇ×Admira-Center“) – hat die Kreisstadt dann die geballteste ÔÇ×Ladung“.
Weitere Einkaufszentren sind Ebelsbach/Eltmann mit zwei Mal Edeka, Norma, Aldi, Plus, Rewe, Feinkost-K├Âbrich und Lebensmittel-Gutbrod, die Stadt Ebern mit Rewe, Aldi, Edeka, Norma und Tegut, Zeil mit Edeka (E-aktiv), Lidl und Norma sowie Hofheim mit Netto, Aldi, Edeka und Rewe (gr├Â├čerer Neubau zudem in Planung). Insgesamt gibt es im Landkreis ├╝ber 30 Einkaufsm├Ąrkte mit einer gesch├Ątzten Verkaufsfl├Ąche von 20 000 bis 25 000 Quadratmetern.
ÔÇ×Da l├Ąuft ein knallharter Wettbewerb“, wei├č Ha├čfurts B├╝rgermeister Rudi Eck. ÔÇ×Dem Kunden kann’s wurscht sein“, meint er, ÔÇ×der sucht sich die Sonderangebote sorgf├Ąltig aus, da geht die Frau in den Laden, der Mann in den anderen.“
Aber eine Stadt oder eine Gemeinde? Ihr kann es nicht so ÔÇ×wurscht“ sein, zumal mit den Markt-Ansiedlungen ÔÇ×auf der gr├╝nen Wiese“ auch die Ausd├╝nnung der Ortskerne verbunden ist. ÔÇ×Verhindern kann eine Stadt im Grunde nichts“, erkl├Ąrt Eck, in dem wie bei jedem B├╝rgermeister zwei Seelen in der Brust schlummern. Einerseits verlockt die Kaufkraftbindung, andererseits ist eine vern├╝nftige St├Ądteplanung ein unbedingtes Muss.
Was sagt denn das Einzelhandelsgutachten?
Zu steuern ist nur etwas ├╝ber die Bauleitplanung. Ha├čfurt hat deswegen auch die Fortschreibung des Einzelhandelsgutachtens in Auftrag gegeben. ├ťber das bereits vorliegende Ergebnis schweigt sich Eck noch aus. Es soll erst dem Stadtrat in seiner Dezembersitzung vorgelegt werden. ÔÇ×Aber es wird auch Aussagen treffen ├╝ber die Belegung des neuen Gewerbegebietes Ost“, verriet Eck.
Schon jetzt ist die volle Abdeckung erreicht
Peter Collier, Gesch├Ąftsf├╝hrer des unterfr├Ąnkischen Einzelhandelsverbands in W├╝rzburg, kennt die Situation im Kreis Ha├čberge genau. Und er kann rechnen. Bei einer Lebensmittelkaufkraft von 166 Millionen Euro im Jahr im Kreis (88 000 Einwohner) k├Ânne die Kreisstadt Ha├čfurt einschlie├člich ihrer Zentralit├Ątswirkung im Nahbereich etwa zwischen 25 und 30 Millionen Euro binden, sagt er. ÔÇ×Da w├Ąren 4500 bis 5000 Quadratmeter Verkaufsfl├Ąche angebracht“, f├╝hrt Collier aus. Und da B├Ącker und Metzger hinzu gerechnet werden m├╝ssten, w├Ąre schon jetzt eine volle Abdeckung erreicht und sogar ├╝berschritten – ohne Lidl und Plus.
Lidl ficht das nicht an. ÔÇ×Wir sind auf Expansionskurs“, sagt Claudia Kersting. Macht man sich mit zwei Lidl-M├Ąrkten, die nur acht Kilometer auseinander liegen (Zeil und Ha├čfurt), nicht selbst Konkurrenz? ÔÇ×Nein“, behauptet sie, ÔÇ×das sind unterschiedliche Einzugsgebiete. Ha├čfurt hat das Potenzial f├╝r einen eigenen Lidl.“ ├ťber die Umsatz-Erwartung schweigt sich Claudia Kersting aus: ÔÇ×Da sage ich nichts.“
ÔÇ×Gl├╝cklich ist keiner, die Tortenst├╝cke werden immer kleiner“, sagt J├╝rgen M├╝ck, der die beiden Rewe-M├Ąrkte in Ha├čfurt als Vollsortimenter betreibt. Es sei nicht nur in Ha├čfurt so, dass versucht werde, Umsatzzuw├Ąchse durch Expansion zu erreichen.
Gerhard Meyer, der Aufsichtsratsvorsitzende f├╝r die Edeka Nordbayern-Sachsen-Th├╝ringen und Markt-Unternehmer in Zeil, Knetzgau und Obertheres, sieht einen ÔÇ×echten Verdr├Ąngungswettbewerb, weil die vorhandene Kaufkraft nicht steigt“, und wird deutlicher. Ein Discount-Filialist sei durch viele Standorte in der Lage, auch mal mit Verlust zu arbeiten. Meyer sieht zwar nicht schwarz f├╝r seine Vollsortimentbetriebe, aber er erkennt ÔÇ×auch keine sch├Âne Situation f├╝r den Verbraucher“.
Peter Collier meint in gleicher Weise, dass es dem Verbraucher nicht egal sein kann, wer wo sich breit macht. ÔÇ×Er will g├╝nstige Preise, obwohl wir schon die g├╝nstigsten in Europa haben, aber er will auch Sicherheit, Gesundheit, Vielfalt und regionale Produkte“, erl├Ąutert Collier. ÔÇ×Aldi beispielsweise braucht Mengen, und das schlie├čt das Regionale schon aus.“
Die Gefahr der Verflachung
Die Konzentration gehe letztendlich zu Lasten derer, die ein volles Lebensmittelsortiment anbieten, glaubt er. Der Discounter setze preisaggressiv auf schnellen Umsatz mit relativ wenigen Sorten, der Vollsortimenter biete mehr Auswahl. Collier sieht deshalb die Gefahr einer ÔÇ×Verarmung und Verflachung des Angebotes“. Alle St├Ądte sollten auch deshalb, was die Ansiedlung betrifft, ÔÇ×vorsichtig handeln“, meint der Gesch├Ąftsf├╝hrer des Einzelhandelsverbands, einmal ganz abgesehen von den Fragen um die Schw├Ąchung oder St├Ąrkung von Innenst├Ądten
 

FT 11.06.2005 Lidl w├Ąchst
Neckarsulm
Die Schwarzgruppe mit dem Discounter Lidl und den Kauflandm├Ąrkten will im laufenden Gesch├Ąftsjahr 2005/06 mehr als 40 Milliarden EURO Umsatz erreichen. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei gut 36 Milliarden.......

FT 15.10.2004 Ebern Bebauungsplan “Westlich der Bahnhofstra├če”
..... “Heinz Dietz m├Âchte sein Firmengel├Ąnde kr├Ąftig auff├╝llen. Laut B├╝rgermeister sei die Stadt bereit, gegebenfalls Abgrabungen zu genehmigen, um die Hochwasserbilanz der Baunach noch zu gew├Ąhrleisten” .....

Der Bund Naturschutz Ebern hatte zu obigen Bebauungsplan folgende Stellungnahme abgegeben:
Die neuen Teile des Gewerbegebietes liegen in einem ├ťberschwemmungsgebiet. Die Errichtung baulicher Anlagen bewirkt eine Verringerung des Retentionsraumes und ist verboten (BayWG Art. 61 (2)). Angesichts der katastrophalen Hochwasserereignisse der letzen Jahre hat sich die Bayerische Staatsregierung die Schaffung bzw. Reaktivierung von Retentionsr├Ąumen zum Ziel gemacht. Auch die Aussagen der Regionalplanung sind diesbez├╝glich sehr deutlich formuliert
 

FT 22.07.2004 Die Umweltpr├╝fung wird verst├Ąndlicher“
Jetzt im Baurecht verankert: Bayerischer Gemeindetag informierte in Banz B├╝rgermeister und Planer
Kloster Banz. Die neuen ├änderungen im Baugesetzbuch, die seit vorgestern gelten, waren Thema einer Veranstaltung des Bayerischen Gemeindetags in Kloster Banz. ├ťber 400 B├╝rgermeister, Mitarbeiter, Vertreter der Landrats├Ąmter und Bauplaner dr├Ąngten sich in der Kutschenhalle. Das neue Recht trat am Dienstag in Kraft. Eine ├ťberarbeitung des Baugesetzbuches und des Raumordnungsgesetzes war durch EU-Vorgaben notwendig geworden.
Neben zahlreichen Neuerungen sind die Gemeinden k├╝nftig verpflichtet, bei jedem Bebauungsplan eine Umweltpr├╝fung vorzunehmen. Verschiedene Einzelpr├╝fverfahren wurden nun zu dieser Pr├╝fung zusammengefasst. Die neuen Bestimmungen stellte Referent Thomas Engel, Regierungsdirektor bei der Obersten Baubeh├Ârde, vor. Vorteil der aktuellen Regelung sei, dass sie der Rechtsvereinfachung diene, so Engel. Dabei gehe es um kein neues Baurecht, nur die Verfahren seien anders. Engel sprach die Ausgestaltung der Umweltpr├╝fung (UP) an, die nun die Kommunen bei allen Bebauungspl├Ąnen und Fl├Ąchennutzungspl├Ąnen machen m├╝ssen. Sie l├Âst die fr├╝here ÔÇ×Umweltvertr├Ąglichkeitspr├╝fung“ ab.
Ausnahmen, also keine verpflichtende Pr├╝fung, gebe es nur im vereinfachten Verfahren, wenn zum Beispiel keine Anhaltspunkte f├╝r eine Beeintr├Ąchtigung in Bezug auf die FFH- und die Vogelschutzrichtlinie zu erwarten sind.
Das UP-Verfahren werde in das Bauleitverfahren integriert und sei das Tr├Ągerverfahren f├╝r alle umweltsch├╝tzenden Belange. ÔÇ×Damit sollen alle umweltbezogenen Auswirkungen der Bebauung gepr├╝ft werden“, so Regierungsdirektor Engel. Dennoch w├╝rden von den Gemeinden keine ÔÇ×hellseherischen F├Ąhigkeiten“ verlangt: die Belange der Umwelt m├╝ssten lediglich ermittelt, bewertet und beschrieben werden. Dabei gehe es nur um die ÔÇ×erheblichen Auswirkungen“ auf die Umwelt, die von der Kommune ermittelt werden m├╝ssten.
Was die B├╝rgermeister besonders interessierte, war die Frage, ob die Gemeinde die Pr├╝fung selbst vornehmen k├Ânne. Referent Thomas Engel f├╝hrte aus, dass es aber keine besonderen Anforderungen an die Umweltpr├╝fung gebe – die k├Ânne jede Kommune selbst machen. Fachleute seien nur n├Âtig, wenn es sich um eine problematische Planung handelt.
Umweltbericht
Wesentliche Folge dieser Umweltpr├╝fung sei ein Umweltbericht, bei dem der Inhalt und die wichtigsten Ziele des Bauleitplanes dargestellt werden. Zus├Ątzlich erfolge in diesem Bericht eine Pr├Ąsentation der Umweltauswirkungen.
F├╝r die B├╝rger soll die Umweltpr├╝fung dar├╝ber hinaus verst├Ąndlicher werden: Die Kommunen werden verpflichtet, im Umweltbericht eine ÔÇ×allgemein verst├Ąndliche Zusammenfassung“ zu schreiben.
ÔÇ×Das bedeutet Mehrarbeit f├╝r die Kommunen“, so J├╝rgen Kohmann, Zweiter Staffelsteiner B├╝rgermeister auf Nachfrage des FT.
Nach einer zweij├Ąhrigen ├ťbergangsfrist haben die Gemeinden die erheblichen Umweltauswirkungen, die aufgrund von Bauleitpl├Ąnen eintreten k├Ânnen, zu ├╝berwachen. Dieses ÔÇ×Monitoring“ sei keine Vollzugskontrolle, sondern damit k├Ânne die Gemeinde unvorhergesehene Auswirkungen erkennen. Unvorhersehbar sei, so Engels, zum Beispiel, dass nach der Er├Âffnung eines Supermarktes die Besucher mit ihren Autos andere Verkehrswege nutzen als die von der Gemeinde daf├╝r bestimmten. Wie das ÔÇ×Monitoring“ ausgestaltet werden soll, legt der Umweltbericht fest.
F├╝r die neuen Regelungen gelten ├ťbergangsvorschriften. Bereits eingeleitete Verfahren werden nach dem alten Recht zu Ende gef├╝hrt. Allerdings gilt dies nicht f├╝r Verfahren, die nach dem 20. Juli 2006 abgeschlossen werden.
Weitere Referenten, Dr. Franz Dirnberger vom Bayerischen Gemeindetag und Professor Ulrike Pr├Âbstl, sprachen ausf├╝hrlich ├╝ber die Auswirkungen des Baurechts auf die Kommunen. kgw

FT 21.07.2004 Ruin├Âser Wettbewerb” um junge Familien
Ha├čfurt
- .... Jahrestagung der St├Ądtebauf├Ârderung
..... Regierungspr├Ąsident Dr. Paul Beinhofer: ... Dass Ortskerne “├╝beraltern” liege nicht nur an der demographischen Entwicklung, sondern auch daran, dass junge Familien in die Neubaugebiete abwanderten. St├Ądte und Gemeinden h├Ątten durch gro├čz├╝gige Ausweisungen von Siedlungen zu dieser Entwicklung beigetragen. Der “ruin├Âse Wettbewerb”, einerseits mit Hilfe der St├Ądtebauf├Ârderung den Ortskern attraktiv zu machen, andererseits Neubaugebiete ├╝ber den ├Ârtlichen Bedarf hinaus auszuweisen, m├╝sse enden.
Zu einfach w├Ąre es allerdings, so Beinhofer, nur durch Verknappung von Bauland die B├╝rger zu zwingen, eine leer stehende Liegenschaft im Stadt- oder Ortskern zu kaufen. Vielerorts m├╝ssten erst die Voraussetzungen im Ortskern mit Wohnqualit├Ąt geschaffen werden. ....

Erfolgreicher B├╝rgerentscheid
gegen Bebauung der Gr├╝nfl├Ąche am Angerbach
 

NP 15.05.2004 ÔÇ×B├ťRGERINITIATIVE ANGERBACHTAL
Tolles Wahlergebnis
Einige Mitglieder der ÔÇ×B├╝rgerinitiative Angerbachtal“ trafen sich zur abschlie├čenden Besprechung der Wahlergebnisse. Sie w├╝rdigten die verschiedenen Kommentare, schilderten ihre eigenen Wahlereignisse und regelten in Einstimmigkeit die finanziellen Angelegenheiten.
EBERN - Die Freude und innere Gel├Âstheit war allen Teilnehmern sogleich anzusehen. Die amtlichen Ergebnisse des B├╝rgerentscheids lagen vor und verlockten zu den verschiedensten Bewertungen. Keiner hatte diese hohe Wahlbeteiligung erwartet. Niemand hat mit dieser Zustimmung der B├╝rger rechnen k├Ânnen, obwohl man von den eigenen Argumentationen fest ├╝berzeugt war und nie an deren Richtigkeit zweifelte. Trotzdem konnte dieses Ergebnis nicht vorausgesagt werden.
Demokratie hat sich bew├Ąhrt. Nicht einfaches Wunschdenken fand eine Mehrheit, sondern komplizierte Gedankenverkn├╝pfungen wurden bewertet. Der B├╝rger hat sich f├╝r die vorhandene Struktur entschlossen – f├╝r Einzelh├Ąndler, mit denen er vertraut ist; er erkennt diese Wirtschaftsstruktur als lebenswert an.
Diese Erkenntnis freute einige Teilnehmer besonders und aus der Runde kam der Gedanke: Man sollte einen Aufruf f├╝r das Einkaufen in Ebern starten.
Die Gemeinschaft solle in schlechteren Zeiten n├Ąher zusammenr├╝cken und sich ihrer eigenen Werte bewusst werden. Dieses Zusammengeh├Ârigkeitsgef├╝hl sahen die Mitglieder der B├╝rgerinitiative als ein positives Ergebnis ihrer Arbeit an.
Dass die B├╝rger mit ihrer Entscheidung der Gemeinschaft einen gro├čen Gefallen getan und Schaden abgewandt haben, dar├╝ber waren sich alle Sitzungsteilnehmer einig. Auch das hohe Interesse der B├╝rger an der Problemstellung w├Ąhrend des Begehrens bis hin zum Entscheid wurde bewundert. Die Kommunalpolitik war nicht mehr nur eine ferne Sache aus dem Ratszimmer, sondern sie wurde breit diskutiert und mit den verschiedensten Argumenten gew├╝rdigt . Der B├╝rger als Souver├Ąn hat hier f├╝r sich und seine Wertvorstellungen in Mehrheit entschieden. Diese Tatsache wurde besonders anerkannt. Es wurde auch betont, dass sich alle M├╝he gelohnt h├Ątte und es ein befriedigendes Gef├╝hl sei, in einer funktionierenden Demokratie zu leben. fwe

FT 12.05.2004 EBERN - Lidl-Pl├Ąne f├╝r Ebern nicht ganz aufgegeben
von Ralf Kestel
“Ein wenig entt├Ąuscht” ist er schon der Bamberger Projektentwickler Peter Klappan, der f├╝r die Lidl-Lebensmarkt-Kette gerne auf der Gr├╝nanlage an der Ecke Coburger-/Gymnasiumsstra├če gebaut h├Ątte.
Er k├Ânne das Votum der Eberner zwar nicht verstehen, aber “der B├╝rger ist der Souver├Ąn und deswegen muss man das Abstimmungsergebnis akzeptieren”.
“Ich hatte den Eindruck, es ging weniger um den Bau des Lidlmarktes als um das Grundst├╝ck”, glaubt Klappan und will deswegen mit der Stadtverwaltung in Kontakt bleiben, ob sich auf der neuen Basis nicht doch andere Standorte, die weniger umstritten sind, finden lassen.
Von der FT-Redaktion auf das ausgewiesene Gel├Ąnde am Fu├če der Mannlehen-Siedlung angesprochen, gab sich Klappan skeptisch. “Das hattenw ir Lidl auch schon vorgeschlagen. Es liegt (noch) zu weit weg”.

NP 13.05.2004 B├ťRGERENTSCHEID IN EBERN 
Fast keine Abweichungen
EBERN - Bei der Ausz├Ąhlung der Abstimmungsunterlagen haben die ehrenamtlichen Helfer und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Ebern gut gearbeitet. Bei der Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses zum B├╝rgerentscheid in Ebern, sagte 3. B├╝rgermeister Harald Pascher am Mittwochabend, es habe zum vorl├Ąufigen Endergebnis von Sonntagabend nur geringf├╝gige Abweichungen von 0,03 Prozent gegeben.
Im Beisein von Franz Geu├č (CSU), Sigrid Carl (SPD), Thomas Wagner (FWE) als Vertreter der Stadtratsfraktionen sowie Maria Hanke von der B├╝rgerinitiative und Wahlleiter Michael Baiersdorfer gab Pascher die amtlichen Zahlen im Sitzungssaal des VG-Geb├Ąudes bekannt. Demnach lag die Wahlbeteiligung bei 50,51 Prozent und weicht geringf├╝gig von den am Sonntag ermittelten 50,88 Prozent ab. Grund sei, dass in Reutersbrunn versehentlich Briefw├Ąhler und W├Ąhler im Wahllokal falsch gez├Ąhlt wurden.
Hier die amtlichen Zahlen:
B├╝rgerentscheid 1 ( Ratsbegehren): 1096 g├╝ltige Ja-Stimmen (37,06 Prozent); 1861 g├╝ltige Nein-Stimmen (62,94 Prozent); g├╝ltige Stimmen insgesamt: 2957; ung├╝ltige Stimmen: 34; insgesamt abgegebene Stimmen: 2991.
B├╝rgerentscheid 2 (B├╝rgerbegehren): 1895 g├╝ltige Ja-Stimmen (66,28 Prozent); 964 g├╝ltige Nein-Stimmen (33,72 Prozent); g├╝ltige Stimmen insgesamt: 2859; ung├╝ltige Stimmen: 132; insgesamt abgegebene Stimmen: 2991. Die Stichfrage musste aufgrund des eindeutigen Ergebnisses nicht gewertet werden.
3. B├╝rgermeister Pascher bedankte sich bei allen Helfern und den Verwaltungsmitarbeitern f├╝r die prima Arbeit beim B├╝rgerentscheid. mic

NP 10.05.2004 B├ťRGERENTSCHEID IN EBERN:
Klare Mehrheit der B├╝rger lehnt Bau eines Lidl-Marktes und B├╝rgerhauses ab
VON KLAUS YERSIN UND MICHAEL WILL
EBERN - Klarer konnte die Entscheidung gegen eine Bebauung des Grundst├╝ckes an der Coburger Stra├če nicht ausfallen. Das Votum der 50,88 Prozent der B├╝rgerinnen und B├╝rger, die sich am ersten B├╝rgerentscheid in Ebern am Sonntag beteiligt haben, fiel so eindeutig aus, dass es sogar die Bef├╝rworter der B├╝rgerinitiative erstaunte.
Genau 5922 wahlberechtigte B├╝rgerinnen und B├╝rger im gesamten Stadtgebiet waren aufgerufen, zu den Wahlurnen zu gehen und dar├╝ber abzustimmen, ob das Grundst├╝ck an der Coburger Stra├če mit einem Lidl-Verbrauchermarkt und einem B├╝rgerhaus bebaut werden soll. 3013 Frauen und M├Ąnner und damit 50,88 Prozent machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Lediglich 38,42 Prozent stimmten f├╝r das Ratsbegehren, also f├╝r eine Bebauung, und 66,31 Prozent erwiesen sich als Bef├╝rworter der B├╝rgerinitiative und damit gegen eine Bebauung.
Ein ganz wichtiges Ergebnis war, dass sich damit 18,51 Prozent aller Wahlberechtigten f├╝r und 31,41 Prozent gegen die Bebauung ausgesprochen haben. Wichtig deshalb, weil damit die f├╝r ein B├╝rgerbegehren notwendige 20-Prozent-H├╝rde ganz eindeutig ├╝berschritten wurde. Und damit er├╝brigte sich auch die Wertung der Stichfrage; hier hatten sich 16,90 Prozent aller Wahlberechtigten f├╝r das Ratsbegehren und 31,48 Prozent f├╝r das B├╝rgerbegehren ausgesprochen.
Das Wahllokal in Heubach hatte am schnellsten ausgez├Ąhlt und meldete das Ergebnis um 18.15 Uhr in die Stadtverwaltung. Es folgten die Wahllokale in Unterpreppach, Eyrichshof und Albersdorf.
Mit rund 51 Prozent war die Wahlbeteiligung gut, entsprach damit der im Vorfeld des B├╝rgerentscheids diskutierten H├Âhe. Trotz Muttertag und bei regnerischem Wetter lie├čen sich knapp ├╝ber die H├Ąlfte aller Wahlberechtigten in der Stadt und den Ortsteilen zum Urnengang mobilisieren
Bereits im Vorfeld des Urnengangs wurde spekuliert, ob es den Initiatoren der B├╝rgerinitiative gelingen w├╝rde, ausreichend W├Ąhler f├╝r ihr Vorhaben – den Bau des Lidl-Marktes und des B├╝rgerhauses zu verhindern – mobilisieren zu k├Ânnen. Dem vorl├Ąufigen Endergebnis nach, das am Sonntagabend in der Verwaltungsgemeinschaft von 2. B├╝rgermeister J├╝rgen Hennemann verk├╝ndet wurde, ist es gelungen. Dagegen musste der Stadtrat mit B├╝rgermeister Robert Herrmann an der Spitze eine ÔÇ×Niederlage“ einstecken. Die Stadt hatte dem B├╝rgerbegehren ein Ratsbegehren entgegen gestellt, wobei sich die B├╝rger f├╝r eine Bebauung der Gr├╝nfl├Ąche an der Coburger Stra├če aussprechen konnten.
F├╝r eine ÔÇ×falsche Entscheidung“ h├Ąlt B├╝rgermeister Robert Herrmann den Ausgang des B├╝rgerentscheids. ÔÇ×Aber wir werden das jetzt alles demokratisch abwickeln.“ Die B├╝rger h├Ątten durch die Unterst├╝tzung des B├╝rgerbegehrens die Weichen f├╝r die zuk├╝nftige Entwicklung der Stadt Ebern falsch gestellt, sagte Herrmann am Sonntagabend in einem Telefoninterview mit der Neuen Presse. Jeder B├╝rger habe durch seine Stimme pers├Ânlich Einfluss auf die weitere Politik nehmen k├Ânnen. ÔÇ×Die B├╝rger haben abgestimmt, damit ist es so.“
Herrmann, der sich gerade in einem Urlaub in der T├╝rkei befindet, sprach davon, dass er bei seiner Urlaubsreise wundersch├Âne historische St├Ądte gesehen habe. In den St├Ądten stecke nach Einsch├Ątzung der Ortsbev├Âlkerung viel ÔÇ×heilige Weisheit“. Er werde deshalb versuchen, sich ein St├╝ck dieser Weisheit zu borgen und mit zur├╝ck nach Deutschland zu nehmen – mit der Folge, sich ├╝ber ÔÇ×kein Ergebnis aufzuregen“.
Die Wahlbeteiligung mit rund 51 Prozent empfindet Herrmann als gut, hatte nicht mit einer so hohen gerechnet. Scheinbar h├Ątte das Thema die B├╝rger ÔÇ×ziemlich mobilisiert“.
Das weitere Vorgehen in Sachen Lidl-Markt und B├╝rgerhaus brachte der B├╝rgermeister auf den Punkt: ÔÇ×Die Sache ist damit erledigt.“ Es werde deshalb auch die Bebauungsplan├Ąnderung f├╝r das Grundst├╝ck nicht weiter voran getrieben. Mit dem Votum der B├╝rger ist die ganze Angelegenheit rechtlich zumindest f├╝r ein Jahr auf Eis gelegt. Herrmann kann sich aber nicht vorstellen, dass nach Ablauf eines Jahres nochmals ein Versuch unternommen wird, das Grundst├╝ck zu bebauen.
Auch glaubt der B├╝rgermeister nicht, dass sich das Ingenieurb├╝ro Klappan aus Bamberg, das im Auftrag von Lidl das Bauvorhaben voran treiben sollte, um ein anderes Grundst├╝ck in Ebern bem├╝hen wird. Vielmehr ist Herrmann gespannt, ob sich Lidl nun in einer Nachbargemeinde ansiedeln wird. Sollte das geschehen, so gingen die Steuereinnahmen eben in die Nachbargemeinden.
Nach seinem pers├Ânlichen Empfinden, so Herrmann, habe er im Vorfeld der Abstimmung geglaubt, dass das Ratsbegehren besser als das B├╝rgerbegehren angenommen werde. Vor allem deshalb, weil er aus vielen Gespr├Ąchen heraus geh├Ârt habe, dass viele B├╝rger zwar den Lidl-Markt gerne in Ebern h├Ątten, das B├╝rgerhaus aber nicht f├╝r machbar hielten. Dass die Entscheidung nun gegen Lidl und gegen das B├╝rgerhaus ausgefallen sei, f├╝hrt der B├╝rgermeister auf eine im Vorfeld gef├╝hrte Kampagne zur├╝ck, durch die die B├╝rger verunsichert worden seien.
├ťber den Ausgang des B├╝rgerentscheids freut sich hingegen Dr. Friedrich Welker, einer der Initiatoren des B├╝rgerbegehrens. Er sprach von einer ÔÇ×ganz tollen Wahlbeteiligung“. ÔÇ×Das ist spitze, das gibt es anderswo nirgends.“ Die hohe Wahlbeteiligung sei sicher auch mit ein Verdienst der B├╝rgerinitiative, zeigte sich Dr. Welker sicher. ÔÇ×Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Durch die Entscheidung gegen eine Bebauung des Grundst├╝cks mit einem Lidl-Markt und einem B├╝rgerhaus ÔÇ×ist Schaden von der Stadt abgewendet worden“. ÔÇ×Dar├╝ber bin ich gl├╝cklich“, sagte er.
Und obwohl er nat├╝rlich einen deutlichen Sieg f├╝r das B├╝rgerbegehren erhofft hatte, hat Dr. Welker eine so klare Entscheidung nicht erwartet. Das voraus zu sehen, sei nicht m├Âglich. ÔÇ×Man wei├č nie, wie die stillen Mehrheiten sind, wie hoch die Wahlbeteiligung ist und welche Motive der B├╝rger letztlich hat.“
Die Meinungsbildung im Stadtrat, der ein Ratsbegehren entgegen gesetzt hatte, verurteilte Dr. Welker nicht. ÔÇ×Jeder kann seine Meinung vertreten, es herrscht Demokratie.“ Der Ausgang des B├╝rgerentscheids zeige aber, dass ÔÇ×das Volk etwas bewegen kann“.
ÔÇ×Da kann ich nur sagen, ich freue mich.“ Mit diesen Worten hat am Abend G├╝nther Bruckmayer, einer der Unterst├╝tzer des B├╝rgerbegehrens den Ausgang der Entscheidung kommentiert. Als unmittelbarer Nachbar zum Grundst├╝ck an der Coburger Stra├če zeigte er sich erfreut, dass weder Lidl-Markt noch B├╝rgerhaus dorthin gebaut werden d├╝rfen.

Pers├Ânlich nicht zufrieden mit der Entscheidung der B├╝rger zeigte sich FWE-Fraktionsvorsitzender Thomas Wagner, er hatte sich schlie├člich im Vorfeld eindeutig f├╝r den Bau eines Lidl-Marktes ausgesprochen. Von der hohen Wahlbeteiligung war er ├╝berrascht.
Die B├╝rger, glaubte Wagner, h├Ątten nicht gegen den Lidl und ein B├╝rgerhaus gestimmt, sondern vielmehr f├╝r das B├╝rgerbegehren und die dahinter stehenden Initiatoren und somit gegen den Stadtrat. Die ganze Angelegenheit sei stark emotionalisiert worden, Sachargumente seien zu wenig ausgetauscht und beachtet worden. Den Ausgang des B├╝rgerentscheids findet Wagner pers├Ânlich ÔÇ×schade“. Doch jetzt solle nicht nachgekartet werden.
ÔÇ×Der Wille des B├╝rgers ist zu akzeptieren, auch wenn ich das Ergebnis nicht so gl├╝cklich finde“, sagte 3. B├╝rgermeister Harald Pascher, der den Eingang der Stimmergebnisse in der Verwaltung verfolgte. Ihm pers├Ânlich w├Ąre ein Sieg des Ratsbegehrens lieber gewesen, weil er damit die Hoffnung verbunden hatte, dass die Stadt durch den Verkauf des Grundst├╝cks Geld in die Kassen bekommen h├Ątte. ÔÇ×Aber nun hat der B├╝rger entschieden und ich h├Ątte nicht gedacht, dass das so eindeutig ausgeht.“ Positiv empfand Harald Pascher die relativ hohe Wahlbeteiligung.
2. B├╝rgermeister J├╝rgen Hennemann, bekanntlich schon immer ein Gegner der Bebauung, freute sich nat├╝rlich. Auch ├╝ber die Wahlbeteiligung, denn sie beweise, dass in der Bev├Âlkerung durchaus Interesse am kommunalen Bereich und an kommunalpolitischen Entscheidungen best├╝nde. Die B├╝rger h├Ątten ganz eindeutig von ihrem Recht Gebrauch gemacht, Entscheidungen des Stadtrats zu beeinflussen. ├ťberrascht war Hennemann allerdings von dem eindeutigen Votum der W├Ąhlerinnen und W├Ąhler, ÔÇ×ich hatte nicht gedacht, dass das so klar ausf├Ąllt und dass es eine so gro├če Zustimmung zum B├╝rgerbegehren gibt“.
2. B├╝rgermeister Hennemann war ├╝berzeugt davon, dass die B├╝rger sehr wohl die verschiedenen Argumente im Vorfeld des Entscheids abgewogen h├Ątten, ÔÇ×auch wenn leider die Diskussionen manchmal abgeglitten waren“. Ihm, das versicherte er, w├Ąre es lieber gewesen, wenn die Auseinandersetzungen sachlicher gef├╝hrt worden w├Ąren. Seine Hoffnung ist jedenfalls, dass es nach dem B├╝rgervotum nun wieder zu einer guten Zusammenarbeiten und Miteinander zwischen den verschiedenen Gruppen komme. ÔÇ×Der Stadtrat muss das Ergebnis akzeptieren und sehen, was er nun aus dieser Situation macht.“
Die CSU-Ortsvorsitzende Gabi R├Âgner zeigte sich von dem Ergebnis entt├Ąuscht. ÔÇ×Der B├╝rger hat seine Entscheidung getroffen, die anders aussieht, als wir uns das vorgestellt haben. Wir m├╝ssen das jetzt akzeptieren“, sagte sie. Gleicher Meinung auch die SPD-Vorsitzende Brunhilde Giegold: ÔÇ×Wenn es so ist, dass die Mehrheit das nicht will, muss man das akzeptieren.“ Der B├╝rgerentscheid gelte nun ein Jahr, ÔÇ×wer wei├č, was dann ist“, meinte sie. Jedenfalls sei es nun Aufgabe des Stadtrates, sich damit zu befassen.
Die SPD-Fraktionsvorsitzende Sigrid Carl betonte, dass sie diese Entscheidung eigentlich erwartet habe. ÔÇ×Ich bin ein wenig entt├Ąuscht, weil ich das B├╝rgerhaus f├╝r eine gute M├Âglichkeit f├╝r Ebern gesehen hatte“, sagte sie und fand es schade, dass es im Vorfeld des B├╝rgerentscheids wenig M├Âglichkeit gegeben habe, ÔÇ×die Vorteile des B├╝rgerhauses darzustellen“. Betroffen sei sie jedenfalls davon gewesen, ÔÇ×mit welcher Aggression ein regelrechter Kreuzzug gef├╝hrt wurde wegen eines w├╝nschenswerten Vorhabens“. ÔÇ×Welche Gesch├╝tze werden wohl aufgefahren, wenn es um wirklich wichtige Vorhaben geht“, fragte sie sich.
ÔÇ×Ich akzeptiere bei jeder Entscheidung das Ergebnis“, sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Franz Geu├č. Er hatte jedenfalls gehofft, dass durch die Ansiedlung des Lidl-Marktes die durch die Verlegung des Aldi-Marktes nach Sandhof verloren gegangenen Kunden vor allem aus dem Itzgrund wieder nach Ebern gekommen w├Ąren. Und er ist sicher, dass durch den Lidl-Markt auch die Gesch├Ąftsleute in der Innenstadt gewonnen h├Ątten. Skeptisch zeigte er sich auf die Frage, ob Lidl nun an einer anderen Stelle in Ebern bauen werde.

Bilder des betroffenen Grundst├╝ckes
Blick vom Westen auf das zur Bebauung vorgesehene Grundst├╝ck
Blick vom Osten auf das f├╝r die Bebauung vorgesehene Grundst├╝ck
M├╝ssen die gro├čen B├Ąume auf der n├Ârdlichen Seite des Angerbaches f├╝r die Bebauung mit einem weiteren Supermarkt in Ebern gef├Ąllt werden?

FT 06.05.2004 Lidl-Projekt  ----- Leserbrief zum B├╝rgerentscheid ----
W├╝rdiger Standort f├╝r Gedenkstein
EBERN - Die Bezeichnung “Nutzung Angerteile” in der amtlichen Abstimmungsbenachrichtigung zum B├╝rgerentscheid ist m.E. irref├╝hrend gew├Ąhlt: Dieser Angerteil der Eberner Gr├╝nanlage ist l├Ąngst optimal genutzt und zwar als freundliche Einladung f├╝r den von Osten her einfahrenden Besucher der Stadt und vor allem als w├╝rdiger Standort f├╝r den Gedenkstein f├╝r eines der wichtigsten Ereignisse der j├╝ngeren deutschen Geschichte: Die Wiedervereinigung unseres Volkes!
Bei der B├╝rgerversammlung war unser erster B├╝rgermeister zwar der Meinung, ich sei nicht gen├╝gend informiert, inzwischen haben aber viele Kritiker des Projektes LIDL-Markt und B├╝rgerhalle meine in einem fr├╝heren Leserbrief ge├Ąu├čerten Bedenken geteilt, dass ich mir eine Bekr├Ąftigung dieser Bedenken zutraue: Der zus├Ątzliche Discountermarkt ist an dieser Stelle ein Schlag ins Gesicht, die “Verh├Âkerung” dieses wichtigen Teiles der st├Ądtischen Gr├╝nanlagen f├╝r den Preis einer nur nachrangig wichtigen B├╝rgerhalle sehr umstritten und die Tr├Ągerschaft f├╝r eine solche Halle - ausgerechnet in finanziellen Notzeiten der ├Âffentlichen Kassen - f├╝r die Stadt absehbar nicht zu verkraften. Sonst h├Ątte der Stadtrat sicher z.B. nicht die Zusch├╝sse f├╝r Kinderg├Ąrten und Kirchen und viele andere Einrichtungen und Tr├Ąger k├╝rzen m├╝ssen.
Als (vor knapp 30 Jahren) “Zugereister”, der diese Stadt und ihr einladendes Stadtbild lieben gelernt hat, m├Âchte ich nochmals vor diesem Projekt warnen.
Dr. G├╝nter Camphausen
Ludwig-Thoma-Weg 9
96106 Ebern

NP 27.03.2004
Termin f├╝r B├╝rgerbegehren festgelegt / Argumente f├╝r und gegen die Bebauung der Gr├╝nfl├Ąche 
Die B├╝rger sollen am 9. Mai entscheiden
hier der LINK zum Stimmzettel: http://www.ebern-aktuell.de/news/stimmzettel.htm
EBERN - Am Sonntag, 9. Mai, werden die B├╝rger der Stadt Ebern und der Ortsteile an die Wahlurnen gerufen. Dann sollen sie bei einem B├╝rgerbegehren dar├╝ber abstimmen, ob sie f├╝r oder gegen die Bebauung der Gr├╝nfl├Ąche an der Ecke Coburger Stra├če/Gymnasiumstra├če mit einem Verbrauchermarkt und einem B├╝rgerhaus sind. Der Stadtrat f├╝hrt parallel dazu ein Ratsbegehren durch.
Bei der Stadtratssitzung am Donnerstagabend im Rathaus wurde das F├╝r und Wider erneut diskutiert. B├╝rgermeister Robert Herrmann teilte mit, dass die B├╝rgerinitiative gegen die Bebauung des Grundst├╝cks inzwischen ├╝ber 2000 Unterschriften von B├╝rgern an die Stadt ├╝bergeben habe, die sich gegen eine Bebauung und f├╝r die Erhaltung der Gr├╝nfl├Ąche aussprechen. 589 Unterschriften w├Ąren f├╝r die Zulassung eines B├╝rgerbegehrens notwendig gewesen.
Inzwischen hat die Stadt die Zul├Ąssigkeit der Unterschriften gepr├╝ft und heraus gefunden, dass 1815 Unterschriften g├╝ltig und 361 ung├╝ltig sind. Damit sind die formalen Bedingungen erf├╝llt, der Stadtrat erkannte die Zul├Ąssigkeit des B├╝rgerbegehrens an.
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Dr. Welker: Stadtrat beachtet Agenda 21 nicht
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In der Stadtratssitzung bekamen die Vertreter der B├╝rgerinitiative Gelegenheit, ihre Argumente gegen die Bebauung der Gr├╝nfl├Ąche mit einem Verbrauchermarkt und B├╝rgerhaus nochmals vorzubringen. Dr. Fritz Welker stellte dabei den Sinn und Zweck in Frage, ob Ebern tats├Ąchlich mit Lidl noch einen weiteren Discounter ben├Âtige und noch dazu ein B├╝rgerhaus. Vor allem machte er die Stadtr├Ąte darauf aufmerksam, dass sie die von ihnen vor wenigen Jahren selbst verabschiedete lokale Agenda 21 nicht ber├╝cksichtigen, in der niedergeschrieben sei, dass die relevante Gr├╝nanlage auch k├╝nftig erhalten werden soll. Die Agenda 21 sei eine Leitlinie f├╝r den Stadtrat, die es einzuhalten gelte. ÔÇ×Meine Bibel werfe ich ja auch nicht weg“ , mahnte Dr. Welker.
Der Stadtrat m├╝sse eine zukunftsbest├Ąndige Entwicklung der Stadt im Auge haben und nicht nur aus ├Âkonomischen Gr├╝nden alleine handeln. Auch die ├ľkologie und das Soziale seien dabei zu ber├╝cksichtigen.
Vor allem f├╝rchtet Dr. Welker als Vertreter der B├╝rgerinitiative, dass die Kaufkraft in Ebern abnimmt, auch die Bev├Âlkerung habe in den letzten Jahren abgenommen. Deshalb gebe es nur eine Umverteilung des Geldes der B├╝rger, aber keine Mehrausgaben. Und unter einer Umverteilung w├╝rden die Einzelh├Ąndler leiden. ÔÇ×Wenn nicht mehr Geld da ist, wird der leiden, der den k├╝rzeren Atem hat.“ Das seien im Vergleich zu einem Discounter eben die Einzelh├Ąndler. ÔÇ×Wollen wir nur wegen einem dritten Discounter die Existenz der Eberner Einzelh├Ąndler gef├Ąhrden?“, fragte Dr. Welker. Noch dazu unterst├╝tzt vom Stadtrat, der f├╝r den Bau des Lidl-Marktes eine gesch├╝tzte Gr├╝nfl├Ąche zur Verf├╝gung stelle? Ein ruin├Âser Wettbewerb der verschiedenen Discounter d├╝rfe nicht auf dem R├╝cken der Einzelh├Ąndler ausgetragen werden. Auch Arbeitspl├Ątze seien in Gefahr, warnte Dr. Welker.
Weiterhin sieht die B├╝rgerinitiative f├╝r den Bau eines B├╝rgerhauses ├╝berhaupt keinen Bedarf, zumal das erhebliche Folgekosten nach sich ziehe. Die vorhandenen Hallen und Veranstaltungsr├Ąume w├╝rden f├╝r Veranstaltungen ausreichen. Schlie├člich bedeute das B├╝rgerhaus auch Konkurrenz zur ├Ârtlichen Gastronomie. Und auch vor L├Ąrmbel├Ąstigung f├╝r Anwohner und Patienten im Krankenhaus warnte Dr. Welker.
Zum Schluss seines Vortrags verkniff er sich einen Seitenhieb auf B├╝rgermeister Herrmann nicht. 30 Prozent der Bev├Âlkerung h├Ątten mit ihren Unterschriften bereits jetzt deutlich gemacht, dass sie gegen einen weiteren Discounter, ein B├╝rgerhaus und die Bebauung der Gr├╝nfl├Ąche seien. Hier von kleinen Zirkeln oder ein paar Leserbriefschreibern zu sprechen, so wie es Herrmann getan hatte, entspreche wohl nicht den Tatsachen. ÔÇ×Wir waren selbst ├╝berrascht, dass wir so viele Unterschriften bekommen haben“, sagte Dr. Welker.
B├╝rgermeister Robert Herrmann sprach in einer sachlich gef├╝hrten Argumentation am Donnerstagabend davon, dass er und der Stadtrat auch andere Meinungen akzeptiere. Es sei das Recht der B├╝rger, ihre Standpunkte zu vertreten. Dennoch k├Ânnten viele Argumente der B├╝rgerinitiative nicht unwidersprochen bleiben. Zun├Ąchst sage die Agenda 21 aus, dass alle drei Punkte – Wirtschaftlichkeit, ├ľkologie und soziale Aspekte – zu ber├╝cksichtigen seien. Und genau das tue der Stadtrat; denn er komme mit der Genehmigung zum Bau eines Lidl-Marktes den W├╝nschen vieler B├╝rger nach, die ein m├Âglichst breites Angebot an Einkaufsm├Âglichkeiten in der Stadt w├╝nschen. Dass der Stadtrat die 4500 Quadratmeter gro├če Gr├╝nfl├Ąche an der Coburger Stra├če daf├╝r zur Verf├╝gung stelle, sei ohne Weiteres vertretbar.
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B├╝rgerhaus keine Konkurrenz
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Nat├╝rlich, das gestand der B├╝rgermeister ein, sei noch nicht abschlie├čend gekl├Ąrt, ob an dieser Stelle auch ein B├╝rgerhaus zul├Ąssig ist. Dazu seien die L├Ąrmschutzaspekte noch zu pr├╝fen. Ein B├╝rgerhaus aber sei keine Konkurrenz zu ├Ârtlichen Veranstaltungsr├Ąumen und auch nicht zum Rentweinsdorfer Marktsaal. Das habe ihm auch B├╝rgermeister Willi Sendelbeck best├Ątigt.
Robert Herrmann kritisierte, dass die B├╝rgerinitiative mit falschen Argumenten zum Teil ├ängste sch├╝re; das sei nicht zul├Ąssig. Beispielsweise w├Ąre der Lidl-Markt selbstverst├Ąndlich gewerbesteuerpflichtig, sofern er Gewinn erwirtschafte. Und auch das Grundst├╝ck werde nicht verschenkt: Entweder es werde daf├╝r im Gegenzug ein B├╝rgerhaus gebaut oder es werde – ohne Bau des B├╝rgerhauses – an den Investor zu den bestm├Âglichen Konditionen verkauft. Ein B├╝rgerhaus, so der B├╝rgermeister, w├Ąre aber weitaus mehr wert.
Wer sei denn eigentlich gegen eine Bebauung, fragte Herrmann und gab die Antwort selbst: Ein paar Nachbarn, ein paar Gesch├Ąftsleute ÔÇ×und nat├╝rlich die Natursch├╝tzer“. Und vielleicht auch ein paar Leute, die es schick f├Ąnden, aus der Debatte mit einem B├╝rgerbegehren ein ÔÇ×Event“ zu machen, denn schlie├člich habe es so etwas in Ebern bislang noch nie gegeben. Im Gegenzug gebe es viele Menschen, die den Bau eines Lidl-Marktes und eines B├╝rgerhauses w├╝nschten. Sogar viele Gesch├Ąftsleute w├╝rden sich davon Synergieeffekte versprechen.
Ein Discounter an der besagten Stelle verst├Ąrke die Attraktivit├Ąt der Stadt, sei zu Fu├č f├╝r viele ├Ąltere Menschen zu erreichen, und auch ein Verkehrschaos werde es nicht geben. Was die L├Ąrmbel├Ąstigung durch den Parkplatz angehe, war Herrmann ├╝berzeugt, dass die Ger├Ąusche vom nahen Tennisplatz f├╝r viele Menschen wohl wesentlich negativer wirkten. Im Vergleich zu einem Parkplatz k├Ânnten die Immissionen durch ein B├╝rgerhaus allerdings ein ÔÇ×ernst zu nehmendes Hindernis“ sein; hier sei eine Pr├╝fung erforderlich.
Das B├╝rgerhaus mit einem 350 Quadratmeter gro├čen Saal sei notwendig und hilfreich f├╝r eine weitere kulturelle Entwicklung der Stadt. M├Âgliche Kultur k├Ânne sich bislang nicht so recht entwickeln, da es an Veranstaltungsr├Ąumen fehle.
Abschlie├čend beurteilte Robert Herrmann den Bau des Lidl-Marktes und des B├╝rgerhauses aus seiner Sicht als positiv: ÔÇ×Der Kuchen wird gr├Â├čer, alle haben mehr davon.“ Inzwischen haben das Ingenieurb├╝ro Klappan aus Bamberg mitgeteilt, dass es im Lidl-Markt auf die Errichtung einer B├Ąckerei-Filiale verbindlich verzichte. Mit dem nebenan befindlichen ÔÇ×B├ĄckDrive“ von Peter Sachs k├Ânnten sich somit Synergieeffekte ergeben. ÔÇ×Sollten von Seiten des Stadtrates gegen eine Metzgerei-Filiale keine Einw├Ąnde bestehen, so k├Ânnte diese im Eingangsbereich des Lidl-Marktes mit vorgesehen werden“, schrieb Peter Klappan am Dienstag an die Stadt. F├╝r diese Filiale habe sich bereits die Eberner Metzgerei Fuchs beworben. Klappan empfahl der Stadt, dem B├╝rger- ein Ratsbegehren entgegen zu setzen.
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Scharfe Kritik am Kulturring
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Als seltsam bezeichnete der B├╝rgermeister das Verhalten der Kulturringvorstandschaft. So hatte Vorsitzender Eberhard Wohl ein Schreiben an die Stadt gerichtet, in dem der Kulturring die Errichtung eines B├╝rgerhauses ablehnt. ÔÇ×Bis auf wenige Ausnahmen wie die Bunten Abende des Kulturrings und der Rosenmontagsball des Blasorchesters“, hei├čt es in dem Schreiben des Kulturrings, ÔÇ×k├Ânnen die ├╝brigen Veranstaltungen in der ausger├╝steten st├Ądtischen Turnhalle abgehalten werden. Aufgrund der unzureichenden Nutzungsm├Âglichkeit lehnt der Kulturring Ebern deshalb den Bau eines B├╝rgerhauses ab.“
Diese Haltung des Kulturrings kritisierte Herrmann in der Stadtratssitzung scharf. W├╝rde sich die Kulturringvorstandschaft tats├Ąchlich, wie in der Vereinssatzung vorgesehen, als ÔÇ×Speerspitze“ f├╝r die kulturelle Entwicklung der Stadt und der Vereine verstehen, ÔÇ×so h├Ątte man da durchaus anderes reagieren k├Ânnen“. Es sei bedauerlich, dass der Kulturring nicht ├╝ber seinen eigenen Tellerrand hinaus blicke und Chancen ausschl├Ągt und gar ablehnt.
Auch auf Korrespondenz mit BN-Mitglied Thomas Meisner aus Ebern, ein Unterst├╝tzer des B├╝rgerbegehrens, wies der B├╝rgermeister hin. Meisner habe in seinem Schreiben ÔÇ×eigenartige Formulierungen gefunden“, sch├╝ttelte Herrmann den Kopf. ÔÇ×Solche Aktivit├Ąten k├Ânnen nur in kleinen Zirkeln stattfinden“, unterstrich der B├╝rgermeister. ÔÇ×Gott sei Dank nur dort, das w├Ąre sonst schlimm.“ mic
27.03.2004
STADTRAT THOMAS WAGNER: 
Kommt Lidl, verst├Ąrken sich Kundenstr├Âme nach Ebern
EBERN - Zum F├╝rsprecher f├╝r den Bau des Lidl-Marktes an der Coburger Stra├če in Ebern machte sich in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend Stadtrat Thomas Wagner. Er betreibt in der Kapellenstra├če eine Konditorei und ist somit Gesch├Ąftsinhaber. ÔÇ×Ich danke den Leuten daf├╝r, dass sie sich um meine Existenz sorgen und mich sch├╝tzen wollen“, spielte er auf die Argumentation der B├╝rgerbegehren-Unterst├╝tzer an. ÔÇ×Aber ich brauche keinen Schutz.“
Wenn Lidl nach Ebern komme, dann sei das f├╝r die Einzelh├Ąndler ein Gewinn, war Wagner ├╝berzeugt. Zum Beispiel beneide er dann die B├Ąckerei Sachs mit ihrem ÔÇ×B├ĄckDrive“ um die tolle Lage wegen der N├Ąhe zu Lidl. ÔÇ×Ich mag zwar keine Discounter“, machte der Stadtrat klar, ÔÇ×ich war noch nie in einem und werde auch nie in einen gehen. Aber warum sollen wir bei einem dritten Discounter nein sagen, wenn wir schon zwei zugelassen haben? Welches Wirtschaftsverst├Ąndnis haben wir denn ├╝berhaupt?“
Wenn Lidl kommt, dann werden sich nach Einsch├Ątzung von Thomas Wagner auch die Kundenstr├Âme nach Ebern verst├Ąrken. Zum Beispiel rechnet er dann mit zahlreichen Kunden aus dem Itzgrund, die jetzt zu Lidl nach Hallstadt fahren. ÔÇ×Wenn die zu Lidl nach Ebern fahren, dann kaufen sie auch in Ebern ein.“ Diese Menschen k├Ânnten dann zu Kunden der Eberner Einzelh├Ąndler werden, so Wagner. Und ein Weiteres verdeutlichte der Stadtrat: ÔÇ×Wir k├Ânnen unsere Schulheftchen-Verk├Ąufer in Ebern nicht vor Discountern sch├╝tzen. Das ist eine komische Argumentation.“
Zum B├╝rgerhaus sagte Wagner, dass es in Ebern sicher mehr kulturelle Veranstaltungen geben w├╝rde, wenn erst eine B├╝rgerhaus vorhanden sei. Wagner: ÔÇ×Das Problem ist doch, dass wir keine Veranstaltungen haben, weil keine Halle vorhanden ist.“
Stadtrat Franz Geu├č machte deutlich, dass – entgegen anders lautenden Aussagen von Gesch├Ąftsleuten – im Stadtrat in den letzten 20 Jahren keine Anfrage behandelt worden sei, nach der Eberner Gesch├Ąftsleute sich um die Bebauung der jetzt in der Diskussion befindlichen Gr├╝nfl├Ąche bem├╝ht h├Ątten.
Beeindruckt, wie viele Menschen mit ihren Unterschriften das B├╝rgerbegehren unterst├╝tzen, war 2. B├╝rgermeister J├╝rgen Hennemann. Auch er unterst├╝tze das Ansinnen, die Gr├╝nfl├Ąche von einer Bebauung frei zu halten. B├╝rgermeister Herrmann schrieb er ins Stammbuch, sich doch k├╝nftig Wertungen ├╝ber B├╝rger zu sparen, die sich f├╝r ihre Interessen stark machen und spielte auf die Aussage an, in Ebern gebe es ÔÇ×Zirkel und Kreise“. ÔÇ×Diese Wertung war nicht sehr gelungen“, so Hennemann.
Das B├╝rgerhaus lehne er ab, da die Stadt an allen Ecken und Enden sparen m├╝sse. Schlie├člich seien die Folgekosten f├╝r ein B├╝rgerhaus heute noch nicht abzusehen, zudem gebe es kein Nutzungskonzept.
Womit Hennemann die Nichtfinanzierbarkeit begr├╝nde, wollte Stadtr├Ątin Irmgard Ruhhammer wissen. Schlie├člich l├Ągen da noch gar keine Kosten auf dem Tisch. Und Stadtr├Ątin Sigrid Carl hielt die Wertungen des B├╝rgermeister f├╝r durchaus legitim, schlie├člich h├Ątten die B├╝rgerbegehren-Vertreter dem Stadtrat in dieser Frage unterstellt, er habe sich keine Gedanken gemacht und habe auch keine Ahnung.
Stadtr├Ątin Stephanie Meisner fand es bedauerlich, dass sowohl von Seiten der B├╝rgerinitiative wie auch von Stadtr├Ąten polemisiert werde. Das B├╝rgerbegehren sei legitim. Es gebe von beiden Seiten zwei gut begr├╝ndete Argumentationen. ÔÇ×Souver├Ąn ist nicht der Stadtrat, souver├Ąn sind die B├╝rger“, sagte Meisner und forderte auf: ÔÇ×So lasset sie w├Ąhlen!“ Durch den B├╝rgerentscheid sei eine Entscheidung am 9. Mai schnell herbei zu f├╝hren. Man solle deshalb aufh├Âren, sich gegenseitig zu erpressen und zu bequasseln.
Gegen ein Ratsbegehren, das der Stadtrat dem B├╝rgerbegehren anh├Ąngt, sprach sich Irene Jungnickl aus. B├╝rgermeister Herrmann sah das anders. So k├Ânne im Ratsbegehren beispielsweise mit der Fragestellung ÔÇ×Sind Sie f├╝r eine Bebauung des Grundst├╝cks an der Coburger-/Gymnasiumstra├če mit einem Verbrauchermarkt (Lidl)?“ die Meinung der B├╝rger noch besser heraus gefunden werden.
F├╝r ein entsprechendes Ratsbegehren stimmten schlie├člich zw├Âlf Stadtr├Ąte, acht dagegen. Zudem wird es somit also eine Stichfrage geben, welche Entscheidung gelten soll, sollten sowohl das B├╝rgerbegehren als auch das Ratsbegehren mehrheitlich mit ÔÇ×Ja“ beantwortet werden. Als Termin legte der Stadtrat mit 11:9 Stimmen den 9. Mai fest und sprach sich damit dagegen aus, das B├╝rgerbegehren parallel mit der Europawahl am 13. Juni durchzuf├╝hren.
B├╝rgermeister Herrmann hatte zuvor deutlich gemacht, dass eine Trennung von Europawahl und B├╝rgerbegehren sinnvoller erscheine. Eine Wahlbeeinflussung sei so ausgeschlossen. F├╝r einen parallelen Termin sei zudem die Zustimmung durch das Innenministerium notwendig und mit Auflagen versehen. Die Kosten f├╝r das Begehren bezifferte der B├╝rgermeister nach statistischen Sch├Ątzungen zwischen 3800 und 11 200 Euro. mic

FT 20.03.2004 Die zwei Seiten herrlicher Natur 
Gemeinderat Oberaurach billigte Landschaftsplan-Entwurf
– Attraktion und Einschr├Ąnkung 
TRETZENDORF. Einige Zeit auf Eis gelegt war der Landschaftsplan der Gemeinde Oberaurach. Jetzt soll er jedoch endlich zu Ende gebracht werden. Die Details dieses Begleitplans zum Fl├Ąchennutzungsplan erl├Ąuterte am Donnerstagabend Landschaftsplaner Werner Geim dem Gemeinderat. Der zeigte sich von den Reizen der Oberauracher Landschaft schier begeistert. Er sah aber auch, dass dies f├╝r die Gemeinde Fluch wie Segen sein kann.
Der Landschaftsplan soll die Gemeinde ebenso wie der Fl├Ąchennutzungsplan bei ihren langfristigen Planungen unterst├╝tzen. Hier sind Fl├Ąchen festgehalten, die es zu sch├╝tzen gilt, aber auch solche, die f├╝r Bauentwicklung, f├╝r Freizeit und Erholung oder f├╝r die Aufforstungsma├čnahmen genutzt werden k├Ânnen. Beispielsweise ist darin festgehalten, welche Fl├Ąchen als Ausgleichsfl├Ąchen f├╝r Versiegelungen aufgewertet und ins ├ľkokonto eingestellt werden k├Ânnen. Geim errechnete einen Bedarf von sieben bis zehn Hektar Ausgleichsfl├Ąchen f├╝r die im Fl├Ąchennutzungsplan ausgewiesenen Baugebiete.
├ťber kurz oder lang m├╝sse sich die Gemeinde mit dem Gedanken anfreunden, Landschaftspfleger zu werden, so Geim vorausblickend. Zu eigenen Ausgleichsfl├Ąchen w├╝rden n├Ąmlich nach der Verteilung Fl├Ąchen aus der Flurbereinigung dazu kommen, deren Pflege die Gemeinde ├╝bernehmen m├╝sse. Da k├Ânnten in Oberaurach gut und gerne 20 bis 30 Hektar extensiv genutzter Fl├Ąche zusammen kommen, die gepflegt, also beispielweise zwei Mal j├Ąhrlich gem├Ąht werden m├╝ssen. Dazu komme ein weiterer R├╝ckgang der Landwirtschaft, was in der Flur nicht zu ├╝bersehen sei.
Gerade die Natur in Oberaurach begeistere den Besucher durch ihre Kleinteiligkeit, die Abwechslung von offenen Wiesen- und Ackerfl├Ąchen mit Streuobstwiesen und W├Ąldern. Diese Kleinteiligkeit drohe jedoch verloren zu gehen, die Kulturlandschaft ver├Ąndere ihr Gesicht, weil brach liegende Fl├Ąchen verbuschen und mit Wald bewachsen. Die Gemeinde m├╝sse sich ├╝berlegen, ob sie die Kulturlandschaft erhalten will. Eine M├Âglichkeit, beispielsweise brach liegende H├Ąnge frei zu halten, sei die Wandersch├Ąferei, die im Gemeindegebiet vielfach eingesetzt wird, sagte der Experte.
Geim machte deutlich, dass Oberaurach ├╝ber au├čerordentlich viele hochwertige Fl├Ąchen wie Wiesent├Ąler und Trockenrasen verf├╝gt. So sind 19 Hektar des Gemeindegebiets biotopkartiert; dazu kommen mindestens 30 Hektar Magerwiesen und 200 Hektar extensiv genutzte Wiesen. Ferner geh├Âren die extensiv genutzten Ackerlagen rund um die Schleichachorte mit bayernweit bedeutsamen Vorkommen von Ackerwildkr├Ąutern dazu. Allerdings stehe und falle diese Qualit├Ąt mit der landwirtschaftlichen Nutzung, unterstrich der Landschaftsplaner.
Der machte auch Vorschl├Ąge f├╝r eine Freizeitnutzung. Dazu geh├Âre die Renaturierung von B├Ąchen, aber auch die Anlegung von einigen Aussichtspunkten und Ruhepl├Ątzen. Eine Idee w├Ąre auch ein Kulturlandschafts-Wanderweg, denn gerade f├╝r den Wanderer sei der Steigerwald rund um Oberaurach ein besonderes Erlebnis.
Auch Aufforstungen k├Ânnten k├╝nftig gew├╝nscht sein. In Form von Christbaumkulturen muss sich der Gemeinderat mit diesem Thema st├Ąndig besch├Ąftigen. Allerdings k├Ânnte es m├Âglich sein, dass der eine oder andere Landwirt, der die aktive Landwirtschaft aufgibt, seinen Enkeln statt bracher ├äcker Wald vermachen m├Âchte.
Auch f├╝r Aufforstungen geeignete Fl├Ąchen zeigt der Landschaftsplan auf. In der Gemeinderatssitzung wurde indes deutlich, dass gerade diese Vorschlagsfl├Ąchen in der Behandlung in den Fachgremien, vor allem den Teilnehmergemeinschaften, eingehend unter die Lupe genommen werden m├╝ssen. Einiges wird wohl gestrichen werden.
Neue Rechtsprechung
Einfacher hat es der Gemeinderat nach Rechtskraft des Landschaftsplans mit Christbaumkulturen. Die k├Ânnen dann nur noch in den f├╝r Aufforstungen vorgesehenen Bereichen realisiert werden; ein Gro├čteil der Gemeindefl├Ąche scheidet ohnehin daf├╝r aus.
In diesem Zusammenhang besch├Ąftigte sich der Gemeinderat auch mit der neuen Rechtsprechung in Sachen Befreiung von den Naturparkgrenzen. Laut neuester Rechtsprechung d├╝rfen die Landrats├Ąmter keine Befreiungen von den Naturparkgrenzen etwa f├╝r Baugebiete erteilen. B-Pl├Ąne, die auf einer solchen Befreiung basieren, sind nichtig.
Das Landratsamt Ha├čberge hatte diese Befreiungen relativ gro├čz├╝gig gew├Ąhrt, da gerade im Landkreis die Naturparkgrenzen sehr eng um die Ortschaften gelegt wurden und viele in ihrer Entwicklung deutlich eingeschr├Ąnkt gewesen w├Ąren. Diese Grenzen k├Ânnen k├╝nftig nur noch von den Bezirken neu festgesetzt werden, erfuhr der Rat.
Dazu erkl├Ąrte B├╝rgermeister Siegmund Kerker, dass von den derzeit g├╝ltigen Bebauungspl├Ąnen in Oberaurach nur kleine Bereiche ├╝ber die Naturparkgrenzen hinaus gehen. Allerdings sieht der Fl├Ąchennutzungsplan die Ausweisung weiterer Siedlungen vor. Deshalb will die Gemeinde eine Neufestsetzung der Naturparkgrenzen beantragen. W├Ąhrend das im Bereich Naturpark Ha├čberge bereits l├Ąuft, gestaltet es sich im Naturpark Steigerwald etwas schwieriger, weil drei Regierungsbezirke betroffen sind und derzeit unklar ist, welcher die Zust├Ąndigkeit erh├Ąlt.
Ein k├╝nftiger Siedlungsschwerpunkt wird Trossenfurt-Tretzendorf sein. In vielen anderen Gemeindeteilen st├Â├čt die Gemeinde bei der Suche nach geeigneten Baufl├Ąchen nicht nur an Naturpark- und Naturschutzgrenzen, sondern vor allem auch an topographische Hemmnisse.
Der Gemeinderat segnete schlie├člich den Planvorentwurf ab. Der Landschaftsplan geht jetzt in die Anh├Ârung der Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange. sw

FT 12.03.2004 
Natur versinkt unter Beton 
Bund Naturschutz r├╝gt Fl├Ąchenversiegelung 
HASSFURT. Die Raiffeisen-/ Volksbank pr├Ąsentiert in Ha├čfurt eine Ausstellung des Bundes Naturschutz. Thema: ÔÇ×Bayerns Sch├Ânheit bewahren“.
ÔÇ×Wei├čt du noch, dort, wo jetzt die neuen H├Ąuser und das Gewerbegebiet stehen, war damals noch eine wundersch├Âne Orchideenwiese?“ So oder ├Ąhnliches sagt sicher der eine oder andere aufmerksame Beobachter der heimischen Flur, wenn er in Gedanken in die Vergangenheit abschweift. Um auf die Problematik des Fl├Ąchenverbrauchs aufmerksam zu machen, konzipierte die Kreisgruppe Ha├čberge des Bundes Naturschutz eine Ausstellung zum Thema ÔÇ×Bayerns Sch├Ânheit bewahren“.
Bereits bei ihrer Mitgliederversammlung Ende Januar wurde die Ausstellung das erste Mal den Mitgliedern pr├Ąsentiert (der FT berichtete). Um m├Âglichst viele Menschen auf die Folgen der Fl├Ąchenversiegelung aufmerksam zu machen, wandert die Ausstellung nun an verschiedene ├Âffentliche Pl├Ątze im Landkreis.
Den Anfang macht die Raiffeisen-/Volksbank Ha├čberge. Die Ausstellung ist ab sofort f├╝r 14 Tage im Foyer der Bank zu den Gesch├Ąftszeiten zu sehen.
Hintergrund der Aktion ist die Tatsache, dass Handlungsbedarf in Sachen Fl├Ąchenverbrauch besteht. Kleinode der Natur versinken unter Asphalt und Beton – und das in erschreckender Gr├Â├čenordnung. T├Ąglich werden in Bayern etwa 28 Hektar freie Fl├Ąche versiegelt.
Im Kreis hat der Fl├Ąchenverbrauch in den letzten zw├Âlf Jahren laut Bund Naturschutz um 31 Prozent zugenommen.

NP 24.02.2004
BUND NATURSCHUTZ EBERN 
Ablehnung f├╝r B├╝rgerhaus und Lidl-Ansiedlung
EBERN - Beim Februar-Monatstreffen des Bund Naturschutz Ebern standen mehrere lokale Naturschutzthemen an. Auch zur Ansiedlung eines Lidl-Marktes mit B├╝rgerhaus wurde Position bezogen.
Alexander Hippeli berichtete ├╝ber die, nahe der Hetschingsm├╝hle durchgef├╝hrte Landschaftspflegeaktion, bei der zwei alte Obstb├Ąume frei gestellt werden konnten. Der Halbtrockenrasen erh├Ąlt dadurch mehr Sonne, um W├Ąrme liebende Arten ansiedeln zu lassen. Schwierig gestaltet sich die Entfernung des Schnittgutes.
Besprochen wurde der bevorstehende Aufbau des Kr├Âtenschutzzaunes an der Staatsstra├če bei Jesserndorf. Je nach Witterung kommen die Termine, der 27. Februar und der 5. M├Ąrz in Frage. Treffpunkt w├Ąre jeweils um 14.30 Uhr am Realschulparkplatz. Am Amphibienschutz Interessierte, welche bei dieser Aktion mithelfen wollen, sind herzlich willkommen. Nach dem Aufbau sind, bei entsprechender Witterung, t├Ąglich in den sp├Ąten Abendstunden Kontrollen n├Âtig. Alle Helfer m├Âchten sich diesbez├╝glich bei Thomas Meisner (Telefon 09531/5341) melden.
Begr├╝├čt wurde die Verlegung des Termins f├╝r die S├Ąuberungsaktion des Landkreises vom 27. M├Ąrz auf Samstag, 6. M├Ąrz. Wie Harald Amon ausf├╝hrte, reagierte die Abfallwirtschaft des Landkreises damit auf ein Schreiben des BNs an Landrat Handwerker, in dem auf die starke Beeintr├Ąchtigung, besonders der beginnenden Bruten in der Vogelwelt, an diesem urspr├╝nglich geplanten sp├Ąten Termin hingewiesen wurde. Allerdings sollten diese Aktionen generell auf den Herbst verschoben werden, wie die seit zwei Jahren durchgef├╝hrten Eberner S├Ąuberungsaktionen der lokalen Agenda.
Die Ansiedlung eines Lidl-Marktes mit B├╝rgerhaus auf der Fl├Ąche des Gedenksteines wird vom Bund Naturschutz abgelehnt. Diese widerspricht dem bestehenden Landschaftsplan, den Angerbachbereich als Gr├╝nachse zu erhalten und weiter zu entwickeln. Gerade der BN hat bei der Realschulerweiterung auf die Bedeutung dieses Bereiches hingewiesen und sich mit eigenen Entw├╝rfen f├╝r die Erhaltung und Fortsetzung eingesetzt. Diese Vernetzung nach au├čen, vom Anlagenring ausgehend, wurde auch in der Eberner Agenda beschrieben. Es ist ÔÇ×eine r├Ąumliche Weiterentwicklung des Anlagenringes in Siedlungsbereiche anzustreben“. Mit der Bebauung der Gr├╝nfl├Ąche durch den Lidl-Markt w├Ąre diese mittelfristige Planung mit einem Mal hinf├Ąllig. Damit w├Ąre auch die ├Âstliche Einfahrt Eberns, mit dem Blick auf die Pfarrkirche, unweigerlich verbaut.
Die Natursch├╝tzer sehen dabei auch eine unn├Âtige Fl├Ąchenversiegelung, wie sie in Bayern t├Ąglich mit 28,4 Hektar geschieht. Besonders da kurzfristig ein anderer der f├╝nf bereits vorhandenen Superm├Ąrkte dem Konkurrenzdruck wahrscheinlich nicht gewachsen ist und eine nicht genutzte versiegelte Fl├Ąche zur├╝ck bleibt. Denn die sich sicher nicht vergr├Â├černde Kaufkraft im Bereich Ebern wird durch die vorhandenen M├Ąrkte bereits abgedeckt. Verloren gingen ein sich gut entwickelndes Biotop, eine von Insekten besuchte Flora und eine Vogelwelt mit Nachtigallen und nachts jagenden Schleiereulen. Einw├Ąnde gab es auch wegen der auftretenden L├Ąrmbel├Ąstigung f├╝r die umliegenden Bewohner, sowie, bei abendlichen Veranstaltungen im B├╝rgerhaus, f├╝r die Patienten des Krankenhauses.

Begr├╝├čt wurde vom BN die Initiative der Stadt bei der Schnittma├čnahme in der Eyrichsh├Âfer Allee. Durch einen extra angesetzten Termin mit dem Tiefbauamt des Landkreises, der Unteren Naturschutzbeh├Ârde und Vertretern des st├Ądtischen Bauhofes wurde die Anzahl der zu f├Ąllenden B├Ąume erheblich reduziert. Auch die beiden alten Obstb├Ąume, wie vom BN gew├╝nscht, wurden erhalten. ├ťber die geplante Entwicklung des westlichen Teils der Allee, der von B├Ąumen des Schlossparks tangiert wird, will sich die Ortsgruppe beim Landkreis erkundigen. ha

FT 05.05.2004 Die H├╝rden genommen
Zeiler Stadtrat behandelte geplante Lidl-Ansiedlung
ZEIL.
Die H├╝rden, die der Ansiedlung eines Lidl-Marktes im Weg standen, hat die Stadt Zeil jetzt genommen. ÔÇ×Wir sind im gr├╝nen Bereich“, sagte B├╝rgermeister Christoph Winkler am Montagabend im Rathaus bei der Sitzung des Stadtrates, der den Bebauungsplan samt dem Gr├╝nordnungsplan als Satzung beschloss.
von Klaus Schmitt
Wie mehrfach berichtet, will Lidl eine Niederlassung an der Kreuzung Sander Stra├če/Umgehung errichten. Das Problem: Das Gel├Ąnde liegt in der Hochwasserzone des Mains.
Das Grundst├╝ck wird aufgef├╝llt, und daf├╝r schafft die Stadt Zeil einen ├Âkologischen Ausgleich. Damit sind die b├╝rokratischen H├╝rden genommen. ÔÇ×Das musste erst einmal erledigt sein, um die Satzung zu beschlie├čen“, sagte Winkler. Einstimmig billigte der Stadtrat am Montagabend den Bebauungsplan samt Gr├╝nordnungsplan f├╝r das k├╝nftige Lidl-Gel├Ąnde als Satzung.
Die Stadt liegt damit auch wieder im Zeitplan. Jede weitere Verz├Âgerung w├Ąre nicht hinnehmbar und f├╝r den Discounter nicht zumutbar gewesen, machte der Zeiler B├╝rgermeister deutlich, der dem Landratsamt daf├╝r dankte, dass es ÔÇ×sehr gut mitgearbeitet“ und geholfen habe, die Probleme aus der Welt zu schaffen.
In wenigen Tagen will Lidl, wie der Stadtrat erfuhr, mit dem Bau beginnen. F├╝nf Monate sp├Ąter soll der neue Markt er├Âffnet werden.
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FT 10.02.2004
ZEIL - Erba- und Lidl-Pl├Ąne lassen hoffen
......... An der Sander Stra├če/Umgehungsstra├če entsteht ein Lidl-Markt.
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FT 10.02.2004
Zeil-Schmachtenberg
Ressource Land sch├╝tzen - B├╝rgermeister Winkler
.... Klar ├Ąu├čerte sich der B├╝rgermeister nach der Nutzung des Zuckerfabrikgel├Ąndes: “ Es geht nicht an, dass vermeintlich Ansiedlungswillige 17 bis 20 Hektar des Gel├Ąndes bei Bereitstellung von lediglich 20 Arbeitspl├Ątzen beanspruchen. So kann man mit der Ressource Land heutzutage nicht mehr umgehen.” .........
Kritik an der Strategie des Kaufmarktes Lidl (Neubauten in Ha├čfurt, Ebern, Zeil) ├╝bte ein anderer Schmachtenberger, vor allem wegen der weiteren Versiegelung der Landschaft. Eine Absprache zwischen den Gemeinden, wie gefordert, ist laut Winkler nicht m├Âglich, da freie Marktwirtschaft, Konkurrenzdenken und “Kirchturmpolitik” wie in der Vergangenheit (gemeinsamer Industriepark) dies nicht zulie├čen.
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FT 04.02.2004
KNETZGAU - Gemeinderat
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Der Zweite B├╝rgermeister Robert Endres zitierte aus einem Artikel, der am Montag im FT erschien (ÔÇ×Pl├Ądoyer gegen zunehmenden Landverbrauch“). Auf der Kreisversammlung des Bundes Naturschutz (BN) h├Ątten Schautafeln die Gemeinde Knetzgau als negatives Beispiel f├╝r hohen Fl├Ąchenverbrauch dargestellt. Die bebaute und versiegelte Fl├Ąche in Knetzgau ist laut den ausgestellten Tafeln in den letzten 50 Jahren um 403 Prozent gewachsen. Dies kritisiert der BN. Die Ausstellung soll an verschiedenen Orten des Landkreises ausgestellt werden.
Der Kritik widersprochen
Robert Endres betonte, dass die Gemeinde in den letzten 50 Jahren viel geleistet h├Ątte. Betrachte man die Ausgangssituation, relativiere sich der Vorwurf. Es bedr├╝cke sehr, wenn durch die Ausstellung ein falsches Bild entstehe, sagte er. Au├čerdem habe die Gemeinde viel f├╝r den Naturschutz getan.
Auch B├╝rgermeister Werner Schneider widersprach dem BN. Durch die Gewerbefl├Ąchen sei so mancher Arbeitsplatz entstanden, sagte er. ......

NP 12.02.2004

EINZELHANDELSVERBAND UNTERFRANKEN 
ÔÇ×Brutaler Wettbewerb“ - Talfahrt ist noch nicht beendet
Die Talfahrt, in der sich der Einzelhandel seit 1992 befindet, wurde auch im abgelaufenen Jahr nicht beendet. Das best├Ątigten Karl Graf, Bezirksvorsitzender des Landesverbandes des Bayerischen Einzelhandels e. V., und LBE-Gesch├Ąftsf├╝hrer Peter Collier. Die Verbraucher sind laut Graf, nicht zuletzt durch ÔÇ×politische Flickschusterei bei Reformen“, verunsichert.
W├ťRZBURG - Dass sich die Hoffnungen des Einzelhandels f├╝r 2003 nicht erf├╝llten, habe einerseits an der Kaufzur├╝ckhaltung gelegen. Andererseits habe ein versch├Ąrfter Wettbewerb, bedingt durch den Fall des Rabatt-Gesetzes und das Anwachsen der Verkaufsfl├Ąchen, Umsatz und Ertrag im Einzelhandel gedr├╝ckt. So wurden in Unterfranken rund 4,8 Milliarden Euro umgesetzt, 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr.
Besonders gingen die Einnahmen in den Bereichen Haus- und Heimausstattung (– 6,0 Prozent) aber auch Textil und Schuhe (– 5,2) zur├╝ck. Der Lebensmittel-Einzelhandel konnte sich stabil halten, sah sich jedoch wachsendem Konkurrenzdruck durch Discounter ausgesetzt.
Erstmals hat der LBE unter seinen Mitgliedern eine Vollerhebung durchgef├╝hrt. Diese erbrachte eine gro├če Bandbreite im Ergebnis der einzelnen Branchen. So haben beispielsweise im Textilhandel zwei Drittel der Betriebe negative Umsatzentwicklungen gemeldet, darunter 15 Prozent im zweistelligen Bereich. Gleichzeitig habe es aber auch Gewinner gegeben. Laut Dipl.-Volkswirt Peter Collier ersetzen Firmenkonjunkturen die klassischen Branchenkonjunkturen, was die statistische Betrachtung erschwere. So haben auch quer durch alle Bereiche insgesamt acht Prozent der LBE-Mitglieder im abgelaufenen Jahr ihr Gesch├Ąft aufgegeben. Gleichzeitig konnten 147 neue Mitglieder f├╝r den Berufsverband geworben werde, so dass die Gesamtzahl der Unternehmen mit 1700 konstant blieb.

Trendwende f├╝r viele zu sp├Ąt

F├╝r 2004 rechnet man, den allgemeinen Prognosen folgend, mit einer leichten Stabilisierung im Einzelhandel, so Graf, der Prognosen allerdings von Jahr zu Jahr kritischer betrachtet: ÔÇ×Auch Ende 2002 wurde Optimismus verbreitet, der nicht zu mehr Umsatz gef├╝hrt hat.“ Nach der ÔÇ×langen D├╝rrezeit“, so Collier, seien viele mittelst├Ąndischen Betriebe finanziell in der Enge. F├╝r manche werde die erwartete Trendwende wohl zu sp├Ąt kommen.
Von einem ÔÇ×brutalen Wettbewerb“ berichtet Graf angesichts des Wegfalls des Rabattgesetzes. Gro├čunternehmen h├Ątten den Markt mit undurchsichtigen Rabatten ├╝berschwemmt. Dadurch seien die Verbraucher zus├Ątzlich verunsichert worden. Mit dem drohenden Wegfall des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, das am 1. April novelliert wird, bef├╝rchtet man beim LBE beim Preiskampf sowie beim Kampf um Klarheit von Preis und Leistung eine weitere Eskalation.
Zeit der FOC scheint vorbei
ÔÇ×Als markanten Fehler staatlicher Genehmigungspraxis“ bezeichnete Collier das Entstehen von ÔÇ×Jahrmarkt-Architektur“ auf der gr├╝nen Wiese, w├Ąhrend gleichzeitig die Innenst├Ądte ver├Âden. Jedoch sei die ÔÇ×Zeit der FOC (Factory-Outlet-Center) wohl vorbei. Ein Center dieser Art an der Autobahn bei Wertheim habe erst 26 von 60 geplanten Mietern anlocken k├Ânnen. Auch die Kunden seien ausgeblieben. Diese h├Ątten wohl gemerkt, dass man auch andernorts Schn├Ąppchen machen k├Ânne. Dar├╝ber freute sich auch Graf mit dem Satz: ÔÇ×Wie sch├Ân, dass die Marktwirtschaft noch funktioniert.“
Speziell den Einzelh├Ąndlern in W├╝rzburg, die einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro verzeichneten, weht demn├Ąchst starker Wind entgegen. Im Gebiet des Hauptbahnhofs, zwischen Altem Hafen und dem Berliner Ring, projektiere die Stadt bis 2006 einige Neuerungen, in deren Mittelpunkt eine Einzelhandels-Verkaufsfl├Ąche von 20 00 Quadratmetern stehe. Um eine Veranstaltungshalle zu bekommen, habe man sich auf dieses Gegengesch├Ąft eingelassen.
F├╝r die rund 350 innerst├Ądtischen Einzelh├Ąndler (110 000 Quadratmeter Verkaufsfl├Ąche) bedeute das ein weiteres Umsatz-Minus von etwa 7,0 Prozent.
Offen sei dabei, so die Einsch├Ątzung des LBE, ob die Halle sich wirtschaftlich trage und ob der Stra├čenverkehr im Zentrum vertr├Ąglich bew├Ąltigt werde. Falls es gelinge, den Bahnhofsbereich samt Veranstaltungshalle und Verkaufsfl├Ąche attraktiv an die Innenstadt anzubinden, dann k├Ânnte ein Teil der Verluste in der Innenstadt wettgemacht werden.
Projekt mit Uni
Gewachsene Zentren f├Ârdern, dahin geht das Hauptaugenmerk der Verbandes in den kommenden Jahren. So l├Ąuft derzeit in W├╝rzburg ein Gemeinschaftsprojekt des LBE mit der Universit├Ąt. Eine Arbeitsgruppe ermittelt alle Mieten in der Innenstadt und wertet diese wissenschaftlich aus, berichtete Collier. Danach werden verl├Ąssliche Zahlen f├╝r neue Mietvertr├Ąge vorliegen.
Ein weiteres Projekt, das ├╝ber W├╝rzburg hinaus Bedeutung finden k├Ânne, werde derzeit vom Stadtmarketing W├╝rzburg erarbeitet. Hierbei werden Leerst├Ąnde in der Innenstadt untersucht. Gemeinsam mit Partnern wie Sparkasse, Arbeitsamt und weiteren Beteiligten soll darauf aufbauend ein Konzept erarbeitet werden, um junge Existenzgr├╝nder f├╝r eine Nachfolge zu gewinnen. Ein ├Ąhnliches Projekt laufe bereits mit der City-Werbegemeinschaft Miltenberg.
Die schwierige Situation des Einzelhandels habe den Beratungsbedarf der Kaufleute erheblich gesteigert, so Collier. Darauf habe der LBE nun auch personell reagiert. Ab dem 1. M├Ąrz verst├Ąrkt Dipl.-Betriebswirt Volker Wedde das LBE-Team Unterfranken. pkw

FT 31.01.2004 

Anreiz f├╝r Sanierung alter H├Ąuser im Ort 
Gemeinde Oberaurach bringt privates F├Ârderprogramm auf den Weg – Christbaumkulturen gebilligt 
TRETZENDORF. Die Gemeinde Oberaurach will 2004 ein F├Ârderprogramm f├╝r die Nutzung alter Bausubstanz in den Ortskernen auflegen. Der Gemeinderat beauftragte in seiner Sitzung am Donnerstag die Verwaltung mit der Einplanung einer Haushaltsstelle im Etat 2004, die je nach finanzieller M├Âglichkeit mit 25 000 Euro ausgestattet werden soll. Der Gemeinderat will mit diesem kommunalen F├Ârderprogramm gleich mehrere Probleme angehen. Zum einen drohen in vielen D├Ârfern die Ortskerne schleichend zu ver├Âden, immer mehr Altbauten und landwirtschaftliche Nebengeb├Ąude stehen leer. Die junge Generation hat in den Siedlungen gebaut. Das F├Ârderprogramm soll dazu beitragen, dass junge Menschen die Lebensqualit├Ąt in den Ortskernen wieder entdecken und eventuelle Mehrbelastungen, etwa durch den Abbruch von Teilbereichen, ausgleichen k├Ânnen.
Gleichzeitig ist das Vorhaben aber auch eine Reaktion auf die Finanzlage der Gemeinde. Diese hat nur noch einige wenige Baupl├Ątze zu verkaufen. F├╝r die Erschlie├čung neuer Baugebiete ist derzeit kein Geld vorhanden. Zumal bei keiner Baulanderschlie├čung das Geld, das die Gemeinde ausgegeben hat, wieder voll hereinkommt, wie es am Donnerstag hie├č.
Gegen den Landverbrauch
Nicht zuletzt ist das F├Ârderprogramm auf die Agenda 2010 ausgelegt, denn statt durch Neubaugebiete st├Ąndig in gro├čem Stil Land zu verbrauchen und zu versiegeln, soll vorhandene Bausubstanz mit neuem Leben erf├╝llt werden. Auch der Bund Naturschutz hat sich dieser Sichtweise mittlerweile angeschlossen und die St├Ąrkung der Ortskerne in sein Programm aufgenommen.
Einen ersten Akzent in diese Richtung setzte der Gemeinderat Oberaurach in Dankenfeld, wo durch die Bezuschussung von Privatleuten eine riesige Baul├╝cke im Ortskern wieder geschlossen werden konnte und gleichzeitig ein harmonisches Ensemble geschaffen wurde. Auf diesem Weg will der Gemeinderat weiter gehen.
Um abzusehen, welcher F├Ârderbedarf in den n├Ąchsten Jahren erwartet werden kann, wurde den Gemeinder├Ąten eine Aufstellung der bereits leer stehenden Geb├Ąude in den neun Gemeindeteilen vorgelegt. Dazu kommen zahlreiche Anwesen, die im Laufe der n├Ąchsten zehn bis 15 Jahre vermutlich ebenfalls leer stehen werden, weil sich innerhalb der Familie keine ├ťbernahme abzeichnet.

FT  18.10.2003 (Auszug)
Oberaurach - ….
…………
Alte Bausubstanz nutzen
Neue Wege
will die Gemeinde Oberaurach im Hinblick auf die Ausweisung von Neubaugebieten und die Nutzung vorhandener Bausubstanz gehen.
Schon mehrfach wurde im Gemeinderat die Problematik angesprochen, dass in den Ortskernen schon jetzt viele Wohnh├Ąuser, vor allem aber auch fr├╝here landwirtschaftliche Nebengeb├Ąude leer stehen. Diese Situation versch├Ąrft sich in den kommenden Jahren noch.
Das Ziel der Gemeindepolitik m├╝sse es daher sein, die Ortskerne vor dem langsamen Aussterben zu bewahren und jungen Familien die Qualit├Ąt des Wohnens im Altort zu vermitteln. Mit diesem Ziel ist es B├╝rgermeister Kerker auch gelungen, auf eine ├änderung der F├Ârderung in der Dorferneuerung hinzuwirken. Hier wird es k├╝nftig F├Ârderungen sowohl f├╝r die Gemeinden wie auch f├╝r Privatleute geben, die bestehende Bausubstanz im Ortskern sanieren oder ersetzen.
Die Gemeinde Oberaurach will dieses Ziel unterst├╝tzen, indem eine Datenbank erstellt wird, die alle leerstehenden Geb├Ąude und freien Fl├Ąchen innerorts auflistet und Bauwillige auch bei der Vermittlung von Zusch├╝ssen und bei der Kontaktaufnahme mit den Eigent├╝mern unterst├╝tzt. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung einstimmig, diese Bestandsaufnahme zu machen und Sanierungen sowie Neubauten in den Ortskernen nach Kr├Ąften zu unterst├╝tzen.
……….

FT 01.08.2003 Pro 200 Quadratmeter ein Baum
,,Lindachsteig Nord V" als gr├╝nes Baugebiet: Strikte Festsetzungen
von Berthold K├Âhler

SESSLACH. Allm├Ąhlich wer┬şden Baupl├Ątze knapp: Nur noch ein einziger, berichtete B├╝rgermeister Hendrik Dressel dem Stadtrat, steht noch f├╝r den Verkauf zur Verf├╝gung. Um ein verbessertes Angebot f├╝r Interessenten zu schaffen, wurde deshalb der Bebauungsplan ,,Lindachsteig Nord V" verabschiedet - allerdings nicht ohne Widerst├Ąnde. Neben den Tr├Ągern der ├Âffentli┬şchen Belange ├╝bten besonders drei Anwohner des ,,Lindachsteiges IV" deutliche Kritik am Bebauungsplan.

“Landschaftsplan spricht gegen das Projekt"
Einheitlich kritisierten Robert de Vries, Ingo Rickhaus und Silvia Bornschlegel, dass das Wohngebiet nicht dem Landschaftsplan der Stadt entspreche. Dieser habe im Be┬şreich des geplanten Baugebietes allerlei sch├╝tzenswerte Fl├Ąchen ausgewiesen und spreche so deutlich gegen das Projekt. Insgesamt sollen im Neubaugebiet 50 Baupl├Ątze ausgewiesen werden, wobei in den n├Ąchsten Jahren allerdings nur eine Hand voll H├Ąuslebauer den ersten Bauabschnitt besiedeln d├╝rften.
ÔÇ×Die komplette Fertigstellung“, mutma├čte der B├╝rgermeister angesichts der Flaute im Bau, ÔÇ×werden wir wohl nicht mehr erleben“.
Das immer wieder als Alternativl├Âsung ins Gespr├Ąch gebrachte Baugebiet ÔÇ×Watzendorfer H├Âhe“ stand nicht mehr zur Debatte. Hendrik Dressel machte deutlich, dass man (ÔÇ×nach leidenschaftlicher Diskussion“) vor Jahren eine Grundsatzentscheidung zur Fortsetzung des ÔÇ×Lindachsteiges“ getroffen habe und bei dieser bleiben werde. Um nicht irgendwo einen gro├čfl├Ąchigen Ausgleich f├╝r die Bodenversiegelung des Neubaugebietes schaffen zu m├╝ssen, will die Stadt den ÔÇ×Lindachsteig V“ sehr naturnah belassen. Deshalb wird den Bauwerbern – von ÔÇ×zwei, drei Interessenten“ berichtete Gesch├Ąftsleiter Frank J├╝rgen Sonntag, auch eine Liste mit allerlei ÔÇ×gr├╝nen“ Vorschl├Ągen und Vorschriften gemacht. Der Stadtrat nahm die Fassadenbegr├╝nung nur als Empfehlung mit auf, genauso wie die ├ťberpflanzung der Stellpl├Ątze mit einem heimi┬şschen Hochstamm sowie die dauerhafte Begr├╝nung von Ga┬şragen-Flachd├Ąchern.
Ein Gro├čteil der Festlegungen des Ingenieurb├╝ros K├Â┬şnig & K├╝hnel bleibt allerdings trotzdem erhalten: So muss pro 200 Quadratmeter Grundfl├Ą┬şche ein Baum gepflanzt und das Grundst├╝ck mit sickerf├Ąhi┬şgen Bel├Ągen versehen werden. Zudem soll sich quer durch das gesamte Baugebiet ein zehn Meter breiter Pflanzstreifen mit B├Ąumen und B├╝schen ziehen.
Firstrichtung soll freigegeben werden
Eine Anregung von Renate Schuberth-Eisenhardt  (CSU) wurde zus├Ątzlich noch aufge┬şnommen: Um die Errichtung von Solaranlagen auf den Hausd├Ąchern zu optimieren, soll die Firstrichtung (wenn es das Landratsamt zul├Ąsst) freige┬şgeben werden

31.07.2003 Belohnung f├╝r ├ľkobaugebiet Altershausen
Die Stadt K├Ânigsberg erhielt f├╝r ihr Engagement f├╝r das ├ľkobaugebiet in Altershausen beim Innovationswettbewerb f├╝r zukunftsorientiertes Bauen 60.000 ÔéČ Preisgeld.
Die Vergabe des Preises erfolgte f├╝r die eingesetzte Energietechnik und der Verwendung regionaler und rohstoffschonender Baustoffe. Weitere wichtige Vergabekriterien waren au├čerdem eine engeriesparende Architektur sowie eine ├╝berzeugende st├Ądtebauliche Gesamtl├Âsung.

FT 30.07.2003 Bayern: ,,B├╝ndnis zum Fl├Ąchensparen"
Vereinbarung des Freistaates mit Kommunen

M├ťNCHEN. Der Freistaat Bayern hat mit seinen St├Ądten und Gemeinden ein ,,B├╝ndnis zum Fl├Ąchensparen" geschlossen. Es soll dem Wildwuchs von Gewerbegebieten und Wohnsiedlungen einen Flegel vorschieben. Umweitminister Werner Schnappauf und Innenminister G├╝nther Beckstein {beide CSU) unterzeichneten  am Dienstag in M├╝nchen eine entsprechende Vereinbarung mit den kommunalen Spitzenverb├Ąnden.
Bayern geh├Ârt bisher zu den Bundesl├Ąndern mit dem gr├Â├čten Fl├Ąchenverbrauch. Im letzten Jahr wurde nach Angaben des Umweltministeriums t├Ąglich eine Fl├Ąche von mehr als 26 Fu├čballfeldern zugebaut, fr├╝her war es sogar noch mehr.
Schnappauf sagte, f├╝r neue Bauvorhaben sollten k├╝nftig m├Âglichst brach liegende Fl├Ąchen saniert und neu genutzt werden. In Pilotprojekten im oberbayerischen Pfaffenhofen und im schw├Ąbischen Jengen seien so bis zu 40 Prozent st├Ądtischer Brachfl├Ąchen wieder erschlossen worden. Neu ausgewiesene Baugebiete seien damit unn├Âtig gewesen. Beckstein erkl├Ąrte nach Angaben seines Hauses, den Kommunen komme bei dem Projekt eine Schl├╝sselrolle zu.
Nach Angaben von Schnappauf gab es im vergangenen Jahr erstmals seit 14 Jahren eine positive Trendwende im Fl├Ąchenverbrauch. Mit dem neuen B├╝ndnis solle dieser Trend nun verst├Ąrkt werden. Die Bayerische Bauindustrie forderte, der Umweltschutz d├╝rfe die Landesentwicklung nicht in Frage stellen. Bereits vorhandene Fl├Ąchen sollten intelligent genutzt werden.

FT 22.07.2002 KREIS HASSBERGE Grund und Boden werden Mangelware. Wohnungs- und Stra├čen┬şbau, Erweiterungsbestrebungen der Wirtschaft und die Entwicklung der St├Ądte und Gemeinden erfordern neuen Raum. Wenn auch ├Âkologi┬şsche Belange bei Raumord┬şnung und Planung heute mehr Beachtung finden als fr├╝her, so werden doch immer gr├Â├čere Fl├Ąchen durch ├ťber┬şbauung ,,versiegelt“. Das gilt auch f├╝r den Landkreis, wie die  laufenden  Bodennut┬şzungserhebungen des statisti┬şschen Landesamtes verdeutli┬şchen. Auch hier ist die Fl├Ąche der Geb├Ąude und Freianlagen ebenso gewachsen wie die des Verkehrsnetzes. Dass dieses Wachstum auf Kosten ehe┬şmals landwirtschaftlicher Fl├Ą┬şchen erfolgt, f├╝hrt auf l├Ąngere Sicht zu einer Ver├Ąnderung des Naturinventars. Die zunehmende Bodenver┬şbauung l├Ąsst sich in den Statis┬ştiken ablesen. Noch 1989 gab es im Kreis ,,nur" 6833 Hektar bebautes Land. 1993 waren es 7788 Hektar; 1997 sogar 8671 Hektar. 2001 gab es mit 8976 Hektar weiteren Zuwachs.  rk

NP 01.03.2002
Freilegung des Angerbachs ├Âkologisch sinnvoll
EBERN - Die Freilegung des An┬şgerbachs in Ebern ist im Landschaftsplan verankert. Bislang aber gab es keine konkreten Planungen f├╝r diese Ma├čnahme; Nun hat sich der Bund Naturschutz Gedanken ├╝ber eine m├Âgliche Gestaltung gemacht.
Wie BN-Kreisvorsitzender Dr. Klaus Mandery bei einem Pressegespr├Ąch am Mittwochnachmittag in der Realschule erkl├Ąr┬şte, ist er seit einiger Zeit dabei, sich Gedanken ├╝ber M├Âglichkeiten der Angerbach-Freile┬şgung zu machen. Das wurde im Vorfeld auch mit B├╝rgermeister Robert Herrmann abgespro┬şchen. Vom Bund Naturschutz wurde Landschaftsarchitektin Maria Hu├člein beauftragt, ver┬şschiedene Planvarianten zu er┬şstellen. Die wurden am Wo┬şchenende der Schulleitung der Realschule  vorgestellt,  die schlie├člich ihre Vorstellungen mit einbrachte. Nunmehr liegt eine Planung vor, die sowohl die Zustimmung der Realschule, des Bundes Naturschutz und auch des  Agenda-21-Arbeitskreises ,,Umwelt und Landschaft" fin┬şdet.
Die Planung sieht nach Wor┬şten von Dr. Klaus Mandery und Landschaftsarchitektin  Maria Hu├člein demnach vor, dass zun├Ąchst das rund 100 Meter lange Teilst├╝ck des Angerbachs, n├Ârdlich der Realschule, freige┬şlegt wird. Der Angerbach soll zwischen dem Altbau und dem derzeit entstehenden Anbau hindurch f├╝hren. Die Realschu┬şle will zudem auf dem Land┬şkreisgrundst├╝ck, direkt an der Georg-Nadler-Stra├če einen Schulgarten errichten. Auch daf├╝r w├Ąre der offen gelegte An┬şgerbach vermutlich eine Berei┬şcherung.
Die Planungen sehen weiter vor, dass n├Ârdlich der Realschu┬şle ein Gr├╝nstreifen angelegt wird. Der soll die Schule aus Richtung Coburger Stra├če auch optisch abgrenzen. Durch den Gr├╝nstreifen hindurch k├Ânnte auch der neue Fu├čweg gelegt werden, der derzeit direkt an der Realschule vorbeif├╝hrt.
Auf dem Rest des Landkreis-Grundst├╝cks sollen nach bishe┬şrigen Planungen Parkpl├Ątze, ein Bolzplatz und - soweit wie m├Âg┬şlich von der Realschule entfernt ein Pavillon als Treffpunkt f├╝r die Jugend entstehen.
Dr. Klaus Mandery freut es be┬şsonders, dass im Hinblick auf die Angerbach-Freilegung eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt, Realschule, Wasserwirt┬şschaftsamt, dem Bund Naturschutz und dem Agenda-Ar┬şbeitskreis angestrebt wird. Ziel sei es im Wesentlichen, durch die Angerbach-Freilegung die ├Âkologische Wertigkeit zu er┬şh├Âhen. Harald Amon, Leiter des Agenda-Arbeitskreises ,,Umwelt und Landschaft", machte darauf aufmerksam, dass die Anger┬şbach-Freilegung w├╝nschens┬şwert ist. Sie sei sozusagen die Fortsetzung des Anlagenrings.
Jetzt sollen die Planungen mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Bauamt abgestimmt und fachlich gepr├╝ft werden. Dann soll gemeinsam an der Realisie┬şrung gearbeitet werden. Wie Dr. Klaus Mandery sagte, seien die Kosten f├╝r die Angerbachfreile┬şgung derzeit noch nicht abzusehen. Fest stehe nur, dass es meh┬şrere M├Âglichkeiten gebe, Zu┬şsch├╝sse zu erhalten und F├Ârder┬şt├Âpfe ,,anzuzapfen".     mic

FT 01.03.2002
Freiheit f├╝r den Angerbach
Natursch├╝tzer wollen Verrohrung im Bereich Realschule r├╝ckg├Ąngig machen
EBERN. Der Verrohrung des Angerbaches im Bereich der Realschule m├Âchte der Bund Naturschutz ein Ende machen und den Bach nach den Vorgaben des Landschaftsplanes ├Âffnen und renaturieren.
Es sei nicht zu sp├Ąt, die Ma├čnahme mit dem Erweiterungsbau der Realschule zu koordinieren, hie├č es am Donnerstag bei einem Gespr├Ąch, zu dem BN-Kreisvorsitzender Klaus Mandery die Agenda-Arbeitsgruppe "Natur und Landschaft" eingeladen hatte. Dabei ging es um die m├Âgliche Bach- und Wegef├╝hrung sowie um den Gr├╝ng├╝rtel drum herum.
Klaus Mandery hatte von der Landschaftsarchitektin Maria Hu├člein aus Ha├čfurt f├╝nf Varianten skizzieren lassen und diskutierte diese mit den Verantwortlichen der Realschule.
Aus den Vorgespr├Ąchen kristallisierte sich eine zu bevorzugende Variante heraus. Im Umgriff des Schulerweiterungsbaus soll die Bachf├╝hrung so ver├Ąndert werden, dass der Bach optisch nur unter dem Verbindungstrakt nicht wahrnehmbar ist. Die Fu├čwegf├╝hrung soll um den Anbau herum gehen und zu einem Gr├╝nzug mit Wegeverbindung werden. Damit wird auch eine klare Trennung zwischen Schule und ├Âffentlichem Bereich erreicht.
Au├čer in Agenda-Kreisen soll nun auch mit Sachverst├Ąndigen von Bau- und Wasserwirtschaftsamt ├╝ber das Vorhaben diskutiert werden.
Laut Mandery k├Ânne die Bachrenaturierung direkt am Schulumgriff finanziell durch die gerade laufende Bauma├čnahme abgedeckt werden. Nach F├Ârdert├Âpfen f├╝r den Rest werde noch gesucht, notfalls finanziere der Bund Naturschutz.
Der Planung der Stadt wolle man nicht vorgreifen, sie aber ansto├čen, erkl├Ąrte Mandery.
Seit zehn Jahren mache sich der Bund Naturschutz bereits Gedanken dar├╝ber, wie man den Anlagenring wirkungsvoll in Richtung Angerbachlauf erweitern k├Ânne. Denkbar sei auch eine teilweise ├ľffnung. Hochwasser-Bef├╝rchtungen seien unbegr├╝ndet. Der Fu├č- und Radweg soll sp├Ąter entlang des ge├Âffneten Baches f├╝hren. Seitens der Realschule w├╝rde es als ideal angesehen, den ge├Âffneten Bachlauf in den vorgesehenen Schulgarten zu integrieren.
schm 

Im Entwurf des Fl├Ąchennutzungs- und Landschaftsplan Ebern aus dem Jahre 1994 sind folgende Angaben zur Anlagenerweiterung und zum Angerbach enthalten:
Seite 24
Ziffer 3.4 Wasserhaushalt, Gew├Ąsser
.... Zu den wesentlichen Nebenb├Ąchen der Baunach geh├Âren:
...
- Angerbach mit Spitalgraben und Fichtigsgraben
....
Die Flie├čgew├Ąsser befinden sich mit Ausnahme einiger kurzer Gew├Ąsserabschnitte in einem naturfernen Zustand. Einige Gew├Ąsserabschnitte sind verrohrt. ...
......
Die Unterhaltspflichtigen ( f├╝r die Baunach der Bezirk Unterfranken, f├╝r die ├╝brigen Bachl├Ąufe die Stadt Ebern) sind deshalb angehalten, die Gew├Ąsser so zu pflegen bzw. zu renaturieren, dass sie den vielf├Ąltigen Nutzungsanspr├╝chen, ... und landschaftspflegerischen Zielsetzungen gerecht werden k├Ânnen. Dazu geh├Ârt ebenso die Erhaltung naturnah belassener Gew├Ąsserabschnitte wie auch die Umgestaltung gleichf├Ârmig ausgebauter Gew├Ąsserstrecken ...
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9.2 Gr├╝nfl├Ąchen
9.2.1 Allgemeine Gr├╝nfl├Ąchen, Parkanlagen
Mit der Karl-Hoch-Anlage, der Friedrich-R├╝ckert-Anlage und der Walk-Strasser-Anlage ist das Altstadtgebiet von Ebern klar gegen├╝ber den neueren Baufl├Ąchen abgegrenzt und gegliedert. Diese Anlagen sind von unersetzlichem Wert zur Erhaltung des historischen Stadtbildes sowie zur Naherholung.
Eine nat├╝rliche Fortsetzung des Gr├╝nzuges stellt das Angerbachtal dar. Allerdings ist hier der Bachlauf zwischen Bahnlinie und Gymnasiumstra├če verrohrt und teilweise ├╝berbaut. Diese Fehlentwicklung sollte durch Freihalten von Bebauung eines mindestens 20 m breiten Streifens insbesondere bei der geplanten Erweiterung der Realschule durch den Landkreis ber├╝cksichtigt werden. Die Freihaltung der Frischluftschneise Angerbachtal bis in das Stadtzentrum ist aus klimatischen und lufthygienischen Gr├╝nden geboten.
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Seite 119 ff
10.3 Ma├čnahmen zur Sicherung der Naturg├╝ter, zur Pflege und Entwicklung der Landschaft
10.3.1 Boden ...
10.3.2 Wasserhaushalt und Gew├Ąsser
Das Wasserhaushaltsgesetz bestimmt in ┬ž 1a: "Die Gew├Ąsser sind als Bestandteil des Naturhaushaltes so zu bewirtschaften, dass sie dem Wohl der Allgemeinheit und im Einklang mit ihm auch dem Nutzen Einzelner dienen und dass jede Beeintr├Ąchtigung unterbleibt."
Auf dieser Grundlage lassen sich folgende Zielsetzungen aufstellen (Karte 5, s. Anhang):
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- Die Verrohrung von B├Ąchen stellt einen schwerwiegenden Eingriff in den Naturhaushalt dar. Bachverrohrungen d├╝rfen deshalb k├╝nftig nicht mehr zugelassen werden. Bestehende Bachverrohrungen sollen aus Gr├╝nden der Selbstreinigungskraft des Gew├Ąssers als Lebensraum f├╝r Tier- und Pflanzenarten sowie zur Gliederung des Landschaftsbildes aufgehoben werden,
z.B. .....
Angerbach in Ebern
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Seite 126
zu 10.3.5 Siedlungsbereiche
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├ľffentliche Gr├╝nfl├Ąchen
Der Gr├╝nanlagenring um die Eberner Altstadt soll in seinem derzeitigen Bestand gesichert werden. Kranke B├Ąume (Ulmen) werden durch Neupflanzungen ersetzt. Von besonderer Bedeutung erscheint die Anbindung des Anlagenringes an das Angerbachtal zur neuen Sportanlage und weiter Richtung Fierst und L├╝tzelebern. ....
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Seite 136
Ma├čnahmenverzeichnis
Nr. 33 Anlage eines schmalen Gr├╝nzuges (10-20m) von der Walk-Strasser-Anlage im Bereich der Angerbachverrohrung
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Info:
Die oben unter 10.3.2 angef├╝hrte Karte " Gew├Ąssernetz" weist den Teil des verrohrten Angerbaches als zu "Sanieren, Entwickeln" besonders aus
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FT 22.06.2001 B├╝rgermeister Hufnagel Pfarrweisach
bei B├╝rgerversammlung in Lichtenstein

.. Rechtzeitig vor der Ausgleichsfl├Ąchenregelung konnte der Bebauungsplan f├╝r Herbelsdorf in Kraft treten. Ein gemeindeeigenes Grundst├╝ck und ein Teil einer Privatfl├Ąche wurden ├╝berplant und sollen FTE-Mitarbeitern die M├Âglichkeit geben, sich in der N├Ąhe ihres Arbeitsplatzes niederzulassen.
Wenn alle 17 Bauparzellen bebaut sind, verdoppelt sich in etwa die Bev├Âlkerung des Ortsteils. Erschlossen werden soll je nach Verkaufsfortschritt. .......