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Wald und Forst

Bilder von der Waldf√ľhrung am 25. September 2016

Waldgang a 2016

 

Waldgang b 2016

 

Waldgang c 2016

 

      ‚ÄěZur√ľck auf leisen Sohle – die Wildkatze im naturnahen Wirtschaftswald“

Waldf√ľhrung am Wei√üfichtensee am Sonntag, 25. September 2016

Seit mehreren Jahren ist die Wildkatze in unseren Wäldern wieder heimisch und vermehrt sich erfreulicherweise beständig.

Warum sich diese sehr seltene Katzenart im Wald wieder wohl f√ľhlt, k√∂nnen interessierte B√ľrger bei einem Waldgang erfahren und erleben. Der Waldumbau der vergangenen Jahrzehnte hin zum naturnahen Mischwald, eine Vielzahl von Strukturen durch Totholz und Biotopb√§ume sowie gesch√ľtzte alte Waldbest√§nde bieten vielen seltenen Arten den notwendigen Lebensraum f√ľr ihre Existenz. Zudem wollen wir erl√§utern, wie moderne Waldbewirtschaftung Belange des Natur- und Artenschutzes ber√ľcksichtigen kann.

Treffpunkt zu dieser Veranstaltung ist am Sonntag, 25. September 2016, um 9 Uhr der Weißfichtensee beim Eberner Ortsteil Welkendorf. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bitte planen Sie f√ľr den Waldgang etwa drei Stunden ein und denken sie an festes Schuhwerk und entsprechende Bekleidung. Abschlie√üend besteht die M√∂glichkeit, am idyllischen Wei√üfichtensee zu grillen. Grillgut, Teller, Gl√§ser und Besteck bitte selbst mitbringen. Getr√§nke stehen zur Verf√ľgung.

Der BUND Naturschutz Ebern, die Bayerische Forstverwaltung und die Bayerischen Staatsforsten freuen sich auf Ihre Teilnahme!

 

 

 

FT 28.04.2007 Freistaat verlang mehr Geld f√ľr F√∂rster
Betriebsf√ľhrung Die Kostens√§tze f√ľr Eberns st√§dtische W√§lder werden deutlich angehoben
Ebern - DEr “Raubbau im Wald” sieht im Regelfall anders aus. Doch bei der Stadtratssitzung fielen keine Baumst√§mme, sondern markige Worte. Thomas Wagner mochte sich gar nicht mit einer Anhebung der Kosten f√ľr die Betreuung der st√§dtischen W√§lder durch einen staatlichen F√∂rster anfreunden.
Und Wagner kommentierte die Anhebung der Kosten f√ľr Betriebsleitung und - ausf√ľhrung von knapp 9.000 auf 12.000 Euro im Jahr mit ironischem Unterton. Wagner sprach von den
“Konsequenzen einer wunderbaren Reform”, die Arbeitspl√§tze und “uns ein Forstamt gekostet hat”.
Es zeige sich wieder einmal, wie f√ľrsorglich der Staat mit seinen Kommunen umgehe: “Jetzt, da mit dem Wald etwas Geld verdient wird, nimmt er es uns gleich wieder weg, damit wir keine Dummheiten anstellen.”
30 Prozent mehr
Kritisch √§u√üerte sich auch Zweiter B√ľrgermeister Hennemann. Er verwies die vom Amt f√ľr Landwirtschaft und Forsten angesprochene Anhebung um 12 Prozent ins Reich der Fabel. “F√ľr uns sind es 30 Prozent und damit ein Brocken, der den Haushalt belastet.” Es zeige sich, dass die Privatisierung des (Staats-)Wald nicht in die richtige Richtung ziele, wenn die Kosten den Kommunen aufgelastet werden. Auch verdeutlichte Hennemann, dass durch die Anhebung des Hiebsatz-Satzes k√ľnftig noch weitere Zusatz-Kosten in der Kalkulation der Stadt auftauchen werden.
Moderat √§u√üertte sich Erster B√ľrgermeister Herrmann, der sich zwar auch nicht erfreut √ľber die h√∂heren Kosten zeigte, die ab 1. JUli f√ľr die Betreuung der st√§dtischen W√§lder zu zahlen sind. Dennoch gab Herrmann zu bedenken: “Wir k√∂nnen es uns nicht leisten, einen eigenen F√∂rster einzustellen. “ Au√üerdem gebe es keinen Verhandlungsspielraum mehr.
Das Stadtoberhaupt hielt es schon f√ľr einen Erfolg, dass es den kommunalen Spitzenverb√§nden in den Verhandlungen mit der Staatsregierung gelungen sei, dass die KOmmunen nur bis zu 60 Prozent der Personalkosten f√ľr die F√∂rster aufbringen m√ľssen, womit auch die Erholungs- und √∂kologische Funktion des Waldes ber√ľcksichtigt wird. “Sind wir doch ehrlich: Der Staat k√ľmmert sich um unsere W√§lder und wir sacken den Ertrag ein.” ....

FT 25.11.2005 Und wie viel kostet ein Waldfest?
Streit um die Wege-Geb√ľhr bei Zeiler Marathon schwelt weiter
von G√ľnter Flegel
ZEIL. Zum Lauf gesellt sich der Verhandlungsmarathon: Der Streit um die Wege-Geb√ľhr f√ľr die Zeiler Sportveranstaltung schwelt weiter. Der Zeiler B√ľrgermeister wirft dem Staatsforst "Willk√ľr" vor.
Wie im FT berichtet, hatte der Staatsforstbetrieb (mit Sitz in Bad K√∂nigshofen) seine Zustimmung f√ľr den zweiten Zeiler Waldmarathon gegeben. Am 12. November liefen rund 700 Teilnehmer durch die W√§lder von Zeil.
Der Veranstalter, die ‚ÄěRoten Teufel“ des Turnvereins Zeil, erhielt vom Staatsforst einen Geb√ľhrenbescheid √ľber 500 Euro. Die Grundlage daf√ľr ist die Nebennutzungsverordnung im Staatsforst, wie der FT vom Betriebsleiter der Staatsforsten in Bad K√∂nigshofen, Christoph Fellermeyer, erfuhr.
Verordnung, Geb√ľhren. Damit hat die Zahlungsaufforderung doch ihre Richtigkeit? Der Zeiler B√ľrgermeister sieht das ganz anders. Er macht sich zum Anwalt der Vereine und kann nicht einsehen, dass f√ľr Veranstaltungen ‚Äěvon heute auf morgen pl√∂tzlich eine Geb√ľhr verlangt wird“. Winkler kennt auch nicht die Rechtsgrundlage, und die Geb√ľhrenordnung hat er trotz Aufforderung vom Staatsforstbetrieb noch nicht zugeschickt bekommen. ‚ÄěBis jetzt nur die Inhaltsangabe“.
Winkler sieht zudem Widerspr√ľche in den Aussagen aus Bad K√∂nigshofen: Auf der einen Seite berufe sich der Staatsforstbetrieb darauf, dass f√ľr die so genannte ‚ÄěNebennutzung“ im Wald schon immer Geb√ľhren h√§tten verlangt werden k√∂nnen. Auf der anderen Seite sei das nur in wenigen Einzelf√§llen praktiziert worden.
So wurde im Sommer f√ľr eine Volkswanderung in Kronach eine Geb√ľhr von 139 Euro verlangt (die nach Intervention von Umweltminister Schnappauf, fr√ľher Landrat in Kronach, auf 58 Euro reduziert wurde).
Aus Bad K√∂nigshofen erhielt Winkler die Auskunft, dass sich die Geb√ľhr f√ľr den Waldmarathon in Zeil auf eine Verordnung st√ľtze, die erst seit Oktober in Kraft sei.
“So geht es nicht“, schimpft der Zeiler B√ľrgermeister, der die Vermutung hegt, dass der betriebswirtschaftlich arbeitende Staatsforst die Freizeitnutzung im Wald als  Zusatzeinnahmequelle entdeckt hat. ‚ÄěAber selbst dann braucht es einer Grundlage“, meint Winkler. Warum m√ľssen die Wanderer in Kronach 58 Euro f√ľr einige tausend Teilnehmer zahlen, die Zeiler aber 500 Euro f√ľr knapp 700 Marathonl√§ufer?
Eine Gegenfrage
Winkler denkt weiter: Der Hassbergverein veranstaltet jedes Jahr sein Waldfest. ‚ÄěUnd was kostet das?“, fragte der Zeiler B√ľrgermeister in einem Brief an den Staatsforst. Die Antwort aus Bad K√∂nigshofen ist eine Gegenfrage: ‚ÄěDerzeit  habe ich nur sp√§rliche Informationen .... Welcher Umfang und welche Beeintr√§chtigung und Inanspruchnahme des Grundst√ľckes der Bayerischen Staatsforsten ist anzusetzen?“.
 

FT 05.11.2005 Warten ‚ÄěWegelagerer“ im Wald? 
Zeiler B√ľrgermeister erbost √ľber Geb√ľhr f√ľr Marathon-Veranstaltung
von G√ľnter Flegel
ZEIL. Eintritt in den Staatswald? Erst vor zwei Wochen hat der FT Fachleute gefragt, ob es solche Pl√§ne gibt, und die Antwort war ein klares ‚ÄěNein, aber“. Das ‚Äěaber“ trifft jetzt den TV Zeil, der am kommenden Samstag den zweiten Waldmarathon veranstaltet.
Denn der jetzt privatisierte Staatsforstbetrieb legt eine schon lange geltende, aber nie weiter beachtete Regelung, jetzt strenger aus: Bei organisierten Gro√üveranstaltungen ist eine ‚ÄěNebennutzungsgeb√ľhr“ f√§llig, die sich in einer Gr√∂√üenordnung von einem Euro pro Teilnehmer bewegt.
Im Fall des Zeiler Waldmarathons sind das jetzt 500 Euro als ‚ÄěUnkostenbeteiligung einschlie√ülich Gestattungsentgelt und Wegebenutzungsentgelt“, wie es im ‚ÄěVertrag √ľber die Benutzung von Staatsforstgrund zum Zwecke der Abhaltung einer organisierten Veranstaltung“ hei√üt.
‚ÄěDas war schon immer so“, sagte am Freitag auf die Frage des FT Christoph Fellermeyer, der Leiter des Staatsforstbetriebes in Bad K√∂nigshofen.
‚ÄěDas war noch nie so“, emp√∂rt sich auf der anderen Seite der Zeiler B√ľrgermeister Christoph Winkler, der den Verdacht hegt, dass der neue Staatsforstbetrieb jetzt ‚Äěauf Gedeih und Verderb“ Geld eintreibt, um schwarze Zahlen zu schreiben. ‚ÄěJetzt sieht man doch, was hinter der Forstreform steckt. Die wurde uns verkauft mit dem Argument, dass sich gar nichts √§ndert, und jetzt trifft es ausgerechnet die Vereine, denen √ľberall das Geld gestrichen wird“, schimpft der Zeiler B√ľrgermeister. Besonders aufgebracht ist er, weil bei der ersten Auflage des Zeiler Waldmarathons 2004 von einer Geb√ľhr keine Rede war, und auch bei der Anlage des Waldsportpfades habe sich der Forst nicht zu Wort gemeldet.
‚ÄěAber unsere Stra√üe, die in den Wald f√ľhrt, d√ľrfen wir sch√∂n brav f√ľr die Herren vom Forst unterhalten“, sagt der B√ľrgermeister, der sich angesichts dieser ‚Äěmodernen Wegelagerei“, wie er sich ausdr√ľckt, einen ‚Äěgeharnischten Brief“ in Richtung Staatsforst √ľberlegt und auch den Landtagsabgeordneten Sebastian von Rotenhan einschalten will. Winklers Vorschlag: ‚ÄěDann sollen sie halt Schranken an jeden Waldweg machen und Kassenautomaten aufstellen. Und dann jeden jagen, der nicht zahlt“.
 

Waldf√ľhrung im Unterpreppacher Revier

Die erhaltenswerte Vielfalt und das Nebeneinander von alten und jungen Bäumen stellte der Forstfachmann Eberhard Ponader bei einer Begehung seines Unterpreppacher Waldreviers, den auf Einladung des Bund Naturschutz Ebern erschienenen zahlreichen Natur- und Waldinteressierten, vor.
Eingangs erl√§uterte Ponader die seit dem 01. Juli diesen Jahres geltenden neuen √∂rtlichen Zust√§ndigkeiten im Bayerischen Staatsforst. So sind die bei der Begehung gesichteten Lagerplatzschilder f√ľr die Forst√§mter Ebern und Sche√ülitz bereits Geschichte. F√ľr den Bereich des bisherigen Forstamtes Ebern ist nunmehr der Forstbetrieb Bad K√∂nigshofen des Unternehmens ‚ÄěBayerische Staatsforsten“ zust√§ndig.
Anhand einer von sonstigem Bewuchs freigestellten Wiese zeigte Ponader den fast 50 teilnehmenden Erwachsenen und Kindern, dass nach ein paar Jahren sich schon wieder √ľber 40 Knabenkraut-Orchideen eingefunden haben. Er bedauerte, dass es leider unvern√ľnftige Mitmenschen gibt, welche an dieser Stelle Orchideen abgeschnitten bzw. sogar ausgegraben haben.
n Besonderheiten finden sich in diesem Revier u.a. noch sechs alte Speierlinge. Diese sind bis zu 200 Jahre alt und k√∂nnen f√ľr die verschiedensten Zwecke verwendet werden. Die walnussgro√üen Fr√ľchte sind schwierig zu ernten, da meistens Wildschweine und Rehe diese nach starkem Wind bereits ‚Äěgeerntet“ haben. Der aus den Fr√ľchten gewonnene Speierlingssaft macht den √Ąppelwoi haltbarer und schmackhafter. Das harte Holz wird auch f√ľr M√∂bel verwendet. Im M√∂belhandel wird der Speierling, wie auch die Elsbeere, als ‚ÄěSchweizer Birnbaum“ angeboten.
Auf dem weiteren Weg wurden dann ca. 300 Jahre alte Eichen bewundert. Von diesen sind im Revier ca. 900 inventarisiert. Da diese vor allem als Furnierholz Verwendung finden, kann pro Eichenstamm mit je 2-3 Festmeter ein Erl√∂s von ca. 2.500 ‚ā¨ erzielt werden. Es ist von Seiten des Forstbetriebs geplant 30 St√ľck pro Jahr aus dem Revier Ebern zu verkaufen.  Neben Furnierholz wird das Eichenholz auch als Fassholz verwendet. So wurden vor kurzem 30 Festmeter nach Cognac in Frankreich geliefert.
Die im Eberner Bereich als Wei√üfichte bekannte Wei√ütanne wurde entlang des Wanderwegs immer wieder gesichtet. Diese wird bis zu √ľber 250 Jahre alt. Bei 100cm Stammdurchmesser und einer H√∂he von bis zu 37 m liefert ein Baum 8-9 Festmeter Wertholz. Die bis zum Jahre 1939 in der N√§he des Wei√üfichtensee gestandene ‚ÄěGro√üe Wei√üfichte“ hatte einen Stammdurchmesser von 200 cm und war 42 m hoch! Leider sind die Tannenbest√§nde seit dem trockenen Sommer 1976, nach Angaben von Ponader, stark zur√ľckgegangen.
Eine weitere Besonderheit war die Schonung mit jungen Esskastanien und die Wildkirsche in der N√§he des ‚ÄěHohlen Steines“.
Diese Wildkirsche d√ľrfte mit ihren 32 Metern eine der gr√∂√üten in Bayern sein. Daher ist sie auch in einer Kartei der Landesanstalt f√ľr Forstliche Saat- und Pflanzenzucht in Teisendorf mit der Nummer 8 nummeriert.
Ein H√∂hepunkt der Waldwanderung war, vor allem f√ľr die Kinder, die Vorf√ľhrung eines Teils einer modernen Waldbewirtschaftung mit einer gro√üen R√ľckemaschine durch Georg Ebert aus Reutersbrunn.
Wie Ponader erl√§uterte, werden die noch stehenden B√§ume und der Waldboden durch die Hebetechnik und die riesigen Reifen der Maschine wesentlich weniger in Mitleidenschaft gezogen, als durch die alten ‚ÄěWalderntemethoden“ mit umger√ľsteten Traktoren. Die dabei alle 30 Meter notwendigen R√ľckegassen sind den Teilnehmern der Begehung nicht negativ aufgefallen.
Ponader erl√§uterte auch die Kennzeichnungen verschiedener B√§ume mit wei√üem Strich f√ľr eine Waldabteilung, gelber Schr√§gstrich f√ľr die R√ľckegassen, Zahlen zur Kennzeichnung der Holzlose, Kreis f√ľr einen wertvollen Baum, der b.a.w. stehen bleiben soll und einer gelben Wellenlinie, welche bedeutet, dass es sich um einen absterbenden, aber f√ľr die Natur (V√∂gel, Insekten und andere Tiere) wertvollen Baum handelt, welcher nicht geschlagen wird.
Beim letzten bestehenden Pflanzgarten der Forstverwaltung in Unterfranken, in welchem Sonderkulturen wie Elsbeere, Kirsche, Douglasien und Esskastanien herangezogen werden, endete die dreist√ľndige F√ľhrung bei der Forstdiensth√ľtte. Der zweite Vorsitzende des BN Ebern Alexander Hippeli bedankte sich bei Eberhard Ponader mit einem kleinen Pr√§sent f√ľr die interessante und auch f√ľr die zahlreichen Kinder kurzweilige F√ľhrung durch den heimischen Wald.  

FT 05.05.2005 Die Liste durchforstet und Baron ‚Äěabges√§gt“ 
Rotenhan wird doch nicht Chef der Wälder in Bayern
KREIS HASSBERGE.
Der Stimmkreisabgeordnete Sebastian von Rotenhan, der maßgeblich an der Forstreform des Freistaates Bayern mitgeschneidert hat, wird doch nicht Vorstandschef der privatisierten Bayerischen Forstanstalt. von Jochen Bopp
Dies best√§tigte Sebastian von Rotenhan dem FT am gestrigen Mittwoch. Der Rentweinsdorfer Baron, der f√ľr die CSU Sitz und Stimme im Landtag hat und selbst ausgedehnte W√§lder in Bayern und in Brandenburg bewirtschaftet, ist aus dem gro√üen Kreis der rund 200 Bewerber f√ľr diesen Vorstandsposten ausgeschieden.
Minister geärgert
‚ÄěSchade“, meinte er, ‚Äěich h√§tte das Amt gerne √ľbernommen, aber der Gegendruck der Beamten war zu gro√ü.“ Rotenhan hatte zwar in Staatskanzlei-Chef Erwin Huber einen gro√üen F√ľrsprecher, aber das Vorschlagsrecht lag bei Landwirtschaftsminister Miller.
Durchgeboxt
Und den hatte Sebastian von Rotenhan vergr√§tzt. Denn entgegen der Vorstellung von Josef Miller hatte Huber eine Forstreform durchgeboxt, wie sie in den Grundz√ľgen von Sebastian von Rotenhan schon lange gefordert worden war.
Mit allen Mitteln ...
Trotz der forschen und optimistischen Spr√ľche Rotenhans, er werde um den Posten des Vorstandschefs der Forstanstalt mit allen Mitteln k√§mpfen, unkte bereits die ‚ÄěS√ľddeutsche Zeitung“ vor Wochen: Dass Sebastian von Rotenhan auf der Vorschlagsliste von Josef Miller stehen werde, ‚Äěist so wahrscheinlich wie die Zuwanderung von Nash√∂rnern in den Ebersberger Forst“.
Unter dem Titel ‚ÄěDer Schrecken der Staatsf√∂rster“ glossierte die ‚ÄěS√ľddeutsche“: ‚ÄěWas f√ľrchtet ein bayerischer Staatsf√∂rster noch au√üer dem Borkenk√§fer? Die L√§rchennadelknicklaus vielleicht, Pensionsk√ľrzungen nat√ľrlich auch, Sturmsch√§den eventuell, Trockenheit – und besonders Sebastian von Rotenhan ...“
Mandat bleibt
Der Rentweinsdorfer Freiherr wird also den Landkreisen Ha√überge und Rh√∂n-Grabfeld als Stimmkreisabgeordneter im Landtag und seinen eigenen W√§ldern als ‚ÄěOberf√∂rster“ erhalten bleiben. H√§tte er tats√§chlich das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Forstanstalt bekommen, h√§tte er sein Mandat im Landtag sicherlich niederlegen m√ľssen.

FT 04.05.2005 Bayerns stattlichste Waldkirsche bestaunt
Unterpreppacher Gartenfreunde zum ‚ÄěTag des Baumes“ unterwegs im Forstrevier ‚ÄěHohler Stein“
UNTERPREPPACH.
Sie ist schon fast nicht mehr wegzudenken, die allj√§hrliche Familien‚ÄĎWaldwanderung des Obst‚ÄĎ und Gartenbauvereins am 1. Mai. Sie steht jeweils in Verbindung mit der W√ľrdigung des bayernweit angesagten des Baumes".
Diese Aktion soll auf m√∂glichst breiter Ebene in der Bev√∂lkerung das Kennenlernen und die Wertsch√§tzung der heimischen B√§ume und W√§lder f√∂rdern. Die fachkundige F√ľhrung gew√§hrleistete wieder Forstamtsrat und Vereins‚ÄĎVorstandsmitglied Eberhard Ponader.
So machten sich fast 50 Interessenten jeden Alters auf den Weg in den s√ľdwestlich des Ortes liegenden Staatswald. Sie lernten deutlich nachvollziehbare forstwirtschaftliche Strategien kennen und suchten ein paar altehrw√ľrdige Musterexemplare von Baumriesen auf.
Am Treffpunkt vor dem ehemaligen Raiffeisengeb√§ude freute sich der Wanderf√ľhrer ebenso wie die Verantwortlichen √ľber die rege Teilnehmergruppe. Sein erster Hinweis galt dort der k√ľrzlich neu gepflanzten Ess‚ÄĎKastanie, die wegen der just am Pflanztag erfolgten Papst‚ÄĎWahl zur bleibenden Erinnerung den Namen "Benedikt‚ÄĎKastanie" tragen soll.
Der Wanderweg f√ľhrte abseits belebter Stra√üen in die N√§he der "Sch√§ferswiese" bei der fr√ľheren Standort‚ÄĎSchie√üanlage. Hier sprach der Forstbeamte die beiderseits des Weges gelagerten Eichen‚ÄĎWerth√∂lzer der Forst√§mter Ebern und Sche√ülitz an. Nach seinen Worten lassen sich auf diese Weise bei den oft aus dem Ausland kommenden Kaufinteressenten im Rahmen von Versteigerungen die besten Erl√∂se erzielen. So seien k√ľrzlich verschiedene Exemplare sogar in die s√ľdfranz√∂sische Stadt "Cognac f√ľr die Herstellung besonders edler Kognakf√§sser verkauft worden.
In der N√§he machte Ponader auf Exemplare des streng gesch√ľtzten Purpurknabenkrautes auf der nur noch extensiv bewirtschafteten "Sch√§ferswiese" aufmerksam, die fr√ľher im Eigentum der ehemaligen Gemeinde Unterpreppach stand und als Wiese genutzt wurde, aber seit l√§ngerem (Fl√§chentausch) dem Staatsfort zugeordnet ist.
Der Weitermarsch Richtung Hohler Stein f√ľhrte an √ľppigen Maigl√∂ckchen‚ÄĎVorkommen
und dicht angelegten Holz-R√ľckegassen vorbei. Der F√∂rster machte verst√§ndlich, dass bei dieser Art der Bestandsnutzung nicht ‚ÄĎ wie von Laien oft beurteilt ‚ÄĎ wertvolle Waldfl√§che ungenutzt bleibt, sondern die zwischen zwei Gassen liegenden Waldstreifen samt Jungwuchs umso mehr geschont werden.
An einer größeren Lichtung, war eine stattliche, etwa 200 Jahre alte und 40 Meter hohe Tanne zu bewundern, die als möglicher Nachfolger der legendären Weißfichte bei Welkendorf gilt, die damals eine noch größere Höhe und etwa ein doppeltes Holzvolumen aufwies. Dort war auch ein kleiner Bestand neu angepflanzter Esskastanien zu sehen.
Die meiste Beachtung fand jedoch die nur einige Hundert Meter entfernt stehende und nach Ponaders Information bayernweit größte Wildkirsche, die auf mindestens zwölf bis 14 Höhenmeter einen astfreien, kerzengeraden und offensichtlich kerngesunden Stamm aufweist.
Der Durchmesser des Wertholzes, das der Revierf√∂rster wie einen Schatz h√ľtet und bei dem er trotz eines sicherlich verlockenden Verkaufserl√∂ses nicht an eine "Versilberung" denkt, liegt auf Augenh√∂he etwas √ľber 65 cm, also bei einem Umfang von √ľber zwei Metern und einem Stammvolumen von nahezu drei Festmetern.
Wie es hie√ü d√ľrfte diese Wildkirsche bereits mehr als 100 Jahre "auf dem Buckel haben" und wahrscheinlich damals nicht angepflanzt, sondern eher zuf√§llig aus einem von Waldarbeitern oder V√∂geln dort "fallen gelassenen" Kirschkern entstanden sein. Von derartigen Sch√§tzen im heimatlichen Staatswald waren die Wanderer sichtlich erstaunt.
Nach einer Kehrtwendung f√ľhrte der R√ľckweg zun√§chst an jener Stelle oberhalb des Hohlen Steines vorbei, an der Fundamentreste und Rinnen-Ziegelst√ľcke auf ein fr√ľheres Geb√§ude oder Anwesen schlie√üen lassen, ehe der "Hohler Stein" angesteuert wurde. Dort war zum Erstaunen der Kinder sogar ein "Nachfahre" des fr√ľheren, laut Sage in der Felsh√∂hlung wohnenden Eremiten anzutreffen, der seine Freude √ľber den zahlreichen Besuch mit einigen S√ľ√üigkeiten zum Ausdruck brachte.
Einen gem√ľtlichen Abschluss fand die Wandertour an der Standort‚ÄĎSchie√üanlage. Die kommissarische Vorsitzende Gaby R√∂gner startete die "Kinder-Mietmach-Aktion", die diesmal unter dem Motto steht: "Gottes Kr√§uter in unserem Garten und in der Natur". on

Wald und Forst   Volksbegehren

Das Wald B√ľndnis Hassberge dankt allen Aktiven, die sich f√ľr das Volksbegehren eingesetzt haben und allen Mitb√ľrgern, die Verantwortung ge√ľbt und sich eingetragen haben.

 

 

Stimmberechtigte

Eintragungen

Beteiligung in %

 

 

 

insgesamt

 

1.

Bundorf

788

165

20,94

2.

Stettfeld

952

135

14,18

3.

Ebern

5.869

821

13,99

4.

Zeil a. Main

4.613

640

13,87

5.

Rauhenebrach

2.472

331

13,39

6.

Sand a. Main

2.457

318

12,94

7.

Königsberg i. Bay.

3.010

379

12,59

8.

Hofheim i. Ufr.

4.139

517

12,49

9.

Eltmann

4.414

530

12,01

10.

Haßfurt

10.398

1.229

11,82

11.

Knetzgau

5.052

587

11,62

12.

Untermerzbach

1.388

154

11,10

13.

Theres

2.205

229

10,39

14.

Rentweinsdorf

1.242

121

9,74

15.

Maroldsweisach

2.991

286

9,56

16.

Aidhausen

1.483

131

8,83

17.

Ebelsbach

3.078

250

8,12

18.

Oberaurach

3.230

255

7,89

19.

Riedbach

1.382

87

6,30

20.

Wonfurt

1.485

93

6,26

21.

Burgpreppach

1.186

55

4,64

22.

Breitbrunn

842

31

3,68

23.

Kirchlauter

1.149

39

3,39

24.

Gädheim

1.006

34

3,38

25.

Pfarrweisach

1.264

39

3,09

26.

Ermershausen

483

13

2,69

 

 

 

 

 

 

Gesamtsumme

68.578

7.469

10,89

 

 

NP 25.11.2004
Am Sonntag k√∂nnten Wahllokale im gesamten Stadtgebiet zur Verf√ľgung stehen
 
B√ľrgerfreundliche √Ėffnungszeiten f√ľr Volksbegehren Wald schaffen
EBERN - Am heutigen Donnerstag tagt wieder der Eberner Stadtrat. Die SPD-Fraktion stellte f√ľr diese Sitzung einen Antrag an 1. B√ľrgermeister Robert Herrmann.
Der von 2. B√ľrgermeister J√ľrgen Hennemann unterschriebene Antrag befasst sich mit den √Ėffnungszeiten der Verwaltungsgemeinschaft Ebern zum Volksbegehren Wald. Der Antrag hat folgenden Wortlaut:

‚ÄěSehr geehrter Herr B√ľrgermeister Herrmann!
In der n√§chsten Stadtratssitzung am Donnerstag, 25. November, wird der Antrag der SPD-Fraktion zum Volksbegehren behandelt. Die Forderung nach b√ľrgerfreundlichen √Ėffnungszeiten l√§sst sich da aber danach kaum mehr umsetzen, da die Eintragungsfrist bereits am Montag, 29. November, abl√§uft. Au√üerdem ist nach Ihrer Aussage im Hauptausschuss nicht der Stadtrat, sondern die Verwaltungsgemeinschaft zust√§ndig.
Deshalb appelliert die SPD- Fraktion vorab an Sie als VG Vorsitzenden, die √Ėffnungszeiten zur Eintragung von sich aus noch auszuweiten. Noch besteht die M√∂glichkeit dazu, gerade am Abend und am kommenden Wochenende nochmals f√ľr die Eintragung f√ľr Berufst√§tige verbessert zu erm√∂glichen.
Die Verwaltungsgemeinschaft ist mit den derzeitigen √Ėffnungszeiten nicht ,b√ľrgerfreundlich‘ und bewegt sich an der unteren Grenze der notwendigen √Ėffnungszeiten bei Volksbegehren.
Auch bei fr√ľheren Volksbegehren – ,M√ľllbegehren‘ – wurde diesem Anliegen in Ebern Rechnung getragen. Die B√ľrger sollen die M√∂glichkeit haben, an gewohnter Stelle, wie bei Wahlen und zu ausreichenden Zeiten, sich eintragen zu k√∂nnen.
Dazu k√∂nnten Stadtteilvertreter des Stadtrates (Stadtr√§te, Ortssprecher) und auch Gemeindediener in den Stadtteilen f√ľr Eintragungen zu festgelegten Zeiten zur Verf√ľgung stehen, das m√ľssen nicht VG-Bedienstete sein. Durch den Einsatz von ehrenamtlichen ,Wahlvorst√§nden‘ w√ľrden die Kosten niedrig gehalten.
Die Stadtr√§te der SPD w√ľrden daf√ľr zur Verf√ľgung stehen. Am Sonntag, 28. November, best√ľnde die M√∂glichkeit dazu. Auch das bitten wir nochmals in der Verwaltung zu √ľberlegen. Wir hoffen auf eine positive R√ľckmeldung.“

B√ľrgerunfreundliche Verwaltung 
Bund Naturschutz Ebern kritisiert Einschreibzeiten f√ľr Volksbegehren

Ebern. Mitglieder des Bundes Naturschutz kritisierten beim letzten Treffen das Verhalten der Stadtverwaltung zum Volksbegehren ‚ÄěAus Liebe zum Wald“. So erf√ľllen die √Ėffnungszeiten zum Eintragen gerade die Mindestvorgaben der Wahlordnung. F√ľr die arbeitende Bev√∂lkerung besteht am morgigen Sonntag die letzte M√∂glichkeit, sich in die Listen einzutragen.
√úberrascht waren die Natursch√ľtzer vom ungleichen Vorgehen in der letzten Stadtratsitzung, als ein Antrag zum Volksbegehren wegen unzureichend vorhandener Informationen verschoben wurde, aber die ablehnende Position des Gemeindetages vorgetragen wurde. So k√∂nne nicht mehr von Ausgewogenheit gesprochen werden.
Bei den Auswirkungen der Verwaltungsreform auf die Stadt Ebern setzen sich B√ľrgermeister und Stadtrat stark f√ľr die Erhaltung der √Ąmter in Ebern ein. Der BN hat dies mit der Unterschriftensammlung massiv unterst√ľtzt. Durch das Volksbegehren, das sich gegen die geplante Forstreform wendet, bestehe die M√∂glichkeit einer kleinen Chance des Bestands des Forstamtes in Ebern. Leider k√∂nnten die Verantwortlichen scheinbar nicht √ľber ihren (Partei-)Schatten springen, da keinerlei unterst√ľtzende Stimmen zu h√∂ren sind.
Der Bund Naturschutz Ebern bem√§ngelt die f√ľr arbeitende B√ľrger zu geringen √Ėffnungszeiten als b√ľrgerunfreundlich, ebenso, dass keinerlei M√∂glichkeiten der Eintragung auf den Ortschaften besteht.
Gerade weil die Stadt Ebern die fl√§chengr√∂√üte Gemeinde im Landkreis ist, m√ľsste hier Gelegenheit geboten werden. Mehr B√ľrgern√§he zeigen im Landkreis z. B. die Gemeinden Zeil, K√∂nigsberg und Knetzgau, die eine Eintragung auf verschiedenen Ortschaften erm√∂glichen.
Bisher hat sich der BN vergeblich bem√ľht, b√ľrgerfreundlichere √Ėffnungszeiten zu erreichen.
Es w√§re positiv, wenn die Stadt Ebern f√ľr die kommende Woche Termine f√ľr arbeitende B√ľrger und auf den Ortschaften nachtr√§glich benennen w√ľrde.

FT 23.10.2004 Aktionstag des “Waldb√ľndnisses Ha√überge”
EBERN.
Zu einem Aktionstag l√§dt das "Waldb√ľndnis Ha√überge" am Dienstag, 26. Oktober, in die Rathaushalle in Ebern ein. Anlass ist das Volksbegehren "Aus Liebe zum Wald" mit dem die Initiatoren die von der Staatsregierung geplante Forstreform abwenden und "Bayerns W√§lder retten" wollen.
I n der Zeit vom 16. bis 29. November m√ľssten sich mindestens 900 000 B√ľrger, das sind zehn Prozent der Wahlberechtigten, in den Rath√§usern f√ľr das Volksbegehren eintragen, um einen Volksentscheid zu erwirken.
F√ľr die erste Stufe des Volksbegehrens "Aus Liebe zum Wald" waren im Sommer binnen weniger Wochen mehr als 100.000 Unterst√ľtzerunterschriften zusammen gekommen, vier mal so viel wie n√∂tig gewesen w√§ren, um die Zulassung des Volksbegehrens zu erwirken.
Das Volksbegehren setzt sich daf√ľr ein, dass der Wald auch in Zukunft dem Naturerlebnis, der Erholung und dem Trinkwasserschutz dienen kann.
Die Forstreform der Staatsregierung gef√§hrde diese Gemeinwohlfunktionen: Sie wolle vor allem Profit machen, was nachhaltig verheerende Folgen f√ľr den Wald bringen werde.
Substanz bedroht
Der Reformplan sieht n√§mlich eine rein betriebswirtschaftliche Ausrichtung der Waldbewirtschaftung vor. Das bedeutet, dass die Kosten f√ľr die Waldbewirtschaftung k√ľnftig ausschlie√ülich durch den Holzverkauf gedeckt werden.
Dadurch ginge es den bayerischen Wäldern an die Substanz, argumentieren die Initiatoren des Begehrens.
Absehbar seien Abstriche beim Aufwand f√ľr die Erf√ľllung der Schutz  und Erholungsfunktionen sowie f√ľr die Umwandlung von Reinbest√§nden in gemischte W√§lder, denn allein die Gewinnmaximierung w√ľrde k√ľnftig der Ma√üstab sein
Forstämter betroffen
Zudem soll rund ein F√ľnftel des Personals eingespart werden, was etwa 1000 Forstleuten entspricht. Im Zusammenhang damit steht die geplante Schlie√üung der Forst√§mter in Ebern und Eltmann.
Das Volksbegehren, das ab 16. November f√ľr 14 Tage l√§uft, soll Bayerns W√§lder vor den Folgen dieser Forstreform bewahren.
An dem Aktionstag in der Rathaushalle ab 14.30 Uhr nehmen neben den B√ľrgermeistern Robert Herrmann und J√ľrgen Hennemann, beide Ebern, Hans-Peter Reis, Theres, und Winfried Schlee, Stettfeld, der Landesbeauftragte des Bund Naturschutz in Bayern, Richard Mergner, BN Kreisvorsitzender Dr. Klaus Mandery und S√§gewerksbesitzer Ernst K√§b aus Eichelberg teil.
Um 19 Uhr referiert Richard Mergner √ľber das Thema des Volksbegehrens "Aus Liebe zum Wald".
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KREIS HASSBERGE . Das Wald-B√ľndnis Bayern, ein √ľberparteilicher Zusammenschluss von 28 Verb√§nden, hat die erste Stufe f√ľr das Volksbegehren "Aus Liebe zum Wald" genommen. √úber 100.00 Unterschriften sind gesammelt worden.
Am Samstag, 16. Oktober, um 19 Uhr sind alle Unterst√ľtzer des Volksbegehrens zur Gr√ľndung des "Wald-B√ľndnis-Ha√überge" ins Hotel Walfisch in Ha√üfurt eingeladen. Im Zuspruch bei der Unterschriftensammlung sieht das Wald-B√ľndnis Bayern einen Beweis f√ľr die Waldliebe der bayerischen Bev√∂lkerung und auch einen Appell an die bayerische Staatsregierung, die so genannte Forstreform zu stoppen.
"Immer mehr B√ľrgerinnen und B√ľrger haben erkannt, dass mit der kurzfristigen Profitorientierung im Staatswald eine gewaltige Verschlechterung der Waldqualit√§t und damit der Verlust von Heimat und Lebensqualit√§t droht", sagt Dr., Klaus Mandery aus Ebern, einer der Mitinitiatoren des ‚ÄěWald-B√ľndnis-Ha√überge“ und Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz.
Vom 16. bis 29. November geht das Volksbegehren in die entscheidende Phase: Wenn innerhalb von 14 Tagen zehn Prozent der Wahlberechtigten im Rathaus oder Eintragungsraum unterschreiben, kann in einem Volksentscheid √ľber die Zukunft der √∂ffentlichen W√§lder abgestimmt werden.
Mit dem in Deutschland einmaligen Instrument der bayerischen Volksgesetzgebung will das Wald-B√ľndnis den Vorrang von Schutz- und Erholungsfunktionen in Staats- und Gemeindew√§ldern sowie die unabh√§ngige Beratung und F√∂rderung im Privatwald sichern und damit den geplanten "Forstkahlschlag" stoppen.
Nach den Plänen der Staatsregierung, so die Initiatoren des Volksbegehrens, sollen die großen Staatswälder in Bayern durch eine vorrangig am Gewinn orientierte Anstalt öffentlichen Rechts bewirtschaftet und die Forstämter zerschlagen werden. Mit weiterer Rationalisierung und Industrialisierung der Waldwirtschaft solle der kurzfristige Gewinn auf Kosten der Mischwälder, naturnaher Bewirtschaftung, Trinkwasserschutz und Erholungsmöglichkeiten erhöht werden.
Die Investitionen in gesunde W√§lder w√ľrden drastisch gek√ľrzt, f√ľr Gemeinden solle die Bewirtschaftung ihrer W√§lder wesentlich teurer, und die unabh√§ngige Beratung der Waldbesitzer solle abgebaut werden. Im Gegensatz zu den Vorstellungen der Staatsregierung sichere das Volksbegehren eine nachhaltige naturnahe Waldwirtschaft und vermeide Folgekosten in Milliardenh√∂he f√ľr kommende Generationen.
Rechtsg√ľltige Volksbegehren werden binnen drei Monaten im Landtag behandelt. Wenn der Landtag das Volksbegehren nicht als Gesetz annimmt, erfolgt binnen weiterer drei Monate der Volksentscheid. In der Regel legt die Staatsregierung einen alternativen Gesetzentwurf zur Abstimmung mit vor. F√ľr die Annahme eines Gesetzentwurfes per Volksentscheid gen√ľgt die einfache Mehrheit.
Volksentscheide gab es in Bayern unter anderem zum M√ľllkonzept und zur Abschaffung des Senats.

weitere Informationen zum Volksbegehren finden Sie unter: www.volksbegehren-wald.de

Hitze setzte Wald arg zu
Zustand der bayerischen Forsten so schlecht wie seit 20 Jahren nicht mehr
M√ľnchen.
Der Zustand der bayerischen Wälder ist so schlecht wie noch nie seit dem Beginn der Schadenserhebung im Jahr 1983. Nach dem von Forstminister Josef Miller am Mittwoch 13.10.2004 im Agrarausschuss des Landtags vorgelegten Waldzustandsbericht 2004 sind nur noch 22 Prozent der Bäume gesund.
Der Anteil der stark gesch√§digten B√§ume erreichte im Gegenzug den neuen H√∂chstwert von 36 Prozent. Als Hauptursache nannte Miller den Jahrhundertsommer 2003. Die hei√üe und trockene Witterung habe den durch den regelm√§√üigen Schadstoffeintrag vorbelasteten B√§umen extrem zugesetzt und zu hohen Nadel- und Blattverlusten gef√ľhrt.
Zu den bayerischen Hauptschadensgebieten geh√∂ren nach wie vor das Fichtelgebirge, der Steinwald und in Teilen der Oberpf√§lzer Wald. Hier hat vor allem die deutliche Verschlechterung des Zustands bei der Hauptbaumart Fichte zu der negativen Entwicklung beigetragen. Viele Fichten sind aus der Warnstufe mit noch niedrigen Nadelverlusten in die Schadstufe 3 mit Nadelverlusten von bis zu 60 Prozent aufger√ľckt. Besonders betroffen davon sind die Altbest√§nde in den Hochlagen von Fichtelgebirge und Steinwald.
Bayernweit sind von den Verschlechterungen alle Baumarten mit Ausnahme der Tanne betroffen. Diese hat sich gegen den Trend leicht erholt. Die tiefwurzelnden Bäume konnten sich offenbar gut aus unteren Bodenschichten versorgen. Dagegen haben die Schäden vor allem bei den Laubbäumen dramatisch zugenommen. Bei den Buchen stieg der Anteil stark geschädigter Bäume von 25 auf 46 Prozent, bei den Eichen von 18 auf 50 Prozent.
Besorgniserregend sind weiterhin die Schadstoffeintr√§ge vor allem in den ostbayerischen Mittelgebirgen. Die an den Waldklimastationen in Flossenb√ľrg (Oberpf√§lzer Wald) und Goldkronach (Fichtelgebirge) gemessenen Schwefeleintr√§ge liegen mit 11,4 und 8,0 Kilogramm je Hektar um das Drei- bis Vierfache √ľber dem Landesdurchschnitt. Hauptgrund sind Fernverfrachtungen aus Tschechien, sowie die eintragsbeg√ľnstigende hohe Zahl an Nebeltagen.
Deutlich √ľber dem Landesdurchschnitt liegen auch die Eintr√§ge von Stickstoff und bodenversauernd wirkenden Ammonium-, Nitrat- und Sulfatverbindungen. Diese liegen im Bereich des Fichtelgebirges um 45 Prozent √ľber den f√ľr das Wald√∂kosystem tolerablen Grenzen, im Oberpf√§lzer Wald sogar um 62 Prozent.
Die Gef√§hrdung des Grundwassers in diesen Regionen schreitet damit weiter voran. Trotz dieser Daten meinte Miller, Bayerns Waldbesitzer seien mit einem blauen Auge davongekommen. Dank der feucht-k√ľhlen Witterung im ersten Halbjahr 2004 und des engagierten Handelns von Waldbauern und Forstbediensteten sei die katastrophale Ausbreitung von Forstsch√§dlingen wie dem Borkenk√§fer ausgeblieben.
Mehr Mischbestände
Zur Stabilisierung der W√§lder k√ľndigte Miller an, den begonnenen Umbau der Forsten in Mischbest√§nde fortsetzen zu wollen. Zudem m√ľsse der eingeschlagene Weg der Schadstoffreduzierung fortgesetzt werden. Dies gelte insbesondere f√ľr das Treibhausgas Kohlendioxid.
In der Debatte √ľber den Bericht beklagte die SPD-Abgeordnete Heidi L√ľck, dass das Waldumbauprogramm aus Geldmangel ins Stocken geraten sei. Zudem stelle die von der Staatsregierung geplante Forstreform die Bem√ľhungen um einen gesunden Wald in Frage.
"Die Forstverwaltung wird zerschlagen, die Mittel f√ľr die Betriebsgemeinschaften gek√ľrzt - wie soll da alles besser werden?"
, fragte sie an Miller gewandt. Christian Magerl (Gr√ľne) forderte Miller auf, die Forstreform vor dem Hintergrund eines "Allzeithochs" bei den Waldsch√§den sofort zu stoppen. Angesichts der dramatischen Situation in den W√§ldern warf er Miller "Verharmlosung pur" vor. Wegen des Klimawandels werde man sich "dauerhaft auf hohe Sch√§den einstellen m√ľssen", so Magerl.
Zudem sei ein Umkehren in der bayerischen Verkehrspolitik erforderlich. "Mehr Straßen bedeutet mehr Schadstoffausstoß und damit mehr Waldsterben", lautete Magerls Rechnung.

FT 15.10.2004 H√∂here Gewalt“ pr√§gt den Wald
Hofheimer Stadtrat schaute sich um – Spuren der St√ľrme sind noch heute un√ľbersehbar
HOFHEIM. Bis ins Dickicht drangen die Hofheimer Stadtr√§te unter F√ľhrung der Forstexperten Christoph Fellermeyer und Bernhard Streck vor. Sie sahen nicht nur Reh und Hase, sondern erfuhren auch Interessantes √ľber die Waldwirtschaft.
Nachhaltigkeit wurde im Wald erfunden: Die Bäume, die heute geerntet werden, wurden von Menschen gepflanzt, gehegt, umsorgt, die niemand persönlich kannte. Und so geht es weiter. Eindruckvoll hielten dies beim Waldgang des Stadtrates Forstdirektor Christoph Fellermeyer und Forstamtmann Bernhard Streck mit Beispielen vor Augen.
Wie Stadtrat Reinhold Giebfried erg√§nzte, gibt es f√ľr Landwirte den Spruch ‚ÄěDer Wald ist die Sparkasse der Bauern“ und fragte, ob dies f√ľr St√§dte und Kommunen auch gelte. Zumindest scheint f√ľr die Stadt Hofheim und ihre Stadtteile f√ľr die 753 Quadratmeter Stadtwald mit 60 Prozent Anteil Laubwald und 40 Prozent Nadelholz der Spruch G√ľltigkeit zu haben. Fellermeyer sagte: ‚ÄěDer Waldzustand im Jahre 2004 ist durch intensive Beratung und deren Umsetzung sowie eine gute Betriebsleistung eigentlich so gut wie nie.“
Zudem, so erg√§nzte der erfahrene Forstmann, haben sich im letzten Jahrhundert die Zielrichtungen entscheidend ge√§ndert. Nicht mehr die Brennstoffgewinnung und ein bisschen Bauholz f√ľr den Eigenbedarf stehen im Vordergrund, sondern eine naturnahe Waldwirtschaft. Wobei der gr√∂√üte Feind f√ľr einen Wald die Natur selbst ist. ‚ÄěVivian“ und ‚ÄěWiebke“, zwei St√ľrme, die 1990 innerhalb von zwei Monaten √ľber die W√§lder der Ha√überge jagten, haben un√ľbersehbare Spuren hinterlassen. Noch heute sind die Forstleute mit der Aufarbeitung besch√§ftigt.
Im R√ľgheimer Forst wurde in der Gemarkung Struet die Verj√ľngungsnutzung eines stark verunkrauteten und verbuschten Bestandes mit reichlich Aspen und Birken vorgef√ľhrt. Aspen? Die Ratsmitglieder erfuhren nebenbei, dass die Aspe eine Baumart ist, die der Eiche √§hnelt, f√ľr die Forstwirtschaft jedoch unattraktiv ist. Fellermeyer: ‚ÄěAus der Aspe k√∂nnen Sie eigentlich nichts machen, sie brennt schlecht, und Sie brauchen schon einen guten Stamm, um wenigstens Z√ľndh√∂lzer gewinnen zu k√∂nnen.“
14 Jahre dauert die Verj√ľngungsnutzung bereits an, weitere zehn Jahre wird es dauern, bis die Umbauma√ünahme erfolgreich umgesetzt ist. Die Kosten lagen bisher bei 9400 Euro. Gesetzt wurden auf dem 2,4 Hektar gro√üen Gebiet exakt 18 150 Pflanzen. Die meisten Kosten entstanden durch den Zaunbau, um die Kultur gegen Rehverbiss zu sichern.
Auch beim zweiten Standort Hessenrod, ebenfalls im R√ľgheimer Forst, ging es um die Wiederaufforstung nach Wiebke. Hier waren es 2,9 Hektar Jungbestandspflege, in der sich nun der zehn- bis zw√∂lfj√§hrige Eichenbestand gut durchsetzt.
Entnommen wurden in den letzten sieben Jahren dem Gebiet viele Birken. B√ľrgermeister Hubert Eiring sagte: ‚ÄěWir haben keine Birken mehr f√ľr Fronleichnam. F√ľr den H√§userschmuck sind sie zu gro√ü und f√ľr die Maib√§ume zu klein.“
Besichtigungspunkt Nummer drei war das Windwurfdenkmal mit dem B√ľrgermeister-Speierling, der von B√ľrgermeister Hubert Eiring eigenh√§ndig 1993 gepflanzt wurde. Denkmal und Baum sollen daran erinnern, dass in dieser Gemarkung √ľber 60 Hektar Windwurfgel√§nde wieder aufgeforstet werden mussten.
Um ‚Äěh√∂here Gewalt“ ging es bei der abschlie√üenden Frage: ‚ÄěWelche Auswirkung hat die kommende Forstreform f√ľr Hofheim?“ Hier muss sich weisen, wer zuk√ľnftig Berater ist und welche Kosten entstehen. Dazu konnte auch der Forstdirektor keine Antwort geben. gs

FT 12.10.2004 Ha√überge  Maronen aus dem Staatswald 
Eberner Förster Eberhard Ponader macht Esskastanie heimisch

Ein Forstamtsrat als Maroni-Mann. Eberhard Ponader hat die Esskastanie mit Erfolg im Forstrevier Ebern ‚Äěheimisch gemacht“. Mehrere hundert der B√§ume mit den leckeren Fr√ľchten hat er in den vergangenen 30 Jahren in den W√§ldern und der Flur seines Reviers gepflanzt, das vom Itzgrund im Osten bis zum Stachel im Westen und bis nach Leuzendorf im Norden reicht. Ponader verweist darauf, dass die Esskastanie auf Grund der Klimaver√§nderung in hiesigen Breiten eine echte Wachstumschance habe. Sie k√∂nne L√ľcken schlie√üen, die durch den zu erwartenden Ausfall anderer Baumsorten entstehen. Ihr Holz sei widerstandsf√§hig und wertvoll.

Seit 6. Juli l√§uft die Unterschriftensammlung f√ľr das Volksbegehren "Aus Liebe zum Wald". Nur wenn m√∂glichst viele B√ľrger f√ľr das Volksbegehren unterschreiben, haben Bayerns W√§lder noch eine Chance.
Bis Ende Juli stehen in den Fu√üg√§ngerzonen und Ortszentren Infost√§nde, wo die B√ľrger f√ľr die Rettung der W√§lder vor ihrer Haust√ľre und in ganz Bayern unterschreiben k√∂nnen.
Retten Sie Bayerns W√§lder vor dem Kahlschlag! Unterschreiben Sie jetzt f√ľr das Volksbegehren "Aus Liebe zum Wald"!
Weitere Informationen unter: www.bund-naturschutz.de

21.08.2004 √úber 1000 Unterschriften
Bund Naturschutz Ha√überge unterst√ľtzt Forst-Volksbegehren
Kreis Hassberge. Das Wald-B√ľndnis Bayern, ein breiter, √ľberparteilicher Zusammenschluss von derzeit 28 Verb√§nden, hat die erste Stufe f√ľr das Volksbegehren ‚ÄěAus Liebe zum Wald“ in Rekordzeit genommen. Das teilte die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Ha√überge am gestrigen Freitag mit.
√úber 100 000 Unterschriften sind innerhalb von nicht einmal vier Wochen bayernweit gesammelt und amtlich beglaubigt worden. Im Landkreis Ha√überge sind √ľber 1000 Unterschriften abgegeben worden. ‚ÄěDies ist ein gro√üer Erfolg f√ľr das Wald-B√ľndnis in unserer Region“, freut sich BN-Gesch√§ftsf√ľhrer J√ľrgen Thein. Damit sei die erste Stufe des Volksbegehrens mit wesentlich mehr als der erforderlichen Zahl von 25 000 Unterschriften erfolgreich abgeschlossen. Jetzt m√ľsse das bayerische Staatsministerium des Inneren innerhalb von sechs Wochen √ľber die Zulassung des Volksbegehrens entscheiden.
Mit dem in Deutschland einmaligen Instrument der bayerischen Volksgesetzgebung will das Wald-B√ľndnis Bayern den Vorrang von Schutz- und Erholungsfunktionen in Staats- und Gemeindew√§ldern sowie die unabh√§ngige Beratung und F√∂rderung im Privatwald sichern und damit den geplanten ‚ÄěForstkahlschlag“ stoppen. Gleichzeitig wird damit ein bundesweites Signal gegen den drohenden Ausverkauf und die schleichende Privatisierung √∂ffentlicher W√§lder gesetzt.
Im Wald-B√ľndnis Bayern haben sich laut Bund Naturschutz (BN) unterschiedlichste gesellschaftliche Gruppen von Waldbesitzern, Naturschutzverb√§nden, Wandervereinen und Gewerkschaften bis hin zu Imkern zusammengeschlossen. Aufgrund der breiten Zustimmung, die das Volksbegehren erfahren hat, sind sie zuversichtlich, auch die zweite Stufe des Volksbegehrens erfolgreich zu meistern.
Voraussichtlich ab Ende November m√ľssen sich zehn Prozent der Wahlberechtigten Bayerns innerhalb von 14 Tagen auf den Rath√§usern und Gemeinde√§mtern eintragen, damit es im Fr√ľhjahr zum Volksentscheid kommt. Der Bund Naturschutz bittet deshalb schon jetzt alle B√ľrgerinnen und B√ľrger im Landkreis Ha√überge, sich im Eintragungszeitraum unter dem Motto zu engagieren: ‚ÄěZehn Minuten Zeit f√ľr den Wald!“.
Nach den Pl√§nen der Staatsregierung, gegen die das B√ľndnis Sturm l√§uft, sollen die gro√üen Staatsw√§lder in Bayern durch eine vorrangig gewinnorientierte Anstalt √∂ffentlichen Rechts bewirtschaftet werden. Mit weiterer Rationalisierung und Industrialisierung der Waldwirtschaft solle der kurzfristige Gewinn auf Kosten der Mischw√§lder, naturnaher Bewirtschaftung, Trinkwasserschutz und Erholungsm√∂glichkeiten erh√∂ht werden, r√ľgt das B√ľndnis. Die Investitionen in gesunde W√§lder w√ľrden drastisch gek√ľrzt, f√ľr Gemeinden solle die Bewirtschaftung ihrer W√§lder wesentlich teurer und die unabh√§ngige Beratung der Waldbesitzer abgebaut werden.

FT 05.06.2004 Weißtanne Baum des Jahres 2004

In ihrem Schattendasein f√ľhlt sie sich gerade wohl
Forstamtsleiter Behr stellt f√ľr 2004 Wei√ütanne vor

ELTMANN.
Sie ist ein Baum, den sich wohl nur wenige als Christbaum aussuchen w√ľrden. Und doch wichtig f√ľr die heimische Waldgemeinschaft: die Wei√ütanne. Sie wurde nun zum ‚ÄěBaum des Jahres 2004“ gek√ľrt. Forstamtsleiter Klaus Behr zeigte dem FT einige besondere Standorte im Bereich des Forstamts Eltmann.
von Brigitte Krause
Im Steigerwald steht die Wei√ütanne als ‚ÄěTannensternchen“, quasi als Baby-Baum, und als urt√ľmliches Naturdenkmal mit einem Durchmesser von gut 111,5 Zentimetern. Im Revier Hummelmarter, zwischen Hummelmarter und F√ľrnbach, im ‚ÄěSponselschlag“ steht das Prachtexemplar, der Stolz des Forstamts. Denn obwohl die Wei√ütanne wegen ihrer starken Pfahlwurzel St√ľrme gut √ľbersteht – Wibke beispielsweise konnte ihr 1990 nur an wenigen Stellen etwas anhaben –, ist sie doch nicht in rauen Mengen in Ha√übergen und Steigerwald zu finden.
Wei√ütannen lieben Niederschl√§ge. Auch aus diesem Grund ist es f√ľr Forstamtsleiter Klaus Behr faszinierend, dass die m√§chtigste Vertreterin ihrer Gattung im Kreis ausgerechnet an einem Ort steht, der mit etwa 650 Litern pro Quadratmeter Niederschlag dem Regenschattenbereich zugerechnet wird. Also: Eigentlich zu trocken f√ľr die Wei√ütanne. Dass sie einmal der ‚ÄěBaum des Jahres“ wird, das hat sich Behr schon l√§ngst gew√ľnscht, denn die Wei√ütanne ist zwar als typische Schattenbaumart eher unscheinbar, daf√ľr aber ein, wie er sagt, ‚Äěwaldbaulicher Tausendsassa“.
Die Wei√ütanne kann sich durch ihre Pfahlwurzel selbst an schwierigsten B√∂den festklammern und damit Erosionssch√§den vorbeugen. Im Gegensatz zu allen √ľbrigen Nadelbaumarten hat sie eine leicht zersetzliche, nicht sauer wirkende Nadelstreu, die sich positiv auf das Bodenleben und damit die Standortqualit√§t auswirkt. Und seit den 70er Jahren wei√ü man auch, so Behr, dass die Wei√ütanne ein wichtiger
Bioindikator f√ľr Luftschadstoffe ist. Dabei weist der Forstamtsleiter auf die dunkelgr√ľnen Baumwipfel und erkl√§rt, dass diese in den 70ern eben wesentlich lichter waren. Schwefeldioxid setzte der Wei√ütanne derart zu, dass man schon gr√∂√üeres Baumsterben bef√ľrchtete. Doch mit der Gro√üfeuerungsanlagenverordnung, die Filtereinbau an Schloten vorschrieb, stabilisierte sich die Lage wieder.
Die Wei√ütanne vertr√§gt au√üerdem – im Blick auf den Klimawandel wichtig – h√∂here Temperaturen als die Fichte (mit der sie oft verwechselt wird) und ist daher eine ideal das Waldgef√ľge stabilisierende Mischbaumart. Daneben wird sie weniger von Pilzen befallen und ist damit waldbaulich attraktiv.
Von Rehen gern gefressen
Ein Manko bleibt: Denn die jungen Wei√üt√§nnchen, dem ‚ÄěSternchenalter“ entwachsen, sind in einer H√∂he zwischen 40 und 150 Zentimetern beim Rehwild hoch beliebt. Das knabbert die eiwei√üreichen Knospen besonders gerne an. Die Folge: Die B√§umchen, die in der Jugend ihr ‚ÄěSchattendasein“ sehr gerne fristen, werden von anderen B√§umen √ľberwachsen und gehen unter. So sind Waldbauern und F√∂rster immer sehr darum bem√ľht, den Rehwildbestand durch intensive Bejagung zu dr√ľcken, um die naturnahe und standortgerechte, nat√ľrliche Verj√ľngung ohne teueren Zaunbau zu erreichen.

NP 15.05.2004 Mischwald als Klimavorsorge
Forstdirektion Unterfranken
Forstamt Ebern wird in das Sonderprogramm des Freistaates Bayern eingebunden
“Der Staatswald in Unterfranken muss gegen√ľber den Auswirkungen des Klimawandels gest√§rkt werden“, betonte Forstpr√§sident Klaus Bernhart, Forstdirektion Unterfranken, anl√§sslich eines Pressetermins am Forstamt Hammelburg.
EBERN/HAMMELBURG – Obwohl Unterfranken bereits den h√∂chsten Laubwaldanteil Bayerns hat, wird im Rahmen des ‚ÄěWaldumbauprogramms Klimawandel im Staatswald“ (WUKS) einen Gang h√∂her geschaltet und das Tempo bei der Umgestaltung reiner Nadelw√§lder hin zu Mischw√§ldern deutlich forciert.
Das Sonderprogramm läuft in einem ersten Schritt an den unterfränkischen Forstämtern Hammelburg, Ebern und Bad Königshofen bereits in diesem Jahr an. In den nächsten zehn Jahren wollen die Forstleute jährlich 50 bis 80 Hektar Fichtenwald zusätzlich und schneller als bisher in Mischwald umwandeln. Damit erhöht sich die Fläche, die im unterfränkischen Staatswald jährlich mit jungen Laubbäumen bepflanzt wird von 150 Hektar auf 200 Hektar.
Fichtenwälder im Blickpunkt
Die Bayerische Staatsforstverwaltung unternimmt diese Anstrengungen zus√§tzlich, weil standortgem√§√üe Mischw√§lder gegen√ľber klimatischen Ver√§nderungen und Extremereignissen deutlich stabiler und anpassungsf√§higer sind. Das Sonderprogramm umfasst vor allem Fichtenw√§lder, die auf instabilen B√∂den oder zunehmend trockenen B√∂den wachsen. Dies trifft auf insgesamt rund 1000 Hektar Staatswald zu.
Auf einem Viertel dieser Fl√§che sind bereits ausreichend junge B√§ume verschiedener Baumarten f√ľr die neue Waldgeneration aus nat√ľrlicher Verj√ľngung vorhanden. Auf einem weiteren Viertel wird in den kommenden Jahren der Wald so aufgelichtet, dass nat√ľrlich aufkeimende Verj√ľngung f√ľr einen standortgem√§√üen Waldaufbau genutzt werden kann.
Wo keine nat√ľrliche Ansamung von standortgerechten Jungb√§umen zu erwarten ist, das sind im unterfr√§nkischen Staatswald derzeit etwa 500 Hektar, setzt das ‚ÄěWaldumbauprogramm Klimawandel im Staatswald“ (WUKS) an.
Hier werden in den Wald bereits fr√ľhzeitig (ab dem Alter von 50 Jahren) Buchen-, Eichen-, Linden-, Ahorn- und Eschenpflanzen gepflanzt. Diese jungen Waldb√§ume bilden die zuk√ľnftige Waldgeneration, die deutlich stabiler gegen√ľber Sturmereignissen und Trockenjahren sein wird, als die bisherigen Fichtenw√§lder. Die Pflanzma√ünahmen kosten rund 400 000 ‚ā¨ im Jahr und werden aus Holzerl√∂sen finanziert.
Zusätzlich 3,5 Millionen Bäume
Zusammenfassend erkl√§rte Forstpr√§sident Bernhart in Hammelburg: ‚ÄěBis zum Jahr 2014 werden von unseren Waldarbeitern zus√§tzlich 3,5 Millionen Laubb√§ume in den Boden gebracht. Der unterfr√§nkische Wald wird dann ein gutes St√ľck weiter gekommen sein, um gegen Sturm, Hitze und Borkenk√§fer besser bestehen zu k√∂nnen. So bereiten wir den Wald auf w√§rmere und st√ľrmischer Zeiten vor!“
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FT 21.04.2004

Bekämpfung aus der Luft
Landkreis Haßberge gehört zur Schwammspinner-Problemzone

KREIS HASSBERGE. Die Regierung von Unterfranken hat gemeinsam mit den Regierungen von Mittelfranken und Oberfranken eine Anordnung zur √úberwachung und Bek√§mpfung der Schwammspinner und Eichenprozessionsspinner erlassen. Die Anordnung betrifft Eichenw√§lder (Rein- und Mischbest√§nde), in denen nach dem jeweiligen Befund oder nach entsprechenden Prognosen durch die staatlichen Forstbeh√∂rden die erforderlichen Bek√§mpfungsma√ünahmen durchzuf√ľhren sind (so genannte Gef√§hrdungs- und Befallsgebiete).
In Unterfranken sind die Landkreise Bad Kissingen, Ha√überge, Kitzingen, Main-Spessart, Rh√∂n-Grabfeld, Schweinfurt und W√ľrzburg von der Anordnung betroffen.

Die Anordnung trat am 17. April in Kraft und gilt bis 31. Dezember 2006. Daraus ergeben sich f√ľr Waldbesitzer und Nutzungsberechtigte von Eichenw√§ldern in den genannten Landkreisen insbesondere folgende Konsequenzen:

-        Eichenw√§lder sind von den Waldbesitzern und Nutzungsberechtigten auf den Befall durch Schwammspinner- und Eichenprozessionsspinner zu kontrollieren. √úberwachungsma√ünahmen und Erhebungen der Forstbeh√∂rden sind zu dulden.

-        Bei festgestelltem Schwammspinner- und Eichenprozessionsspinnerbefall ist unverz√ľglich das n√§chste Forstamt zu informieren.

-        Schwammspinner- und Eichenprozessionsspinnerbefall ist wirksam, sachkundig und zeitgerecht nach den Erkenntnissen der guten fachlichen Praxis und nach dem Stand der Technik zu bek√§mpfen oder durch einen Dritten bek√§mpfen zu lassen. Ausk√ľnfte dazu erteilen die n√§chsten Forst√§mter

Zuwiderhandlungen können mit Geldbuße geahndet beziehungsweise unterlassene Maßnahmen kostenpflichtig durch die staatliche Forstverwaltung vorgenommen werden.
Beim Schwammspinner und Eichenprozessionsspinner handelt es sich um Raupen von Schmetterlingen. Beim Kontakt mit Menschen können allergische Reaktionen hervorgerufen werden.
Die wirksame Bekämpfung des Schwammspinners und des Eichenprozessionsspinners ist nur in einer kurzen Zeitspanne in der Zeit von Mitte April bis Ende Juni - je nach Witterung - durch die Ausbringung eines zulässigen Pflanzenschutzmittels aus der Luft möglich. Lediglich in Kulturen können Bodengeräte zur Bekämpfung eingesetzt werden. Dabei sind die bestehenden Rechtsvorschriften des Pflanzenschutzrechtes zu beachten, insbesondere sind die erforderlichen Abstände zu offenen Gewässern einzuhalten.
Zur sachgem√§√üen Bek√§mpfung geh√∂rt eine angemessene Ber√ľcksichtigung der √ľbrigen Tier- und Pflanzenwelt und des jeweiligen Lebensraumes. Insbesondere sollen Naturschutzgebiete, gesch√ľtzte Landschaftsbestandsteile und Naturdenkm√§ler nach M√∂glichkeit von der Bek√§mpfung ausgespart werden.
Der Vollzug der vorgenannten Anordnung in den Naturschutzgebieten, bei gesch√ľtzten Landschaftsbestandteilen und bei Naturdenkm√§lern richtet sich nach den jeweiligen Schutzverordnungen.
F√ľr Natura-2000-Fl√§chen ist vor Beginn der Bek√§mpfung eine Pr√ľfung auf Vertr√§glichkeit mit den f√ľr dieses Gebiet festgelegten Erhaltungszielen durchzuf√ľhren.

Schwammspinner wieder auf Vormarsch 

Forstdirektion bef√ľrchtet starke Vermehrung auch im Landkreis
РBekämpfung beginnt

07. April 2004
Kreis Ha√überge. Der trockene und hei√üe Sommer 2003 hat in Unterfranken die Vermehrung von Schwammspinnern und Eichenprozessionsspinnern verst√§rkt, die sich bereits seit 2001 abzeichnet. Der Befallsschwerpunkt liegt im Bereich der Fr√§nkischen Platte in den Landkreisen W√ľrzburg, Kitzingen und Schweinfurt.
Aber auch die Landkreise Bad Kissingen, Ha√überge, Main-Spessart und Rh√∂n-Grabfeld sind betroffen. F√ľr 2005 ist mit einem weiteren Anstieg des Befalls zu rechnen. Die Massenvermehrung hat, so die Forstdirektion Unterfranken, bereits heuer ein Ausma√ü erreicht, das die Besitzer von Eichenw√§ldern zwingt, Ma√ünahmen zum Schutz der Eichen auf einer Fl√§che von rund 2700 Hektar einzuleiten. Voraussichtlich in der ersten Maih√§lfte kommen chemische Entwicklungshemmer zum Einsatz, die einen f√ľr Eichenw√§lder bestandsbedrohenden Kahlfra√ü verhindern.
Im Jahr 2003 waren etliche Waldfl√§chen im Gemeindegebiet von Estenfeld s kahl gefressen. Diese mussten wegen der erheblichen Gesundheitsgefahren, verursacht durch die giftigen Haare der Prozessionsspinner-Raupen – f√ľr Waldbesucher gesperrt werden.
Bundesweit Aufsehen erregt hatte ein massenhaftes Auftreten von Schwammspinner-Raupen 1993 am Ebelsberg bei Ebelsbach. Die Tiere hatten sich aus dem Eichenwald √ľber die Obstwiesen bis in die G√§rten der Siedlung in der Stettfelder Stra√üe in Ebelsbach ausgebreitet und etliche Anwohner in Angst und Schrecken versetzt. Das Ph√§nomen war seitdem nicht mehr aufgetreten
Mittel zugelassen
Die Zulassungssituation bei den Pflanzenschutzmitteln konnte durch Anstrengungen von Kommunalpolitik (waldbesitzende Gemeinden und St√§dte sowie Landrats√§mter), Waldbesitz, Bundes- und Landespolitikern sowie der Landesanstalt f√ľr Landwirtschaft und der Forstbeh√∂rden wesentlich verbessert werden. Urspr√ľnglich w√§re f√ľr die Bek√§mpfungsma√ünahmen nur das Pyrethorid ‚ÄěKarate WG Forst“ zur Verf√ľgung gestanden. Dieses Mittel scheidet aus naturschutzfachlichen Gr√ľnden auf den von Kahlfra√ü bedrohten ‚ÄěNatura 2000“-Fl√§chen aus und wurde auch von Waldbesitzern und Forstbeh√∂rden auf Grund seiner negativen Breitbandwirkung in den insektenartenreichen Eichenw√§ldern als h√∂chst kritisch eingestuft. Jetzt stehen wieder sehr spezifisch wirkende Pflanzenschutzmittel zur Verf√ľgung. Nach M√∂glichkeit soll der H√§utungshemmer Dimilin zum Einsatz kommen, der bereits in der Vergangenheit gute Wirkung gegen Raupenfra√ü bewiesen hat bei gleichzeitig vertretbaren √∂kologischen Nebenwirkungen, so die Forstbeh√∂rde weiter.
Die Waldbesitzer wurden von den Forst√§mtern √ľber die Befallssituation informiert. Sie beauftragen ihre Forstbetriebsgemeinschaften, √ľberbetriebliche Bek√§mpfungsma√ünahmen einzuleiten. Sie werden von den staatlichen Forst√§mtern und von der Landesanstalt f√ľr Wald und Forstwirtschaft intensiv beraten und unterst√ľtzt.
Wie in fr√ľheren Jahren wird die Entscheidung, ob Waldfl√§chen in die Bek√§mpfungsaktionen einbezogen werden, nach festen Ma√üst√§ben getroffen. In die Bek√§mpfung einbezogen werden grunds√§tzlich nur Waldbest√§nde, in denen die Befallsschwelle durch Schwammspinner-Gelege √ľberschritten ist. Diese Schwelle liegt bei durchschnittlich 1,0 Gelegen pro Baum in den unteren zwei Metern der St√§mme, bei vorgesch√§digten Best√§nden bei 0,5 Gelegen pro Stamm. Besonders gef√§hrdet sind vorgesch√§digte und unterholzarme Altbest√§nde, Kulturfl√§chen, Unterbau-fl√§chen und auch angrenzende Laubholzbest√§nde. Ausschlie√ülich vom Prozessionsspinner befallene Waldfl√§chen, die wegen ihrer Lage zu Siedlungen oder auf Grund des hohen Erholungsverkehrs Gesundheitsprobleme verursachen k√∂nnen, werden in die Bek√§mpfung einbezogen.
.....

FT 31.03.2004
Borkenk√§fer befl√ľgelt Umbau 
Forstdirektor Klaus Behr sieht im Sch√§dlingsbefall auch eine Chance f√ľr den Wald

KREIS HASSBERGE. Das Fr√ľhjahr kommt, und in den W√§ldern zeigen sich an vielen Stellen herbstliche Farbe: Hier hat sich der Borkenk√§fer in den Fichtenbest√§nden eingenistet – mit schlimmen Folgen, die aber auch eine Chance bieten.
von G√ľnter Flegel

So sieht es jedenfalls Forstdirektor Klaus Behr, der Leiter des Staatlichen Forstamtes in Eltmann, das f√ľr einen gro√üen Teil der W√§lder im Landkreis Ha√überge zust√§ndig ist. Von einer Katastrophe f√ľr den Wald will der Experte trotz des starken Befalls mit den Sch√§dlingen nicht reden. Zum einen sei der Sch√§dling ‚Äěschon immer da“ gewesen, zum anderen habe seine Vermehrung nat√ľrliche Gr√ľnde, und nicht zuletzt richte der kleine K√§fer da Sch√§den an, wo ein Wald w√§chst, ‚Äěder nicht standorttypisch“ ist.
 Und das sind vor allem die schnell wachsenden Fichten-Monokulturen, die vor 30 oder 40 Jahren angelegt worden sind. Telegrafenstangenw√§lder, die dicht bepflanzt wurden, um eine m√∂glichst gro√üe Holzernte einfahren zu k√∂nnen – ‚Äěsicherlich aus verst√§ndlichen Gr√ľnden“, wie der Forstdirektor meint, aber mit der Folge, dass hier jetzt Buchdrucker und Kupferstecher ‚Äěernten“.
Zu erkennen ist der Befall an den bl√§sslich-r√∂tlichen Baumkronen in Bereichen, wo Fichte an Fichte steht. Unweit von Oberschleichach f√ľhrt Klaus Behr den FT durch ein Waldst√ľck, in dem der wenige Millimeter gro√üe K√§fer-Winzling ganze Arbeit geleistet hat: Um die Verbreitung zu stoppen, mussten hier s√§mtliche befallenen B√§ume gef√§llt und aus dem Wald geschafft, die √Ąste und die Borke verbrannt werden.
Denn der trockene Sommer 2003 hat viele Fichten geschw√§cht, und zwar vor allem in den dichten Best√§nden. Und dann kehrt sich die nat√ľrliche Symbiose zwischen K√§fer und Baum ins Extrem: ‚ÄěNormalerweise fliegt der K√§fer einen Baum an und gr√§bt seinen Gang zur Eiablage. Der gesunde Baum verschlie√üt die Wunde mit seinem Harz, und nichts passiert“, schildert Behr.
Ein geschw√§chter Baum aber kann nicht genug Harz produzieren – die Borkenk√§fer ‚Äěriechen“ das und fliegen gezielt solche B√§ume an. Bis zu 200 K√§fer siedeln sich dann in der lebenden Schicht des Stammes an und drehen dem Baum im wahrsten Sinne des Wortes ‚Äěden Saft ab“. Ein solcher Baum entl√§sst rund 20 000 Jungk√§fer, die in der n√§chsten Generation rund 50 weitere B√§ume befallen k√∂nnen. In der √ľbern√§chsten Generation sind es dann schon 2500 B√§ume ... Bei bis zu vier Lebenszyklen im Jahr k√∂nnen die Folgen in der Tat verheerend sein: ‚ÄěViele B√§ume sind schon tot und merken es gar nicht“, sagt Klaus Behr, der insbesondere die Privatwaldbesitzer zu erh√∂hter Wachsamkeit und konsequentem Einschlag aufruft: ‚ÄěNur so l√§sst sich die Vermehrung ohne Chemikalieneinsatz stoppen.“
Da die K√§fer vor allem schwachen B√§umen in schwer zug√§nglichen Dickungen den Garaus machen, ist der Aufwand enorm und der Ertrag gering – dennoch sieht der Forstdirektor in der ‚ÄěK√§fer-Krise“ eine Chance f√ľr einen standortgerechten Umbau im Wald: ‚ÄěEin gesunder Mischwald bleibt vom Befall verschont“.
Dar√ľber und √ľber die richtigen Schritte zur Sch√§dlingsbek√§mpfung im Wald kl√§rt Behr derzeit die Waldbesitzer auf. Die n√§chste Versammlung ist am Freitag, 2. April 2004, um 19 Uhr im Gasthof Andres in Pettstadt.

FT 22.04.2004

Borkenkäfer bekämpfen
Förderung im Privat- und Körperschaftswald
BAMBERG/FORCHHEIM.
Auf Initiative des Ersten Vorsitzenden der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken (FVO), Herbert Hofmann, und mit Unterst√ľtzung des Zweiten Vorsitzenden, MdL Heinrich Rudrof, werden auch im Jahr 2004 f√ľr die Borkenk√§ferbek√§mpfung im Bayerischen Privat- und K√∂rperschaftswald staatliche Hilfen zur Verf√ľgung gestellt.

‚ÄěWir sehen die derzeitige Situation als eine der gr√∂√üten Herausforderungen in forstpolitischer und waldbaulicher Hinsicht und wenden uns daher mit Nachdruck gegen weitergehende Frischholzeinschl√§ge im Staatsforst, so die Initiatoren. Die Aufarbeitung des vorhandenen Schadholzes habe erste Priorit√§t.
Unerlässlich sei zudem die weitere intensive Beratung und Förderung der rechtzeitigen und vollständigen Beseitigung des vom Borkenkäfer befallenen und bruttauglichen Materials im Privat- und Körperschaftswald. In diesem Sinn wandten sich Hofmann und Rudrof bereits im Januar an Staatsminister Josef Miller.
Zur Vorbeugung und zur weiteren Bekämpfung des Borkenkäfers habe Staatsminister Josef Miller als förderfähig anerkannt:

1.                 Das Entrinden des aufgearbeiteten Holzes im Wald unter Verbringung der Rinde aus dem Wald oder deren Verbrennen.

2.                 Das Hacken, Mulchen und Verbrennen befallenen und f√§ngischen Holzes. Eine eventuelle Verwertung des Hackgutes sei unsch√§dlich.

3.                 Das Verbringen befallenen und f√§ngischen Derbholzes aus dem Wald auf Lager- und Sortierpl√§tze der forstlichen Zusammenschl√ľsse.

Die Finanzierungshilfe betr√§gt 2 ‚ā¨ je Festmeter auf vorherigen Antrag beim zust√§ndigen Forstamt. Weitergef√ľhrt werden auch die Finanzierungshilfen f√ľr den Forstwegebau und f√ľr waldbauliche Ma√ünahmen, vor allem in der Mischwaldbegr√ľnung, Naturverj√ľngung und Waldpflege.

23.01.2004 LESERBRIEF 
Bew√§hrte Struktur in Tr√ľmmern
Zu den anhaltenden Berichten √ľber die ‚ÄěSpar“-Vorhaben der Staatsregierung bei der Forstverwaltung habe ich mich als ehemaliger Leiter des Forstamtes Lichtenfels mit einem geharnischten Brief an den Herrn Ministerpr√§sidenten gewandt. Diesem und seinem Finanzminister steht es nat√ľrlich zu, kurz- und mittelfristig zu planen.
Seit der Erkenntnis des Begriffes Nachhaltigkeit vor √ľber 200 Jahren m√ľssen aber Forstleute langfristige Strategien entwickeln, die den Grundfunktionen des Waldes, Nutzfunktion, Schutzfunktionen und Erholungsfunktion, in allen Besitzarten gerecht werden. Die Klimaschutzfunktion hat dabei angesichts erkennbarer Klimaverschiebungen f√ľr die Zukunft ein besonderes Gewicht. Dies kann nur in einer ganzheitlichen Behandlung f√ľr das empfindliche Natur-Ph√§nomen Wald erreicht werden.
Zu den geplanten Maßnahmen im einzelnen:
1. Eine Privatisierung des Staatswaldes w√ľrde eine nach dem monet√§ren Gewinnstreben ausgerichtete Bewirtschaftung zur Folge haben. √Ėkologische Gesichtspunkte, wie bei der derzeitigen naturnahen Behandlung, k√§men nicht mehr zum Zuge. √úble Beispiele sind in √Ėsterreich und Schweden zu besichtigen.
2. Die kostenfreie Beratung der Kleinwaldbesitzer besteht derzeit zurecht, weil die Eigent√ľmer ihrerseits Anspr√ľche der Allgemeinheit bei Schutz- und Erholungsfunktionen ohne jeglichen Ersatz dulden m√ľssen.
3. Die Zuordnung der Hoheitsverwaltung zum Landratsamt wäre ein erheblicher Fehlgriff, weil sie dort als wesensfremdes Spezialrecht bei Konfliktfällen unter die Räder käme.
4. Eine Vereinigung mit der Landwirtschaft auf der unteren Verwaltungsebene w√§re f√ľr beide Teile kein Vorteil. Legehenne, Furniereichen, Braugerste und Industrieholz zum Beispiel haben in einem Topf nichts gemeinsam. Die Landwirtschaft arbeitet in kurzen, die Forstwirtschaft in sehr langen Produktionszeitr√§umen. Man br√§uchte also zwei getrennte Abteilungen. Wo soll dann da der Einspareffekt liegen?
5. Als Kollateralsch√§den w√ľrden die Umgestaltung ganzer Berufsbilder und Ausbildungseinrichtungen zu Buche schlagen.
Das in Jahrzehnten aufgebaute Vertrauensverh√§ltnis zu den Kleinwaldbesitzern w√ľrde beseitigt. Strukturell h√∂chst nachteilig w√ľrde sich die Entbl√∂√üung des flachen Landes von Forst√§mtern und Forstdienststellen auswirken. Gro√üe Waldgebiete liegen h√§ufig in strukturschwachen Gebieten! Der Stand der hochqualifizierten Waldfacharbeiter w√§re durch forcierten Maschineneinsatz bedroht.
Man kann mich nat√ľrlich als vorgestrigen Spinner abtun. Doch das Gegenteil ist der Fall: Der Wald wird in der Zukunft eine wesentliche Rolle um unser √úberlebenspielen. H√§tte ich mich nicht ge√§u√üert, w√ľrde ich mich f√ľr den Rest meines Lebens schuldig f√ľhlen an hervorragenden Lehrern, die mir den beruflichen Weg gewiesen haben. Leider wird es schwer sein, verwaltungsjuristisch denkenden Menschen das Problem zu erkl√§ren. Politisch setzt man wohl auf das gro√üe Vergessen des Volkes. Jede Umorganisation kostet doch Geld! Aber das haben wir anscheinend im √úberfluss. Siehe Maxh√ľtte, Immobiliengesch√§fte der Landesbank, Kirch, Schwebestra√üenbahn von M√ľnchner Hbf. nach M√ľnchen FJS, Fu√üballstadion.

Ein kritisch denkender B√ľrger res√ľmiert: H√§nde weg vom Einheitsforstamt!

HERMANN SCHWARZ
K√úCHELSTRASSE 13
LICHTENFELS

F√ľr die Beibehaltung der Privatwaldberatung durch die Staatsforstverwaltung!
November 2003
Bund Naturschutz Hassberge unterst√ľtzt die Haltung des B√ľrgerwaldforums

Die im B√ľrgerwaldforum zusammengeschlossenen Verb√§nde (Arbeitsgemeinschaft Naturgem√§√üe Waldwirtschaft, Bund Naturschutz in Bayern, Deutscher Alpenverein, Interessengemeinschaft Kommunale Trinkwasserversorgung, Landesbund f√ľr Vogelschutz, dem Landesverband Bayern der deutschen Gebirgs- und Wandervereine und dem Verein zum Schutz der Bergwelt) sehen die Erfolge der bayerischen Forstpolitik zur Sicherung der Umweltwirkungen der W√§lder f√ľr die Allgemeinheit durch die Verwaltungsreform gef√§hrdet, wie sie Ministerpr√§sident Edmund Stoiber in der Regierungserkl√§rung skizziert hat.
Durch eine ‚Äěweitestgehende Eingliederung der Sonderbeh√∂rden in die innere Verwaltung“ soll die bew√§hrte Forstamtsstruktur zerschlagen werden und hoheitliche Aufgaben an die Landrats√§mter abgegeben werden. Die staatliche Privatwaldberatung soll ganz aufgegeben werden. Als Folge dieser Einspardebatten bef√ľrchtet das B√ľrgerwaldforum, dass die Qualit√§t der Waldbewirtschaftung und die Zukunftsf√§higkeit unserer W√§lder Schaden nehmen werden. Die Eingliederung kleiner √Ąmter in Mammutbeh√∂rden spart jedoch keine Kosten, sondern f√ľhrt sogar zu Mehraufwendungen f√ľr Landkreise wie das Beispiel der Eingliederung der Gesundheits√§mter in die Landrats√§mter zeigt. Die Zentralverwaltungen werden un√ľbersichtlicher und anonymer anstatt b√ľrgern√§her und effizienter.
Als Folge einer Zerschlagung der bew√§hrten Forstamtsstruktur droht eine vorrangig gewinnorientierte Ausrichtung f√ľr den Staatswald. Diskutiert werden hierf√ľr eine Privatisierung in Form einer AG wie bei den √∂sterreichischen Bundesforsten oder die Umwandlung in eine staatliche Anstalt √∂ffentlichen Rechts. Diese L√∂sungen lehnt das B√ľrgerwaldforum entschieden ab, weil dann die vielf√§ltigen Gemeinwohlleistungen nicht mehr vorbildlich und vorrangig erf√ľllt w√ľrden. Bei der AG-L√∂sung m√ľssten diese Leistungen teuer vom Staat erkauft werden, wof√ľr es aber angesichts knapper √∂ffentlicher Kassen kein Geld geben wird. Bei einer staatlichen Anstalt √∂ffentlichen Rechts w√ľrden diese Leistungen nur erbracht, wenn dies der Forstbetrieb bei boomenden Holzmarkt leisten kann, was z.Z. aber nicht der Fall ist.
Die Forstwirtschaft in Bayern steht angesichts kritischer Rahmenbedingungen wie Klima√§nderungen, Borkenk√§ferkatastrophen oder Holzpreisverfall vor immensen Herausforderungen. In derartig schwierigen Zeiten braucht es intakte und schlagkr√§ftige Strukturen, die durch eine Reform gest√§rkt werden m√ľssen und nicht wie geplant zerschlagen werden d√ľrfen, so Karl Friedrich Sinner, Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Naturgem√§√üe Waldwirtschaft.
Die im B√ľrgerwaldforum zusammengeschlossenen Verb√§nde erwarten jedoch, dass es durch die Reform zu keiner Verschiebung der forstpolitischen Zielsetzung f√ľr die Staatswaldbewirtschaftung kommt, so Prof. Dr. Hubert Weiger, Landesvorsitzender des Bundes Naturschutz. Die √∂rtlich vorrangigen landeskulturellen Funktionen des Waldes m√ľssen nachhaltig in optimaler Weise erf√ľllt werden. Die hierf√ľr erforderlichen Zukunftsinvestitionen zur Daseinsvorsorge sind notwendig und unerl√§sslich. Sie m√ľssen get√§tigt werden, damit k√ľnftige Generation nicht teuer f√ľr die Sch√§den bezahlen m√ľssen, die heute durch kurzfristige Einsparungen verursacht werden. Damit die vorrangige Erf√ľllung der Gemeinwohlfunktionen auch f√ľr k√ľnftige Generationen gesichert werden kann, sind angesichts des Klimawandels naturnahe √§ltere W√§lder so lange als m√∂glich zu erhalten und naturferne Forste m√∂glichst rasch in naturnahe W√§lder umzubauen. Diese Ziele m√ľssen auch bei einer Reduzierung staatlicher Aufgaben uneingeschr√§nkt erreicht werden. Da sich die Schutzfunktionen der W√§lder (z.B. Hochwasservorsorge, Klima) oft √ľber weite Strecken positiv auswirken, kann ihre Erf√ľllung nur von einer unabh√§ngigen, √ľber den lokalen Bereich hinauswirkenden Beh√∂rde gesichert werden.
Die bisher bekannt gewordenen Vorschl√§ge lassen eine Reform erwarten, die letztendlich teurer, weniger effizient, weniger b√ľrgernah und b√ľrokratischer sein wird. Das bisher bew√§hrte Ziel einer eigenst√§ndigen bayerischen Forstpolitik, stabile W√§lder zum Wohle kommender Generationen aufzubauen, w√ľrde man dadurch verlassen. Das B√ľrgerwaldforum hofft, dass eine intelligente Reform auf den Weg gebracht wird, welche die Forst√§mter als Kompetenzzentrum f√ľr Wald ausbaut, eine Reform, bei welcher waldbezogene Aufgaben geb√ľndelt werden. Das B√ľrgerwaldforum fordert deshalb unabh√§ngige, √ľber den lokalen Bereich hinauswirkende Forst√§mter, die zu Kompetenzzentren f√ľr Wald weiterentwickelt werden sollen, in denen alle Belange des Waldes in sinnvoller Weise geb√ľndelt und fachlich kompetent vertreten werden k√∂nnen.

S√ľddeutsche Zeitung 27.11.2003 
Wandern in der Holzfabrik
Staatsforst soll sich mit dem Verkauf von B√§umen k√ľnftig selbst finanzieren

 Von Christian Schneider

M√ľnchen – Die bayerische Staatsforstverwaltung gilt mit ihrer soeben 250-j√§hrigen Geschichte als eine der Perlen im staatlichen Verwaltungsgef√ľge Bayerns. Und bis zur Stunde sehen nicht Wenige in der Staatsforstverwaltung, die rund 2600 Beamte und Angestellte besch√§ftigt, so etwas wie einen ‚ÄěStaat im Staat“. Doch mit dieser Herrlichkeit ist es vermutlich schon bald vorbei. Denn weil die Staatsregierung beschlossen hat, eisern zu sparen, werden auch die stolzen Gr√ľnr√∂cke im Haus von Forst- und Agrarminister Josef Miller ihren Beitrag leisten m√ľssen. Der sieht eine gr√ľndliche Reform der Staatsforstverwaltung vor.
Wie dieser Umbau zum Schluss aussehen wird, ist derzeit noch offen. ‚ÄěEs l√§uft wohl auf eine privatwirtschaftliche Organisationsform hinaus“, mutma√üt der Chef des Bund Naturschutz (BN) in Bayern, Hubert Weiger. √Ąhnliche Bef√ľrchtungen √§u√üern aber auch andere Naturschutz- und Umweltorganisationen im Land, die forstlichen Berufsverb√§nde und die Gewerkschaft, aber auch die Vertreter der rund 700 000 Privatwaldbesitzer in Bayern. Sie alle f√ľrchten schon seit Jahren das Gespenst der Privatisierung des Staatsforstes. Da die Staatskanzlei mit den Betroffenen bislang noch kaum Gespr√§che gef√ľhrt hat, was insbesondere von den Waldbauern mit wachsender Wut und Irritation √ľber die CSU vermerkt wird, sind die vorerst noch auf Vermutungen angewiesen, was die Umbaupl√§ne anlangt.
In groben Umrissen zeichnet sich bis jetzt dies ab: Hoheitliche Aufgaben wie die Bewilligung von F√∂rderma√ünahmen oder die Borkenk√§ferbek√§mpfung, die bis jetzt von den Forst√§mtern wahrgenommen werden, sollen k√ľnftig von Abteilungen erledigt werden, die entweder den Landrats√§mtern oder den Landwirtschafts√§mtern angegliedert werden sollen. Relativ fest steht schon, dass die Privatwaldbesitzer in Bayern k√ľnftig auf die kostenlose Beratung durch die staatlichen F√∂rster verzichten m√ľssen. Der Bayerische Oberste Rechnungshof beziffert in einem Bericht den Wert dieser kostenlosen Beratung auf etwa 50 Millionen Euro pro Jahr, das Forstministerium geht von rund 20 Millionen Euro aus.
Offen ist dagegen noch, in welcher Organisationsform die rund 760 000 Hektar Staatsforst gepflegt und bewirtschaftet werden sollen. Denkbar w√§re eine Forst-Aktiengesellschaft, wie das in √Ėsterreich schon praktiziert wird. Im Gespr√§ch ist aber auch eine Forstanstalt des √∂ffentlichen Rechts, und schlie√ülich auch die Rechts- und Organisationsform einer Wald-GmbH. Auf jeden Fall aber soll dieser Rest der Staatsforstverwaltung ein wirtschaftlicher Eigenbetrieb sein, der in Zukunft ohne jeden Zuschuss aus dem Staatshaushalt auskommen muss. Das bedeutet: Alle Aufgaben, die im Staatsforst zu erledigen sind – dazu geh√∂ren etwa der Umbau der riesigen Monokulturen in artenreiche Mischw√§lder, die Schutzwaldsanierung oder die Sicherung der Waldbest√§nde insgesamt – , m√ľssen k√ľnftig allein aus dem Holzverkauf des Staatsforstes finanziert werden.
Schon jetzt warnt der Chor der Kritiker, dass der Umbau der Staatsforstverwaltung einer ‚Äěstillen“ Demontage des europaweit vorbildlichen Bayerischen Waldgesetzes gleichkommt. In diesem Gesetz steht der Erhalt des Waldes in seiner Schutz- und Erholungsfunktion an erster Stelle. Erst dann kommt die Holzproduktion. Mit einer Forst-Ag oder GmbH, so wird gewarnt, werden sich die Akzente deulich verschieben: ‚ÄěDie W√§lder werden sich in ‚ÄěHolzfabriken“ verwandeln, prophezeit BN-Chef Weiger. Dabei glauben die Kritiker vom BN √ľber den BundDeutscher Forstwirte bis hin zu den Waldbauern nicht, dass sich der Staatsforst allein aus den Einnahmen des Holzverkaufs finanzieren lassen kann. Der Holzmarkt steht international schon lange Kopf, die Holzpreise sind ziemlich im Keller. An dieser Situation wird sich so schnell nichts √§ndern.
Die Folgen in den staatlichen W√§ldern: Entweder bei der Waldpflege wird k√ľrzer getreten, weil kein Geld da ist, oder der Staatsforst muss sich anderweitig nach zus√§tzlichen Einnahmen umsehen. Die Forst-AG in √Ėsterreich ist da ein abschreckendes Beispiel. So werden etwa Mountainbiker zur Kasse gebeten, wenn sie im √∂sterreichischen Staatsforst unterwegs sind. √Ąhnliches k√∂nnte schon bald im Freistaat drohen. Zum Vergleich: Dem Staatsforst in Bayern geh√∂ren derzeit 1050 Parkpl√§tze, die Wanderern und Spazierg√§ngern noch weitgehend kostenlos zur Verf√ľgung stehen. Hinzu kommen 3150 Wanderwege, 684 Kilometer Radwege und 156 Reitwege. Zwar garantiert die bayerische Verfassung den freien Zugang zur Natur, erlaubt aber das Kassieren von Geb√ľhren, wenn die Pflege solcher Einrichtungen mit hohen Kosten verbunden ist.

FT 24.11.2003 (Auszug)
Bericht von der B√ľrgermeisterversammlung in Rentweisndorf
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Kritik an Forstreform
B√ľrgermeister Werner D√∂hler, Ermershausen, und B√ľrgermeister Oskar Ebert, kritisierten die vorgesehene Forstreform und B√ľrgermeister Bernhard Ru√ü bef√ľrchtete zuk√ľnftig eine Benachteiligung der l√§ndlichen Kinderg√§rten.
Hinsichtlich des Waldes befand sich MdL von Rotenhan gar nicht auf der Linie der Kommunalpolitiker. ‚ÄěWenn es nach mir ging, w√ľrde ich die Einheitsforst√§mter aufl√∂sen und aus dem staatlichen Wald wirtschaftliche Betriebe machen. Auch mehrere Gemeinden k√∂nnten einen gemeinsamen Forstbetrieb organisieren und ihren Wald bewirtschaften. Rotenhan: ‚ÄěIch ermuntere euch, die Kommunalw√§lder durch Zusammenlegung von Personal wirtschaftlich zu halten und als Wirtschaftsgut anzusehen.“
Dabei konnte er sich einen Seitenhieb in Richtung Staatsforst nicht verkneifen: ‚Äě Mit 800 000 Hektar Wald hat Bayern den gr√∂√üten Forstbetrieb in Mitteleuropa und keine nennenswerten Einnahmen f√ľr den Staat. Das kann doch nicht sein.“

FT 16.10.2003 
Aus der Krise w√§chst eine Chance 
Schwerer Borkenk√§fer-Befall f√∂rdert ungewollt den Umbau des K√∂nigsberger Stadtwaldes 
K√ĖNIGSBERG. Mehr als 1000 Hektar Wald geh√∂ren zur Stadt K√∂nigsberg. War es fr√ľher √ľblich, dass Stadtf√∂rster Willi Schneider den Betriebsplan dem Stadtrat im Rathaus zur Abstimmung vorlegte, so wird die Entscheidung seit einigen Jahren im Wald getroffen.
Stadtf√∂rster Willi Schneider und Forstdirektor Klaus Behr vom Staatlichen Forstamt Eltmann f√ľhrten die Stadtr√§te in einem weiten Bogen zu Fu√ü vom Schafhof durch den Stadtwald zur Badsee und zum Schafhof zur√ľck, wobei sich die R√§te ein Bild von den Sch√§den machen konnten, die die Borkenk√§fer in diesem Sommer im Nadelwald angerichtet haben.
Viele rote Fichtenwipfel waren ein untr√ľgliches Zeichen daf√ľr, dass hier etwas nicht stimmt. Der √ľberaus lang anhaltende, hei√üe und trockene Sommer hat speziell die fl√§chenwurzelnde Fichte in Wasserstress versetzt und ihre Widerstandskraft geschw√§cht. Die schwer durchwurzelbaren, f√ľr die Fichte ungeeigneten Tonb√∂den rund um den Schafhof haben diese Entwicklung noch versch√§rft. Die Buchdrucker und Kupferstecher hatten deshalb leichtes Spiel, sich in die Fichtenrinde einzubohren.
Saft abgeschnitten
Sie legen zwischen Holz und Rinde in die wasserleitende Schicht des Baumes ihre Eier. Die schl√ľpfenden Larven fressen dort ihre G√§nge und unterbrechen so den ohnehin schwachen Saftstrom der B√§ume. Das Absterben, erkennbar an den d√ľrren Zweigen und der herabfallenden Rinde, droht.
Der Forstdirektor Klaus Behr nahm im Zuge einer so genannten Zwischenrevision auch eine Analyse der Bewirtschaftung f√ľr das zur√ľckliegende Jahrzehnt sowie eine Neuformulierung der Ziele f√ľr die n√§chsten zehn Jahre vor. ‚ÄěNat√ľrlich schmerzen absterbende B√§ume die Forstleute immer, doch bieten Krisen auch immer die Chance, Fehlentwicklungen zu analysieren und abzustellen“, erl√§uterte Behr.
Seinen Vorg√§ngern, die diese Best√§nde vor Jahrzehnten oder gar mehr als hundert Jahren begr√ľndet hatten, wolle er keinen Vorwurf machen. Sie h√§tten damals nicht die M√∂glichkeit gehabt, anhand moderner Bodenuntersuchungen, der so genannten Standortkartierungen, in jedem Fall die richtige Baumartenwahl zu treffen.
Umso mehr komme es heute darauf an, vorausschauend die richtigen forstlichen Entscheidungen zu treffen. Zun√§chst m√ľssten bis zum Winterende alle abgestorbenen oder befallenen Fichten eingeschlagen und aus dem Wald gebracht werden. Gleiches gelte f√ľr das befallene Reisig, das entweder als Brennholz abgegeben, geh√§ckselt oder verbrannt werden m√ľsse. Nur so lasse sich eine weitere K√§ferausbreitung im n√§chsten Fr√ľhjahr vermeiden.
Dank der guten Organisation und Logistik konnte auf den Einsatz von Insektiziden zur Borkenk√§ferbek√§mpfung verzichtet werden. Diese Anstrengungen wurden durch forstliche Zusch√ľsse finanziell unterst√ľtzt, sagte Klaus Behr.
Vorausschauend hatte Stadtf√∂rster Willi Schneider alle √§lteren Fichtenbest√§nde schon seit l√§ngerer Zeit mit Buchen unterpflanzt und auf lichten Stellen mit Ahorn, Esche und Kirsche erg√§nzt. Der standortgerechte Mischwald steht also schon in den Startl√∂chern. Er bekommt nun nach dem Absterben der Altfichten, allerdings fr√ľher als beabsichtigt, seine Chance.
An mehreren Waldbildern in der Abteilung ‚ÄěLuderhaus“ wurde diese Entwicklung des Waldumbaues von der ‚ÄěMonokultur“ der Fichten zum widerstandsf√§higen Mischwald von den Forstleuten vorgestellt. Zu welch sch√∂nen Waldbildern sich solche Best√§nde entwickeln, zeigte Willi Schneider an einer reich gemischten Verj√ľngung aus Buche, Hainbuche, Ahorn, Esche, Eiche, Douglasie und Fichte zum Abschluss der Wanderung. Auch dieser Bestand war aus einer Katastrophensituation, dem Orkan ‚ÄěWiebke“ , 1990 entstanden.
Der Jahresbetriebsplan 2004 wird im Zeichen der Borkenkäferschäden stehen. Eine flexible Anpassung an die Schadenssituation und die Entwicklung auf dem Holzmarkt ist daher besonders wichtig. Die von Schneider vorgestellten Einschlags- und Finanzziele wurden vom Stadtrat beschlossen.
Weiter nach vorne blickte Klaus Behr: Nachholbedarf bestehe bei der Pflege der 20- bis 60-j√§hrigen nadelholzreichen Jungbest√§nde. Auch die Verj√ľngungssituation sei gegenw√§rtig durch hohe Reh- und Schwarzwildbest√§nde nicht zufriedenstellend. Durch die Zunahme des Sauenbestandes lie√üen sich die Schutzz√§une gegen Rehwild kaum dicht halten. Damit w√ľchsen viele Mischbaumarten, vor allem aber die wichtige Eiche, nicht mehr in den Jungbest√§nden.
In Abstimmung zwischen den Forstleuten wurde der j√§hrliche Einschlag f√ľr die n√§chsten zehn Jahre im Stadtwald K√∂nigsberg um 1000 Kubikmeter pro Jahr angehoben. Eine an sich erfreuliche Entwicklung, die jedoch kaum wesentlich mehr Einnahmen bescheren wird, da vor allem Jungbest√§nde durchforstet werden m√ľssen mit einem hohen Anteil an Schwach- und Brennholz. sn

FT 22.08.2003
Akute Gefahr unter der Rinde
Forstamt Eltmann mahnt private Waldbesitzer, jetzt gegen den Borkenkäfer vorzugehen
KREIS HASSBERGE. Stress haben bei Trockenheit und Hitze nicht nur die B√§ume, Stress haben jetzt auch die Waldbesitzer. Wegen der aktuellen Borkenk√§fer-Gefahr m√ľssen sie nach Regierungsanordnung befallene Bereiche ‚Äěausputzen“.
Nach Auskunft von Forstamtsleiter Klaus Behr haben die Mitarbeiter des Forstamts Eltmann innerhalb von zwei, drei Tagen ein ‚Äěexplosionsartiges Vermehren“ des Buchdruckers festgestellt. Die lange Hitze- und Trockenperiode hat die Fichten geschw√§cht. Wie Behr berichtet, ist der Landkreis im Vergleich zu anderen gering betroffen, denn hier bel√§uft sich der Fichtenbestand (in den Ha√übergen mehr) auf 15 Prozent. Die Fichten tun sich gegenw√§rtig schwer, mit ihren eigenen Waffen (Harz) den Borkenk√§fer zu bek√§mpfen. So k√∂nnen die Larven des Sch√§dlings, der besonders √§ltere B√§ume bef√§llt, unter der Rinde ungehemmt fressen.
Rötliche Nadeln zeigen sterbende Fichten an
Weithin sichtbar gibt es mehr und mehr Fichten, die durch r√∂tliche Nadeln anzeigen, dass ihr letztes St√ľndlein geschlagen hat. Die K√§fer haben sich in die Rinde eingebohrt, die geschw√§chte Harzbarriere durchbrochen und ihre Eier unter die Borke gelegt. Der Larvenfra√ü zerst√∂rt die Wasserversorgung der B√§ume v√∂llig: In kurzer Zeit verlieren die Fichten ihre noch gr√ľnen Nadeln und sterben ab.
Rein √§u√üerlich ist der Borkenk√§ferbefall, wie Forstdirektor Klaus Behr erl√§utert, zu erkennen, dass am Boden rund um die Fichte gr√ľne Nadeln liegen, die Fichte in der Krone nur noch wenige und rote Nadeln besitzt und am Fu√ü der Fichte in der Rinde Bohrmehl und Gespinst zu finden sind. Wenn die Rinde abbl√§ttert und die Fra√üg√§nge der Laven zu sehen sind, ist es schon zu sp√§t: Der K√§fer hat sich aufgemacht in neue Gefilde. Die Insekten profitieren von der warmen trockenen Witterung und vermehren sich gut. Ein Weibchen kann bis zu 5000 Nachkommen haben. Und nur 200 K√§fer gen√ľgen, um eine Fichte zum Absterben zu bringen. Von einer befallenen Fichte, die nicht rechtzeitig gef√§llt und entrindet wird, k√∂nnen √ľber 20 000 K√§fer ausschw√§rmen.
Regierung erklärt Wälder zu Gefährdungsgebiet
Aus diesem Grund hat die Regierung von Unterfranken auf Ersuchen der Forstdirektion alle Nadelw√§lder Unterfrankens zum Gef√§hrdungs- und Befallsgebiet erkl√§rt. Dies bedeutet, dass die Waldbesitzer in ihren Nadelw√§ldern regelm√§√üig und sehr sorgf√§ltig kontrollieren m√ľssen, ob B√§ume von K√§fern befallen sind. Angesichts der hohen Vermehrungsraten der K√§fer m√ľssen befallene B√§ume sofort gef√§llt, aufgearbeitet, nach M√∂glichkeit entrindet, mit zugelassenen Insektiziden behandelt oder aus dem Wald transportiert werden. Nur so kann vermieden werden, dass Nachbarb√§ume von ausschw√§rmenden K√§fern befallen werden. Bruttaugliches Restholz muss sofort vernichtet werden. Aber: Das Verbrennen im Wald scheidet aufgrund der hohen Waldbrandgef√§hrdung momentan aus. F√ľr das Entrinden oder die Abfuhr von eingeschlagenem K√§ferholz aus gef√§hrdeten Nadelw√§ldern auf entfernte Lagerpl√§tze werden auf Antrag staatlich Zusch√ľsse je Festmeter und Raummeter gew√§hrt.
Private Waldbesitzer stehen in der Pflicht
Wie Forstamtsleiter Behr unterstreicht, stehen die privaten Waldbesitzer wegen der Anordnung durch die Regierung in der Pflicht, die befallenen ‚ÄěK√§fernester“ schnellstm√∂glich auszuputzen. Die Bek√§mpfung sollte nicht aufgeschoben werden, so Behr, mit einem ‚Äěna ja, so schlimm wird's schon nicht werden“, denn: ‚ÄěDas Vermehrungspotenzial ist enorm hoch.“ Der Borkenk√§fer bedeutet f√ľr das laufende Jahr vielleicht keine so gro√üe Gefahr mehr, doch k√∂nnte bei trockener Witterung und starker Vermehrung im kommenden Fr√ľhjahr die b√∂se √úberraschung kommen. Klaus Behr appelliert an alle privaten Waldbesitzer mindestens ein- bis zweimal pro Woche ihre Fichtenbest√§nde sorgf√§ltig auf herab rieselndes Bohrmehl zu kontrollieren und t√§tig zu werden. Die Bek√§mpfungsanordnung gibt dem Forstamt auch rechtliche Mittel in die Hand: Sollte ein Waldbesitzer seiner Pflicht auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht nachkommen, so kann das Forstamt eine Firma mit den Arbeiten beauftragen – die Kosten muss der Waldbesitzer tragen.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.forst.bayern.de. Das Forstamt Eltmann weist darauf hin, dass die Förster in den jeweiligen Forstdienststellen jederzeit Ansprechpartner sind. kra