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BUND Naturschutz Ebern

Begehung Naturschutzgebiet “Muggenbacher Tongruben”

Die Vorstandschaft der Ortsgruppe Ebern besichtigte das im Eigentum des BN-Bayern stehende Naturschutzgebiet „Muggenbacher Tongruben“ unter der Führung des BN-Vorsitzenden der Kreisgruppe Haßberge Dr. Klaus Mandery. In diesem Naturschutzgebiet hat sich in über hundert Jahren ein bayernweit einmaliger Lebensraum entwickelt. Mandery erläuterte die geschichtliche Entwicklung und die Bedeutung dieser unter Schutz gestellten Fläche. An Hand von Beispielen zeigte er die Probleme auf, die Flächen für eine naturgemäße Entwicklung von Bewuchs und anderen Störfaktoren freizuhalten.
Im Laufe der Zeit hat sich in den Tongruben Muggenbach ein hochkarätiges Artenspektrum eingefunden: Bekassine und Gelbbauchunke in den Feuchtbereichen, Eisvogel und Steinkrebs am Bachabfluss, Ziegenmelker, Heidelerche und Turteltaube oberhalb der Abbruchkanten, um nur einige Beispiele zu nennen. Und wie sich in den Feuchtbereichen bedeutsame Libellenarten ansiedelten, fanden sich auf den trockenen Flächen nicht nur Ameisenlöwen und verschiedene Sandlaufkäferarten, sondern auch viele Hautflügler ein.

1. Vorsitzender Harald Amon bedankte sich im Namen der Vorstandschaft bei Dr. Klaus Mandery für die eindrucksvolle Führung.

 

 

NP 14.02.2002
Grubenareal wird freigestellt
Für naturschutzfachliche Arbeiten an vier Samstagen werden noch Helfer gesucht

Muggenbach
Nachdem im Sommer 2000 die Muggenbacher Tongruben bei Seßlach zum Naturschutzgebiet erklärt wurden, konnte ein Pflege- und Entwicklungsplan für dieses Gebiet aufgestellt werden. Ziel dieses Plans ist die Erhaltung sowie die Förderung der ökologischen Wertigkeit des Grubenareals. Verschiedene Gutachten hatten den Gruben eine weit überregionale ökologische Bedeutung bescheinigt
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Ein Charakteristikum der Gruben sind die offenen, vegetationsfreien und sonnenbeschienenen Ruderalflächen. Hier legen zahlreiche Insektenarten ihre Nester an. Ursprünglich nisteten diese Insekten in den wenigen von Natur aus vorhandenen vegetationslosen Schwemmbereichen der Flüsse sowie auf Binnendünen. Bevor der Mensch Mitteleuropa nach seinen Kriterien gestaltete, befand sich dort weitestgehend Wald – mit Ausnahme der Schwemmbereiche der Flüsse und der Binnendünen.
Hier schaffte die Natur durch ständige Bodenumwälzungen dauerhafte vegetationsfreie Flächen auf denen sich Spezialisten vor allem aus dem Bereich der Insekten anpassten. Da der Mensch aber mittlerweile sowohl die Wanderung von Binnendünen gestoppt als auch die Flüsse in dauerhafte Betten oder Kanäle gezwängt hat, können die vegetationsfreien Bodenbereiche nicht mehr natürlich entstehen. Somit müssen die hoch spezialisierten Insekten vor allem auf die offenen Böden von Abbauflächen ausweichen.
Aus diesem Grund sieht der Pflege- und Entwicklungsplan in den Muggenbacher Tongruben als eines seiner wichtigsten Ziele die Erhaltung der offenen Bodenflächen vor. Im Laufe der vergangenen Jahre haben hier jedoch vereinzelt Bäume gekeimt, die nun im lockeren Verband große Teile der Bodenoberfläche beschatten. Diese Bäume werden nun abgesägt und anschließend an zentralen Stellen verbrannt.

Das sehr arbeitsintensive Absägen und Verbrennen der jungen Bäume muss noch einige Jahre durchgeführt werden, bis die ursprünglich offene Abbaufläche wieder baumfrei ist. Die weitere Pflege wird sich dann deutlich extensiver und einfacher gestalten. Die jungen Baumkeimlinge können nämlich bei feuchter Witterung per Hand gezogen werden.
Doch in diesem und in den kommenden Jahren müssen diejenigen naturschutzfachlichen Arbeiten nachgeholt werden, die in den vergangenen Jahren nicht möglich waren. Erst mit dem Kauf der Fläche durch den Bund Naturschutz im Jahr 2000 sowie in Verbindung mit der Erstellung des Pflege- und Entwicklungsplanes wurde der Weg frei zur flächigen Wiederfreistellung des Grubenareals.
Seitdem arbeiten in den Gruben ehemalige Mitglieder der Schutzgemeinschaft Muggenbach, Kinder aus dem Stadtgebiet Seßlach im Rahmen von umweltpädagogischen Maßnahmen, Schüler der Biologie-Grund- und –leistungskurse des Friedrich-Rückert-Gymnasiums in Ebern sowie einzelne Mitglieder des Bundes Naturschutz.

An den kommenden vier Samstagen finden in den Gruben jeweils von 10 bis 15:30 Uhr große Verbrennungsaktionen statt. Hierzu werden wegen des hohen Arbeitsanfalles dringend freiwillige Helfer sowohl aus dem Raum Seßlach als auch aus Coburg benötigt. Für eine deftige Brotzeit wird vor Ort gesorgt. Aufgrund der notwendigen Planungen sollen sich diese Helfer bei Helmut Krüg in Gemünda (Tel.: 09567/634) täglich ab 18 Uhr melden.
rgü

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