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Naturschutz

BUND Naturschutz Ebern

Ausbau des Mains zur Bundeswasserstra├če

FT 12.03.2004
ÔÇ×Eingriffe sind zu gravierend“ 
Der Bund Naturschutz lehnt den Ausbau des Mains zur Bundeswasserstra├če ab 
LIMBACH/VIERETH
. Der Bund Naturschutz lehnt den geplanten Ausbau des Mains grunds├Ątzlich ab. Er bef├╝rchtet durch die Kanalisierungsma├čnahme erhebliche Eingriffe in das gesamte ├ľkosystem Fluss und seine begleitenden Auen im Maintal. Deshalb fordert der Bund Naturschutz eine Gesamtumweltvertr├Ąglichkeitspr├╝fung. ÔÇ×Denn die Auswirkungen der geplanten Eingriffe k├Ânnen nur in ihrer Gesamtheit bewertet werden. Eine abschnittsweise Untersuchung von Stauhaltung zu Stauhaltung in so genannter Salamitaktik k├Ânnen wir nicht akzeptieren“, macht Stefan Maurer, Gesch├Ąftsf├╝hrer des Bundes Naturschutz Bamberg, deutlich.
Der Ausbau des Mains als Bundeswasserstra├če ist von der M├╝ndung in den Rhein bis W├╝rzburg fertig gestellt. Von W├╝rzburg bis Marktbreit wird gerade ausgebaut. Im Bereich Bamberg/Ha├čberge (Stauhaltungen Limbach und Viereth) laufen derzeit die Planungen.
Wie hochwassergerecht ist der Ausbau? Bleibt dabei auch die Flussdynamik erhalten? Welche lokalen Auswirkungen sind zu erwarten? Dies waren die wesentlichen Punkte beim Er├Ârterungstermin im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens in der Stadthalle von Eltmann, zu dem der Bund Naturschutz (BN) Stellung nahm. Der BN hatte im Vorfeld als Naturschutzverband seine Beurteilung des Projekts abgegeben, die bei diesem Termin in Eltmann er├Ârtert wurde.
Nicht zuletzt die j├╝ngsten Hochwasserkatastrophen zeigten deutlich, dass jeglicher Flussausbau gestoppt werden m├╝sse, meint der BN. Denn mit zunehmendem Ausbaustandard steige die Flie├čgeschwindigkeit. Hochw├Ąsser entst├╝nden somit schneller und richteten immer gr├Â├čere Sch├Ąden an.
Im Fall des Mains wurde dies laut zust├Ąndigem Wasserstra├čen-Neubauamt in Aschaffenburg speziell ├╝berpr├╝ft. Durch den Ausbau soll es zu keiner zus├Ątzlichen Hochwassergefahr kommen, wie versichert wird.
Die einzelnen Beeintr├Ąchtigungen und Auswirkungen des Ausbaus selbst waren wesentlicher Teil des Er├Ârterungstermins. So ist etwa die Vertiefung der Flusssohle von stellenweise 2,50 Meter auf durchwegs 2,90 Meter plus 20 Zentimeter so genannte Tiefenreserve aus Sicht des BN nicht ausgleichbar. Hingegen sollen Uferbegradigungen, die bis zu fast 20 Meter Tiefe ├╝ber l├Ąngere Abschnitte abgetragen werden, zu 100 Prozent ausgeglichen werden.
Main pr├Ągt Landschaft
Der Main ist nicht nur Wasserstra├če, sondern auch pr├Ągend f├╝r die Landschaft und nicht zuletzt Namensgeber f├╝r die kulturelle Identit├Ąt Mainfrankens. Der BN sieht auch durch die Verbreiterung der Fahrbahn von 36 auf durchwegs 40 Meter (in Kurven bis 55 Meter) eine massive Bedrohung der gesamten Vogel- und Pflanzenwelt (darunter zahlreiche seltene oder bedrohte Arten am Ufer, das eine kaum ber├╝hrte Landschaft darstellt).
Konkret wirft der Biologe J├╝rgen Thein von der BN-Kreisgruppe Ha├čberge der planenden Beh├Ârde etliche L├╝cken bei den gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichs- und Ersatzma├čnahmen vor. So bem├Ąngelt der Biologe, dass beispielsweise in der Stauhaltung Limbach eine strukturreiche Weichholzaue durch die Bauarbeiten v├Âllig zerst├Ârt wird. Mit ihr w├╝rde dann ein seit Jahren bekannter Nistplatz des in Bayern besonders gesch├╝tzten Eisvogels in Gefahr geraten.
Ausbau notwendig?
Der Bund Naturschutz kritisiert, dass die Notwendigkeit f├╝r die regionale Schifffahrt nicht ernsthaft nachgewiesen sei. Die Eingriffe in Natur und Landschaft seien zu gravierend. Dagegen m├╝sse die biologische Wirksamkeit des Mains erh├Âht werden, wie der Bayerische Landtag bereits im Jahr 1991 beschlossen hat.
Der Bund Naturschutz bef├╝rchtet weiter, dass im Bereich des geplanten ÔÇ×Freizeitparks“ in Trunstadt erhebliche Probleme auftauchen werden. Besonders interessiert sich der Verband laut Stephan Maurer f├╝r die jahrelang unerlaubt und gesetzeswidrig abgelagerten ├ľlkontaminierten Abf├Ąlle wie Teerklumpen, Materialien aus Tankstellensanierungen, Sandfangr├╝ckst├Ąnde, Gie├čerei-Altsande, Elektronikschrott und Z├╝ndkerzen in den Baggerseen an der Regierungsgrenze zwischen Unter- und Oberfranken. Die dort vorhandenen Altlasten k├Ânnten leicht durch Abgrabungen und Baggerarbeiten wieder ans Tageslicht gelangen, meint der BN. Dem Bund Naturschutz wurde eigenen Angaben zufolge versichert, dass diese Gebiete von den Bauma├čnahmen (Uferabtragungen) ausgespart bleiben.

 

 

 

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