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Naturschutz

BUND Naturschutz Ebern

Aktion 2010

Erfassung von Amphibienlaich durch den BN Ebern

Gerade in den letzten Jahren wurde in Bayern ein Rückgang der Amphibien festgestellt. Auch der Bund Naturschutz Ebern bemerkte dies in den letzten Jahren am betreuten Amphibienzaun bei Jesserndorf. Um weitere Zahlen zur Bestandsentwicklung zu erhalten, wurde im letzten Jahr mit einer Grasfroscherfassung begonnen.  Nun bitten die Eberner Naturschützer die Bevölkerung in den nächsten vier Wochen zur Mithilfe bei der Erfassung von Laichballen des Grasfrosches und Laichschnüren der Erdkröten.
Das Grasfrosch ist mit der Erdkröte unsere häufigste Amphibienart. In den ersten lauen Nächten der letzten Tage haben die Tiere ihre Winterquartiere im Boden verlassen und sich auf Wanderschaft zu den Laichgewässern begeben, die sie stets recht ortstreu beibehalten. Einige Grasfrösche überwinterten bereits in Teichnähe oder sogar im schlammigen Gewässergrund.
Häufig ist das Wasser noch eiskalt, wenn das Grasfroschweibchen seine bis zu 4000 Eier in einem Laichballen an der sonnigsten, flachsten und damit wärmsten Stelle des Teiches oder die Erdkröte ihre langen Laichschnüre zwischen schwimmenden Ästen am Teichrand ablegen.
Nun bittet der BN Ebern die Bevölkerung im Bereich des Altlandkreises Ebern in den nächsten vier Wochen bei ihren Spaziergängen auf Laichballen und Laichschnüren zu achten, die in Gräben oder Teichen auf der Wasseroberfläche schwimmen, und diese zu melden. Nach wenigen Wochen hat sich der Laich so weit entwickelt, dass sich die Ballen weitgehend aufgelöst haben und damit kaum noch festzustellen sind. Bei der Meldung wäre die genaue Ortsangabe und die geschätzte Zahl der Laichballen und -schnüre wichtig.

Ein Erfassungsblatt mit Grundinformationen kann telefonisch bei
Kurt Langer 09531/4131, Erdkrötenpaar
Alexander Hippeli 09531/5548 oder
Harald Amon 09531/1737 bestellt

oder hier heruntergeladen werden.

Die Meldung kann dann, mit oder ohne Foto,
per Mail an vorstand@bund-naturschutz-ebern.de gesandt
oder bei der Grauturmapotheke
bzw. bei Harald Amon, Bergstraße 1, 96106 Ebern
abgegeben werden.

Ziel der Aktion ist, den aktuellen Stand von Grasfrosch- und Erdkrötenlaich- gewässern zu erfassen, um diese möglicherweise zu sichern und Bestands- entwicklungen zu dokumentieren.


Das Amphibienjahr am Beispiel des Grasfrosches


LRA Haßberge 28.03.2003

Krötenhochzeit im Wald

Landratsamt Haßberge hat im Wald bei Friesenhausen neue Laichbiotope geschaffen

FRIESENHAUSEN. In einem Privatwald bei Friesenhausen hat das Landratsamt im Zuge einer Landschaftspflegemaßnahme eine neue Tümpelanlage geschaffen. Rechtzeitig vor Beginn der Laichsaison für Amphibien.

Das Feuchtbiotop soll Fröschen und Lurchen, deren Lebensraum vom Mensch eingeengt wurde, eine Hochzeitsstube sein. Amphibien haben im Gleichgewicht der Natur ein gewichtiges Wort mitzureden. So sind sie beispielsweise die natürlichen Feinde zahlreicher Insektenschädlinge. Aber sie dienen auch umgekehrt vielen Vögeln als Nahrung.
Claus Haubensack von der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt hat die Anlage der Waldtümpel betreut. Er ist sich sicher, dass sie bereits in diesem Jahr ein wertvolles Biotop für Amphibien der verschiedensten Arten darstellen werden. Haubensack weiß: „Die Wälder der Haßberge sind hervorragende Sommer- und Winterlebensräume für die meisten unserer heimischen Amphibienarten“. Grasfrosch, Erdkröte, Laubfrosch, Bergmolch, Teichmolch, Kammmolch und Feuersalamander fühlen sich dort pudelwohl.
Entgegen der landläufigen Meinung halten sich nämlich die meisten Amphibien den größten Teil des Jahres an Land, auch weitab von Gewässern auf. Nur im Frühjahr kommen sie zum Gewässer, um zu laichen.
Ihre Larven entwickeln sich dann im Wasser. Nach Abschluss der Entwicklung wandern die Jungtiere ins Umland ab. Im Winter graben sich die meisten Amphibien dann an Land ein, um zu überwintern. Nur die wenigsten überwintern am Grund eines stehenden Gewässers im Schlamm.
„Die großflächigen Laub- und Mischwälder der Haßberge könnten einer wesentlich größeren Zahl von Amphibien Lebensraum bieten, als derzeit dort vorkommen“, stellt die Naturschutzfachkraft Haubensack fest. Wenn wieder mehr Lebensraum für sie geschaffen werde, so könnten sie auch wirtschaftlich einen wertvollen Beitrag leisten, so der Behördenvertreter. Denn die Amphibienarten leisten, da sie sich hauptsächlich von Insekten ernähren, einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Schadinsekten in der Forst- und Landwirtschaft.
Ihre Vermehrung in unseren Mischwäldern wird im Moment besonders durch einen Umstand begrenzt: die zu geringe Zahl der Laichgewässer. Denn viele frühere kleine Fischweiher, die  für den Eigenbedarf angelegt wurden, Viehtränken oder Wasserlöcher zur Gießwasserentnahme für Feldfrüchte in der Landschaft sind verschwunden, berichtet Haubensack. „Nasse Löcher“ in Wiesen und Äckern wurden aufgefüllt und drainiert.
Die natürlichen, ursprünglichen Laichbiotope der Amphibien, also von den Bachläufen abgeschnittene Altarme und von Hochwasser aufgefüllte Mulden am Bachrand, sind durch die Begradigung der Bäche weitestgehend nicht mehr vorhanden. Selbst in den auf den ersten Blick natürlich aussehenden Bachläufen der Haßbergwälder wurden meist Waldwege im Talgrund angelegt, wozu der dort fließende Bach mindestens in Teilbereichen begradigt und an den Talrand gedrängt wurde.
Fließende Gewässer sind aber als Laichgewässer für Amphibien ungeeignet. Denn nach stärkeren Regenfällen kann der Laich der Tierevon der starken Strömung weggetragen und vernichtet werden. Vor allem aber erwärmt sich das Wasser in den Bächen nicht genug, damit sich Laich und Larven entwickeln können. Eine Ausnahme dieser Regel bildet der Feuersalamander, der seine Larven lebend zur Welt bringt, die dann auf sauerstoffreiches Wasser angewiesen sind. 
Die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt bemüht sich daher, wo es möglich ist, diese Situation zu verbessern und auf geeigneten Grundstücken Laichbiotope anzulegen.
Der Naturpark Haßberge unterstützt das Vorhaben und fördert diese Maßnahmen finanziell. In Zusammenarbeit mit den Forstdienststellen Hofheim und Kimmelsbach des Forstamtes Bad Königshofen wurden schon im Staatswald 1998 bislang schon fünf und 2001 sogar neun neue Tümpel angelegt.
Kurz vor der Laich-Saison 2003 wurden weitere Laichgewässer in einem kleinen, dem Rottensteiner Forst vorgelagerten Auwald bei Friesenhausen geschaffen.
Der Eigentümer des Schlosses in Friesenhausen, Freiherr von Eichborn, hat die Fläche dafür großzügig zur Verfügung gestellt. Die Fläche war ursprünglich wohl ein Schilfgebiet und wurde nach dem Krieg mit schnellwachsenden Hybridpappeln bepflanzt. Diese Pappeln waren nun weitgehend hiebreif und zahlreiche wurden im letzten Jahr entnommen.  In den entstandenen Lücken im Wald wurden nun unterschiedlich tiefe Tümpel und Senken angelegt.
„Sicherlich werden diese in den nächsten Jahren von den Amphibien als Laichgewässer angenommen, denn schon bisher war in Fahrspuren und Senken in diesem Auwald Laich festzustellen“, hofft Naturschützer Haubensack.
Die geschlüpften Larven trockneten aber bisher wegen der zu geringen Tiefe der Pfützen in regenarmen Frühjahren immer wieder aus, was in den neuen Tümpeln nicht geschehen kann. Im Bereich der neu angelegten Gewässer sollen sich in den nächsten Jahren wieder Schilf und ein natürlicher Erlen-Eschen-Auwald mit seiner reichen Flora und Fauna ausbreiten können. Der Natur wird also wieder ihr ursprüngliches Antlitz zurückgegeben.
Solche Tümpel dienen natürlich nicht nur Amphibien als Laichgewässer. Es profitieren auch zahlreiche andere Arten von den neu geschaffenen Lebensräumen. Graureiher und Storch, die sich von den Fröschen ernähren, Libellen die ihre eier dort absetzen und deren im Wasser lebenden Larven sich hauptsächlich von Amphibienlarven ernähren, sind dafür Beispiele.
Zahlreiche andere Insekten und Wasserlebewesen, von denen sich wiederum andere Tiere wie z.B. zahlreiche Vogelarten ernähren, finden ebenfalls in solchen Tümpeln ihren Lebensraum. Es wird also eine weitere Oase der Natur im Naturpark Haßberge entstehen.

lra

 

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