FT 28.05.2004 ├ľPNV f├Ąhrt in eine Sackgasse
K├╝rzung der Staatsmittel gef├Ąhrdet Angebot im Landkreis massiv
– Auch OVF streicht
KREIS HASSBERGE. Der Traum vom Taktverkehr der ├Âffentlichen Verkehrsmittel im Landkreis r├╝ckt n├Ąher: Aber aus dem einst erhofften Stunden- wird wom├Âglich bald ein Wochentakt!
von G├╝nter Flegel
Das ist ├╝berspitzt formuliert, k├Ânnte aber der Wahrheit recht nahe kommen, wenn der Kreisausschuss f├╝r Arbeit, Wirtschaft und Verkehr am Dienstag, 8. Juni, tagt. Denn die Andeutung von Landrat Rudolf Handwerker j├╝ngst im Kreisausschuss, dass der Discobus auf den Pr├╝fstand kommt, ist wom├Âglich nur die Spitze des Eisbergs und eine Untertreibung noch dazu.
Da der Freistaat Bayern die Mittel f├╝r den ├Âffentlichen Personennahverkehr (├ľPNV) um 37 Prozent gek├╝rzt hat, fehlen dem Landkreis Ha├čberge heuer in diesem Bereich mindestens 100 000 Euro. Einen Beschlussvorschlag f├╝r die Ausschusssitzung im Juni gibt es, sagte der Pressesprecher des Landratsamtes, Martin Schulze-R├Âbbecke, dem FT, aber Details lie├č er sich nicht entlocken. ÔÇ×Eine von einer ganzen Reihe von M├Âglichkeiten“, im Bereich des ├ľPNV zu sparen, sei der Betrieb des Discobusses, sagte er.
Dieser Zubringerdienst zu den Tanzlokalen in den Wintermonaten – sehr gut angenommen von den jungen Leuten – schluckt rein rechnerisch genau den Betrag, der dem Landkreis fehlt: 100 000 Euro. Aber so einfach ist die Rechnung nicht, denn die K├╝rzung der Bayern-Mittel zwingt den Landkreis, das gesamte ├ľPNV-Paket neu zu schn├╝ren: Denn bei der Regierung hat der Landkreis einen Bedarf von 391 000 Euro angefordert und 260 000 Euro an Zuschuss erwartet.
Jetzt flie├čen maximal noch 164 000 Euro Zuschuss, so dass der Landkreis sein ├ľPNV-Konzept kr├Ąftig abspecken muss, was wiederum den (prozentualen) Zuschuss verringert. Am Ende werden also deutlich mehr als die in M├╝nchen bleibenden 100 000 Euro in der Landkreiskasse fehlen.
Wo kann man sparen? Ein gro├čer Posten im ├ľPNV-Konzept des Landkreises sind die verbilligten Fahrkarten (Umweltticket). Der Fahrgast zahlt f├╝r acht Fahrten oder acht Monate und kann zw├Âlf in Anspruch nehmen. 630 B├╝rger haben 2003 dieses Angebot genutzt, das sich der Landkreis rund 150 000 Euro kosten l├Ąsst. Auch hier, so hat der FT erfahren, k├Ânnte es Einschnitte geben. Weiteres K├╝rzungspotenzial steckt in den Zusch├╝ssen f├╝r nicht rentable Buslinien, die der Landkreis heuer mit 115 000 Euro st├╝tzen wollte.
Ob die 8000 Euro f├╝r Buswarteh├Ąuschen im Haushaltsansatz stehen bleiben k├Ânnen, d├╝rfte ebenfalls fraglich sein. Nachdem der Kreis in den Jahren der ├ľPNV-Euphorie mit ├╝ppigen Zusch├╝ssen fast 100 Buswarteh├Ąuschen neu errichtet hat, d├╝rfte am 8. Juni eher die Frage im Ausschuss gestellt werden, ob man f├╝r diese H├Ąuschen nicht ein Gutachten zur Nutzungs├Ąnderung in Auftrag geben sollte. Denn die bevorstehenden K├╝rzungen durch den Landkreis beim ├ľPNV sind immer noch nicht das Ende der Fahnenstange, wie der FT von Schulze-R├Âbbecke erfuhr. Der Freistaat hat auch die direkten Zuwendungen an die Verkehrsbetriebe zusammengestrichen.
Der OVF (Omnibusverkehr Franken) hat angek├╝ndigt, die Preise zu erh├Âhen und etliche Linien ab August ÔÇ×auszud├╝nnen“. Betroffen sind im Landkreis die Verbindungen zwischen Rauhenebrach und Ha├čfurt, zwischen Hofheim und Ha├čfurt, zwischen Ha├čfurt und Schweinfurt und zwischen Oberaurach und Schweinfurt.
ÔÇ×Herber R├╝ckschlag“
Die negative R├╝ckkopplung zeichnet sich ab: Wird das ├ľPNV-Angebot schlechter und teurer, sinkt die Akzeptanz, und weitere Linien stehen zur Disposition. Martin Schulze-R├Âbbecke spricht von einem ÔÇ×herben R├╝ckschlag“ f├╝r den ├ľPNV im Landkreis und schickt gleich hinterher: ÔÇ×Das ist noch gelinde ausgedr├╝ckt“.
Ab 8. Juni, so scheint es, steuert der ├ľPNV in die Sackgasse.

FT 13.04.2002 Bericht zum Anrufsammeltaxi (AST) und Discobus
AST l├Ąuft wohl ins Leere
Nur noch eine "Gnadenfrist" f├╝r das Anruf-Sammeltaxi im Landkreis
KREIS HASSBERGE. Zum "Leben lassen" zu wenig, zum "Sterben lassen" zu viel - so k├Ânnte man die erste Bilanz zum AST-Verkehr im Raum Ha├čfurt umschreiben, die am Donnerstag zur Sitzung des Kreisausschusses f├╝r Arbeit, Wirtschaft und Verkehr in Sand der ├ľPNV-Beauftragte Werner Tak vorlegte.
von Jochen Bopp
Vor gut einem Jahr begann im Versuchsraum Ha├čfurt zwischen G├Ądheim, Theres, Wonfurt, Knetzgau, Zeil und K├Ânigsberg als Erg├Ąnzung zu den ├Âffentlichen Buslinien der AST- Verkehr mit den Anruf-Sammeltaxen. Die M├Âglichkeit, ein Taxi wohnungsnah und quasi hoch subventioniert f├╝r wenig Geld auch in den Abendstunden in Anspruch zu nehmen, hat sich bisher aber nur in kleinen Kreisen herumgesprochen.
Auch nachdem die Anrufzentrale vom Landkreis Forchheim zur Firma Frankenland-Reisen Wichler in Burgpreppach verlegt wurde, ist es bisher zu kaum einer Steigerung der Fahrauftr├Ąge gekommen. Im Oktober 2001 wurden 78 Auftr├Ąge registriert, im November 136, im Dezember immerhin 190, im Januar 186 und im Februar dieses Jahres nur noch 131. Das bedeutet eine durchschnittliche, t├Ągliche Anforderung von 4,1 bis 6,1 Taxen.
Die vorliegenden Zahlen zeigen laut Tak, dass das Interesse der Bev├Âlkerung beziehungsweise die Nutzung des AST lediglich in Ha├čfurt ausgepr├Ągt ist. Erfreulich sei allerdings das Interesse der ├Ąlteren Generation an der Einrichtung, vorzugsweise der Frauen.
Eine L├╝cke gef├╝llt
"Hier zeigt sich, dass das AST eine echte Angebotsl├╝cke f├╝llt", meinte Werner Tak. Von diesem Personenkreis kamen auch mehrfach lobende R├╝ckmeldungen. Immerhin ist es nach vorheriger Anmeldung unter der kostenlosen Rufnummer 0800/1271270 m├Âglich, von der n├Ąchstgelegenen AST- Haltestelle aus im Taxi zum Beispiel f├╝r nur 2,30 Euro von Ha├čfurt nach K├Ânigsberg gefahren zu werden.
Die bisherigen Zahlen zeigen allerdings, dass der AST-Verkehr im Landkreis Ha├čberge wohl zum Sterben verurteilt ist, wenn nicht noch ein Schub kommt. Denn bislang liegt die durchschnittliche Besetzung der Sammeltaxen bei 1,07 bis 1,27 Personen pro Fahrt. Um dauerhaft ├╝ber ├ľPNV-Mittel subventioniert werden zu k├Ânnen, verlangt die Regierung von Unterfranken jedoch eine Besetzung von mindestens 1,5 Personen. Dies wurde noch nie erreicht. Die Erprobungsphase des AST-Verkehrs ist auf zwei Jahre ausgelegt. Das bedeutet, dass noch f├╝r ein knappes Jahr eine "Gnadenfrist" besteht.
"Wir haben uns mehr erhofft", meinte Werner Tak. Kreisrat Gerold Snater aus K├Ânigsberg sprach von einer "letzten Chance" f├╝r ein vern├╝nftiges ├ľPNV-Konzept im Landkreis neben den paar ├╝brig gebliebenen rentierlichen Buslinien. Er forderte zu einer "besseren Werbung" auf, insbesondere regelm├Ą├čigen Inseraten in Gemeindebl├Ąttern. "Die meisten wissen gar noch nicht, was AST ist", meinte er. Die Plakatwerbung "Einen fahren lassen" sei auch nicht das Gelbe vom Ei gewesen.
Manfred Bengel aus Wonfurt forderte, dass in manchen Gemeinden die AST-Haltestellen n├Ąher an den Siedlungen sein m├╝ssten. Dies ist jedoch eine Aufgabe der Gemeinden, entsprechend aktiv zu werden.
Gute Akzeptanz
Auf weiterhin gutem Akzeptanz-Niveau rollen dagegen die Discobusse. Vom 29. September 2001 bis 16. M├Ąrz 2002 haben diese Nachtschw├Ąrmer- Linien (vornehmlich nach Unterpreppach) 9821 Leute in Anspruch genommen. Das waren pro Einsatztag (samstags) im Durchschnitt 409 Fahrg├Ąste (lediglich in der letzten Saison gab es mit 333 Fahrg├Ąsten einen Einbruch). F├╝r den Discobus-Verkehr in dieser Saison wendet der Landkreis 138800 Euro auf. Dem stehen Einnahmen durch Fahrg├Ąste in H├Âhe von 39000 Euro, Linienf├Ârderung von 20000 Euro und ├ľPNV-Mittel von 53200 Euro gegen├╝ber, so dass am Landkreis eine Netto-Belastung von 26600 Euro h├Ąngen bleibt.
Wie Werner Tak mitteilte, ist die noch bis Ende April laufende Discobus-Saison bisher ohne gro├če Probleme abgelaufen. "Was nicht hei├čt, dass alles reibungslos verlaufen ist", musste er jedoch hinzuf├╝gen. Beklagt werde das Nichteinhalten des strikten Alkohol- und Rauchverbotes in den Bussen. Auch komme es leider vor, dass Bussitze besch├Ądigt w├╝rden.
Kamera├╝berwachung?
Nach Absprache mit der Polizei habe sich deren Pr├Ąsenz bei den Diskotheken und am Umsteigeplatz in Ha├čfurt aber als vorteilhaft erwiesen und dazu gef├╝hrt, dass der Verkehr im Gro├čen und Ganzen geordnet durchgef├╝hrt werden konnte.
Der ├ťberlegung von J├╝rgen Hennemann, den Busfahrern eine Ordnungskraft mit auf den Weg zu geben, erteilte Landrat Rudolf Handwerker aus Kostengr├╝nden eine Absage: "Das ist undenkbar und nicht darstellbar." Dagegen will man dem Vorschlag von Siegmund Kerker nachgehen, wonach die Discobusse mit ├ťberwachungskameras ausgestattet werden k├Ânnten. Der OVF (Omnibus-Verkehr Franken) habe damit gute Erfahrungen gemacht, weil mutwillige T├Ąter abgeschreckt w├╝rden.

Das Anrufsammeltaxi (AST) nimmt einen neuen Anlauf
FT 10.08.2001 KREIS HASSBERGE. Der ├Âffentliche Personennahverkehr l├Ąsst sich aus der Ferne nicht organisieren: Nach den schlechten Erfahrungen mit dem aus Forchheim gesteuerten Anrufsammeltaxi (AST) sucht der Landkreis Ha├čberge nun einen Anbieter vor Ort.
Das AST im Landkreis Ha├čberge soll eine zweite Chance bekommen. F├╝r Werner Tak, den Sachbearbeiter f├╝r den ├Âffentlichen Personennahverkehr (├ľPNV) im Landratsamt in Ha├čfurt, sind die bislang ern├╝chternden Erfahrungen mit dem AST kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. "Die Disposition entspricht nicht unseren Vorstellungen", sagte Tak dem FT. Im Klartext: Die Damen in der Rufzentrale im Landkreis Forchheim verf├╝gen nicht ├╝ber hinreichend Ortskenntnis, um die potenziellen Fahrg├Ąste im Landkreis Ha├čberge optimal zu bedienen.
Diese Erkenntnis hatte man wohl schon nach wenigen Wochen AST-Betrieb im Gro├čraum Ha├čfurt gewonnen, aber die Entscheidung, das Anrufsammeltaxi von der oberfr├Ąnkischen Zentrale abzukoppeln, fiel doch erst nach reiflicher ├ťberlegung; nicht zuletzt aus Kostengr├╝nden, wie Werner Tak dem FT erl├Ąuterte. Denn die Forchheimer Info-GmbH betreibt unter anderem seit Jahren den ├ľPNV im Landkreis Forchheim und ├╝bernahm die Zusatzaufgabe "AST im Landkreis Ha├čberge" zu ├Ąu├čerst g├╝nstigen Konditionen. "Das f├Ąllt im Vergleich zum (subventionierten) Fahrpreis kaum ins Gewicht", sagte Tak.
Zum anderen war der Landkreis Ha├čberge ├╝berzeugt, dass die Erfahrung der Forchheimer AST-Damen schwerer wiegt als ihre Probleme, Wagenhausen, Sailershausen und Holzhausen richtig zu sortieren. Doch das erwies sich als Trugschluss. "Das Problem liegt beim Personal", gab sich Tak gegen├╝ber dem FT ├╝berzeugt. Offensichtlich auch wegen organisatorischer und finanzieller Probleme habe die Forchheimer Info- GmbH "wohl auch am Personal gespart", sagte Tak. Er berichtet von einem Anrufer aus dem Landkreis Ha├čberge, der eineinhalb Stunden lang versuchte, ein Sammeltaxi per Anruf zu bestellen - st├Ąndig war besetzt. Ein anderes Mal war die "Hotline" einen ganzen Vormittag verwaist - nicht gerade R├╝ckenwind f├╝r das ohnehin mit Startschwierigkeiten behaftete AST im Landkreis Ha├čberge. Und da der Landkreis angesichts dieser Probleme auch nicht gerade die Werbetrommel weiter r├╝hren wollte, d├╝mpelt das Anrufsammeltaxi derzeit vor sich hin. "Vier bis f├╝nf Auftr├Ąge am Tag", berichtet Tak, melden die vom Landkreis via OVF (Omnibusverkehr Franken) beauftragten Transportunternehmen - mehr als bescheiden im Vergleich zu der erwarteten Resonanz, die mit acht bis zehn Fahrten ohnehin schon sehr niedrig angesetzt worden war, wie der ├ľPNV-Sachbearbeiter dem FT sagte.
Deshalb zieht der Landkreis jetzt laut Tak die Bremse. Die AST-Zentrale soll im Landkreis Ha├čberge neu ausgeschrieben und an ein ortskundiges Unternehmen vergeben werden. Zum 1. September, hofft Tak, l├Ąuft dann das AST unter neuer Regie mit neuem Schwung, zumal der Landkreis nach den Sommerferien eine neue Werbeoffensive starten will.
Denn allen Unkenrufen zum Trotz hat das AST mehr gute als schlechte Seiten, wie die vielfach positive Resonanz Werner Tak best├Ątigt. Der g├╝nstige Fahrpreis, die zahlreichen Haltestellen und die "Endstation Haust├╝r" machen das Sammeltaxi sehr wohl zu einer Alternative zu einem (Zweit-)Wagen. Wenngleich das neue ├ľPNV- System sicher einen langen Atem brauchen wird, um die B├╝rger zum Umsteigen zu bewegen.
G├╝nter Flegel

FT 16.06.2001 Interessierte B├╝rger er├Ârterten in Ha├čfurt mit ├ľPNV-Fachleuten das Angebot im Landkreis
von Brigitte Krause
KREIS HASSBERGE. Warum es einfach nicht klappen will, den ├Âffentlichen Personennahverkehr (├ľPNV) im Landkreis Ha├čberge besser zu etablieren, darum kreiste die Diskussion, zu der der Fahrgastverband "Pro Bahn" nach Ha├čfurt eingeladen hatte.
Gekommen war nur eine Handvoll interessierter B├╝rger, die einschl├Ągige Erfahrungen mit dem ├ľPNV im Kreis gemacht haben. Der f├╝r den ├ľPNV zust├Ąndige Vertreter des Landratsamtes Ha├čberge, Werner Tak, bekam neben Kritik auch Lob zu h├Âren: Das Anrufsammeltaxi-System sei zwar verbesserungsw├╝rdig, jedoch ein Schritt in die richtige Richtung, hie├č es.
Vom unterfr├Ąnkischen Fahrgastverband "Pro Bahn" war auf Einladung des Mitglieds Frank Schneider aus Sand der Regionalvorsitzende Ernst Croner gekommen. Mit der Bahn schienen die Anwesenden allerdings zufrieden. Die Verbindungen mit dem Regionalexpress nach Schweinfurt/ W├╝rzburg und Bamberg wurden als gut bezeichnet. Kritisiert wurden die Z├╝ge, die vor allem f├╝r Behinderte (Beispiel war die Fahrt einer Gruppe der Lebenshilfe Sylbach nach W├╝rzburg) und f├╝r Senioren nicht optimal gebaut sind, weil Sitze und Einstiege zu eng und die Treppenstufen zu hoch sind. Kinderwagen und Rollstuhl haben wenig Chancen. Gelobt wurde die auf Telefonanruf aktivierte Behinderten-Umsteigehilfe der Bahn in W├╝rzburg. Croner merkte an, dass diese aber in kleineren Bahnh├Âfen wegen der wegrationalisierten Arbeitspl├Ątze ein Problem sei. Sein Beispiel: Die Bahn selbst riet einem Behinderten, der nach Bad Kissingen wollte, ab dem Bahnhof Schweinfurt mit dem Taxi dorthin zu fahren.
Nicht gespart wurde mit Kritik zum Busverkehr im Landkreis: "Wo krieg ich Fahrpl├Ąne her?", fragte eine Diskussionsteilnehmerin angesichts des j├╝ngsten Fahrplanwechsels. Dies scheint wirklich nicht ganz leicht zu sein, denn Werner Tak musste eingestehen: "Von uns, aber noch nicht morgen, weil wir sie selber noch nicht haben".
Sehr viel ├ärger verursachen Busfahrer, die wohl aus Wirtschaftlichkeitsgr├╝nden bestimmte Haltestellen nicht anfahren - und dann auch noch unfreundlich sind. "Es ist eine einzige Katastrophe", schimpfte eine Frau. Werner Tak gab zu bedenken, dass dem Landkreis die H├Ąnde gebunden sind, weil die Busunternehmer "zu 99 Prozent eigenwirtschaftlich fahren und von uns keine Mark dazubekommen". Er erinnerte an die Bem├╝hungen des Kreises, neue Buslinien einzuf├╝hren; 150 Linien wurden gefahren - doch nicht angenommen.
Gegenargument: Wer f├Ąhrt mit dem Bus? Gerade f├╝r Einkaufsfahrten, ├Ąltere Menschen und Kinder seien die Busse doch v├Âllig ungeeignet, hie├č es. Eine Strapaze, sich mit Einkaufstaschen, Kindern und Gep├Ąck durch die engen Eing├Ąnge mit den steilen Treppen zu zw├Ąngen. Es sei von der Regierung aus "falsch gelaufen", hie├č es, Busunternehmern ├ľPNV-Gelder f├╝r die Anschaffung von Bussen - und zwar Reisebussen - zu geben. Das h├Ątte nur f├╝r ├ľPNV- Busse geschehen d├╝rfen.
Ein anderer Aspekt sind die gerade f├╝r die Orte in den Ha├čbergen und im Steigerwald viel zu hohen Preise, wenn es darum geht, ins Maintal zu gelangen. Ein Besucher aus Ebern meinte, es sei kein Wunder, wenn der "Schnelll├Ąufer" von Ebern nach Ha├čfurt nicht angenommen worden sei; eine Frau mit Kind habe f├╝r die Strecke hin und zur├╝ck 28 Mark bezahlen m├╝ssen. "Da f├Ąhrt doch keiner, der Preis ist einfach zu hoch; man hat die Busse fahren lassen, aber die Preise nicht subventioniert!" Angeregt wurde ein g├╝nstiges Landkreis-Ticket. Werner Tak wies darauf hin, dass die Preisgestaltung durch die Regierung genehmigt ist, der Landkreis hier keine Handhabe hat.
Ein Witz, so ein anderer B├╝rger, dass ein Fahrgast etwa von Go├čmannsdorf nach Ha├čfurt zwei Karten zu l├Âsen hat; warum k├Ânne es nicht mehr Kooperation geben - auch daran kranke der ├Âffentliche Personennahverkehr im Kreis. Not tue ein sinnvolles Gesamtkonzept. Tak erkl├Ąrte, dass es im Landkreis 19 eigenst├Ąndige private Busunternehmen gibt: "Da sind dem Landkreis die H├Ąnde gebunden." Die Busunternehmer seien relativ unbeweglich, wenn es um die Neukonzeption der Struktur gehe. So lassen sich offenbar manche Ungereimtheiten - wie etwa Parallelverkehre zur Bahn (Ebern-Bamberg) - erkl├Ąren.
Klar wurde, dass das Landratsamt im begrenzten Rahmen nur t├Ątig werden kann, wenn Probleme gemeldet werden. Eine Gruppierung engagierter B├╝rger sollte, hie├č es, der stillen Mehrheit Stimme geben, damit beim ├ľPNV Verbesserungen erreicht werden.