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BUND
Naturschutz Ebern

 

Fränkischer Tag 10.10.2005
Einsatz für heimisches Obst trägt Früchte 

12. Apfelfest des Bund Naturschutz in Ebern

mit buntem Programm und großem Publikum – Wettbewerbe
EBERN. Zum 12. Mal fand das Apfelfest des Bund Naturschutzes im Rathaus statt. Wie üblich bescherte vor allem der gleichzeitig auf dem Marktplatz stattfindende Oktobermarkt dem Fest eine Menge Besucher.
von Tanja Kaufmann
„Natürlich profitieren wir davon“, so der Ortsgruppensprecher des BN für Ebern, Harald Amon. „Aber Ziel einer solchen Aktion ist auch gerade, die Menschen zu erreichen, die eigentlich sonst nicht viel mit dem BN zu tun haben“.
Selbstverständlich lockte der selbstgebackene Apfelkuchen, der mit Kaffee aus dem Weltladen und frisch gepresstem Apfelsaft ausgegeben wurde. Den Besuchern wurde allerlei „rund um den Apfel“ geboten: Das „Streuobst-Quiz“ verlangte ihnen schon einiges ab, wussten doch nicht alle zu beantworten, wie viele Apfelsorten es in Europa gibt oder wie alt Hochstamm-Apfelbäume werden. Für den aufmerksamen Besucher waren jedoch Infotafeln aufgebaut, die ein wenig auf die Sprünge halfen. Beim Beantworten der Fragen konnte so auch eine Menge Information unters Volk gebracht werden.

„Es ist wichtig, das Streuobst „Apfel“ für die Menge wieder interessant zu machen“, meinte Harald Amon im Gespräch mit dem FT. Viele vermuten hinter dem Begriff „Streuobst“ eher das verstreut liegende Fallobst. Tatsächlich ist damit jedoch das traditionell und Natur schonend verarbeitete Obst auf Wiesen „verstreut“ stehender Obstbäume gemeint. Im Gegensatz dazu stehen die Obstplantagen, in denen niedrige Bäumchen in Reih und Glied stehen. Gesunder Genuss ist von deren Früchten kaum zu erwarten, ebenso vermisst man in ihnen die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren, die es auf Streuobstwiesen en masse zu beobachten gibt.

„Der Verbraucher kennt nur noch drei bis vier verschiedene Sorten von Äpfeln, nämlich die, die es im Supermarkt zu kaufen gibt“, bedauert Amon. Und die kämen dann auch noch vor allem aus Übersee, vielleicht gerade noch aus Südtirol.

Die drei ersten Gewinner des Streuobst-Quiz erhalten als Preis einen Hochstamm-Apfelbaum, auch als kleinen Anreiz, im eigenen Garten das heimische Obst mehr zu fördern.

Doch noch mehr gab es vom, mit und über den Apfel zu erfahren und zu erleben. Vom BN selbst gesammelt wurden die Äpfel, die im Hof des Rathauses vor aller Augen und zum Teil mit kräftiger Hilfe der kleinen und größeren Besucher zu Apfelmost verwertet wurden.

Zudem gab es einen „sportlichen Wettkampf“.
Nach dem großen Erfolg des „Apfel-Schäl-Wettkampfes“ im letzten Jahr konnten sich groß und klein nun zum zweiten Mal der Herausforderung stellen. Gar nicht so leicht war es, die Schale an einem Stück herab zu schälen; der Rekord aus dem letzten Jahr (1,71 Meter) schien lange Zeit unerreichbar. Zur Sortenbestimmung, die in den letzten Jahren, betreut von Eugen Scherer und Karl Weier, so viele verschieden Sorten an Äpfeln zur Schau stellen konnte, gab es diesmal eine nicht ganz so große Auswahl an unterschiedlichen Sorten. Eine schwache Ernte gab es in diesem Jahr, da konnte man mit 15-20 verschiedenen Sorten schon zufrieden sein. In den vergangenen Jahren konnten dagegen um die 40 unterschiedliche Apfelsorten präsentiert werden.

Das „beste Stück“ der Region dabei, so Klaus Mandery, sei der „Zuccalmaglio“, eine süßliche Rinette aus dem Anbau der Hetschingsmühle, von ihm entdeckt und von Eugen Scherer bestimmt. Vom „Kaiser Wilhelm“ über den „Grünen Boskop“ gibt es aber darüber hinaus noch zahlreiche wohlschmeckende Sorten.

Zu Gast beim Apfelfest war gestern auch der Landesbeauftragte des Bund Naturschutzes in Bayern, Richard Mergner. Er lobte den Kreisverband des BN Haßberge mit seiner Ortsgruppe Ebern für ihren großen Einsatz und vor allem für ein gelungenes Fest. „In seiner Vielfalt ist das Eberner Apfelfest in Bayern einzigartig“, bemerkte er anerkennend. Zusammen mit dem Oktobermarkt sei es dazu „ein Teil der Stadt“ geworden. Gerade der Apfel als „regionales Produkt“ könne mit dazu beitragen, einer Region ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken.

Der Besucherandrang zeige das Interesse der Menschen und dass „Äpfel noch einen Namen haben“. Gut gelungen sei seiner Meinung nach die Mischung aus Information und Unterhaltung, die zeigen würde: „Naturschutz schmeckt und macht Spaß“.

Dem Wettkampf mussten sich dann auch Harald Amon und Richard Mergner stellen: im Apfelschälwettbewerb erreichte Mergner passable 71 cm – Harald Amon brachte es (außer Konkurrenz, versteht sich) auf beachtliche 125 cm.
 

FT20051010aApfelfest
Auf Tischen wurden den Besucher verschiedenste heimische Apfelsorten präsentiert.
FT20051010bApfelfest
Auf eine Schale mit 125 Zentimetern Länge brachte es Ortsvorsitzender Harald Amon.
Stolz präsentierte er sein Werk.
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BN-Landesbeauftragter Richard Megner übernahm die „Maßarbeit“.
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Die Helfer an der Mostpresse waren während des Apfelfestes im Dauereinsatz.
alle FT-Fotos: Tanja Kaufmann

Apfelfest 2005

Vielfältiges Angebot
Förderung des heimischen Streuobstbestandes
Aktion des Bundes Naturschutz Ebern

Streuobstbestände nennt man die Anpflanzungen hochstämmiger Obstbäume auf Äckern und Wiesen in Reihen oder Gruppen. Dieses typische fränkische Kulturerbe steht im Mittelpunkt des „Apfelfestes“, das der Bund Naturschutz Ebern wieder am kommenden

Sonntag, den 9. Oktober von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr im Rathaus

durchführt. Viel Information ist geboten und für das leiblich Wohl gesorgt . Beim diesjährigen 12. Apfelfest wird wieder der beste Apfelschäler ermittelt.

Mit dem Motto „Aus der Region – für die Region“ wird auch für den „Tag der Regionen“ geworben, der für regionales Wirtschaften steht, denn kurze Wege sparen Energie und bringen eine regionale Verarbeitung und Wirtschaftskraft in die Region. So profitieren Verbraucher, Landwirtschaft, Handwerk und Gastronomie vom Verwerten der heimischen Obstprodukte in der Region.

Die Organisatoren bieten dazu ein vielfältiges Programm. In einer Ausstellung wird über „Streuobstwiesen  - als wertvoller Lebensraum“ informiert. So kann ein Apfelbaum mehr als 1000 wirbellose Tierarten beherbergen und seltene Pflanzen wie Orchideen und Enziane sind dort zu finden
Die Vielfalt der heimischen Apfel- und Birnensorten wird in einer Sortenausstellung, die wegen der sehr geringen Apfelernte viel kleiner wie gewohnt ausfällt, gezeigt. Sie wird vom Obstfreund Eugen Scherer betreut. Er kennt die heimischen Arten, gibt Informationen über Reifezeit und Lagerung und Tips zur Pflege. Die Besucher können eigene Sorten zur Bestimmung mitbringen.
Weitere Informationen gibt es über den Vitamingehalt verschiedener Apfelsorten und vielfältige Rezepte weisen auf eine Vielfalt von Verwertungsmöglichkeiten hin. Ein Quiz mit „Apfelpreisen“, d.h. Hochstamm-Apfelbäume, rundet  den Informationsteil ab.
Zum zweiten Male wird der Wettbewerb „Wer schält die längste Apfelschale?“ durchgeführt. Damit gilt es den letztjährigen Rekord von 171 cm zu überbieten und den besten Apfelschäler 2005 zu ermittelt. Es gilt, wer das längste zusammenhängende Stück Schale von einem Apfel mittels Schälmesser entfernen kann. Dies verspricht einen spannenden Apfelwettkampf, bei dem es, neben dem Titel des„Eberner Schälmeisters 2005“, auch kleine Preise zu gewinnen gibt.
Besonders stolz ist der BN Ebern auf seine angeschafften Geräte, einer Obstpresse mit Obstmuser. Beide Geräte können auch von Kindergärten, Schulen oder Vereinen ausgeliehen werden. Diese sind zum Apfelfest im Rathaushof aufgestellt, damit frisch gepresster Apfelsaft, auch wenn heuer die Ernte geringer ausfällt, direkt vor Ort angeboten werden kann. Dort kann er probiert oder auch in mitgebrachten Flaschen erworben werden.
Für das leibliche Wohl sorgen eine Vielzahl unterschiedlicher Apfelkuchen, zu denen man in der Rathaushalle gerne eine Tasse Kaffee trinken kann.

 

 

 

 

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