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Naturschutz

Garten in Zeiten des Klimawandels

BUND
Naturschutz Ebern

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Besuch in einem Naturgarten

 

07.02.2020
Aus purer Lust am Garten -
Gartenschätze trotz Klimakrise

lautete der Vortrag unseres Mitglieds Claudia Kühnel Dipl.-Ing. (FH) aus Ebern

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Wie Kühnel anfangs ausführte ist der Klimawandel auch in den fränkischen Hausgärten bereits deutlich spürbar. Bemerkbar macht sich dies vor allem durch einen erhöhten Wasserverbrauch, damit die Pflanzen überhaupt erntereif werden können. Franken ist ein Hotspot im Klimawandel, dies bedeutet, dass in unserer Gegend bereits in den beiden vergangenen Jahren klimatische Verhältnisse geherrscht haben, wie sie z.B. im regenreicheren Oberbayern erst in einigen Jahren spürbar werden. Das Niederschlagsdefizit beträgt in Franken derzeit ca. 1.000 mm. Dadurch fehlt die notwendige Bodenfeuchtigkeit im unteren Wurzelbereich. Aktuell im Februar 2020 sieht es oben feucht aus – es ist aber dramatisch, da von unten keine Feuchtigkeit nach kommt.

Um den Pflanzen genügend Feuchtigkeit zukommen zu lassen, ist daher eine erhöhte Wassergabe notwendig. Die Referentin appellierte an die Anwesenden dafür nur in Zisternen oder Tonnen. gesammeltes Regenwasser zu verwenden. Die Nutzung von Trinkwasser zum Rasensprengen hielt sie für äußerst bedenklich. Sie gab verschiedene Tipps, um Wasser beim Gießen zu sparen. Die Weisheit älterer Gartennutzer setzt auf sorgsames Mulchen mit Rasenschnitt oder Gemüseernteabfällen sowie auf Hacken, welches so viel wert sei wie dreimal gießen.

Weitere Maßnahmen, um den eigenen Garten klimafreundlich zu nutzen, ist die Herstellung und Gabe von Kompost auf die Beete. Kompost ist das Gold des Gärtners in einem klimagebeutelten Naturgarten. Kompost sollte aber nur oberflächlich aufgebracht werden. Auf die Verwendung von Torf ist vollständig zu verzichten. Torf ist eine wichtige CO²-Senke und muss in den Torfmooren verbleiben.

Die Agraringenieurin gab Tipps zu einzelnen Pflanzen, inwieweit diese in Zukunft noch erhalten werden können. Neben den Wassergaben brauchen alle Flachwurzler wie z.B. Hortensien oder Rittersporn einen schattigen Platz oder müssen beschattet werden. Unter einer Beschattung ist es 2-3 Grad kühler und es treten weniger Hitzeschäden auf.

Ökologisch bewirtschaftete Hausgärten mit Bäumen wirken sich auch positiv auf das Klima in einer Stadt aus. Bäume sind richtige Kühlaggregate. Leider haben verschiedene Baumarten, wie z.B. die Linden, Probleme mit der fehlenden morgendlichen Luftfeuchtigkeit. Dagegen haben Tiefwurzler wie z.B. die nussbaumveredelte Walnuss oder die türkische Baumhasel gute Chancen. Ein wichtiger Aspekt für ein zukünftig gutes Klima zum Leben in einer Stadt ist eine Verringerung der Versiegelung der Böden. Große Parkplätze sollten möglichst nicht versiegelt werden oder zumindest vollkommen mit Bäumen durchgrünt werden. Kühnel zeigte anhand Aufnahmen mit einer Wärmebildkamera auf, wie sich Pflanzen auf versiegelten Flächen kühlend auf das Stadtklima auswirken.

Laut Kühnel können wir unsere Gärten ein Stück weit an die veränderten Bedingungen anpassen. Wir freuen uns zwar über früh blühende Schneeglöckchen und Krokusse sowie Erdbeeren und Obstbäume, aber vermehrt auftretende Witterungsextreme wie Spätfröste und Hagelschäden führen dann wieder zu Schäden an den Pflanzen.

Claudia Kühnel verwies auf positive Beispiele für naturnahe Gärten ohne chemisch-synthetische Düngemittel, Pestizide und Torf in Niederösterreich in der Stadt Tulln hin. Weitere aktuelle Informationen über einen Garten im Klimawandel können von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim (LWG) angefordert oder durch einen Besuch dort eingeholt werden. Eine Herzensangelegenheit ist es ihr auch, Kinder von klein auf im Garten aktiv mitwirken zu lassen.